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Kommuniqué zur Unterstützung der Interdisziplinären Gruppe unabhängiger Expert_innen (GIEI)

spanisches Original/texto original en Español

21. März 2016

Wir, die Gruppen in Europa, die sich mit der Bewegung von Ayotzinapa solidarisieren, erklären,
dass wir die GIEI für glaubwürdig halten,
dass die GIEI unser Vertrauen und unsere Unterstützung hat und
dass die GIEI bereits eine unschätzbare Arbeit in Mexiko geleistet hat.

Unsere Gruppen bestehen aus Mexikaner_innen und Personen aus verschiedenen Ländern. Wir vertrauen auf die Professionalität, Expertise und Integrität der Mitglieder der GIEI. Wir weisen nachdrücklich darauf hin, dass es sich bei Claudia Paz y Paz Baile, Ángela María Buitrago, Carlos Martin Beristaín, Alejandro Valencia Villa und Francisco Cox Vial um Menschenrechtsexpert_innen mit einer langen professionellen Laufbahn handelt. Sie sind aus genau diesem Grund von der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH), dem mexikanischen Staat und mexikanischen, zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgewählt worden, um die Ereignissen in Iguala vom 26. und 27. September 2014 zu untersuchen.

Wir sind sicher, dass ihre Untersuchungen entscheidend gewesen sind, die Behauptungen in Frage zu stellen, mit denen der mexikanische Staat die grausamen Attentate gegen junge Studenten und die Zivilbevölkerung in Iguala zu erklären versucht hat. Dank der Arbeit der GIEI konnten wir feststellen, dass diese Behauptungen von Seiten des Staates – die sogenannte “historische Wahrheit” – unhaltbar sind. Deshalb ist es notwendig, dass die weitere Untersuchung des Falles gemäß den Vorschlägen der GIEI aus ihrem Bericht von 2015 erfolgt und dass die GIEI ihre Arbeit solange fortsetzt, bis die Wahrheit gefunden und Gerechtigkeit erreicht ist.

Angesichts jüngster Medienberichte, z.B. bei MVS oder Grupo Milenio, die die moralische Integrität einiger Mitglieder der GIEI angegriffen haben, bestätigen wir, die mit Ayotzinapa solidarischen Gruppen in Europa, unser Vertrauen in und unsere Unterstützung für die GIEI. Die Aufklärung der schrecklichen Ereignisse vom 26. und 27. September 2014 in Iguala, Guerrero, ist eine unaufschiebbare Verpflichtung der Regierung von Enrique Peña Nieto. Wir verlangen zu wissen, wo die Studenten der Normal Rural Raúl Isidro Burgos de Ayotzinapa geblieben sind. Für die Aufklärung des Falles ist die Arbeit der GIEI von entscheidender Wichtigkeit.

Manchester for Ayotzinapa, Großbritanien
Cambridge Mexico Solidarity, Großbritanien
Justice Mexico Now, Großbritanien
London Mexico Solidarity, Großbritanien
Conciencia Mexico Dinamarca, Dänemark
Catalunya Contra La Impunitat, Spanien
Metamorfosis Mexico, Spanien
Natalia Hernández, Euskal Herria, Spanien
¡Alerta! Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Deutschland
Afines por México, Niederlande
Cochehua-Colectivo Despertar, Schweiz
Bordamos por la Paz, Paris, Frankreich
EncuentrosYoSoy132Madrid, Spanien
Collectif Paris-Ayotzinapa, Frankreich
Polonia con México, Polen
Latir por México, Frankreich
Ya-Basta.Netz, Deutschland
SantanderX43, Spanien
Madrid43, Spanien
Solidarité pour le Mexique-Strasbourg, Frankreich

Congreso de los Pueblos/Kolumbien: Nationale und internationale öffentliche Anklage wegen der massiven Festnahmewelle in Bogotá

Spanisches Original auf der Website des Congreso de los Pueblos
Veröffentlicht am 9. Juli 2015

Die unterschreibenden sozialen, studentischen, gewerkschaftlichen, ökologischen und für Menschenrechte aktiven Organisationen verurteilen gegenüber der nationalen und internationalen Öffentlichkeit die folgenden Vorfälle, die eine gravierende Menschenrechtsverletzung darstellen und außerdem fundamental gegen das Koalitionsrecht, das Versammlungsrecht, das Recht auf einen ordnungsgemäßen Prozess, die Meinungsfreiheit und die Menschenwürde in Kolumbien verstoßen.

Am 8. Juli 2015 wurden 15 Personen in Bogotá gleichzeitig in einer geplanten Operation der nationalen Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der nationalen Polizei verhaftet, da sie mit den Attentaten der letzten Woche in Bogotá in Verbindung gebracht werden.

Zu diesen Festnahmen gab es Stellungnahmen des Präsidenten der Republik, des Oberbürgermeisters von Bogotá und des Generalstaatsanwalts, in denen sie die Festgenommenen für verantwortlich erklärten, allerdings ohne Gewährleistung der Unschuldsvermutung.

Die meisten der festgenommenen und angeklagten Personen sind bekannte und angesehene Anführer*innen von Studierenden- und Bauernbewegungen, Journalist*innen, Funktionäre der Distriktsverwaltung sowie Menschenrechtsverteidiger*innen, die sich öffentlich für das staatliche Bildungswesen, die Rechte von Bauern und den Friedensprozess eingesetzt haben. Elf der festgenommenen Personen vertreten jeweils Organisationen, die Mitglieder im Congreso de los Pueblos sind.

Die Festnahmen sollen dazu dienen, die sozialen Proteste und die Meinungsfreiheit in Kolumbien einzuschränken und die Menschenrechtsverteidiger*innen sowie die Suche nach einem stabilen und dauerhaften Frieden zu behindern.

Wir sind über die vielen Fälle falscher Anklagen des letzten Jahres sehr besorgt, da sie zu Stigmatisierungen und zur Gefährdung der Aktivist*innen der sozialen Bewegungen in Kolumbien geführt haben.

Im Folgenden wollen wir unsere festgenommenen Genoss*innen vorstellen, da wir sie sehr schätzen und sie mit ihrer sozialen und politischen Arbeit und ihrem Engagement sehr zum Aufbau unserer Bewegung beigetragen haben. Unsere Bewegung nimmt eindeutig Stellung für Frieden und soziale Gerechtigkeit und ist sich bewusst, dass diese auch immer strukturelle Veränderungen im Land nötig machen.

PAOLA ANDREA SALGADO PIEDRAHITA
Frau, Feministin, junge Anwältin an der Universidad Nacional de Colombia, engagiert sich für Menschenrechte und Frauenrechte. Sie hat sich große Anerkennung in der feministischen Bewegung erkämpft, in der ihr Aktivismus weithin bekannt ist, da sie Rechtsstreitigkeiten und Nachforschungen über Menschen- und Bürgerrechtsverletzungen, Verletzungen des humanitären Völkerrechts und Gewalt gegen Frauen durchgeführt hat. Sie war Mitglied des runden Tisches für das Leben und die Gesundheit der Frauen („Mesa por la Vida y la Salud de las Mujeres“), des nationalen Frauennetzwerks („Red Nacional de Mujeres“) und des Frauenplenums des Congreso de los Pueblos. Ihre Meinung war in verschiedenen Kommunikationsmedien begehrt. Sie partizipierte unter anderem an verschiedenen Fernsehsendungen, akademischen Kongressen, Foren und Seminaren.
Ihr Engagement und Geschick im Kampf für Frauenrechte führten zu ihrer Ernennung zur Koordinatorin der staatlichen Programme für sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen der Gesundheitsbehörde des Distrikts Bogotá. Wir schätzen Paola als Freundin, als tierlieben, lebensfrohen und kreativen Menschen, als Erbauerin von Träumen.

SERGIO ESTEBAN SEGURA GUIZA
Er ist 27 Jahre alt, Sozialreferent der Universidad Cooperativa de Colombia und Masterstudent in Sozialwissenschaften an der Universidad Pedagógica Nacional und engagiert sich als Journalist und Korrespondent bei der unabhängigen Presseagentur Colombia Informa. Aktuell arbeitet er im Projekt für Erwachsenenbildung und Zusammenleben im Sekretariat für Bildung des Bürgeramts des Stadtteils Ciudad Bolívar (Bogotá).
Wir schätzen ihn auch wegen seiner Führungsrolle in den Prozessen für Kriegsdienstverweigerung in Bogotá.

STEFANY LORENA ROMO MUÑOZ
Lorena ist 23 Jahre alt, studiert Politikwissenschaft an der Universidad Nacional de Colombia und hat sich an der Universidad Externado de Colombia immatrikuliert, um dort ab August ihre Ausbildung in Staatswissenschaften zu beginnen.
Sie ist Aktivistin der Studierendenbewegung seit 2010. Sie hatte eine führende Rolle in der studentischen Organisation Proceso Nacional Identidad Estudiantil in Bogotá und nahm für sie teil an der akademischen Kommission des nationalen studentischen runden Tisches („Mesa Amplia Nacional Estudiantil“). Lorena hat im Jahr 2015 mit tadellosem Engagement als Sozialreferentin des Sekretariats für Bildung im Distrikt Bogotá gearbeitet.
Sie hat eine wichtige Rolle in den Stadtteilen Teusaquillo und Chapinero. Während ihres sozialen Aktivismus hat sie an verschiedenen zivilgesellschaftlichen Initiativen für den Friedensprozess teilgenommen, zum Beispiel: Volksfront für den Frieden („Frente Amplio por la paz“), sozialer Aufschrei für den Frieden („Clamor Social por la paz“); sie veranlasste auch den ersten Bildungskongress für den Frieden, der im Jahr 2014 in Cali stattfand.

HEILER LAMPREA
Heiler ist 25 Jahre alt, Abgeordneter im Senat der Universidad Pedagógica Nacional seit 2013. Er steht mit seinem Philosophiestudium im Magister kurz vor dem Abschluss. Durch sein soziales Engagement ist er zu einer Führungsfigur der Volksfront für Bildung, Frieden und Menschenrechte geworden („Frente Amplio por la Educación, la Paz y los Derechos Humanos“). Er ist seit 2010 Mitglied des Proceso Nacional Identidad Estudiantil und des Congreso de los Pueblos.
Er arbeitet in einer Initiative mit, die die gemeinschaftliche Stadtteilarbeit in den Schulen von Suba (Bogotá) begleitet und dort politische Partizipation, Menschenrechte, Gewaltlosigkeit, kommunale Selbstverwaltung sowie Drogenprävention fördert und damit den Zugang zu höherer Bildung ermöglichen will.
In seiner Rolle als studentischer Repräsentant förderte er den institutionellen Dialog für den Friedensprozess an seiner Universität.

VÍCTOR ORLANDO ARIZA GUTIERREZ
Víctor ist 21 Jahre alt, seit der Sekundarstufe Teil der sozialen Bewegungen für eine bessere öffentliche Bildung in Kolumbien und förderte diese Kämpfe auch nach seinem Eintritt in die Universität.
Er studiert Geographie und ist Studierendenvertreter im Mediationsteam der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universidad Nacional de Colombia. Seit 2011 ist er Mitglied im Proceso Nacional Identidad Estudiantil, einer Organisation, die sich der Förderung öffentlicher, kostenloser und guter Bildung verschrieben hat, und daher auch am nationalen studentischen runden Tisch („Mesa Amplia Nacional Estudiantil“) vertreten ist.

DANIEL EDUARDO HERNÁNDEZ MUÑOZ
Daniel ist 23 Jahre alt und macht seit 2010 im Proceso Nacional Identidad Estudiantil und im Congreso de los Pueblos mit. Er studiert im 7. Semester Philosophie an der Universidad Pedagógica Nacional.
Er arbeitet in einer Initiative mit, die die gemeinschaftliche Stadtteilarbeit in den Schulen von Suba (Bogotá) und die Selbstorganisation der Schüler*innen der Sekundarstufe für die Verteidigung der öffentlichen Bildung fördert. Seine sozialen Aktivitäten führt er vor dem Hintergrund des Ansatzes, dass Bildung für alle da sein muss, und der Lehren des Soziologen Orlando Fals Borda der Organisation Forschung und gemeinsame Aktion („Investigación Acción Participativa“) durch.

LUIS DANIEL JIMENEZ CALDERON
Er ist 34 Jahre alt und Agraringenieur an der Universidad Nacional de Colombia. Im Moment repräsentiert er die Gebietskörperschaft Arando, in der er für lokale und bäuerliche Angelegenheiten in Usme und Tunjuelito zuständig ist. Er ist Mitglied in der Nationalen Agrarkoordination („Coordinador Nacional Agrario“) und des Congreso de los Pueblos. Er arbeitet auch im Umweltnetzwerk Bakata mit und hat eine führende Rolle in der Interessengemeinschaft der Familien für ökologische Landwirtschaft („Proceso de Asociación de Familias Agroecológicas“).
Während seiner Studienzeit war er Abgeordneter des Fakultätsrates der Agrarwissenschaft an der Universidad Nacional de Colombia und bekam Gewaltdrohungen aufgrund seiner Aktivitäten. Heute ist er Magisteranwärter für die Erforschung ländlicher Entwicklung an der Päpstlichen Universität („Pontificia Universidad Javeriana“).

ANDRES FELIPE RODRIGUEZ PARRA
Er ist 23 Jahre alt und Philosophiestudent an der Universidad Nacional de Colombia. Er ist studentischer Aktivist und nimmt am nationalen studentischen runden Tisch („Mesa Amplia Nacional Estudiantil“) teil. Im Moment arbeitet er für die Stiftung Frieden und Versöhnung. Außerdem ist er studentischer Abgeordneter im Congreso de los Pueblos.

GERSON ALEXANDER YACUMAL RUIZ
Er ist 27 Jahre alt und schließt bald sein Studium der Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt Menschenrechte an der Universidad Pedagógica Nacional ab. Er lehrte außerdem schon Kinder und Jugendliche an den Schulen von Ciudad Bolívar und Tunjuelito. Derzeit engagiert er sich als Schatzmeister der Organisation TEJUNTAS, die in Ciudad Bolívar und Usme im Jugendbereich arbeitet, um die Menschenrechte der Jugendlichen zu garantieren und ihnen produktive Alternativen zu ermöglichen.

LICETH JOHANA ACOSTA
Sie ist 21 Jahre alt, studiert im 4. Semester Soziale Arbeit an der Universidad Pedagógica Nacional und ist Teil der Organisation Proceso Nacional Identidad Estudiantil, des nationalen studentischen runden Tisches („Mesa Amplia Nacional Estudiantil“) sowie des Congreso de los Pueblos. 2010 engagierte sie sich als Frauenrechtsverteidigerin und widmet sich nun dem Aufbau von Studierendenräten an der Universidad Pedagógica Nacional.

JHON FERNANDO ACOSTA
Er ist 19 Jahre alt, studiert an der Universidad Pedagógica Nacional Theaterwissenschaft und engagiert sich für Geschlechtergerechtigkeit. Als Aktivist wie in seinem Studium nutzt er seinen Körper als Territorium für den Friedensprozess. Außerdem entwickelt er in einer wissenschaftlichen Arbeit künstlerische Werkzeuge zur Unterstützung des Friedensprozesses. Er ist ebenfalls Mitglied des Proceso Nacional Identidad Estudiantil.

FELIX MAURICIO AUGUSTO GUTIERREZ DIAZ
Er ist 25 Jahre alt und studiert Philosophie an der Universidad Pedagógica Nacional. Er ist aktives Mitglied des Kollektivs „Accion Maestra“, das in der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit tätig ist mit dem Ziel, durch Kunst und Bewegung Drogenkonsum, Kriminalität und Gewalt zu verhindern und die jungen Menschen für den Friedensprozess zu begeistern. Er engagiert sich im Leseprojekt des Oberbürgermeisters von Bogotá, wodurch in Familien und Gemeinschaften mit Gewalterfahrungen Leseförderung betrieben wird. Außerdem arbeitet er in der Bildungsevaluation („Pruebas Saber“) in den städtischen und ländlichen Regionen des Departements Cundinamarca in Zusammenarbeit mit der Bildungsorganisation ASED.
Er ist Menschenrechtsverteidiger und setzt sich besonders für ein Recht auf Bildung ein, das für die Transformationen des Friedensprozesses nötig ist. Er ist Mitglied im Congreso de los Pueblos.

FORDERUNGEN
1. Wir fordern Freiheit für die festgenommenen Personen und die Garantie, dass sie einen fairen Prozess erhalten.
2. Wir fordern die Anerkennung, dass die festgenommenen Personen Aktivist*innen sozialer Bewegungen sind, deren Aktivitäten legal und legitim sind.
3. Wir fordern Garantien, dass politische Beteiligung, die Durchführung sozialer Proteste und die Meinungsfreiheit gewährleistet werden.
4. Wir fordern ein Ende aller Mechanismen, die die Menschenrechtsverteidigung in Kolumbien behindern und bedrohen.
5. Gegenüber der Generalstaatsanwaltschaft fordern wir, dass sie in Übereinstimmung mit dem Prinzip der richterlichen Unabhängigkeit handelt, indem sie die gesammelten Beweise vernünftig und technisch einwandfrei bewertet.
6. Gegenüber den Institutionen des kolumbianischen Staates und den Medien fordern wir, dass dem Aufruf des Hochkommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen Folge geleistet wird, die Koalitionsfreiheit der festgenommenen Personen zu respektieren, da bisher keine richterliche Verurteilung erfolgte.
7. Gegenüber den Medien, die die festgenommenen Menschen schon als Schuldige präsentierten, fordern wir die Veröffentlichung einer Richtigstellung und eine Berichterstattung ohne Vorverurteilungen.

Es unterschreiben,
CONGRESO DE LOS PUEBLOS
ACCIÓN EDUCATIVA SUBA
ALIANZA GLOBAL DE RECICLADORES
ASOCIACION COMUNITARIA DE DESARROLLO SOCIAL
ASOCIACIÓN DE FAMILIARES DE EJECUCIONES EXTRAJUDICIALES
ASOCIACION DISTRITAL DE EDUCADORES –ADE
ASOCIACIÓN MINGA
ASOCIACIÓN NACIONAL DE ESTUDIANTES DE SECUNDARIA
ASOCIACION NACIONAL DE ESTUDIANTES UNIVERSITARIOS
ASOCIACIÓN NACIONAL DE RECICLADORES COLOMBIA
ASOCIACION NOMADESC,
ASPU NACIONAL Y CAPITULOS REGIONALES
CAMPAÑA, DEFENDER LA LIBERTAD UN ASUNTO DE TODOS
CASA DE LA MUJER
CEAC
CENRO DE INVESTIGACIÓN DE SUR OCCIDENTE
CENSAT – AGUA VIVA
CENTRAL OBRERA DEPARTAMENTAL SANTA CRUZ BOLIVIA
CIMA NARIÑO
COALICION DEMOVIMIENTOS Y ORGANIZACIONES SOCIALES DE COLOMBIA – COMOSOC
COLECTIVO DE ABOGADOS „JOSÉ ALVEAR RESTREPO“
COLECTIVO DE DD.HH. MARTIN HERNANDEZ
COLECTIVO DE JÓVENES TRABAJADORES
COLECTIVO FLORA TISTAN
COLECTIVO LA VIA PROPIA
COLECTIVO SURALTERNO
COLECTIVO VAMOS POR LOS DERECHOS
COMISION DE INTERLOCUCION DEL SUR DE BOLIVAR
COMISION DE INTERLOCUCIÓN DEL SUR DE BOLÍVAR
COMISIÓN DE JUSTICIA Y PAZ
COMITÉ DE AMÉRICA LATINA Y EL CARIBE PARA LA DEFENSA DE LOS DERECHOS DE LA MUJER -CLADEM COLOMBIA
COMITÉ DE SOLIDARIDAD CON LOS PRESOS POLÍTICOS
COMITE EJECUTIVO CENTRAL JUVENTUD COMUNISTA COLOMBIANA
COMITE MUJERES CORTERAS DE LA CAÑA,
COMITÉ PERMANENTE POR LA DEFENSA DE LOS DERECHOS HUMANOS – CPDDHH
CONFEDERACIÓN CAMPESINA DE PERU
CONFEDERACIÓN SINDICAL ÚNICA DE TRABAJADORES CAMPESINOS DE BOLIVIA
CONFLUENCIA DE MUJERES PARA LA ACCION PÚBLICA
COORDINADORA NACIONAL MINEROENÉRGETICA
COORDINADOR NACIONAL AGRARIO
CORPORACION CARTOGRAFICA SUR
CORPORACIÓN CLARETIANA NORMAN PEREZ BELLO
CORPORACIÓN COLECTIVO LEÓN ZULETA
CORPORACION COMITÉ DE DDHH JESUS MARIA VALLE JARAMILLO
CORPORACION DD.HH. CONTRACORRIENTE, COLECTIVO DEFORMACION
CORPORACIÓN EL COLECTIVO
CORPORACION ENSAYOS PARA LA PROMOCION DE LA CULTURA POLITICA
CORPORACION JURIDICA LIBERTA
CORPORACION SOCIAL NUEVO DIA
CORPORACIÓN SOLIDARIDAD JURÍDICA
DIALOGO INTERECLESIAL POR LA PAZ EN COLOMBIA -DIPAZ-
DUNDACION PARA LA PAZ
EL REBELDE MEDIOS ALTENARTIVOS
EQUIPO JURIDICO PUEBLOS
ESCUELA DE FORMACIÓN POPULAR PEDRO NEL JIMÉNEZ
FEDERACIÓN DE ESTUDIANTES UNIVERSITARIOS- FEU COLOMBIA
FONDO LUNARIA
FUERZA NACIONAL MAGISTERIAL
FUNDACION GUAGUA VALLE
FUNDACIÓN LAZOS DE DIGNIDAD
FUNDACIÓN LIBERTAD DERECHOS Y PAZ CESAR
FUNDACION PARA LA PAZ
FUNDACIÓN POR LA DEFENSA DE LOS DERECHOS HUMANOS Y EL DIH DEL ORIENTE Y CENTRO DE COLOMBIA –DHOC
FUNDESUMA
HIJOS E HIJAS CAPÍTULO BARRANCABERMEJA
HIJOS E HIJAS NACIONAL
HOMBRES Y MUJERES DE TRIANA
IDENTIDAD ESTUDIANTIL CESAR
INSTITUTO DE INVESTIGACION Y ACCION ENPROCESOS EDUCATIVOS Y SOCIALES ORLANDO FALS BORDA
INSTITUTO LATINOAMERICANO POR UNA SOCIEDAD Y UN DERECHO ALTERNATIVOS ILSA
INSTITUTO NACIONAL SINDICAL
JUVENTUD COMUNISTA DE COLOMBIA – JUCO
JUVENTUD REBELDE
JUVENTUD REBELDE COLOMBIA
LA ASOCIACIÓN DE FAMILIAS AGROMINERAS DEL SUR DE BOLÍVAR Y ANTIOQUIA (AFASBA)
LA CORPORACIÓN CLARETIANA NORMAN PÉREZ BELLO
LAPES-OFB
LA RED POPULAR CAMINANDO LA PALABRA
LIGA DE LAS MUJERES
MARCELO SANCHEZ SORONDO CANCILLER ACADEMIA DE CIENCIA
MARCHA PATRIÓTICA CESAR
MESA DE CERROS
MESA DE TRABAJO MUJER Y CONFLICTO ARMADO
MODEP ANTIOQUIA
MOVICE ANTIOQUIA Y SUS ORGANIZACIONES
MOVICE ANTOOQUIA
MOVICE CAPÍTULO VALLE
MOVIMIENTO DE TRABAJADORES Y TRABAJADORAS CAMPESINOS Y CAMPESINOS Y COMUNIDADES DEL CESAR
MOVIMIENTO NACIONAL DE VICTIMAS DE CRIMENES DE ESTADO
MOVIMIENTO POR LA DEFENSA DE LOS DERECHOS DEL PUEBLO – MODEP
MUJERES POR LA PAZ
OFICINA DE  ASUNTOS ESTUDIANTILES U DE ANTIOQUIA DE LA FACULTAD DE DERECHO
ONG INTERNACIONAL COLOMBIA DESPLAZADOS
ORGANIZACIONES JOVENES PROGRESISTAS
ORGANIZACIÓN FEMENINA POPULAR
ORGANIZACIÓN NACIONAL INDIGENA
PARTIDO COMUNISTA BOGOTÁ
PARTIDO COMUNISTA COLOMBIANO
PARTIDO COMUNISTA DE CANARIAS
PARTIDO COMUNISTA REGIONAL ANTIOQUIA
PLATAFORMA COLOMBIANA DE DERECHO HUMANOS  DEMOCRACIA Y DESARROLLO
PLATAFORMA JUVENIL SEGUNDA INDEPENDENCIA
PLATAFORMA SOCIAL ENGATIVÁ
PLATAFORMA SOCIAL USME
PODER Y UNIDAD POPULAR DEL CESAR
PODER Y UNIDAD POPULAR NACIONAL
PROCESO DE COMUNIDADES NEGRAS
PROCESO DISTRITAL DE OBJECION DE CONCIENCIA DE BOGOTA
PROCESO JUVENIL BOGOTÁ REBELDE
PROCESO NACIONAL IDENTIDAD ESTUDIANTIL
PROJET ACCOMPAGNEMENT SOLIDARITE COLOMBIE
REBELDIA ESTUDIANTIL ORGANIZADA
RED DE HERMANDAD Y SOLIDARIDAD CON COLOMBIA
RED DE MUJERES JOVENES
RED DISTRITAL DE ESTUDIANTES DE SECUNDARIA
RED ENRÓLATE CON SUBA
RED POPULAR CAMINANDO LA PALABRA
RED POPULAR DE DERECHO HUMANOS BOGOTÁ SUR
RED UNIPAZ
ROCAZO ESTUDIANTIL
RUTA PACIFICA DE MUJERES
SEMILLAS DE DIGNIDAD Y MEMORIA
TEJIDO JUVENIL NACIONAL TRANSFORMANDO SOCIEDAD – TEJUNTAS
UNIDAD DE PROCESOS POPULARES
UNIÓN PATRIÓTICA – UP
UNIÓN SINDICAL OBRERA
UP ANTIOQUIA
ZONA PÚBLICA

Desde Colonia/Alemania: ¡Solidaridad con Ayotzinapa!

El 1 de noviembre activistas de los colectivos ¡Alerta! (ciudad de Düsseldorf) y Mexiko-Initiative Köln/Bonn asi como otras personas solidarias, realizaron una acción de solidaridad con los familiares y las víctimas de la Escuela Normal Rural de Ayotzinapa, en el evento del „Dia de los Muertos en México“ que se llevó a cabo en el museo etnológico de la ciudad de Colonia.

Además el 2 de noviembre se realizaró un desfile organizado por Mexiko-Initiative Köln/Bonn que empezó en el monumento a los „Edelweißpiraten“ (un grupo de jovenes en resistencia contra el régimen nazi). Reuniéndose en total trescientos cincuenta personas. Participaron también las bandas „La Papa Verde“, „Titipuschall“ y otros artistas. Finalmente se realizó un evento en el centro intercultural Allerweltshaus. Todas las actividades de este día se llevaron a cabo bajo el lema „En México celebramos la muerte como parte de la vida, pero no el asesinato!“

En la acción del 1 de noviembre, cuyo lema fué: „En México, cada día es Dia de Muertos – Ya basta!“ conmemoraron a los 43 estudiantes desaparecidos, destacando la responsibilidad del estado mexicano y la complicidad del gobierno aléman. Frente a cientos de visitantes del evento realizaron un performance, finalizando la acción con información y distribución de folletos respecto al caso.

Por la situación que se vive en México, actualmente muchas organizaciones, grupos e individuos exigen al gobierno alemán no firmar el „acuerdo de seguridad“ con México – un acuerdo que se pretende firmar en diciembre de este año para intensificar la colaboración policiaca entre Alemania y México. Tomando en consideración que la cooperación entre las fuerzas de seguridad mexicana y el crimen organizado es directa como ha quedado ilustrada en los hechos ocurridos en Iguala, Guerrero.

También desde otras partes del mundo pueden unirse a esta petición y firmar la carta aquí.

Este texto en Aleman

¡Nuestro equipo para la Copa Mundial!

No, nuestro equipo no es el montón de muy bien pagados millonarios extremadamente privilegiados, el equipo nacional alemán de Mercedes-Benz, Bitburger y la DFB (Federación de Fútbol Alemana). Nuestro equipo, tampoco es uno de los otros equipos que juegan por otras banderas y para el beneficio y el poder de la FIFA y otras grandes corporaciones, mientras una gran cantidad de personas sufren a causa del gran negocio de la “Copa Mundial“ y la industria del deporte – tanto la gente de Brasil a quien se despoja de sus casas y barrios, como a las trabajadoras de las maquiladoras para la ropa deportiva en Bangladesh u otras partes a quienes se les paga un salario de hambre mientras su vida no vale nada para las grandes empresas de moda deportiva.

Ni siquiera es nuestra Copa Mundial porque es exactamente como al poder y a los poderosos de nuestro mundo les gustaría tener, todo el mundo entero: Un espectáculo para distraer del juego sucio que realmente están jugando; una mercancía que sólo está ahí para los que pueden pagar por ella; una competencia en la que sólo cuenta el rendimiento y solo uno de los lados puede ganar; una máquina de hacer dinero que hace a unos cuantos ricos y deja a muchos pobres; “No hay alternativa!”. Una realidad que se hará cumplir en caso necesario, incluso por la fuerza.

La Copa Mundial muestra un mundo dividido en los Estados-nación, que compiten entre sí para prevalecer, un mundo que separa y yuxtapone a la humanidad – por jerseys ó a través de vallas. En este mundo sólo cuenta el consumo, el rendimiento y la victoria. Aquí, los roles están claramente definidos: En el centro, unos cuantos, los líderes del juego, todos del sexo masculino y todos millonarios, por otro lado, las masas que les vitorean y animan y que se alegran de „sus“ victorias y lloran „sus“ derrotas – sin embargo, en realidad permanecen completamente pasivos, en lugar de hacer del juego en sí, su propio juego.

Una Copa Mundial así y un mundo como ese ¡no queremos! No queremos naciones que nos dividan, no queremos ningún tipo de presión relativa al rendimiento que nos enferma y ensordece, no queremos un beneficio para unos cuantos a expensas de muchos. Queremos una vida digna para todas las personas, queremos que cada uno/una pueda vivir donde él o ella quiera, con igualdad de derechos para todos y todas, donde exista la solidaridad entre nosotros. Queremos un mundo donde quepan muchos mundos.

Por lo tanto, nuestro equipo para esta Copa Mundial y para este mundo, es el equipo zapatista. Los zapatistas son un movimiento en resistencia, localizado en el sureste estado mexicano de Chiapas, formado por campesinos y campesinas indígenas. Hace 20 años, el 1.1.1994, se levantaron con un „¡Ya Basta!“contra el gobierno, el capitalismo neoliberal, el racismo y la explotación. Desde entonces viven en sus más de 1.000 comunidades, una alternativa social „desde abajo y a la izquierda“ basada en igualdad, democracia y solidaridad. Ellos viven una de las más impresionantes y más progresistas formas de sociedad en nuestro tiempo – y tienen su propio equipo de fútbol.

Crear esa sociedad y defenderla, lo han conseguido a través de la organización comunitaria y de su valiente y creativa acción: Un levantamiento armado y la recuperación de tierras saqueadas, la creación de sus propias escuelas, su propio sistema de salud y sus propias estructuras administrativas, la progresiva emancipación de la mujer, la orientación hacia la gente de abajo y sus necesidades, la perseverancia junto al pensamiento no dogmático, a acciones espectaculares y la a creación de vínculos a nivel mundial.

En resumen, las decenas o cientos de miles de zapatistas sin mucho dinero o influencia han construido para sí, un exitoso „otro mundo“ lleno de vida, un mundo en el que hoy a ellos les va mejor que en el mundo de la explotación y el racismo, en que desde el colonialismo han sido forzados a vivir. Ellos han creado una alternativa concreta a aquel mundo que imaginan los poderosos – aquel mundo que quieren celebrar y cimentar con la Copa Mundial .

El fútbol zapatista es como toda su política: auto-organizada, desde abajo y para los de abajo, no por dinero, ni por fama ni para las grandes empresas, sino para las personas mismas y su propia diversión. Así como los zapatistas, ¡también queremos nosotros al fútbol y al mundo! … y sabemos que hay muchas personas que comparten nuestro deseo – en Brasil y en otras partes

¡Por un fútbol auto-organizado desde abajo, contra el comercialismo, la explotación y el nacionalismo!

¡Alerta! – Düsseldorf/Alemania y la Oficina de Educación Politica del Comité de Estudiantes de la Escuela Superior de Düsseldorf

PD: Con motivo de la Copa Mundial de la FIFA en Brazil hemos diseñado este póster (en aleman) y desde entonces lo hemos distribuído en todo Alemania. El texto arriba es nuestra declaración que acompaña el póster.

Buch- und Video-Empfehlungen zu den Zapatistas

Gute deutschsprachige Bücher:

Kleine Geschichte des Zapatismus. Ein schwarz-roter Leitfaden, von Luz Kerkeling und Findus erschienen im Unrast Verlag – ein Sach-Comic der eine schnelle und gute Einführung gibt

La Lucha Sigue – Der Kampf geht weiter. Ursachen und Entwicklungen des zapatistischen Aufstands, von Luz Kerkeling erschienen im Unrast Verlag – das Buch bietet ein umfassenden, verständlich geschriebenen Überblick

Das Recht, glücklich zu sein. Der Kampf der zapatistischen Frauen in Chiapas / Mexiko, inklusive Video-DVD, von Nikola Siller und Dorit Siemers erschienen bei Zwischenzeit e. V. – beeindruckende Berichte und Bilder vom Stand des Kampfes der zapatistischen Frauen

¡Ya Basta! Der Aufstand der Zapatistas, herausgegeben von Topitas, erschienen bei VLA – Texte zu Hintergründen und Ereignissen sowie Original-Texte der EZLN von 1994

Botschaften aus dem lakandonischen Urwald, von Subcoandante Marcos, erschienen bei Nautilus – ausgewählte Comunicados und Geschichten des Sprechers der EZLN, leider fehlen Erläuterungen zum Kontext der Texte, sodass nicht alles verständlich wird.

Geschichten vom Alten Antonio, von Subcomandante Marcos, erschienen bei Assoziation A – eine Auswahl von Geschichten vom Alten Antonio, die das Denken und den Widerstand der chiapanekischen Indigenen sehr eindrücklich vermitteln.

Die Anderen Geschichten / Los Otros Cuentos, inklusive Hörbuch-CD, von Subcomandante Marcos, erschienen im Unrast Verlag – ein paar sehr schöne Geschichten vom Alten Antonio in deutscher und spanischer Version.

Gute deutschsprachige Dokus zu den Zapatistas und der Situation in Chiapas:

Der Aufstand der Würde. Die zapatistische Bewegung in Chiapas/Mexiko, von zwischenzeit e. V.

Wenn das Land zur Ware wird. Die Zerstörung der Lebensgrundlagen der indigenen Bevölkerung in Südmexiko, von zwischenzeit e. V.

Zapatistas – Chronik einer Rebellion (bei youtube) – in zwei Teilen werden die ersten 10 Jahre der Bewegung in Spanisch mit deutschen Untertiteln beschrieben

Unser Team für die WM!

Dieses Poster könnt ihr im A2-Format bei uns gegen Porto und Spende (für die zapatistische Selbstverwaltung) bestellen. Schreibt uns dazu einfach eine Mail. Außerdem erhaltet ihr das Poster im Linken Zentrum „Hinterhof“, beim Referat Politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf und auf den ¡Alerta!-Veranstaltungen.

Spanische Version des Posters und des folgenden Textes.

Unser Team für die WM! – … oder warum wir dieses Plakat gemacht haben.

Nein, unser Team ist nicht der Haufen hoch bezahlter, extrem privilegierter Millionäre, die deutsche Nationalmannschaft von Mercedes-Benz, Bitburger und dem DFB. Unser Team ist auch nicht eine der anderen Mannschaften, die für andere Fahnen den Profit und die Macht der FIFA und anderer großer Konzerne in die Höhe treiben, während sehr viele Menschen unter dem Riesen-Geschäft „Fußball-Weltmeisterschaft“ und der Sport-Industrie leiden müssen – seien es die Menschen in Brasilien, die aus ihren Wohnungen und Vierteln vertrieben wurden, seien es die Näherinnen von Sport-Bekleidung in Bangladesh, die einen Hungerlohn bekommen und deren Leben für die Markenfirmen nichts wert ist.

Es ist nicht mal unsere Weltmeisterschaft, denn sie ist genau so, wie die Macht und die Mächtigen unsere ganze Welt gerne hätten: Ein Spektakel das vom bösen Spiel, das eigentlich läuft, ablenkt; eine Ware, die nur für die da ist, die dafür zahlen können; Konkurrenzkampf, bei dem nur Leistung zählt und nur einer gewinnen kann; eine Geldmaschine, die einige wenige reich macht und sehr viele arm; Alternativlosigkeit, die zur Not auch mit Gewalt durchgesetzt wird.

Die WM zeigt eine Welt, aufgeteilt in Nationalstaaten, die gegeneinander antreten um sich durchzusetzen, die die Menschen trennt und gegeneinander stellt – durch Trikots oder durch Grenzzäune. In dieser Welt zählt nur der Konsum, die Leistung, der Sieg. Hier sind die Rollen klar verteilt: Im Scheinwerferlicht einige wenige (Spiel-)Macher, alles Männer und alles Millionäre, auf der anderen Seite die Massen, die ihnen zujubeln und sie anfeuern, die „ihre“ Siege feiern und „ihre“ Niederlagen beweinen – und dennoch eigentlich völlig passiv bleiben, statt selbst das Spiel, ihr eigenes Spiel zu machen.

Auf eine solche WM und eine solche Welt haben wir keine Lust! Wir wollen keine Nationen, die uns trennen, wir wollen keinen Leistungsdruck, der alle krank und dumpf macht, und wir wollen keinen Profit für wenige auf Kosten vieler. Wir wollen ein Leben in Würde für alle Menschen, wir wollen, dass jede/r dort leben kann, wo er oder sie will, mit gleichen Rechten für alle und Solidarität untereinander. Wir wollen eine Welt, in der viele Welten Platz haben.

Daher ist unser Team für diese WM und für diese Welt die zapatistische Mannschaft. Die Zapatistas sind eine Widerstandsbewegung aus dem süd-mexikanischen Bundesstaat Chiapas, die vor allem aus indigenen Kleinbauern und -bäuerinnen besteht. Vor 20 Jahren, am 1.1.1994 erhoben sie sich mit einem „¡Ya Basta!“ / „Es reicht!“ gegen Regierung, neoliberalen Kapitalismus, Rassismus und Ausbeutung. Seitdem leben sie in ihren über 1.000 Gemeinden eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende gesellschaftliche Alternative „von links und unten“. Sie leben eine der beindruckensten und zukunftsweisenden Gesellschaftsformen unserer Zeit – und sie haben ihr eigenes Fußballteam.

Diese Gesellschaft aufzubauen und zu verteidigen, gelang ihnen durch gemeinschaftliche Organisation und ihr mutiges und kreatives Handeln: Ein bewaffneter Aufstand und die Rückeroberung von geraubtem Land, den Aufbau eigener Schulen, eines eigenen Gesundheitssystem und eigener Verwaltungsstrukturen, die fortschreitende Emanzipation der Frauen, die Orientierung auf die Menschen an der Basis und ihre Bedürfnisse, Beharrlichkeit gepaart mit undogmatischem Denken, spektakuläre Aktionen und weltweiter Vernetzung.

Kurzum: Die zehn- oder hunderttausenden Zapatistas haben ohne viel Geld oder Einfluss für sich eine lebendige und erfolgreiche „andere Welt“ aufgebaut – eine Welt, in der es ihnen heute besser geht als in der Welt aus Ausbeutung und Rassismus, in die sie seit dem Kolonialismus hineingezwungen wurden. Sie haben eine konkrete Alternative zu jener Welt geschaffen, die den Mächtigen vorschwebt – zu jener Welt die mit der WM zelebriert und zementiert werden soll.

Der zapatistische Fußball ist wie ihre gesamte Politik: Selbstorganisiert und von Unten, für Unten, nicht für Geld, Ruhm und große Unternehmen, sondern für die Menschen selbst und ihren Spaß. So wie die Zapatistas, so wollen auch wir den Fußball und die Welt! … und wir wissen, dass es viele Menschen gibt, die unseren Wunsch teilen – nicht zu Letzt in Brasilien!

Wenn ihr mehr Infos zu all diesen Themen sucht, dann schaut euch die Links an, die wir euch unten zu den Zapatistas, ihrer Fußballmannschaft, den Protesten gegen die WM in Brasilien und den Kampf gegen Rassismus und Nationalismus in Deutschland und anderswo zusammengestellt haben.

In diesem Sinne: Für selbstorganisierten Fußball von Unten, gegen Kommerz, Ausbeutung und National-Scheiß!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Referat Politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf

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Weitere Infos zu den Folgen der Männer-Fußball-WM in Brasilien und ihren Folgen

„The Price of the World Cup“ – beeindruckende Doku (in Englisch) über die gesellschaftlichen und menschlichen Kosten der WM.

„Der Kessel kocht“ – Überblicksartikel über die Proteste im Rahmen der WM.

Tod und Spiele – WM 2014 – Blog mit vielen spannenden Infoquellen, Aktionen, Terminen usw.

„Es herrscht ein Klima wie im Krieg“ – Interview mit einem brasilianischen Aktivisten zur Polizeigewalt und Vertreibung im Rahmen der WM.

„Weltmeister: Deutsche Waffen-Industrie verdient prächtig mit der Fußball-WM“ – Interview mit einem deutschen Aktivisten gegen die deutsche Waffenindustrie.

Infos zur Ausbildung der brutalen und korrupten brasilianischen Polizei-Spezial-Einheiten „BOPE“ und „DOE“ durch die deutsche Polizei: Mit dem LKA im Trainingslager (taz.de) und „Neue Details zu Fortbildung von Spezialeinheiten aus Brasilien“ (amerika21.de)

„Die WM ist absurd“ – Interview mit einem brasilianischen Aktivisten, der in den Basiskomitees gegen die WM aktiv ist.

Lieber Brot als Spiele – Statt Karnevalsstimmung herrscht in Brasilien vor der Heim-WM große Wut auf die FIFA – Artikel zum widerstand gegen die WM und die FIFA.

„Von der Fußball-WM profitieren Konzerne, Politiker und Banken“ – Interview über Arbeitsbedingungen und Profiteure der WM in Brasilien mit einem deutsch-brasilianischen Gewerkschaftsaktivisten

Fussball geht auch anders: Unkommerziell, für alle und mit Spaß – Fußballturnier auf besetztem Gelände „Copa do Povo“ (amerika21.de)

Kicken gegen FIFA – »Rebel Cup« in São Paulo – eine Fotoreportage

Bericht über den von der FIFA zensierten Indigenen-Protest zum WM-Auftakt (taz.blog)

WM-Tippspiel mit kritischem Anspruch – Tippen und gleichzeitig mehr über die Arbeitsbedingungen hinter der schönen Werbefassade in den Textilfabriken erfahren – außerdem gibt es tolle Gewinne.

AktionProtestmail an adidas: NäherInnen verdienen einen Lohn zum Leben“ – sag den Ausbeutern von Adidas die Meinung!

„Eine WM ohne…“ – schicke Plakate einer Ausstellung von KoBra.

„Perverse Spiele – Kritische Aktionäre verlangen von VolksWagen Fairplay in Brasilien“ – Radiointerview zu einem Vertreter einer Gruppe, die von VW Aufklärung und Widergutmachung für die Kooeration mit der brasilianischen Militärdiktatur fordert.

Die Militärdiktatur in Brasilien – und die noch offenen Fragen zur Rolle der multinationalen Konzerne“ – Artikel zum Thema.

Copa14-Blog mit aktuellen Meldungen und Hintergrundinfos in Deutsch und Portugiesisch zur Situation in Brasilien sowie kritische Berichte zu den Folgen des (Fußball-)Nationalismus in Deutschland.

Seiten des kritischen Netzwerks „Kooperation Brasilien“ zur WM in Brasilien.

Dossier zur WM, Fussball und Brasilien von Le Monde diplomatique

„Die Entscheidung fällt auf der Straße“ – Sonderbeilage der Zeitung a&k zum Widerstand gegen die Auswirkungen der Männer-Fußball-WM.

„Eigentor Brasilien“ – Sonderheft zu Brasilien vor der WM der Zeitschrift iz3w.

Dossier des Nachrichtenportals amerika21 mit aktuellen Artikeln zur WM in Brasilien und den Protesten.

Seite der Koordinationsgruppe Brasilien von Amnesty International.

Fußball in Brasilien: Widerstand und Utopie. Von Mythen und Helden, von Massenkultur und Protest“ – Ein sehr gutes Buch mit verschiedenen Aufsätzen zum Thema.

Widerständigkeiten im ›Land der Zukunft‹. Andere Blicke auf und aus Brasilien“ – ein spannendes Buch mit Aufsätzen zu Brasiliens Gesellschaft, erschienen im Unrast Verlag.


Weitere Infos zu den Zapatistas

Ein erster Einstieg kann der Artikel „Eine andere Welt ist möglich!“ – 20 Jahre zapatistischer Aufstand, 20 Jahre erfolgreiche Revolution sein.

Chiapas.eu ist ein umfassendes deutschsprachiges Portal mit aktuellen Meldungen, Eilaktionen, Links und Hintergrund-Infos zu den Zapatistas und anderen Bewegungen in Chiapas und ganz Mexiko – dort könnt ihr euch per Mail für den Newsletter anmelden.

Auf der offiziellen Website der Zapatistas selbst finden sich ihre Comunicados/Mitteilungen, Anklagen über Angriffe usw. (in Spanisch aber zu den Comunicados auch oft die deutschen Übersetzungen).

Die halbjährlich erscheinende, deutschsprachige Zeitschrift „Tierra y Libertad“ informiert über die Zapatistas und soziale Kämpfe in Chiapas, Mexiko, Deutschland und weltweit und kann auf ihrer Website bestellt werden – außerdem gibt es hier alte Ausgaben zum downloaden.

Viele aktuelle Infos in Spanisch und Englisch findet ihr auf www.europazapatista.org und www.radiozapatista.org; nur auf Spanisch (aber nicht nur über Zapatistas) berichten unter anderem die alternativen Medien-Plattformen: www.desinformemonos.org, www.komanilel.org, www.pozol.org und www.regeneracionradio.org

Hier findet ihr einige Buch- und Video-Empfehlungen zu den Zapatistas.

Das Ya-Basta-Netz ist ein Netzwerk von Menschen und Gruppen aus Deutschland, die von den Zapatisas inspiriert sind und sich auch hier in Deutschland in ähnlichem Sinne wie die Zapatistas in Chiapas engagieren und die sich immer über neue Menschen freuen, die mitmachen möchten.

Beim Kaffeekollektiv Aroma Zapatista und beim Café Libertad Kollektiv könnt ihr Kaffee und andere Produkte aus zapatistischen Kollektiven bestellen, die in solidarischem handel gehandelt werden.

CAREA bereitet Menschen aus Deutschland auf Einsätze als Menschenrechtsbeobachter_innen in zapatistischen und anderen widerständigen Gemeinden in Chiapas vor – damit soll etwas gegen den Terror und Krieg gemacht werden, den die mexikanische Regierung und große Unternehmen gegen die Zapatistas und andere Widerstandsbewegungen führen.


Weitere Infos Fußball und den Zapatistas

„Zapatismus, Fußball und Rebellion“ – spannender und umfassender Artikel von Dario Azzellini (Info-Blatt)

„Inter Mailand und die internationale Solidarität – Weltklasse-Club unterstützt EZLN-Gemeinden“ – weiterer Artikel von Dario Azzellini zum Verhältnis EZLN – Inter Mailand (labournet.de)

Die Spiele Mögen beginnen“ – Briefwechsel zwischen dem Sprecher der Zapatistas, Subcomandante Marcos und Massimo Moratti, Chef von Inter Mailand, aus dem Jahre 2005.

Banksy photos: Zapatista murals and ‚Cowboys‘ football„– Artikel und Fotos über den Aufenthalt des bekannten Graffiti-Aktivisten Banksy bei den Zapatistas – dort spielte er mit seiner Hobby-Fußball-Mannschaft „Easton Cowboys“ und malte bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Wandgemälde (u.a. mit Fußball-Motiven).

El poder del futbol y las enseñanzas de los zapatistas“ – Artikel über ein Trainingscamp, das Inter Mailand 2012 für zapatistische Jugendliche ausgerichtet hat.

Football with the Freedom Fighters – kurzes Video über den Besuch von 2 englischen Hobby-Fußball-Mannschaften bei den Zapatistas.


Weitere Infos zum Kampf gegen Rassismus und Nationalismus in Deutschland und anderswo

Vor 16 Jahren wurde Nuno Lourenço aus Portugal nach dem Ausscheiden der deutschen Männer-Fußball-Nationalmanschaft aus der WM von rassistischen Deutschland-Fans in Leipzig ermordet – aus diesem Anlass organisierten Gruppen in Leipzig eine Demo während des Spiels Deutschland gegen Portugal am 16.6.2014 – hier der Aufruf mit weiteren Infos zu Nuno Lourenço und dem Mord und der Bericht zur Demo.

TV-Bericht „Schwarz-Rot-Gold – Fußball und Patriotismus“ (kulturzeit, 25.6.2012) – zeigt auf, wie Fußball-Nationalismus, die Politik der sozialen Kälte und Verarmung sowie Rassismus zusammenhängen

Schland-Watch dokumentiert und kommentiert die krassesten Absurditäten und schlimmsten Ausfälle des neuen Fussball-befeuerten Nationalismus in Deutschland.

Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen – deutschlandweite Selbstorganisation von Flüchtlingen und Migrant_innen

The Voice Refugee Forum Germany – weitere deutschlandweite Selbstorganisation von Flüchtlingen und Migrant_innen

Lampedusa in Hamburg – Gruppe von Geflüchteten in Hamburg, die für ihre Menschenrechte kämpfen, die ihnen von Hamburgs Regierung verweigert werden.

Refugee Struggle for Freedom – Website der bundesweiten Flüchtlingsstreiks gegen die rassistische und unmenschliche deutsche Asylpolitik

Initiative Keupstraße ist überall – Initiative zur Unterstützung der von rassistischem Terror und rassistischen Polizei-Verdächtigungen betroffenen Bewohner_innen der Keupstraße in Köln, in der 2004 eine Nagelbombe der NSU explodierte.

Bündnis gegen Rassismus – aus Berlin

NSU-watch“ – Unabhängige Beobachtungsstelle zur kritischen Dokumentation und Begleitung des NSU-Prozesses in Deutsch, Türkisch und Englisch

Lotta – antifaschistische Zeitschrift aus NRW

Stay! – Düsseldorfer Initiative zur Unterstützung von Geflüchteten.

Kein Mensch ist illegal! – Netzwerk gegen Abschiebung und Ausgrenzung in Köln

Afrique-Europe-Interact – Transnationales, interkontinentales Netzwerk für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung

AntiraKompass – eine Plattform der antirassistischen Bewegung, hier kann auch ein Newsletter abonniert werden.

Desde Düsseldorf/Alemania: ¡Alto a la guerra contra los y las zapatistas! – Carta a l@s Zapatistas

A nuestras y nuestros compas zapatistas:
A nuestras y nuestros compas, los y las adherentes de La Sexta:
A nuestras y nuestros compas en todo el mundo:
A los medios libres:

Düsseldorf, 18 de mayo de 2014

Compas:

Con dolor y rabia hemos recibido la triste noticia del cobarde ataque de grupos paramilitares, ocurrido el 2 de mayo de 2014, en contra de la comunidad zapatista de La Realidad, sede de la Junta del Buen Gobierno Hacia La Esperanza. Con dolor y rabia hemos recibido la triste noticia de que uno de nuestros compas, José Luis Solís López, fue cobardemente asesinado. Ya compas de todo el mundo han dicho muchas palabras buenas y ya había muchos análisis certeros sobre este último intento de acabar de una vez con la rebeldía zapatista, es decir de apagar toda luz de esperanza y de dignidad. Por supuesto que ya sabemos quiénes están detrás de todo esto: los malos gobiernos de Chiapas y de México, las grandes empresas con su guerra sucia y sus propósitos de convertir el mundo entero en su mercancía. Por supuesto que ya sabemos que ellos siguen con sus masacres. Pero también sabemos que – pase lo que pase – ustedes seguirán luchando por un mundo mejor.

Con esta carta y la foto adjunta, queremos expresar que nosotros y nosotras, quienes con alegría y esperanza hemos festejado el vigésimo aniversario del levantamiento zapatista en nuestro centro autónomo el pasado 1º de enero de 2014, estamos con ustedes en estos momentos tan difíciles y dolorosos. Además, queremos platicarles que nosotras y nosotros, al igual que ustedes, seguimos luchando aquí, justo en el corazón de la bestia del capitalismo y del imperialismo global. El 17 de mayo de 2014 participamos, junto con miles de personas, en un día de acciones en nuestra ciudad, Düsseldorf, Alemania. Protestamos en contra de la política capitalista, explotadora y autoritaria de nuestro mal gobierno, de la Unión Europea y de las grandes empresas. Nos manifestamos por una democracia de abajo, por los bienes comunes y por una solidaridad sin fronteras. Al mismo tiempo y con los mismos objetivos, hubo acciones y marchas en otras tres ciudades alemanas así como en diferentes ciudades en once países más en toda Europa.

El día de ayer en Düsseldorf hubo bloqueos contra grandes cadenas de tiendas de ropa que explotan a las trabajadoras de las maquiladoras en países con menos recursos monetarios así como a las dependientes de sus tiendas aquí en Alemania. También bloqueamos la entrada a un centro comercial de lujo, un megaproyecto que es parte del plan de nuestra alcaldía de transformar nuestra ciudad en un espacio únicamente para los ricos. Para terminar con nuestra serie de acciones de rebeldía nos fuimos a protestar al aeropuerto de Düsseldorf, donde la deportación de personas migrantes es una práctica constante.

Con nuestro colectivo ¡Alerta! en especial, organizamos una protesta frente a la oficina de la GIZ, una empresa que desde 2010 lleva a cabo la así llamada „política del desarrollo“ del mal gobierno de nuestro país. Esta política, que no significa otra cosa que el desarrollo del saqueo, va por el mundo defendiendo los intereses del poder y del dinero. Es neo-colonial y explotadora. La GIZ y el gobierno alemán también llevan a cabo un proyecto en Chiapas, Guatemala y Belice: un proyecto de biopiratería, por medio del cual nuestro gobierno y grandes empresas alemanas intentan robar en esta zona tanto los recursos naturales como los conocimientos ancestrales de sus pobladores con el fin de convertirlos en simple mercancía (véase aquí).

Y aquí el círculo se cierra: Proyectos y políticas como las de nuestro gobierno son una de las causas principales de la guerra sucia en contra de los Zapatistas y otras luchas dignas, como la del Ejido San Sebastián Bachajón. Por eso los asesinan a ustedes, por eso tratan de aterrorizarlos, atemorizarlos e intimidarlos.

Compas, los abrazamos con solidaridad y fuerza, sabiendo que como nosotras y nosotros ustedes no van a parar con su lucha.

¡Vivan nuestras luchas! ¡Viva la autonomía zapatista! ¡Viva José Luis Solís López!
¡Alto a la guerra contra los y las zapatistas!

¡Abrazos solidarios!

¡Alerta!, Düsseldorf/Alemania
www.alertaduesseldorf.blogsport.de

Carta al Ejido San Sebastián Bachajón

A nuestr@s compas del Ejido San Sebastián Bachajón:
A nuestr@s compas adherentes a la Sexta Declaración de la Selva Lacandona:
A nuestr@s compas zapatistas:
A nuestr@s compas del Movimiento por Justicia del Barrio (Nueva York), del Grupo de Solidaridad con Chiapas de Dorset (Inglaterra), del Comité de la Palabra Verdadera de Calcuta (India), y del Comité de la Palabra Verdadera de Alisal (California):
A nuestr@s compas en todo el mundo:

Düsseldorf, Alemania, 26 de abril 2014

Compas:

El 24 de abril de 2014 realizamos en nuestro centro social autónomo un evento sobre la lamada „política del desarrollo“ del mal gobierno de nuestro país, Alemania. Esta politica que no significa otra cosa que el desarrollo del saqueo va por el mundo defendiendo los intereses del poder y del dinero. Es neo-colonial y explotadora. El evento ha sido dedicado especialmente al proyecto „Selva Maya“, que se lleva a cabo en el sur de México, Guatemala y Belice: un proyecto de biopiratería, por medio del cual nuestro gobierno y grandes empresas alemanas intentan robar en esta zona tanto los recursos naturales como los conocimientos ancestrales de sus pobladores con el fin de convertirlos en simple mercancía. Un proyecto contra el que están luchando un sin número de comunidades y organizaciones en Chiapas y otros lugares afectados (véase aquí).

Durante este evento conmemoramos el cobarde asesinato de nuestro compa Juan Vázquez Guzmán del ejido San Sebastián Bachajón en Chiapas, México, el 24 de abril de 2013. Juan era líder comunitario y vocero de su comunidad, la cual lucha en contra de la estrategia de despojo, realizada por el mal gobierno de México y grandes empresas turísticas, que amenazan a la comunidad. El mal gobierno y dichas empresas quieren apoderarse de las tierras comunales para construir un complejo turístico lujoso justo en la zona en la que el mal gobierno alemán realiza su proyecto de biopiratería. Reprimiendo y matando llevan a cabo sus intereses de saqueo. Recientemente, el 21 de marzo de 2014, también se asesinaron a Juan Carlos Gómez Silvano, coordinador regional de la Sexta Declaración en San Sebastián Bachajón.

Mientras este evento además reafirmamos nuestra protesta en contra de esta estrategia de muerte y de dinero. Pero sobre todo reafirmamos nuestra solidaridad con la lucha del ejido San Sebastián Bachajón: Compas de San Sebastián Bachajón, con los asesinatos de Juan y Juan Carlos los represores intentaron también de acabar con su lucha pero ya sabemos que se equivocaron. Su lucha sigue fuerte y digna.

En estos días, a un año después del asesinato de Juan, estamos con ustedes y su lucha. Con nuestra acción y la foto que les adjuntamos a esta carta queremos fortalecerlos, tanto a ustedes como a su lucha: ¡Sigan luchando así como nosotros y nosotras también aquí seguiremos haciéndolo!

¡Juan Vázquez Guzmán vive! ¡La lucha de Bachajón sigue!
¡Juan Carlos Gómez Silvano vive! ¡La lucha de Bachajón sigue y sigue y sigue!

¡Abrazos solidarios!

¡Alerta!, grupo de Düsseldorf/Alemania
Ya Basta Rhein/Main, grupo de Frankfurt/Alemania
y visitantes de centro social autónomo, „Linkes Zentrum – Hinterhof“ en Düsseldorf/Alemania

17 de Mayo: ¡Blockupy llega a Düsseldorf!

En el marco de las jornadas de movilización europeas “Solidaridad más allá de las fronteras – construyendo democracia desde abajo”, tomara lugar en Berlín, Hamburgo, Stuttgart así como en muchas otras ciudades europeas una jornada más de Acción de Blockupy.
Ya el año pasado demonstramos en Fráncfort que la crisis capitalista no solo se manifiesta a nivel de los bancos y las instituciones de la unión europea, sino que también afecta directamente nuestra vida cotidiana. Ésta se da en las modalidades de trabajo precario, estrés, competencia constante, etc. en las que trabajamos y vivimos.

En forma de una corta pero resuelta manifestación, comenzaremos con la movilización en la estación principal de ferrocarriles para dirigirnos después hacia el centro de la ciudad. Durante la jornada realizaremos acciones de desobediencia civil: en la conocida avenida Königsallee (Avenida del Rey) así como en la prestigiosa y controversial construcción del “Kö-Bogen” (el arco de la Kö). Algunos de los temas a tratar serán, entre otros: el “Recht Auf Stadt” (derecho a la ciudad), los acuerdos de libre comercio y las condiciones laborales de explotación tanto a nivel local como mundial.

En una de las calles comerciales más caras de Europa, pondremos en evidencia a viva voz a los principales partícipes de la explotación capitalista y demostraremos solidaridad con las luchas de los trabajadores.

Después continuaremos con acciones en el Aeropuerto de Düsseldorf, el segundo aeropuerto de la República Federal Alemana en el que son practicados el mayor número de deportaciones en el país. Ahí tematizaremos la relación que existe entre el capitalismo y la deportación racista.

En mayo apenas estaremos “calentando motores” ya que el Día X, en otoño, iremos todos y todas a Fráncfort para evitar la apertura del Banco Central Europeo (BCE).

¡Trascendamos unidos todas las fronteras! ¡Luchando de manera solidaria y asumiendo el bien común, inventemos juntos una nueva democracia! Hoy es necesario dar el paso de la protesta pública a la desobediencia civil. ¡Demos todas y todos unidos este paso el próximo 17 de mayo de 2014 en Dusseldorf!

Acción contra la industria textil:
¿Qué tienen en común el trabajo infantil y la avenida Königsallee en Düsseldorf? ¿Y cuáles son las condiciones de trabajo en H&M, Zara, American Apparel etc.?Una serie de empresas de moda, conocidas como “tiendas de marcas de lujo”, tienen sus establecimientos en la avenida Königsallee. Durante la jornada de acción de Blockupy nos comprometemos a visitar a algunas de ellas con el fin de tematizar no solo las condiciones laborales de las y los colegas que trabajan allí, sino también nos hemos propuesto plantear las condiciones de vida de las personas que laboran en las fábricas donde se produce la ropa.

Criminales condiciones de trabajo para la producción:
Los beneficios de las empresas de moda en todo el mundo están basados en la explotación de sus trabajadores. En los lugares de producción, las y los obreros (a menudo niños) trabajan a cambio de salarios muy bajos y, frecuentemente, en condiciones insalubres. Incluso los llamados „controles voluntarios“ o “círculos de calidad”, solicitados por las mismas empresas, no han cambiado nada. Las catástrofes, como la muerte masiva de las y los colegas a causa de incendios o derrumbes en las fábricas, no son poco frecuentes, sin embargo, éstas llegan muchas veces solamente a oídos del público local. Más desconocida es aún la tenaz resistencia y auto-organización de las y los trabajadores de dichas fábricas. Nuestro propósito durante la jornada de acción de Blockupy es informar acerca del tema.

Condiciones laborales precarias en el pequeño comercio:
En la República Federal Alemana, los empleados se ven también afectados. Los derechos, arduamente adquiridos, de los 2,7 millones de trabajadores en el comercio al por menor disminuyen cada vez más, mientras que sus salarios son recortados. Muchos de los empleados son mujeres, y por lo tanto éstas se ven afectadas de manera desproporcional a razón de los bajos salarios. En general, en cuanto más bajos los salarios, mayor el beneficio de las empresas. Sin olvidar la flexibilidad ilimitada por parte de los trabajadores. Constantemente disponible – sin embargo, ¿solo permanecen garantizadas las cinco horas de trabajo permitidas al mes? El día de la movilización también queremos informar a la otra parte sobre estas imposiciones y la resistencia en contra de ello.

Detener el ATCI:
Ahorrar para crecer, estas son las dos recetas con las que tanto los gobiernos neoliberales así como las y los teóricos de la economía quieren hacer frente a la crisis económica en curso. Para poder crecer, la economía debe liberarse de “las barreras al comercio”. Por el momento, el ejemplo más destacado de este tipo de políticas económicas es la prevista entre EEUU y la Unión Europea, la llamada Asociación Transatlántica de Comercio e Inversión (TTIP, por sus siglas en inglés). Con ella se pretende crear una enorme zona de libre comercio transatlántica. Las normas de producción, protección del consumidor y los derechos de los y las trabajadores serían reducidas, el nivel de los salarios y los estándares ambientales y sociales se disminuirían.

Una de las empresas que saldrían fuertemente beneficiadas en este negocio, y que por lo tanto promueve arduamente el convenio a través de sus grupos de presión, es la compañía internacional de consultoría de gestión Ernst & Young. Es por ello que hemos elegido el establecimiento en Düsseldorf de Ernst & Young, ubicado en Graf-Adolf-Platz número 15, como lugar para realizar nuestra acción contra el Acuerdo Transatlántico de Comercio e Inversión, ATCI.

Übersicht – Comunicados der Zapatistas

Die EZLN hat seit ihrer spektakulären Großmobilisierung am 21.12.2012 eine Menge neuer Comunicados herausgegeben. Hier findet ihr eine Übersicht mit den Links zu allen Comunicados und ihren Übersetzungen ins Deutsche.

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21.12.2012

¿Escucharon?

Habt ihr das gehört?

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30.12.2012

El EZLN anuncia sus pasos siguientes

Die EZLN kündigt ihre weiteren Schritte an

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30.12.2012

¿No los conocemos?

Wir kennen Sie also nicht?

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30.12.2012

Carta a Luis Héctor Álvarez Álvarez

Brief an Luis Héctor Álvarez Álvarez

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8.1.2013

Carta gráfica del Sup a los críticos chafas

Grafisches Brief vom Sup an die miesen Kritiker

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11.1.2013

Apagando el fuego con gasolina (posdatas a la carta gráfica)

Das Feuer mit Benzin löschen (Postskripta zum grafischen Brief)

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20.1.2013

Ellos y Nosotros. I.- Las (sin) razones de arriba.

Sie und Wir I.- Die (Nicht-)Argumente von oben.

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22.1.2013

Para: Alí Babá y sus 40 ladrones (gobernadores, jefe de gobierno y lame-suelas).

An Ali Baba und seine 40 Räuber (Gouverneure, Regierungschef und Speichellecker)

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22.1.2013

Ellos y Nosotros. II.- La Máquina en casi 2 cuartillas.

Sie und Wir II.- Die Maschine auf knapp zwei Seiten

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23.1.2013

Ellos y Nosotros. III.- Los Capataces.

Sie und Wir III.- Die Vorarbeiter.

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24.1.2013

Ellos y Nosotros. IV.- Los dolores de abajo.

Sie und Wir IV.- Die Schmerzen von unten.

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26.1.2013

Ellos y Nosotros. V.- La Sexta

Sie und Wir V.- Die Sexte, La Sexta

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29.1.2013

PD´s a La Sexta que, como su nombre lo indica, fue la quinta parte de “Ellos y nosotros”.

P.S. zur »Sechsten«, das wie der Name schon sagt der fünfte Teil von »Sie und Wir« war.

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6.2.2013

Ellos y Nosotros. VI.- Las Miradas. 1. – Mirar para imponer o mirar para escuchar.

Sie und wir VI. Die Blicke. 1. Schauen um aufzuzwängen oder schauen um zuzuhören

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7.2.2013

Ellos y Nosotros. VI.- Las Miradas 2.- Mirar y escuchar desde/hacia abajo.

Sie und wir VI. – Die Blicke. 2. – Hinsehen und zuhören von/nach unten

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8.2.2013

Ellos y Nosotros. VI.- Las Miradas 3.- Algunas otras miradas.

Sie und wir VI. – Die Blicke 3. – Einige andere Blicke.

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11.2.2013

Ellos y Nosotros. VI.- Las Miradas 4.- Mirar y comunicar.

Sie und wir VI. – Die Blicke 4. – Schauen und sich mitteilen.

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13.2.2013

Ellos y Nosotros. VI.- Las Miradas – 5.- Mirar la noche en que somos. (De la luna nueva al cuarto creciente)

Sie und wir VI. – Die Blicke 5. – Die Nacht sehen, in der wir sind (Vom Neumond zum zunehmenden Viertel)

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14.2.2013

Ellos y Nosotros. VI.- Las Miradas -6. Él Somos

Sie und wir VI. – Die Blicke 6. – Él somos [er sind wir]

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19.2.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s.

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten

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21.2.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 1. – Aprendiendo a gobernar y gobernarnos, es decir, a respetar y respetarnos.

Sie und Wir VII. Die Allerkleinsten 1. Lernen, zu regieren und uns selbst zu regieren, das heißt, zu respektieren und uns zu respektieren

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22.2.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 2.-¿Cómo se hace?

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten 2. Wie wird es gemacht?

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25.2.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 3. Las Compañeras. El muy largo camino de las zapatistas.

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten 3.- Die Compañeras. Der sehr lange Weg der Zapatistinnen.

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27.2.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 4. Las Compañeras. Tomar el cargo.

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten 4.- Die Compañeras: Ein Amt übernehmen.

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4.3.2012

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 5.- La Paga.

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten 5. Die Bezahlung

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8.3.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 6. La Resistencia

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten 6. – Der Widerstand

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14.3.2013

Ellos y Nosotros. VII.- L@s más pequeñ@s 7. y ultimo: Dudas, sombras y un resumen en una palabra.

Sie und wir VII. – Die Allerkleinsten 7. und Letzte: Zweifel, Schatten und eine Zusammenfassung in einem Wort

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17.3.2013

Fechas y otras cosas para la escuelita zapatista

Termine und andere Dinge der kleinen zapatistischen Schule

SIE UND WIR. VI. Die Blicke – 6. Teil: Él Somos [er sind wir].

ZAPATISTISCHE ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG.
MEXIKO.

14. Februar 2013

Für: Die Anhängerinnen und Anhänger der Sexta auf der ganzen Welt

Von: Subcomandante Insurgente Moises

Die Zeit ist gekommen, und auch der Moment. Wie diese Zeiten, die alle Menschen in sich tragen, ob sie gute oder schlechte Personen sind, eine/einer wird geboren, kommt, stirbt und geht. Das sind Abschnitte. Aber es gibt eine andere Zeit, in der eine/einer entscheiden kann, wohin er gehen wird, wenn bereits Zeit ist, die Zeit zu sehen, das heißt, wenn Du das Leben bereits verstehst, wie das Leben sein soll, hier auf dieser Erde, dass niemand Eigentümer dessen sein kann, was der Welt gehört.

Wir wurden als Indigene geboren und wir sind Indigene, wir sind gekommen und wir wissen, dass wir wieder gehen müssen, das ist ein Naturgesetz. Wir haben begonnen, das Leben zu beschreiten, und sie haben uns zu verstehen gegeben, dass wir Indigene nicht gut vorankommen, wir haben gesehen, was mit unseren Ur-Ur-Urgroßeltern geschehen ist, nämlich die Jahre 1521, 1810 und 1910, wir waren immer die, die sie benützt haben, die ihr Leben hingegeben haben, damit andere die Machtleiter hinaufsteigen konnten, damit sie uns dann neuerlich geringschätzigen, berauben, unterdrücken und ausbeuten.

Und wir haben eine dritte Zeit gefunden. Das ist der Ort, wo wir sind, wir gehen schon eine ganze Weile diesen Weg, wir laufen und wir lernen, wir arbeiten, wir fallen und wir richten uns wieder auf. Das ist deshalb so groß, weil man sein Band füllen muss, um aufzunehmen, um dann wiederzugeben mit weiteren Leben aus anderen Zeiten. Ja, sie haben unsere Umhängetasche mit Bändern gefüllt, obwohl einige nicht mehr dabei sind. Aber es bleiben die, die weitergehen, und so folgt was folgt, und es fehlt was fehlt, bis wir ans Ende kommen, und die andere Arbeit, die der Konstruktion beginnen werden, wo eine andere Geburt einer anderen Welt beginnt, wo es nicht mehr erlaubt sein wird, dass sie uns wieder kaputt machen, dort wird es nicht mehr möglich sein, dass wir, die Ureinwohner vergessen werden, wir werden das nicht mehr erlauben, wir haben bereits gelernt. Wir wollen ein gutes Leben, in Gleichheit, sowohl auf dem Land wie auch in der Stadt, wo die Bevölkerung befiehlt und der, der an der Regierung sitzt, befolgt, und wenn er/sie das nicht tut, wird er rausgeworfen und es kommt eine andere Regierung.

Ja, wir sind Indigene, wir bearbeiten die Mutter Erde, wir können mit dem Werkzeug umgehen um die Nahrung, die uns Mutter Erde gibt hervorzuholen. Wir gehören verschiedenen Bevölkerungsgruppen an, wir haben verschiedene Sprachen. Meine Muttersprache ist Tzeltal, aber ich verstehe auch Tzotzil und Chol, und das Spanisch habe ich in der Organisation gelernt, von meinen Compañeras und Compañeros. Und jetzt bin ich das, was wir sind und zusammen mit meinen Compañeros habe ich gelernt was wir wollen, um in einer neuen Welt zu leben.

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Ich schreibe das im Namen aller Zapatistinnen und Zapatisten, während der Sup seinen Computer kaputt gemacht hat, und ich habe gesehen, wie er ging um ihn zu reparieren, und ich fragte ihn, was denn mit seinem Computer passiert sei und er sagte, dass der Switch eingegangen sei, er sagte ach, nichts weiter, und er trug einen Meißel und ein 5 kg-schweres Stemmeisen mit sich. Ich meinte, dass er nicht mehr reparabel ist. Er sagte zu mir, dass ich mit Euch sprechen soll damit Ihr den kennenlernt, der für das Aufpassen an der Tür zuständig ist, so wie auch wir Euch kennenlernen, durch das, war Ihr schreibt und überall sagt, und was man uns erzählt und erzählt hat als Compañeras und Compañeros der Sexta, die wir sind.

Ein wenig verstehe ich auch auf dem Computer herumzuhacken und vor langer Zeit haben sie mir einen gegeben um zu lernen. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass ich auch schreibe, aber es ist mir peinlich, hoffentlich geht es mir nicht wie den Sup, dass ich den Computer kaputt mache, aber ich habe eine schnelle Lösung, ein Axthieb und Schluss damit, und her mit Bleistift und Heft. Und die Angelegenheit ist aus der Welt geschafft.

Und wie auch immer, ich muss Euch sagen, dass das sich aus dem Fenster hinauslehnen, was die Aufgabe vom Sup sein wird, noch nicht ganz beschlossen ist. Das heißt, es fehlt was fehlt, aber vorerst muss der Sup das Problem mit seinem Computer lösen.

Ja, der Sup hat die Aufgabe, aus dem Fenster zu schauen um die zu sehen, die sagen, dass sie ´gut´ sind, die für die einfachen Leute kämpfen und diese angeführt haben, aber es hat nichts geholfen und es gelingt ihnen nicht, sie sagen, weil die einfachen Leute nicht verstehen, sie dagegen verstehen alles, wie was zu machen ist, aber keiner folgt ihnen. Warum? Das verstehen sie nicht, und sie werden es nie verstehen, denn sie denken nur an oben, schauen nach oben, und sie wollen hinauf, weiter hinauf.
Gut, das und vieles mehr ist die Aufgabe des Sup, denn er muss auf das Fenster aufpassen, wie ein Rahmen auf das Fenster.

Er muss auch schauen und wissen was mit denen los ist, die denen nicht folgen, die nur nach oben schauen. Warum sind sie so, was denken sie, wie denken sie, wir glauben, dass sie vielleicht so denken wie wir, die Zapatistinnen und Zpatisten, dass es schon Gesetz sein müsste, dass die Bevölkerung befiehlt und die Regierung gehorcht.

Und es ist auch seine Aufgabe die Kritiken, Beschimpfungen und Beleidigungen entgegenzunehmen und den Spott derer, die draußen sind. Aber diese Beschimpfungen und Lügen machen ihm nichts aus, er lacht nur darüber, denn wir haben ihn dafür vorbereitet, aus Nieroster-Stahl. Und es tut ihm nicht weh, gut, manchmal tut ihm was weh, der Bauch, vor lauter Lachen über das, was sie ihm sagen.

Und er sagt zu mir, dass sie vielleicht bald auch mich verspotten werden, oder wer gerade immer sichtbar ist. Aber da kann man nichts machen, so ist es, unversehens kann ich es sein, von dem sie Karikaturen zeichnen oder beschimpfen oder verspotten, weil ich Indigener bin, so wie sie ihn verspotten weil er ist, was er ist. Aber uns interessieren nur die Leute, die kämpfen damit die Ungerechtigkeit ein Ende nimmt, das heißt, so lange sie uns keine Kugeln und Bomben schicken, macht uns das gar nichts aus. Und wenn sie das tun, naja, da gibt es schon andere Compañeras und Compañeros bereit für jedwede Aufgabe, und immer heißt es kämpfen. Das heißt, wir sind zu allem bereit und wir haben keine Angst.

In diesen Jahren, sagt der Sup, verdecken sie vielen Menschen die Sicht durch das Fenster, aber man sieht auch gleich, wer uns ähnlich ist und er wollte zählen, wie viele das sind und er hat sich verzählt und so macht er es auf unsere Art, also wie wir, die Indigenen: Un chingo, ein Riesenhaufen. Wie viele sind es, frage ich ihn. Viele Männer, viele Frauen sagte er. Aha, sagte ich. Und das bestätigt uns, dass es viele geben wird, die so sind wie wir und es wird der Tag kommen, da wir mit ihnen sagen werden: ´das sind wir´, ohne dass es wichtig ist, ob wir Indigene oder Nicht-Indigene sind.

Und so sind wir organisiert, also die einen machen eine Sache, die anderen was anderes. Zum Beispiel ist der supmarcos jetzt für das Fenster zuständig, ich für die Tür und andere müssen andere Aufgaben erledigen.

Und jetzt erinnern wir uns an einen Compañero, der fuer alle Zapatistinnen und Zapatisten unvergesslich ist, der SubPedro, der uns in den letzten Dezember-Tagen des Jahres 1993 sagte, dass wir lernen müssen, denn eines Tages werden wir an der Reihe sein. Wir werden mit Arbeitern, Landarbeitern, Jungen, Kindern, Frauen, Männern und Alten aus Mexiko und aus der ganzen Welt kämpfen. Das war die Wahrheit und das ist die Wahrheit, obwohl er jetzt nicht mehr bei uns ist. Die Wahrheit der Wahrheit hat begonnen, wenn man für die einfachen Leute kämpft.

Also Compas, jetzt wisst Ihr denn, dass ich für die Tür zuständig bin, dass ich auf die neue Form des Arbeitens mit den Compañeros und Compañeras achten werde, die kommen werden um zu lernen, was meine zapatistischen Compañeros und Compañeras in vielen Jahren aufgebaut haben und was wir jetzt sind.

-*-

Denn wir glauben und vertrauen den einfachen Leuten. Es ist an der Zeit, etwas zu unternehmen, gegen das, was wir so viele Jahre gesehen und erlebt haben, gegen das Leid, das sie uns zugefügt haben und es ist Zeit, dass wir unsere Gedankenzusammentun und lernen und dann arbeiten und uns organisieren. Wie gut, dass wir das bereits machen können, durch all die Erfahrungen, die wir gesammelt haben und das hilft uns, nicht mehr den gleichen Formen zu folgen, wie sie uns bisher aufgezwungen wurden.

So lange wir nicht tun, was die Gemeinden wollen, solange werden uns die Gemeinden nicht folgen. Und um nicht in den gleichen Fehler zu verfallen, müssen wir nur unsere Vergangenheit betrachten. Etwas Neues schaffen, etwas das wirklich Wort und Gedanken, Entscheidung und Analyse, Vorschlag der einfachen Leute ist, das muss dann von den einfachen Leuten durchdacht werden und zum Schluss von ihnen entschieden werden.

So haben wir ungefähr 10 Jahre im Untergrund gearbeitet und Ihr hat uns nicht gekannt. ¨Eines Tages werden sie uns kennen´, haben wir uns gesagt und so haben wir all diese Jahre gearbeitet. Und eines Tages beschlossen wir, dass es Zeit ist, dass Ihr uns kennen lernt. Jetzt ist es schon 19 Jahre her, dass Ihr uns kennengelernt haben, und Ihr entscheidet, ob es gut oder schlecht war, was wir machen. Meine Compañer@s sagen uns, es geht ihnen besser, seit es die autonomen Regierungen gibt. Sie, die Männer und Frauen merken, was die wirkliche Demokratie ist, die sie mit ihrem Gemeinden praktizieren, und dass es keine Demokratie ist, die nur alle 3 oder 6 Jahre praktiziert wird. Demokratie wird in jedem Dorf gelebt, in autonomen Gemeindeversammlungen und in den Versammlungen der Zonen, welche die Räte der Guten Regierungen machen, und in der Versammlung, wo alle Zonen sich treffen, die die Räte der Guten Regierungen kontrollieren herrscht Demokratie. Das heißt, Demokratie wird täglich gelebt, in allen Instanzen der autonomen Regierung und zusammen mit dem Gemeinden, Frauen und Männern. Demokratisch werden alle Fragen des Lebens behandelt, sie fühlen, dass die Demokratie ihnen gehört, denn sie diskutieren, überlegen, schlagen vor, analysieren und entscheiden am Ende über die Themen.

Sie, die Männer und Frauen sagen und fragen: Wie wird dieses Land und diese Welt sein, wenn wir uns organisieren, zusammen mit den anderen indigenen Brüdern und Schwestern und auch mit den Brüdern und Schwestern, die keine Indigene sind? Die Antwort ist ein großes Lächeln der Freude, denn sie haben die Ergebnisse ihrer Arbeit, das, was sie machen, in ihren Händen.

Ja so ist, es ist nur nötig, dass wir uns organisieren, die Armen vom Land und die Armen aus der Stadt, ohne dass uns jemand befiehlt, nur wir selber, die, die wir wählen, nicht jene, die nur an die Macht kommen möchten und wenn sie an der Macht sind, dann vergessen sie uns und dann kommt ein anderer daher, und es sieht aus, dass jetzt wirklich alles anders wird aber alles geht weiter, im gleichen Ton. Sie werden ihre Versprechungen nicht einhalten, wir wissen es, sie wissen es, eigentlich ist es unnütz, darüber zu schreiben, aber so geht es uns in diesem Land. Es ist hoffnungslos und anstrengend und schrecklich.

Wir Armen wissen, welches Leben wir wollen und was das Beste für uns ist, aber sie lassen es nicht zu, denn sie wissen, dass wir der Ausnützung und den Ausbeutern den Garaus machen werden und ein neues Leben ohne Ausbeutung gründen werden. Es wird für uns nicht schwierig sein, denn wir wissen, wie die Änderungen aussehen müssen, denn alles, was wir erlitten haben, bedarf einer Änderung. Die Ungerechtigkeiten, die Schmerzen, die Trauer, der Missbrauch, die Ungleichheit, die miesen Manipulationen, die schlechten Gesetze, die Verfolgungen, die Folterungen, die Gefängnisse und viele andere schlechte Dinge, unter denen wir leiden, wir wissen sehr wohl, dass wir nicht wiederholen werden, was uns den gleichen Schaden zufügen wird. So wie wir hier, wir Zapatistinnen und Zapatisten sagen, wenn wir uns irren, dann müssen wir den Mut haben, neuerlich zu korrigieren, nicht so, wie das jetzt ist, die einen bauen Scheiße, alle anderen müssen das auslöffeln, das heißt, die jetzt die Scheiße bauen, das sind die Abgeordneten, die Senatoren und die schlechten Regierungen auf der ganzen Welt, und die einfachen Leute müssen das Ganze auslöffeln.

Man muss nicht sehr gelehrt sein, noch ist es nötig, ein gutes Spanisch zu sprechen, auch muss man nicht belesen sein. Wir sagen nicht, dass das unnütz ist, sondern nötig um zu arbeiten, ja, es ist nützlich denn es hilft uns, ordentlich zu arbeiten, das heißt, es ist ein Arbeitswerkzeug, damit wir kommunizieren können. Was wir sagen wollen, ist die Veränderung, wir können die Veränderung vollziehen, es ist nicht nötig, dass jemand kommt und seine Kampagne macht um uns zu sagen, dass er oder sie die Veränderung sein wird, so als ob wir, die Ausgebeuteten nicht wüssten, wie eine Veränderung aussehen muss, die wir wollen. Versteht Ihr mich? Indigene Brüder und Schwestern und mexikanische Bevölkerung, indigene Brüder und Schwerstern auf der ganzen Welt, nicht-indigene Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt?

Also, Brüder und Schwestern, Indigene und Nicht-Indigene, Arme, macht mit beim Kampf, organisiert Euch, sprecht miteinander, lasst Euch nicht befehlen oder schaut sehr genau auf die, die auf Grund Eurer Entscheidung befehlen dürfen, dass sie auch das machen, was Ihr entscheidet, und Ihr werdet sehen, die Dinge gehen ihren Lauf, ähnlich wie bei uns hier, bei den Zapatistinnen und Zapatisten.

Hört nicht auf zu kämpfen, so wie die Ausbeuter nicht aufhören werden, uns auszubeuten, Ihr müsst kämpfen, bis die Ausbeutung ihr Ende findet. Niemand wird das für uns tun, nur wir selber. Wir nehmen die Zügel in die Hand, das Steuer und wir bringen unser Schicksal dorthin, wo wir wollen, und wir wollen, dass die Bevölkerung befiehlt. Dann ist die Bevölkerung die Demokratie, sie korrigiert sich und folgt. Nicht wie jetzt, wo 500 Abgeordnete und 228 Senatoren Scheiße verursachen und Millionen müssen unter dem todbringenden Gestank und Gift leiden, und das sind die Armen, die einfachen mexikanischen Leute.

Brüder und Schwestern, Arbeiter und Arbeiterinnen, wir wissen um Euch, wir riechen nach demselben Schweiß, weil wir für die AusbeuterInnen arbeiten. Jetzt, wo meine zapatistischen Compañer@s die Tür öffnen, wenn Ihr uns verstanden habt, dann kommt herein, nehmt teil an La Sexta und lernt die autonome Regierung unserer Compañer@s des EZLN kennen. Und dasselbe gilt für unsere indigenen und nicht-indigenen Schwestern und Brüder auf der ganzen Welt, wenn Ihr uns verstanden habt.

Wir sind die Haupterzeuger des Reichtums derjenigen, die schon reich sind. Ya Basta! Es reicht! Wir wissen, dass es andere Ausgebeutete gibt, wir wollen uns auch mit ihnen zusammen organisieren, kämpfen wir für die einfachen Leute Mexikos und der ganzen Welt, diese Welt ist unsere, sie gehört nicht den Neoliberalen.

Indigene Schwestern und Brüder auf der ganzen Welt, nicht-indigene Schwestern und Brüder auf der ganzen Welt, ausgebeutete Gemeinden. Menschen in Amerika, Menschen in Europa, Menschen in Afrika, Menschen in Ozeanien, Menschen in Asien.

Die Neoliberalen wollen die Chefs der Welt sein, so sagen wir, das heißt, sie wollen die Welt in ihr Besitztum verwandeln, wie einen Gutshof, alle kapitalistischen Länder wollen das. Ihre Vorarbeiter sind die unterentwickelten kapitalistischen Regierungen. So wird es uns ergehen, wenn wir uns nicht organisieren, wir alle, Arbeiterinnen und Arbeiter.

Wir wissen, dass es auf der Welt Ausbeutung gibt. Die Entfernung, die es zwischen den verschiedenen Ecken dieser Welt gibt, darf uns nicht entfernen , wir müssen uns annähern, unsere Gedanken vereinen, unsere Vorstellungen und wir müssen für uns selber kämpfen.

Wo Ihr seid, da gibt es Ausnutzung, Ihr erleidet dasselbe wie wir.

Ihr leidet wie wir unter Unterdrückung.

Ihr werdet bestohlen wie wir, wir, die wir seit mehr als 500 Jahren beraubt werden.

Sie schätzen Euch gering, wie sie uns weiterhin geringschätzen.

So geht es uns, so weit haben sie uns gebracht und so wird es weiter gehen, wenn wir uns nicht gegenseitig an der Hand nehmen.

Es gibt genug Gründe für unsere Vereinigung und dass unsere Rebellion erwacht und dass wir uns gegen diese Bestie verteidigen, die nicht von unseren Schultern weichen will und sie wird nie weichen, wenn wir nicht selbst dafür sorgen. Hier in unseren zapatistischen Gemeinden, mit ihren autonomen Regierungen in Rebellion und der Einheit der Compañer@s müssen wir Tag und Nacht dem neoliberalen Kapitalismus gegenübertreten und wir sind zu allem bereit, zu allem was kommt und wie es kommt.

So haben sich die zapatistischen Compañer@s organisiert. Man braucht nur Entscheidungskraft, Organisation, Arbeit, Überlegungen und das alles dann in die Praxis umsetzen und dann korrigieren und verbessern ohne Ruhepause, und wenn man ausruht, dann deshalb, um wieder neue Kraft zu danken und weiterzuarbeiten, die Bevölkerung befiehlt, die Regierung gehorcht.

Ja es ist möglich, arme Schwestern und Brüder auf der ganzen Welt, hier ist das Beispiel Eurer indigenen zapatistischen Brüder und Schwestern aus Chiapas, Mexiko.

Es ist hoch an der Zeit, dass wir wirklich die Welt schaffen, die wir wollen, die wir denken, die Welt, die wir uns wünschen. Wir wissen wie. Es ist schwierig, denn es gibt viele, die das nicht wollen und das sind genau die, die uns ausbeuten. Aber wenn wir es nicht machen, dann wird unsere Zukunft noch schwieriger sein und es wird niemals Freiheit geben, niemals.

So verstehen wir es, daher suchen wir Euch, wir wollen uns finden, kennen, gegenseitig und voneinander lernen.

Hoffentlich könnt Ihr kommen, und wenn nicht, werden wir andere Formen suchen um uns zu sehen und kennenzulernen.

Hier erwarten wir Euch, hier an dieser Tür, die ich bewachen muss, damit Ihr in die bescheidene Schule meiner Compañer@s eintreten könnt, die das Wenige, das wir gelernt haben, mit Euch teilen möchten, damit wir sehen, ob es Euch dient, dort, wo Ihr arbeitet, wo Ihr lebt. Wir sind sicher, dass die, die bereits La Sexta angehören, kommen werden, oder nicht, aber wie dem auch sei, Ihr werdet in die Schule gehen, wo wir erklaeren wie die Freiheit für die ZapatistInnen ist, und so könnt Ihr unsere Fortschritte sehen und unsere Fehler, die wir nicht verstecken, aber ganz direkt, ohne Umwege, mit den besten Lehrern die es gibt, den zapatistischen Basisgemeinden.

Sie ist bescheiden die Schule, so bescheiden, wie wir sie begonnen haben, aber jetzt bedeutet sie für die zapatistischen Compañer@s Freiheit, das zu tun, was sie wollen und wie sie sich ein besseres Leben vorstellen.
Sie wird immer besser, sie sehen die Notwendigkeit und außerdem in der Praxis, da zeigt es sich, wie verbessern, das heißt, die Praxis ist die beste Art zu arbeiten um besser zu werden. Die Theorie gibt uns eine Idee, aber was die Form gibt, das ist die Praxis, das Wie des autonomen Regierens.

Wir haben irgendwo gehört dass man sagt: ´Wenn der Arme an den Armen glaubt, dann können wir bereits Freiheit singen´. Nur, wir haben das nicht nur gehört, wir praktizieren das auch. Das sind die Früchte, die unsere Compañer@s mit Euch teilen möchten. Und ja, das ist die Wahrheit, denn wenn die schlechten Regierungen ihre Bosheiten gegen uns ausführten, konnten sie nicht gegen uns an und werden nie erreichen, uns zu zerstören, denn was gebaut wurde, ist von der Bevölkerung, für die Bevölkerung und durch die Bevölkerung. Die Bevölkerung wird es verteidigen.

Es ist viel, was ich Euch erzählen könnte, aber es ist nicht dasselbe, dass Ihr es hört, wie wenn Ihr es seht und dass Ihr schaut und dass, wenn Ihr Fragen habt, diese direkt von meinen Compañeros und Compañeras der Basisgruppen beantwortet bekommt. Auch wenn es ihnen schwer fallen wird zu antworten, wegen des Spanisch, aber die beste Antwort ist die Praxis der Compañer@s, die man sieht und die das leben.

Es ist klein, was wir machen, aber es wird groß sein für die Armen von Mexiko und der Welt. So wie wir sehr groß sind, das heißt, wir sind sehr viele, die Armen in Mexiko und auf der ganzen Welt und wir müssen die Welt schaffen, in der wir leben. Man sieht, dass es zwei verschiedene Dinge sind, wenn die einfachen Leute sich einig sind, oder wenn das eine Gruppe ist, die befiehlt, und nicht die einfachen Leute. Sie haben wirklich verstanden, was es heißt, zu vertreten, wir wissen schon, wie das in der Praxis auszuführen ist, das heißt, die 7 Prinzipien des gehorchenden Regierens.

Man sieht schon am Horizont, wie nach unserer Ansicht eine neue Welt ist, und wie gut werdet Ihr das sehen und lernen und machen, dass eine andere Welt geboren wird, wie Ihr sie Euch vorstellt, dort, wo Ihr lebt, wir teilen die Weisheiten und werden unsere Welten schaffen, anders als sie jetzt ist.

Wir wollen uns sehen, hören, das ist sehr groß für uns, das würde uns helfen uns zu kennen in anderen Welten und der besten Welt, die wir wollen.

Organisation ist nötig, Entscheidung ist nötig, Konsens ist nötig, kämpfen ist nötig, Widerstand ist nötig, Verteidigung ist nötig und Arbeit ist nötig, Praxis ist nötig. Wenn noch was fehlt, dann fügt es hinzu, Compañeras und Compañeros.
Gut denn, hier sprechen wir uns ab, wie die Schule für Euch sein wird, mal sehen, ob wir Platz haben werden. Es ist so, dass wir uns vorbereiten. Und dass alle Compañeras und Compañeros die das möchten und die wir einladen, das sehen und fühlen können und auch wenn sie nicht bis hierher kommen können, denken wir schon über die Form nach, wie wir es machen werden.

Wir erwarten Euch, Compañeras und Compañeros der Sexta.

Wir sind dabei, uns vorzubereiten, um Euch zu empfangen, auf Euch aufzupassen, uns um Euch zu sorgen, als die Compañer@s die wir sind, als unsere Compañer@s die Ihr seid. Und auch dass unser Wort an die Ohren jener gelangt, die nicht zu uns kommen koennen, aber wir werden zu Euch kommen, mit Eurer Hilfe.

Und natürlich, wir sagen Euch, dass es vielleicht dauern wird, aber, wie unser Brudervolk der Mapuche sagt, ein Mal, zehn Mal, hundert Mal, tausend Mal werden wir siegen, immer werden wir siegen.

Und um zum Ende zu kommen, und dass dann der Compañero Subcomandante Insurgente Marcos weiter plaudert, denn jetzt ist wieder er dran, und wir werden uns abwechseln, er und ich um Euch alles zu erklären, also denn, jetzt werdet Ihr sehen, dass, obwohl ich bereits seit vielen Jahren diese Arbeit mache, dies das erste Mal ist, dass ich dran bin, offiziell zu unterschreiben, also hier kommt es….

Aus den Bergen des Südostens von Mexiko
Für das Geheime Revolutionäre Indigene Komitee Generalkommandantur der Zapatistische Armee der nationalen Befreiung

Subcomandante Insurgente Moises

Mexiko, Februar 2013

P.S.: Ich nutze die Gelegenheit um Euch zu sagen, dass das Password für die folgenden Teile des Fensters, die dem Supmarcos zustehen, ´nosotr@s´ sein wird. Und Schluss, denn in der Schule des Kampfes darf man nicht vom Compa abschreiben, sondern jeder muss seinen eigenen Kampf führen, und uns gegenseitig respektierend, wie das Compas tun, die wir sind.

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Folgende Videos begleiten diesen Text:

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Original bei Enlace Zapatista
Übersetzung: RedmycZ, Christine, und ¡Alerta!, MaMa

SIE UND WIR. V.- LA SEXTA

ZAPATISTISCHE ARMEE DER NATIONALEN BEFREIUNG.
MEXIKO.

Januar 2013.

An: Die Compañer@s Anhänger_innen der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona [Sexta Declaración de la Selva Lacandona] auf der ganzen Welt.

Von: Den Zapatistinnen, den Zapatisten aus Chiapas, Mexiko.

Compañeras, Compañeros y Compañeroas:
Compas des Netzwerkes gegen die Repression und für die Solidarität [Red contra la Represión y por la Solidaridad]:

Empfangt alle, alle, den Gruß der Frauen, Männer, Kinder und Alten der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung [Ejército Zapatista de Liberación Nacional], der allerkleinsten eurer Compañeros.

Wir haben uns entschieden, dass unser erstes Wort, das speziell an unsere Compañer@s der Sechsten [Erklärung] gerichtet ist, in einem Raum des Kampfes bekannt gegeben werden soll, wie ihn das Netzwerk gegen die Repression und für die Solidarität darstellt. Aber die hier geschilderten Worte, Gefühle und Gedanken sind auch an diejenigen gerichtet, die nicht anwesend sind. Und – vor allem – sind sie für sie.

-*-

Wir möchten uns für die Unterstützung bedanken, die ihr während dieser ganzen Zeit unseren Gemeinden, unseren Compañeros der zapatistischen Unterstützungsgemeinden und den Compas Anhänger_innen [der Sechsten Kampagne], die Gefangene in Chiapas sind, geleistet habt.

Eure Worte der Ermutigung und die gemeinschaftliche Hand, die sich mit unserer verbunden hat, bewahren wir in unserem Herzen.

Wir sind sicher, dass einer der Punkte, die ihr in eurem Treffen behandeln werdet oder schon behandelt habt, ist, eine große Unterstützungskampagne für den Compa Kuy1 aufzuziehen, um den Angriff zu verurteilen, dessen Ziel er wurde, und um Gerechtigkeit für ihn und alle Verletzten dieses Tages zu fordern und um die völlige Freiheit von allen zu verlangen, die in Mexiko-Stadt und in Guadalajara bei den Protesten gegen die unrechtmäßige Einsetzung von Enrique Peña Ñieto als Träger der Exekutivgewalt festgenommen wurden.

Es ist nicht nur, aber auch wichtig, dass es in dieser Kampagne darum geht, wie Gelder beschafft werden können, um den Compa Kuy bei den Kosten für den Krankenhausaufenthalt zu unterstützen, ebenso wie bei den Kosten für seine anschließende Genesung, die wir Zapatistinnen und Zapatisten möglichst schnell erhoffen.

Zur Unterstützung dieser Spendenkampagne senden wir eine kleine Geldsumme in bar. Wir bitten euch, dass ihr sie – auch wenn sie klein ist – zu dem hinzutut, was ihr für unseren Kampfgefährten zusammenbringt. Sobald wir mehr zusammensammeln können, werden wir es dem zukommen lassen, den ihr für diese Aufgabe bestimmt.

-*-

Wir wollen dieses Treffen, das ihr habt, nicht nur nutzen, um eure Hartnäckigkeit zu begrüßen, sondern auch und vor allem, um durch euch alle Compas in Mexiko und der Welt zu grüßen, die unerschütterlich bei diesem Band geblieben sind, dass uns vereint und das wir „La Sexta“ (Die Sechste) nennen.

Ihr sollt wissen, dass es eine Ehre gewesen ist, euch als Compañeroas zu haben.

Wir wissen, dass dies ein Abschied zu sein scheint, aber das ist es nicht. Es bedeutet nur, dass wir eine Etappe auf dem Weg, den uns die Sechste aufgezeigt hat, für beendet ansehen und dass wir glauben, dass man eine weiteren Schritt machen muss.

Wir haben nicht wenig Verdrießlichkeiten ertragen müssen, manchmal gemeinsam, manchmal jede_r für sich in seinem Kontext.

Nun möchten wir euch einige Veränderungen erklären und mitteilen, die es in unserem Gehen geben wird, in dem wir – wenn ihr einverstanden seid und uns begleitet – zurückkehren werden – allerdings in anderer Weise – zu der langen Erzählung von Schmerzen und Hoffnungen, die früher in Mexiko die Andere Kampagne [Otra Campaña] und weltweit die Zezta Internazional hieß und die nun einfach La Sexta, Die Sechste sein soll. Jetzt gehen wir weiter, bis zu…

Der Zeit des Nein, Der Zeit des Ja.

Compañeras, Compañeros:

Wenn wir definiert haben, wer wir sind, was unsere vergangene und aktuelle Geschichte ist, wo unser Platz ist und wer der Gegner, mit dem wir uns auseinandersetzen, so wie es in der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona dargestellt ist, bleibt uns noch, das Warum unseres Kampfes zu Ende zu definieren.

Die „Neins” stehen fest, es steht noch aus, die „Jas” fertig zu skizzieren.

Und nicht nur das – es fehlen auch mehr Antworten auf die „Wies”, „Wanns”, „Mit wems”.

Ihr alle wisst, dass unser Denken nicht dahingehend ist, eine große Organisation mit einem leitenden Zentrum, einer zentralisierten Befehlsgewalt, einem einzelnen oder kollektiven Chef zu errichten.

Unsere Analyse des dominanten Systems, seiner Funktionsweise, seiner Stärken und Schwächen hat uns dazu geführt, darauf hinzuweisen, dass die Einheit im Handeln etwas bringen kann, wenn man Rücksicht nimmt auf das, was wir „die Arten und Weisen” von jedem einzelnen nennen.

Und diese Sache bezüglich der „Arten und Weisen” ist nichts anderes als das Wissen darüber, dass jeder von uns, als Einzelperson oder als Gruppe, seine eigene Geografie und seinen eigenen Kalender hat – das heißt, von seinen Schmerzen und seinen Kämpfen.

Wir sind überzeugt davon, dass jede Vereinheitlichungsabsicht nichts weiter ist als ein faschistischer Beherrschungsversuch, und sei er in einer revolutionären, esoterischen, religiösen oder ähnlichen Sprache versteckt.

Wenn von „Einheit” die Rede ist, wird nicht darauf hingewiesen, dass diese „Einheit” unter der Führung von jemanden oder etwas, einem Einzelnen oder einer Gruppe besteht.

Auf dem trügerischen Altar der „Einheit” werden nicht nur die Unterschiede geopfert, sondern es wird auch das Überleben all der kleinen Welten der Tyranneien und Ungerechtigkeiten, die wir erleiden, versteckt.

In unserer Geschichte wiederholt sich die Lektion wieder und wieder. Und bei jeder Drehung der Welt bleibt für uns immer nur die Seite der Unterdrückten, der Verachteten, der Ausgebeuteten, der Enteigneten.

Das, was wir die „vier Räder des Kapitalismus” nennen – Ausbeutung, Enteignung, Unterdrückung und Verachtung – hat sich während unserer ganzen Geschichte mit verschiedenen Namen oben wiederholt, aber wir sind immer dieselben, die unten sind.

Aber das aktuelle System hat einen Zustand extremen Wahnsinns erreicht. Seine räuberische Gier, seine absolute Geringschätzung des Lebens, sein Vergnügen am Tod und der Zerstörung, sein Streben danach, die Apartheid für alle, die anders sind, das heißt, für alle die unten sind, zu errichten, führt dazu, dass die Menschheit als Lebensform auf dem Planeten verschwindet.

Wir können nun, wie man uns raten könnte, geduldig warten, bis diejenigen, die oben sind, sich schließlich selbst zerstört haben, ohne dabei zu merken, dass ihr verrückter Hochmut alles zur Zerstörung bringt.

In ihrem Eifer, weiter und weiter nach oben zu gelangen, sprengen sie die unteren Stockwerke, die Fundamente. Das Gebäude, die Erde, wird schließlich zusammenbrechen und es wird keinen geben, den man dafür verantwortlich machen kann.

Wir glauben, dass wirklich etwas schlecht läuft, sehr schlecht. Aber wenn jemand gehen muss, um die Menschheit und das übel zugerichtete Haus, in dem sie wohnt, zu retten, dann sollen, dann müssen das die von oben sein.

Und wir meinen damit nicht, die Leute von oben von der Erde zu verbannen. Wir sprechen davon, die gesellschaftlichen Beziehungen zu zerstören, die es ermöglichen, dass jemand oben ist auf Kosten der Tatsache, dass jemand unten ist.

Wir Zapatisten, wir Zapatistinnen wissen, dass diese große Linie, die wir über die Geografie der Welt gezogen haben, keineswegs klassisch ist. Dass das mit „oben“ und „unten“ unbequem ist, stört und irritiert. Ja, es ist nicht das einzige, das irritiert, das wissen wir, aber gerade beziehen wir uns auf diesen Störfaktor.

Vielleicht irren wir uns. Sicher tun wir das. Gleich werden die Gedanken-Polizisten und -Kommissare erscheinen, um über uns zu richten, uns zu verurteilen und hinzurichten … hoffentlich wird es nur in ihren flammenden Schriften sein und sie verstecken hinter ihrer Berufung zum Richter nicht die zum Henker.

Aber so ist es, wie wir Zapatisten, wir Zapatistinnen die Welt und ihre Arten und Weisen sehen:

Es gibt Machismo, Patriarchat, Frauenhass oder wie man das nennen mag, aber eine Sache ist es, oben eine Frau zu sein, und eine ganz andere ist es, das unten zu sein.

Ja, es gibt Homophobie, aber eine Sache ist es, oben homosexuell zu sein, und eine ganz andere ist es, das unten zu sein.

Ja, es herrscht Verachtung gegenüber Andersartigen, aber eine Sache ist es, oben anders zu sein, und eine andere ist es, das unten zu sein.

Es gibt die Linke als Alternative zur Rechten, ja, aber eine Sache ist es, oben links zu sein, und etwas ganz anderes (ja, gar das Gegenteil, fügen wir hinzu) ist es, das unten zu sein.

Betrachtet eure Identität unter diesem Parameter und ihr werden das erkennen, was wir euch sagen.

Die Identität, die am tückischsten ist, die immer in Mode kommt, wenn der moderne Staat in eine Krise eintritt, ist die der „ciudadanía“, der Staatsbürgerschaft.

Der „Bürger“ von oben und der „Bürger“ von unten haben rein gar nichts miteinander gemein, sondern stellen sogar das komplette Gegenteil voneinander dar und widersprechen sich.

Unterschiede werden verfolgt, in die Ecke gedrängt, ignoriert, verachtet, unterdrückt, entzogen und ausgebeutet, das stimmt.

Aber wir Männer und Frauen sehen einen noch viel größeren Unterschied, der diese Unterschiede durchzieht: das Oben und das Unten, die, die haben, und die, die nicht haben.

Und wir sehen, dass diesem großen Unterschied etwas Wesentliches innewohnt: Das Oben ist oben über dem, was unten ist; der, der etwas hat, besitzt, weil er von denen nimmt, die nichts haben.

Unserer Ansicht nach bestimmen dieses Oben und Unten stets unseren Blick, unsere Worte, das, was wir hören, unsere Schritte, unsere Schmerzen und unseren Kampf.

Vielleicht können wir bei anderer Gelegenheit unsere Gedanken dazu ausführlicher erklären. Jetzt wollen wir uns damit begnügen zu sagen, dass die Blicke, die Worte, das Hören und die Schritte von oben dazu dienen, diese Teilung aufrecht zu erhalten. Selbstverständlich bedeutetdas nicht Unbeweglichkeit. Der Konservatismus scheint weit entfernt von einem System, das immer mehr und bessere Arten findet, die vier Wunden durchzusetzen, an denen die Welt von unten leidet. Aber diese „Modernisierungen“ oder „Fortschritte“ haben nichts anderes zum Ziel, als die, die oben sind, oben zu halten, und zwar auf die einzig mögliche Art, das heißt über die, die unten sind.

Der Blick, das Wort, das Hören und die Schritte derer von unten werden unserer Ansicht nach von den Fragen bestimmt: Warum so? Warum sie? Warum wir?

Um uns die Antworten auf diese Fragen aufzuzwingen oder um zu vermeiden, dass wir sie stellen, sind gigantische Kathedralen von Ideen errichtet worden, einige mehr, andere weniger ausgearbeitet und in den meisten Fällen so grotesk, dass es nicht nur verwunderlich ist, dass sie überhaupt jemand errichtet hat oder dass sie jemand glaubt, sondern dass sogar Universitäten und Studien- und Analysezentren geschaffen wurden, die darauf basieren.

Aber es gibt immer einen Spielverderber, der eine Feierlichkeit der Höhepunkte der Geschichte nach der anderen ruiniert.

Und diese_r Unpassende beantwortet diese Fragen mit einer anderen: „Könnte es auch anders sein?“

Diese Frage kann es vielleicht sein, die die Rebellion in ihrem weitesten Sinne entfacht. Und das ist möglich, weil es ein „Nein“ gibt, das sie geboren hat: Es muss nicht so sein.

Entschuldigt, wenn euch diese konfusen Gedankensprünge durcheinandergebracht haben. Schreibt das unserer Art zu oder unseren Gebräuchen und Gewohnheiten.

Was wir sagen wollen, Compañeras, Compañeros, Compañeroas, ist, dass das, was uns in der Sexta angetrieben hat, dieses rebellische, ketzerische, freche, respektlose, lästige, unbequeme „Nein” war.

Wir sind bis hierher gekommen, weil uns unsere Realitäten, unsere Geschichten, unsere Rebellionen zu dem Punkt gebracht haben zu sagen: „Nein, es muss nicht so sein.“

Das und unsere – intuitive oder wohl überlegte – Antwort „Ja” auf die Frage: „Könnte es auch anders sein?“

Nun sind die Fragen zu beantworten, die sich hinter diesem „Ja“ drängen:

Wie ist diese andere Art, diese andere Welt, diese andere Gesellschaft, die wir uns vorstellen, die wir wollen, die wir brauchen?

Was ist zu tun?

Mit wem?

Wenn wir auf diese Fragen keine Antworten haben, müssen wir sie suchen. Und wenn wir Antworten haben, müssen wir sie untereinander bekannt machen.

-*-

In diesem neuen Schritt, der jedoch auf dem Weg der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona bleibt, werden wir als Zapatistas, die wir sind, versuchen, etwas von dem umzusetzen, was wir in diesen sieben Jahren gelernt haben, und wir werden den Rhythmus und die Geschwindigkeit des Schrittes ändern, ja, aber auch die Begleitung.

Wisst ihr, einer der vielen und schwerwiegenden Fehler, den wir Zapatisten, wir Zapatistinnen haben, ist die Erinnerung. Wir vergessen nicht, wer wann wo war und was gesagt, getan, verschwiegen, zerstört, geschrieben, gelöscht hat. Wir vergessen die Kalender und die Geografien nicht.

Versteht uns nicht falsch. Wir verurteilen niemanden, jeder schafft sich, wie er kann, sein Alibi für das, was er tut und nicht tut. Der törichte Verlauf der Geschichte wird zeigen, ob das ein Erfolg oder ein Fehler war.

Wir für unseren Teil haben euch gesehen, wir haben euch gehört und von allen haben wir gelernt.

Wir haben wohl bemerkt, wer diejenigen waren, die nur gekommen sind, um aus der Anderen Kampagne einen eigenen politischen Nutzen zu ziehen, die, von den Massen verführt, von einer Demonstration zur nächsten springen und damit ihre Unfähigkeit verschleiern, etwas eigenes zu schaffen. An einem Tag sind sie gegen Wahlen, am nächsten breiten sie ihre Fahnen auf der Kundgebung aus, die gerade in Mode ist; an einem Tag sind sie Lehrer, am nächsten Studierende; an einem Tag vertreten sie indigene Angelegenheiten, am nächsten verbünden sie sich mit den Großgrundbesitzern und Paramilitärs. Sie schreien nach dem Feuer der Gerechtigkeit der Masseund verschwinden, wenn dasWasser der Wasserwerfer kommen.

Mit ihnen werden wir nicht mehr gemeinsam gehen.

Wir haben wohl bemerkt, wer diejenigen sind, die nur auftauchen, wenn es Bühnen, Gesprächsrunden, gute Presse und Aufmerksamkeit gibt und die verschwinden, wenn die Stunde der Arbeit kommt, die keine Aufmerksamkeit erregt, aber notwendig ist, wie die meisten von denen die hier zuhören oder diesen Brief lesen, wohl wissen. In dieser ganzen Zeit waren unser Blick und unser Hören nicht auf diejenigen gerichtet, die oben auf der Bühne standen, sondern auf jene, die diese Bühne aufgebaut hatten, die das Essen bereitet, gefegt, aufgepasst haben, die gefahren sind, die Flyer verteilt haben, die zugepackt haben, wie man hier sagt. Außerdem haben wir auch die gesehen und gehört, die auf den anderen nach oben geklettert sind.

Mit ihnen werden wir nicht mehr gemeinsam gehen.

Wir haben wohl bemerkt, wer die Versammlungsprofis sind und welche Techniken und Taktiken sie nutzen, Zusammenkünfte derart zu sprengen, dass nur sie und ihre Anhänger_innen übrigbleiben, um ihren Vorschlägen zuzustimmen. Sie teilen Niederlagen aus, wo sie auftauchen und runde Tische leiten, wobei sie die „Spießer“ und „Kleinbürger“ aussortieren, die nicht verstehen, dass die Zukunft der Weltrevolution auf der Tagesordnung steht. Jene, denen jede Bewegung, die nicht in einer von ihnen geleiteten Versammlung gipfelt, ein Dorn im Auge ist.

Mit ihnen werden wir nicht mehr gemeinsam gehen.

Wir haben wohl bemerkt, wer diejenigen sind, die sich bei Veranstaltungen und Kampagnen als Kämpfer für die Freiheit der Gefangenen darstellen, aber von uns forderten, die Gefangenen von Atenco außen vor zu lassen und mit der Rundreise der Anderen Kampagne2 fortzufahren, weil sie bereits ihre Strategie und ihre Veranstaltungen geplant hatten.

Mit ihnen werden wir nicht mehr gemeinsam gehen.

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La Sexta, die Sechste, ist ein zapatistischer Aufruf. Aufrufen bedeutet nicht vereinigen. Wir haben nicht vor, eine Einheit unter einer bestimmten Richtung zu erzielen, keine zapatistische und auch keine andere. Wir wollen nicht kooptieren, rekrutieren, fälschen, vorgeben, simulieren, täuschen, anführen, unterordnen, benutzen. Das Ziel ist das gleiche, aber der Unterschied, die Heterogenität, die Autonomie der Arten und Weisen des Gehens sind es, was La Sexta bereichert, was ihre Stärke darstellt. Wir bieten Respekt und werden das auch weiter tun, und wir fordern Respekt und werden das auch weiter tun. Anhänger_in der Sexta ist jede_r, der das „Nein“ hat, das uns antreibt, und dazu bereit ist, die notwendigen „Jas“ zu erschaffen.

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Compañeroas, Compañeros, Compañeras:

Im Namen der EZLN sagen wir euch:

1.- Für die EZLN gibt es jetzt keine nationale Andere Kampagne und keine Zezta Internazional mehr. Von nun an werden wir gemeinsam mit denen gehen, die wir dazu einladen und die uns als Compas akzeptieren, sei es an der chiapanekischen Küste oder in Neuseeland.

Damit wäre unser Aktionsradius klar definiert: der Planet „Erde”, der sich im sogenannten Sonnensystem befindet.

Jetzt werden wir sein, was wir nun mal sind: „La Sexta”.

2.- Für die EZLN braucht die Zugehörigkeit zur Sexta keine Mitgliedschaft, keinen Beitrag, keine Einschreibung in eine Liste, kein Original und/oder keine Kopie des offiziellen Personalausweises, keinen Kontoauszug und auch nicht, an der Stelle des Richters, Geschworenen, Beschuldigten oder Henkers zu sein. Es gibt keine Flaggen. Es gibt Verpflichtungen und Konsequenzen dieser Verpflichtungen. Es treiben uns die „Neins“, es bewegt uns die Erschaffung der „Jas“.

2.-3 Wer mit dem Wiederauftauchen der EZLN eine neue Saison der Bühnen und großen Versammlungen erwartet und Massen, die sich in Richtung Zukunft strecken und Äquivalente des Sturms auf den Winterpalast, wird enttäuscht sein. Es ist besser, diese Leute gehen gleich. Sie sollten besser keine Zeit verlieren und unsere Zeit nicht verschwenden. In der Sexta zu gehen bedeutet, große Schritte zu tun, und die sind nichts für jene, die im Denken klein sind. Für „historische“ und „konjunkturelle“ Aktionen gibt es andere Räume, wo sie bestimmt unterkommen. Wir wollen nicht nur die Regierung ändern, wir wollen die Welt ändern.

3.- Wir erklären, dass wir uns als EZLN keiner Wahlkampfbewegung in Mexiko anschließen werden. Unser Empfinden diesbezüglich ist in der Sexta deutlich gewesen, und daran ändert sich nichts. Wir wissen, dass manche glauben, es sei möglich, die Dinge von oben zu verändern, ohne selbst jemand von oben zu werden. Hoffentlich bringen die unweigerlichen Enttäuschungen sie nicht dazu, das zu werden, wogegen sie kämpfen.

4.- Unser Wort, mit dem wir euch organisatorische, politische und informative Initiativen vorschlagen werden, wird AUSSCHLIESSLICH an die gerichtet sein, die uns darum ersuchen und die wir akzeptieren, und es wird per Mail von der Website an die Adressen, die wir haben, verschickt werden. Es wird auch auf der Website von Enlace Zapatista erscheinen, kann aber in seinem ganzen Umfang nur mit einem ständig wechselnden Passwort abgerufen werden. Dieses Passwort werden wir euch auf die eine oder andere Weise zukommen lassen, aber es wird für jene leicht zu erschließen sein, die aufmerksam das lesen, was für alle sichtbar ist, und auch für diejenigen, die gelernt haben, die Gefühle zu entschlüsseln, die in unserem Wort zu Buchstaben werden.

Jede Person oder Gruppe, jedes Kollektiv, jede Organisation oder wie auch immer sich jeder nennen möge, hat das Recht und die Freiheit, diese Informationen weiterzugeben an jene, die er dafür geeignet hält. Alle Anhänger_innen der Sexta werden in der Lage sein können, das Fenster unseres Wortes und unserer Wirklichkeit denen zu öffnen, denen sie es öffnen wollen. Das Fenster, nicht die Tür.

5.- Die EZLN bittet euch um Geduld und wird euch nach und nach die Initiativen bekanntgeben, die in den vergangenen sieben Jahren bei uns gereift sind. Deren wichtigstes Ziel wird es sein, dass ihr in direktem Kontakt mit den zapatistischen Unterstützungsgemeinden steht – und zwar auf eine Weise, die meiner bescheidenen Meinung und langen Erfahrung nach die beste ist: als Schüler.

6.- Was wir jetzt schon ankündigen wollen, ist, dass diejenigen, die können und wollen und die ausdrücklich von der Sexta-EZLN dazu eingeladen werden, schon mal anfangen können zu sparen – Kohle, Moneten, Money oder wie auch immer das Wechselgeld überall auf dem Planeten genannt wird, um zu einem noch zu präzisierenden Zeitpunkt in zapatistisches Gebiet reisen zu können. Später werden wir mehr Einzelheiten dazu bekanntgeben.

Und um zum Schluss dieses Briefs zu kommen (der ganz offensichtlich den Nachteil hat, dass es kein Video und kein Lied gibt, um die gelesene Version zu begleiten), wollen wir die beste unserer Umarmungen (und wir haben nur eine) an die Männer, Frauen, Kinder und alten Menschen, Gruppen, Organisationen, Bewegungen – oder wie sich jeder selbst nennen mag – schicken, die uns in dieser ganzen Zeit nicht aus ihrem Herzen entfernt haben und die Widerstand geleistet und uns als Compañeras, Compañeros und Compañeroas, die wir sind, unterstützt haben.

Compas:

Wir sind die Sexta.

Es wird uns viel kosten.

Unsere Schmerzen werden nicht weniger werden, wenn wir uns denen öffnen, die auf der Welt schmerzen. Der Weg wird schwieriger werden.

Wir werden uns einsetzen.

Wir werden Widerstand leisten.

Wir werden kämpfen.

Wir werden vielleicht sterben.

Aber einmal, zehnmal, hundertmal, tausendmal, immer werden wir immer siegen.

Für das Geheime Revolutionäre Indígena-Komitee – Generalkommandantur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung
La Sexta-EZLN.

Subcomandante Insurgente Marcos.
Chiapas, Mexiko, Planet Erde.
Januar 2013.

PS.- Beispielsweise lautet das Passwort, um das Geschriebene auf dieser Seite ganz sehen zu können, ganz klar „marichiweu“, genau so, klein und links angefangen.

Hör und sieh dir die Videos an, die diesen Text begleiten:
“Cumbia Zapatista” von der Gruppe “Sonido Psicotropical”. Teil der Platte “Rola la lucha zapatista”. Cumbiaaaaa!

“Nadie mira” von der Gruppe “RABIA”. Mit Iker Moranchel, Gitarre und Gesang. Alejandro Franco, Schlagzeug und Gesang. Manco, Bajo. Cámara, Sara Heredia. Edition: Eduardo Vargas, Aufgenommen und bearbeitet im Gekko Audiolab, Mexiko-Stadt, Juli 2012. Ebenfalls auf der Platte “Rola la lucha zapatista”. Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrock!

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  1. Anm. d. Übers.: Der 67-jährige Theaterprofessor und politische Aktivist Juan Francisco Kuykendall, genannt Kuy und Mitglied der Anderen Kampagne der Zapatistas, wurde während der Proteste gegen die Amtseinführung des neuen mexikanischen Präsidenten am 1. Dezember 2012 in Mexiko-Stadt von einer Gasgranate der Polizei getroffen und sehr schwer verletzt. [zurück]
  2. Anm. d. Übers.: Diese Rundreise fand 2006 statt und wurde nach der Repression in Atenco unterbrochen. [zurück]
  3. Anm. d. Übers.: “2.” wurde im Original ebenfalls doppelt verwendet. [zurück]

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aus dem mexikanischen Spanisch von MaMa und KaRa
Original: Enlace Zapatista

EZLN kündigt die nächsten Schritte an

Übersetzung von Dana, überarbeitet von ¡Alerta!
Anmerkungen von ¡Alerta!
Spanisches Original unter: Enlace Zapatista

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Kommuniqué des Geheimen Revolutionären Indigenen Komitees – Generalkommandantur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung.
Mexiko.

30. Dezember 2012.

An die mexikanische Bevölkerung:
An die Bevölkerungen und Regierungen der Welt:
Brüder und Schwestern:
Compañeros und Compañeras:

Am vergangenen 21. Dezember 2012, in den frühen Morgenstunden, mobilisierten wir, Zehntausende zapatistische Indigenas, uns und besetzten, friedlich und schweigend, fünf Bezirkshauptstädte im südöstlichen mexikanischen Bundesstaat Chiapas.

In den Städten Palenque, Altamirano, Las Margaritas, Ocosingo und San Cristóbal de las Casas betrachteten wir schweigend sie und uns selbst.2

Unsere Botschaft handelt nicht von Resignation.

Sie handelt nicht von Krieg, Tod und Zerstörung.

Unsere Botschaft handelt von Kampf und Widerstand.

Nach dem mediengesteuerten Staatsstreich, der die sich schlecht verstellende und noch schlechter geschminkte Ignoranz zur Bundesregierung erhob1, traten wir in die Öffentlichkeit, um sie wissen zu lassen, dass, wenn sie nie verschwunden sind, wir das genauso wenig sind.

Vor sechs Jahren machte sich ein Teil der politischen und intellektuellen Klasse daran, einen Sündenbock für sein Niederlage zu finden.3 Zu dieser Zeit kämpften wir in Städten und Gemeinden für Gerechtigkeit für Atenco – etwas, das damals nicht gerade in Mode war.4

In diesem Gestern verleumdeten sie uns zuerst und versuchten danach, uns zum Schweigen zu bringen.

Zu unfähig und unehrlich um zu erkennen, dass sie den Samen ihres Untergangs in sich selbst trugen und tragen, versuchten sie, uns mit der Lüge und dem konspirativen Schweigen zum Verschwinden zu bringen.5

Sechs Jahre später sind zwei Dinge klar:

Sie brauchen uns nicht, um zu versagen.

Wir brauchen sie nicht, um zu überleben.

Wir, die nie verschwunden sind, auch wenn das gesamte Medienspektrum sich bemüht hat, Sie dies glauben zu lassen, erheben uns wieder als indigene Zapatistas, die wir sind und sein werden.

In diesen Jahren haben wir uns gestärkt und haben unsere Lebensbedingungen bedeutend verbessert. Unser Lebensstandard ist höher als in den indigenen Gemeinden, die der Regierung hörig sind, die Almosen erhalten und mit Alkohol und nutzlosen Artikeln überschüttet werden.

Unsere Häuser haben sich verbessert, ohne der Natur zu schaden und ihr Wege aufzuzwingen, die ihr fremd sind.

In unseren Dörfern dient heute das Land, das früher dazu da war, das Vieh der großen Farmer und Großgrundbesitzer zu mästeten, dem Anbau von Mais, Bohnen und dem Gemüse, welche unsere Tische erleuchten.

Unsere Arbeit wird mit der doppelten Zufriedenheit belohnt, uns mit dem Nötigen zu versorgen, um anständig leben zu können, und zum kollektiven Wachstum unserer Gemeinden beizutragen.

Unsere Jungen und Mädchen besuchen eine Schule, die ihnen ihre eigene Geschichte beibringt, die ihrer eigenen Heimat und die der ganzen Welt, sowie die nötigen Wissenschaften und Techniken, um sich zu bilden ohne aufzuhören Indigenas zu sein.

Die indigenen zapatistischen Frauen werden nicht wie Waren verkauft.

Die indigenen PRI-Anhänger kommen in unsere Krankenhäuser, Kliniken und Labors, weil es in denen, die die Regierung zur Verfügung stellte, weder Medikamente, noch Geräte noch Doktoren, noch qualifiziertes Personal gibt.

Unsere Kultur erblüht, nicht isoliert von, sondern bereichert durch die Begegnung mit den Kulturen anderer Gesellschaften Mexikos und der ganzen Welt.

Wir regieren und wir regieren uns selbst, indem wir stets zuerst den Konsens statt der Konfrontation anstreben.

All dies wurde nicht nur ohne die Regierung, die politische Klasse und die sie begleitenden Medien erreicht, sondern auch während wir gegen ihre Angriffe aller Art Widerstand leisteten.

Wir haben wieder einmal gezeigt, dass wir die sind, die wir sind.

Mit unserem Schweigen meldeten wir uns.

Nun verkünden wir mit unserem Wort folgendes:

Erstens.- Wir werden unsere Zugehörigkeit zum Nationalen Indigenen Kongress (Congreso Nacional Indígena6) bekräftigen und verstärken, dem Begegnungsraum mit den ursprünglichen Gesellschaften unseres Landes.

Zweitens.- Wir werden den Kontakt zu unseren Compañeros und Compañeras wieder aufnehmen, den Anhängern und Anhängerinnen der Sechsten Erklärung aus der Selva Lacandona (Sexta Declaración de la Selva Lacandona7) in Mexiko und weltweit.

Drittens.- Wir beabsichtigen die erforderlichen Brücken zu den sozialen Bewegungen, die entstanden sind und entstehen werden, zu bauen – nicht um zu führen oder zu verdrängen, sondern um von ihnen zu lernen, von ihrer Geschichte, von ihren Wegen und ihren Zielen.

Hierfür haben wir die Unterstützung von Einzelpersonen und Gruppen in verschiedenen Gegenden Mexikos gewonnen, die Unterstützungsteams der Kommissionen der Sechsten Erklärung und der Sexta International der EZLN (Comisiones Sexta e Internazional del EZLN) bilden. Diese werden als Kommunikationsverbindungen zwischen den zapatistischen Unterstützungsbasen und den Einzelpersonen, Gruppen und Kollektiven tätig sein, die in Mexiko und weltweit Anhänger und Anhängerinnen der Sechsten Erklärung sind und die weiterhin die Überzeugung und das Engagement haben, sich am Aufbau einer nicht-institutionellen linken Alternativen zu beteiligen.

Viertens.- Wir halten unsere kritische Distanz zur mexikanischen politischen Klasse weiterhin aufrecht, die in ihrer Gesamtheit nichts anderes getan hat, als auf Kosten der Bedürfnisse und Hoffnungen der einfachen und bescheidenen Leute zu gedeihen.

Fünftens.- Hinsichtlich der schlechten Regierungen auf Bundes-, Staats- und Bezirksebene, der Exekutive, Legislative und Judikative, und den Medien, die sie begleiten, sagen wir folgendes:

Die schlechten Regierungen des gesamten politischen Spektrums, ohne irgendeine Ausnahme, haben alles in ihre Macht stehende getan, um uns zu vernichten, uns zu kaufen, uns zu unterwerfen. PRI, PAN, PRD, PVEM, PT, CC und die künftige Partei der RN8 haben uns allesamt militärisch, politisch, sozial und ideologisch angegriffen.

Die Massenmedien versuchten, uns zum Verschwinden zu bringen, zuerst durch kriecherische und opportunistische Verleumdung, und dann durch verschlagenes und konspiratives Schweigen. Jene, denen sie gedient haben und von dessen Geld sie sich genährt haben, sind bereits nicht mehr da. Und jene, die diese gerade ablösen, werden auch nicht länger als ihre Vorgänger durchhalten.

Wie der 21. Dezember 2012 es zeigte, sind sie alle gescheitert.

Es bleibt daher der exekutiven, legislativen und judikativen Bundesorgane9 überlassen, zu entscheiden, ob sie erneut die Politik der Aufstandsbekämpfung anwenden wollen, die bisher nur eine haltloses und durch Medienmanipulationen ungeschickt aufrecht erhaltenes Trugbild zuwege gebracht hat, oder ob sie ihre Verpflichtungen anerkennt und erfüllt und den indigenen Rechte und Kultur Verfassungsrang gibt, wie die sogenannten „Abkommen von San Andrés“ festgelegen, die 1996 von der Bundesregierung unterzeichnet wurden, damals unter Leitung der gleichen Partei, die heute an der Regierungsmacht ist10.

Es bleibt der Regierung des Bundesstaates überlassen zu entscheiden, ob sie weiterhin die unehrliche Strategie und das Scheitern ihrer Vorgänger fortsetzen möchte, die nicht nur korrupt und lügnerisch waren, sondern auch das Geld der Bevölkerung von Chiapas zur eigenen Bereicherung und die ihrer Komplizen genutzt haben, die dreist Sprecher und Schreiberlinge in den Medien gekauft haben, während sie die Bevölkerung von Chiapas ins Elend stürzten, und gleichzeitig Polizei und Paramilitärs einsetzten, um zu versuchen, den organisatorischen Fortschritt der zapatistischen Gemeinden aufzuhalten; oder, ob sie stattdessen mit Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit unsere Existenz akzeptiert und respektiert, und akzeptieren, dass auf zapatistischem Gebiet in Chiapas, Mexiko, eine neue Form des sozialen Lebens erblüht. Ein Blühen, das die Aufmerksamkeit aufrechter Personen auf dem ganzen Planeten auf sich zieht.

Es bleibt den Bezirksregierungen überlassen zu entscheiden, ob sie weiterhin die Mühlsteine schleppen möchten, mit denen die antizapatistischen oder angeblich „zapatistischen“ Organisationen sie erpressen, um unsere Gemeinden anzugreifen; oder, ob sie dieses Geld nicht besser dazu nutzen, die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern, für die sie verantwortlich ist.

Es bleibt der mexikanischen Bevölkerung, die sich organisiert, um Wahlkampf zu machen und um Widerstand zu leisten11, überlassen zu entscheiden, ob sie uns weiterhin als Feinde oder Rivalen betrachtet, an denen sie ihre Frustration über die Wahlbetrügereien und Angriffe abreagieren, unter denen wir letztendlich alle zu leiden haben, und ob sie sich in ihrem Kampf um die Macht weiterhin mit denen, die uns verfolgen, verbünden möchten; oder, ob sie endlich in uns eine andere Form des Politikmachens erkennen.

Sechstens.- In den nächsten Tagen wird die EZLN durch ihre Kommissionen der Sechsten Erklärung und der Sexta International (Comisiones Sexta e Internazional) eine Reihe von Initiativen zivile und gewaltlose Charakters bekannt geben, um weiter gemeinsam voran zu gehen mit den anderen ursprünglichen Gesellschaften Mexikos und des ganzen Kontinents und mit denen in Mexiko und auf der gesamten Welt, die von unten und links Widerstand leisten und kämpfen.

Brüder und Schwestern:
Compañeros und Compañeras:

Wir hatten früher das Glück, über die ehrliche und großherzige Aufmerksamkeit verschiedener Medien zu verfügen. Wir danken ihnen dafür. Aber durch ihre spätere Haltung wurde dies vollständig ausradiert.

Jene, die darauf setzten, dass wir nur in den Medien existieren, und mit der Umzingelung durch Lügen und Schweigen verschwinden würden, haben sich geirrt.

Wenn es keine Kameras, Mikrofone, Federn, Ohren und Blicke gibt, existieren wir.

Wenn sie uns verleumden, existieren wir.

Wenn sie uns totschweigen, existieren wir.

Und hier sind wir und existieren.

Unser Weg, wie es sich gezeigt hat, ist nicht von der Wirkung in den Medien abhängig, sondern von dem Verständnis der Welt und ihrer Einzelteile, von der indigenen Weisheit, die unsere Schritte leitet, von der unerschütterlichen Entschlossenheit, den die Würde von unten und links verleiht.

Von nun an wird unser Wort sich an ausgewählte Empfänger richten und – mit wenigen Ausnahmen – wird es nur von denen verstanden werden können, die mit uns gegangen sind und gehen, ohne sich den medien- und konjunkturbedingten Moden zu unterwerfen.

Hier, mit nicht wenigen Irrtümer und vielen Schwierigkeiten, ist eine andere Form Politik zu machen bereits Realität.

Wenige, sehr wenige, werden das Privileg haben, sie zu kennen und direkt von ihr zu lernen.

Vor 19 Jahren überraschten wir sie, als wir ihre Städte mit Feuer und Blut einnahmen. Jetzt haben wir es erneut getan – ohne Waffen, ohne Tod, ohne Zerstörung.

Wir unterscheiden uns somit von jenen, die während ihrer Regierungszeit, den Tod unter den von ihnen Regierten verbreiteten und verbreiten.

Wir sind die Gleichen wie vor 500 Jahren, wie vor 44 Jahren, wie vor 30 Jahren, wie vor 20 Jahren12, und wie vor einigen Tagen.

Wir sind die Zapatistas, die Allerkleinsten, die in der entlegensten Ecke des Landes leben, kämpfen und sterben, die nicht nachgeben, die sich nicht verkaufen, die sich nicht ergeben.

Brüder und Schwestern:

Compañeros und Compañeras:

Wir sind die Zapatisten und Zapatistinnen. Wir umarmen Euch.

Demokratie!

Freiheit!

Gerechtigkeit!

Aus den Bergen des mexikanischen Südostens.
Für das Geheime Revolutionäre Indigene Komitee – Generalkommandantur der Zapatistischen Armee der Nationalen Befreiung


Subcomandante Insurgente Marcos.

Mexiko. Dezember 2012 – Januar 2013.

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Hör dir die Musik an, die dieses Schreiben begleitet:

“Latinoamérica” von Calle 13 (bestehend aus René Pérez Joglar, Eduardo José Cabra Martínez (Gastauftritt) und Ileana Cabra (PG 13). Mit Totó la Mamposina, Susana Baca und María Rita.

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Anmerkungen von ¡Alerta!:

  1. Anfang Dezember wurde die neue mexikanische Regierung unter Enrique Peña Nieto trotz starker Proteste und Vorwürfe der Wahlfälschung vereidigt. Neben Wahlfälschung hat Nieto die Wahl vor allem gewonnen, da er von den großen privaten Medien stark unterstützt wurde. [zurück]
  2. Mehr Infos dazu hier. [zurück]
  3. Auch bei der vorhergehenden Präsidentenwahl (2006), bei der der konservative Felipe Calderón zum Sieger erklärt wurde, gab es glaubwürdige Vorwürfe der Wahlfälschung. Damals erklärte die Wahlkommission ihn trotz starker Proteste und nur wenigen Stimmen Unterschied zum Sieger vor dem sozialdemokratischen Kandidaten Andrés Manuel López Obrador. Ein Teil der mexikanischen Linken anschließend warf den Zapatistas vor, ihre gegen alle Präsidentschaftskandidaten gerichtete Kritik und Ablehnung habe Obrador den Sieg gekostet. [zurück]
  4. Unter dem damaligen Bundesstaats-Gouverneur und heutigen mexikanischen Präsidenten Peña Nieto kam es 2006 zu brutaler Polizeigewalt gegen die widerständige Gemeinde San Salvador Atenco (zu den damaligen Ereignissen und dem Kampf Atencos bis heute hier ein Video). Diese brutale Repression in Atenco wurde Peña Nieto im Wahlkampf 2012 von seinen politischen Gegnern und von der großen (vor allem studentischen) Bewegung #yosoy132 vorgehalten. In den Jahren davor gab es weniger Unterstützung für Atenco, die Zapatistas allerdings waren dem Widerstand von Atenco seit 2006 stark verbunden.[zurück]
  5. Hier wird darauf angespielt, dass die Zapatistas, die vorher ein großes öffentliches Interesse auf sich zogen, in den letzten Jahren im öffentlichen Raum in Mexiko immer weniger Erwähnung fanden. Die Regierung wendet die das Verschweigen als eine Strategie im sogenannten Krieg niederer Intensität an, den sie gegen die Zapatistas führt. Aber auch die großen Medien und Teile der mexikanischen Linken befassten sich kaum noch mit den Zapatistas.[zurück]
  6. Der Congreso Nacional Indígena ist ein 1996 auf Initiative der Zapatistas erstmal zusammengekommenes Treffen von Vertreter_innen der verschiedenen indigenen Gesellschaften Mexikos, mit dem diese sich einen Raum zum Kennenlernen, Austauschen und für gemeinsame Kämpfe gegen ihre Ausgrenzung und Ausbeutung schufen.[zurück]
  7. Die letzten umfassenden politischen Erklärung der Zapatistas von 2005 (hier der Text in deutscher Übersetzung) schlug unter anderem allen Aktivist_innen und Bewegungen „von Unten und Links“ in Mexiko und weltweit vor, sich zusammen zu tun und zu vernetzen. In Mexiko ist aus diesem Vorschlag heraus die Andere Kampagne (La Otra Campaña) entstanden, ein Netzwerk emanzipatorischer basisdemokratischer Bewegungen. [zurück]
  8. Hier werden alle in Mexiko auf Bundesebene momentan relevanten Parteien aufgelistet. [zurück]
  9. Gemeint sind die mexikanische Bundesregierung, das mexikanische Parlament und der Oberste Gerichtshof. [zurück]
  10. Die „Abkommen von San Andrés“ zwischen der mexikanischen Bundesregierung und der EZLN sahen unter anderem eine Verfassungsreform vor, die die Rechte der Indigenen und ihrer Gesellschaften stärkt und ihnen bessere Möglichkeiten für die selbstbestimmte Entwicklung und den Widerstand gegen ihre Ausgrenzung und Ausbeutung gab. Die vereinbarte Reform wurde allerdings nur in stark abgeschwächter Version von der Regierung ins Parlament eingebracht und auch einer Klage des Congreso Nacional Indígena gegen diesen Bruch der „Verträge von San Andrés“ wurde vom Obersten Gerichtshof nicht stattgegeben. Seitdem hat die EZLN alle Gespräche mit der Regierung abgebrochen. Die damalige Regierungspartei PRI ist auch heute wieder an der Macht.[zurück]
  11. Gemeint sind die Unterstützer_innen und Aktivist_innen anderer linker Bewegungen und der linken Parteien. [zurück]
  12. Gemeint ist die Invasion Lateinamerikas durch die Europäer_innen ab 1492, die Niederschlagung der (vor allem studentischen) Bewegung für mehr Demokratie und Emanzipation in Mexiko (1968), der mexikanische Staatsbankrott von 1982, der das Land unter das neoliberale Diktat von Weltbank und Internationalem Währungsfond zwang, und die Unterzeichnung des neoliberalen Freihandelsvertrages NAFTA 1992 (durch Mexiko, USA und Kanada) und die damit verbundenen Abschaffung des Schutzes von kommunitärem Landbesitz durch die Verfassung. Dies führte im selben Jahr zum Entschluss der EZLN zum bewaffneten Aufstand beim Inkrafttreten des Vertrages am 1.1.1994. [zurück]