Aktuelles

Solidarität mit den Opfern des staatlichen Massakers in Tumaco, Kolumbien!

versión en Español/spanische Version

Düsseldorf, 7.10.2017

An die Gemeinden Alto Mira und Frontera im Landkreis Tumaco, Kolumbien:
An unsere Compas des Congreso de los Pueblos, Kolumbien:
An unsere Compas in der ganzen Welt:

Mit Bestürzung und Wut haben wir erfahren, dass am 5.10. Polizei und Militär neun protestierende Kleinbäuer_innen der Gemeinden Alto Mira und Frontera im Landkreis Tumaco, Kolumbien, ermordeten, weitere 18 Personen schwer verletzten und anschließend deren Transport in Krankenhäuser verhinderten [1]. Direkt verantwortlich für dieses Staatsverbrechen ist der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger von 2016, Juan Manuel Santos. Die Einheiten, die diese abscheuliche Tat begingen, stehen unter seinem direkten Befehl.

Polizisten sowie ein Militärhubschrauber schossen wahllos auf die protestierenden Kleinbäuer_innen ein. Gewaltfrei protestierten diese seit mehreren Tagen für eine Unterstützung beim Aufbau neuer Lebensgrundlagen. Diese ist ihnen im Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerilla FARC zugesichert worden. Bisher hatten sie aus Mangel an Alternativen Cocasträucher angebaut, deren Anbau jedoch verboten ist. Während Polizeieinheiten ihre Felder zerstören, wird ihnen keine Möglichkeit geboten, anderweitig einen würdevollen Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern. Stattdessen werden ihre legitimen Proteste mit extremer staatlicher Gewalt beantwortet.

Dies ist nicht das erste massive Staatsverbrechen seit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen kolumbianischer Regierung und FARC. Die Gewalt und das Morden des Staates richtet sich seitdem verstärkt gegen Organisationen und Aktivist_innen, die ihre Menschenrechte sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Gerechtigkeit einfordern [2, 3].

In unseren Augen und in denen vieler Kolumbianer_innen ist die Verleihung des Friedensnobelpreises an Juan Manuel Santos ein Hohn. Seine Einigung mit der FARC-Guerilla war vor allem durch wirtschaftliche Interessen motiviert. Seine Motivation ist, dass transnationale Konzerne so die Naturressourcen des Landes leichter ausbeuten können und die Unterdrückung der sozialen Rechte der Bevölkerung sowie der Forderungen nach wirtschaftlicher Gleichheit auch ohne die Legitimation eines inneren Krieges gelingt. Dies zeigt auch das staatliche Massaker vom 5.10.

Wir senden den Familien der Opfer und den betroffenen Gemeinden dieses Staatsterrorismus unsere Solidarität und fordern daher gemeinsam mit unseren Compas vom Congreso de los Pueblos [4] und vielen Basisorganisationen in Kolumbien:
- Einhaltung des Rechts auf Protest und politische Organisierung durch den Staat!
- Grundlegende Reform der Polizei und des Militärs, die von militärischen Geist des Krieges gegen einen inneren Feind durchzogen sind!
- Einhaltung der Vereinbarungen des Friedensvertrags durch die Regierung und deren Überprüfung durch internationale und zivilgesellschaftliche Organisationen!
- Ermöglichung einer sicheren und würdevollen Lebensgrundlage für die kolumbianischen Kleinbäuer_innen, insbesondere eine grundlegende Veränderung der Landverteilung und der kapitalistischen Marktstrukturen!
- Vollständige Aufklärung des Massakers in Tumaco und eine Bestrafung der Täter und ihrer Hintermänner!
- Aberkennung des Friedensnobelpreises für Juan Manuel Santos!

Wahrheit, Gerechtigkeit und umfassende Wiedergutmachung!

Eine solidarische Umarmung!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Weitere Informationen: Artikel „Staatliche Einsatzkräfte in Kolumbien verüben erneut Massaker“ (amerika21)

Solidaridad con l@s víctimas de la masacre de Tumaco en Colombia

deutsche Version/versión en Aleman

Düsseldorf, Alemania el 7 de Octubre del 20177

A las comunidades campesinas de Alto Mira y Frontera del Corregimiento, Municipio de Tumaco

A l@s compañer@s del Congreso de los Pueblos en Colombia

A l@s compañer@s en el resto del mundo

Con enorme consternación y enojo nos enteramos que el pasado 5 de octubre, miembros de la policía y el ejército colombianos asesinaron a ocho campesinos e hirieron a decenas de personas (a las cuales se les impidió el traslado a hospitales para su atención médica) en el municipio de Tumaco.

El directo responsable de este delito de estado es el presidente colombiano y Premio Nobel de la Paz, Juan Manuel Santos pues las unidades de seguridad estatales que cometieron este abominable acto están bajo su mando directo.

Policías desde tierra y miembros del ejercito desde un helicóptero, dispararon indiscriminadamente contra l@s campesin@s que se manifestaban pacíficamente desde dias antes por mejores condiciones de vida, pues eso les fué prometido en el Acuerdo de Paz entre el Gobierno Colombiano y las FARC. L@s campesin@s están por una sustitución de cultivos, concertada y progresiva, sin embargo, las fuerzas policiales destruyen sus cultivos sin que antes les sean dadas alternativas que les permitan asegurar un sustento digno para sus familias, en cambio sus manifestaciones son reprendidas por el estado con violencia extrema.

No es la primera vez que, desde que se firmó el Acuerdo de Paz, el estado colombiano responde con violencia en contra de las organizaciones que exigen respeto a los derechos humanos y luchan por la impartición de justicia social y económica. Por eso, desde nuestro punto de vista, y el de muchísimos colombianos la concesión del Premio Nobel de la Paz a Juan Manuel Santos, es una burla.

Su acuerdo con las FARC fue motivado principalmente por un interés económico neoliberal. Su interés es que las empresas transnacionales tengan acceso, sin conflictos, a la explotación de los recursos naturales de Colombia, y esto a costa de menoscabar los derechos humanos, sociales y las manifestaciones por justicia económica de la población. Esto queda demostrado con la masacre del 5 de octubre.

Nuestra solidaridad a l@s familiares de las víctimas y a las comunidades afectadas por el terrorismo de estado. Así mismo, como nuestr@s compañer@s del Congreso de los Pueblos y muchas otras organizaciones colombianas de base exigimos:

- Que el Estado Colombiano respete el derecho a la manifestación y organización política.
- Reformación de los cuerpos de seguridad policiacos y militares, que ahora parecieran buscando al enemigo en la población civil.
- El respeto de los Acuerdos de Paz y su revisión por organizaciones independientes internacionales
- Posibilitar una vida digna para los campesin@s colombian@s, y en particular, un cambio fundamental en la distribución de la tierra y las estructuras de mercado capitalistas.
- Que se investigue la masacre en Tumaco y se castigue a los perpetradores materiales e intelectuales.
- Que se le retire el Premio Nobel de la Paz a Juan Manuel Santos.


¡Verdad, justicia y reparación integral!

Abrazos solidarios desde Alemania

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Drei Jahre nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen von 43 Studenten aus Ayotzinapa/Mexiko

versión en Español/spanische Version

Düsseldorf, 26.9.2017

An die Familien der 43 verschleppten Studenten aus Ayotzinapa:
An die Studenten der Lehramtsuniversität von Ayotzinapa:
An unsere Compas in Mexiko und der ganzen Welt:

Wir hoffen, euch allen in Mexiko und euren Familien und Freund_innen geht es angesichts der drei schweren Erdbeben der letzten Wochen gut. Allen von euch, die nahe Menschen verloren haben, senden wir unsere Anteilnahme. Wir wünschen euch allen Kraft und versuchen, euch von hieraus zu unterstützen.

Es ist heute drei Jahre her seit den schrecklichen Ereignissen von Iguala im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Damals wurden sechs Menschen erschossen, 40 Menschen schwer verletzt und 43 Studenten der Lehramtsuniversität von Ayotzinapa vom mexikanischen Staat verschleppt – wie es aussieht, auch unter Einsatz von in Deutschland produzierten Waffen [1]. Die 43 sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Ihr Familien leben seit drei Jahren in ständiger Unsicherheit und mit dem Wunsch, ihre Kinder, Geschwister und Partner lebend wiederzusehen.

Die mexikanische Regierung unter Präsident Peña Nieto ist für dieses Verbrechen des gewaltsamen Verschwindenlassens direkt verantwortlich. An der Tat waren die mexikanische Polizei und das Militär beteiligt [2]. Die Regierung zeigte anschließend keinen Willen zur Aufklärung des Verbrechens, sondern log und versuchte alles, eine Aufklärung zu verhindern. Sie verhöhnte die Opfer und schütze die Täter. Die Interdisziplinäre Unabhängige Expertengruppe (GIEI) wurde behindert und konnte ihre Arbeit nicht fortsetzen. Ihre Empfehlungen und Ermittlungsergebnisse wurden vom mexikanischen Staat bis heute nicht weiter verfolgt [3].

Gleichzeitig setzte die mexikanische Regierung in den letzten drei Jahren ihren Staatsterror gegen die Bevölkerung fort: So etwa in Nochixtlán, Oaxaca [4], oder bei den wiederholten Angriffen gegen indigene Gemeinden, die vom Congreso Nacional Indigena (CNI) veröffentlicht wurden [5], so auch bei den insgesamt mehr als 32.000 Menschen, die von staatlichen Kräften gemeinsam mit dem organisierten Verbrechen verschleppt wurden, und bei den mehr als 160.000 Menschen, die von organisiertem Verbrechen und staatlichen Akteuren seit 2006 ermordet wurden, so bei den Angriffen auf Proteste gegen das Staatsverbrechen von Ayotzinapa, so auch bei der Spionage gegen die Mitglieder der GIEI, gegen Anwält_innen, Aktivist_innen und Menschenrechtsorganisationen [6, 7]. Die mexikanische Regierung hat viel Blut und Tränen ihrer eigenen Bevölkerung an den Händen.

Dieses Blut und diese Tränen haben auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel [8], Außenminister Sigmar Gabriel [9], Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier [10] und der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker [11] an ihren Händen. Sie alle haben in den letzten drei Jahren der mexikanischen Regierung freudig die Hände geschüttelt, sie hofiert und als „verlässlichem und strategischem Partner“ bezeichnet, mit der man „zentrale und grundlegende Werte wie Demokratie sowie den Respekt vor Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte teilt“ [12]. Sie verhandeln gerade mit der mexikanischen Regierung eine Neufassung des gemeinsamen Freihandelsabkommens [13]. Sie haben Waffenkäufe gefördert [14] und Vereinbarungen zur Polizeizusammenarbeit mit Mexiko [15] getroffen. Ihnen sind die Interessen der europäischen Konzerne, die in Mexiko Menschen und Natur ausbeuten, sehr viel wichtiger als die Würde und die Rechte der mexikanischen Bevölkerung. Sie sind damit mitverantwortlich für die staatlichen Morde, das Verschwindenlassen und das Leid in Mexiko. Sie sind mitverantwortlich dafür, dass die 43 Studenten aus Ayotzinapa verschleppt wurden und bis heute nicht mehr aufgetaucht sind. Sie werden das Blut und die Tränen an ihren Händen nicht mehr los werden.

Seit drei Jahren kämpfen die Familien der 43 verschleppten Studenten, die Studenten aus Ayotzinapa und hunderttausende Aktivist_innen überall in Mexiko und auf der Welt für die Aufklärung, für Gerechtigkeit und ein politisches System, das solche Verbrechen unmöglich macht. Auch wir sind ein kleiner Teil dieses würdevollen Kampfes. Wir haben uns in den letzten drei Jahren gemeinsam mit unseren Compas in Ayotzinapa, in Mexiko und weltweit vernetzt, haben einander zugehört, unsere Stimmen erhoben, gemalt und musiziert, uns unterstützt, protestiert, Forderungen gestellt, informiert, gemeinsame Erfahrungen gemacht und Vertrauen ineinander gewonnen.

Angesichts von drei Jahren ohne unsere 43 Compañeros und ohne Gerechtigkeit empfinden wir Schmerz und Wut. Wir vergessen nicht. Wir sehen die Würde und die Hoffnung, die in diesen drei Jahren unter uns gewachsen sind.

Wir verlangen die lebende Rückkehr der 43 verschleppten Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa/Mexiko!
Wir verlangen eine Aufklärung dieses Staatsverbrechens!
Wir verlangen die Bestrafung aller Täter und derer, die sie decken!
Wir verlangen den Rücktritt aller politisch Verantwortlichen!
Wir verlangen den sofortigen Abbruch der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Mexiko und der EU!

Für eine andere Welt von Unten und Links!

Eine solidarische Umarmung,
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Unsere Aktionen der letzten drei Jahre – ein sehr kleiner Teil, der weltweiten Aktionen und Kämpfe:
- gemeinsamer Protest in Köln, 1. und 2.11.2014 mit Video
- gemeinsamer Spendenaufruf, Januar 2015
- Kundgebung nach 6 Monaten dem Verschwindenlassen, Düsseldorf, 28.3.2015
- Besuch einer Delegation aus Ayotzinapa, Münster, 15.5.2015 mit Kundgebung und Vortrag
- Protest gegen den EU-Mexiko-Gipfel, Düsseldorf, 11.6.2015
- Kundgebung ein Jahr nach dem Verschwindenlassen, 26.9.2015
- europäisches Comunicado zum 1. Jahrestag mit Video, 26.9.2015
- Ausstellung mit Portraits der 43 verschleppten Studenten, 13.11.2015
- Besuch von Omar Garcia, Student aus Ayotzinapa, Düsseldorf, 15.1.2016
- Comunicado für die Interdisziplinäre Unabhängige Expertengruppe (GIEI), 21.3.2016
- Konzert, Düsseldorf, 8.7.2016
- Video zwei Jahre nach dem Verschwindenlassen der 43 Studenten, 26.9.2016
- Film „Mirrar Morir“ und Aktion, zwei Jahre nach dem Verschwindenlassen, Düsseldorf, 1.10.2017

A tres años de la desaparición forzada de los 43 estudiantes de Ayotzinapa. México.

deutsche Version/versión en Aleman

Düsseldorf, Alemania, 26 de septiembre de 2017

A los familiares de los 43 estudiantes desaparecidos de Ayotzinapa
A los estudiantes de la Escuela Normal Rural de Ayotzinapa
A nuestr@s compañer@s en México y todo el mundo

Esperamos que tod@s ustedes en México, así como sus familiares y amig@s, se encuentren bien después de los tres terremotos de las semanas pasadas. A aquell@s de ustedes que hayan perdido a seres queridos les enviamos nuestras condolencias. Les deseamos mucha fuerza e intentaremos apoyarles desde aquí.

Hoy se cumplen tres años de los horribles acontecimientos de Iguala en el estado de Guerrero. Aquella noche fueron asesinadas a balazos 6 personas, 40 fueron heridas de gravedad y 43 estudiantes de la Escuela Normal Rural de Ayotzinapa fueron desaparecidos por el estado mexicano – y por lo visto con la ayuda de armas producidas en Alemania [1]. A la fecha los 43 estudiantes siguen desaparecidos. Sus familias viven desde hace tres años en constante inseguridad y con el deseo de volver a ver con vida a sus hijos, hermanos, parejas.

El gobierno mexicano del presidente Enrique Peña Nieto es responsable directo de este crimen de desaparición forzada. Tanto la policía como los militares participaron en los hechos. El gobierno no ha mostrado voluntad por aclarar el crimen. Al contrario ha mentido y ha intentado a toda costa impedir la resolución del caso. Ha hecho escarnio de las víctimas mientras que ha protegido a los responsables de los hechos. Las actividades de investigación del Grupo Interdisciplinario de Expertos Independientes (GIEI) fueron entorpecidas y al final se le impidió continuar con su trabajo. Sus recomendaciones y los resultados de sus investigaciones han sido a la fecha consecuentemente ignoradas por el estado mexicano.

Al mismo tiempo el gobierno mexicano no ha cesado con su política de terror de estado en contra de la población civil. Un ejemplo es Noxitlán, Oaxaca, en donde la policía hizo uso masivo de la violencia. Otros ejemplos son: los repetidos ataques a las comunidades indígenas adheridas al Congreso Nacional Indígena (CNI), las 32 mil personas que han sido desaparecidas así como las 160 mil que desde 2006 has sido asesinadas como resultado de la colusión del estado con el crimen organizado; la represión a protestas contra el crimen de estado de Ayotzinapa así como el espionaje en contra de los miembros del GIEI, en contra de abogad@s, activistas y organizaciones de derechos humanos. El gobierno mexicano se ha manchado las manos con mucha sangre y lágrimas de su pueblo.

También las manos de polític@s alemanes y europe@s se han manchado. La canciller alemana Angela Merkel, el ministro del exterior Sigmar Gabriel, el presidente Frank-Walter Steinmeier y el presidente de la Comisión Europea Jean-Claude Juncker han manchado sus manos saludando amistosamente al gobierno mexicano, haciéndole la corte e incluso nombrándole “socio estratégico” con el que se comparten „los valores comunes de la democracia, el respeto de los derechos humanos, el Estado de Derecho, las libertades fundamentales“ [2]. Estos polític@s estan negociando acuerdos de libre comercio con México [3], han apoyado la exportación de armas y han acordado una cooperación entre las policías de Alemania y México [4]. Los intereses de la empresas europeas en México, la explotación de sus recursos naturales y sus habitantes les importan mucho más que la dignidad y los derechos del pueblo mexicano. Son por tanto cómplices de los asesinatos de estado, de la desaparición forzada y del sufrimiento de México. Son cómplices de la desaparición de los 43 estudiantes de Ayotzinapa y de que a la fecha no se sepa su paradero. No se podrán limpiar la sangre y las lágrimas del pueblo de México de sus manos.

Desde hace tres años las familias de los 43 estudiantes desaparecidos luchan junto con los estudiantes de Ayotzinapa y cientos de miles de activistas en México y en todo el mundo por el esclarecimiento del caso, por justicia y por un sistema político que haga imposible ese tipo de crímenes. También nosotros formamos una pequeña parte de esta lucha digna. En los últimos años nos hemos enlazado con nuestr@s compañer@s de Ayotzinapa, de México y de todo el mundo, les hemos escuchado, hemos levantado nuestra voz, hemos pintado y hemos hecho música, nos hemos apoyado mutuamente, hemos presentado exigencias, hemos informado, hemos convivido y hemos ganado confianza l@s un@s en l@s otr@s.

Nos da dolor y coraje ver que después de tres años nuestro 43 compañeros sigan desaparecidos. No olvidamos. Al contrario, vemos como la dignidad y la esperanza ha crecido en nosotr@s.

¡Exigimos la aparición con vida de los 43 estudiantes desparecidos de la Escuela Normal Rural de Ayotzinapa!
¡Exigimos el esclarecimiento de este crimen de estado!
¡Exigimos el castigo de tod@s l@s culpables y de aquell@s que l@s encumbren!
¡Exigimos la renuncia de tod@s l@s polític@s responsables!
¡Exigimos la cancelación inmediata de las negociaciones del acuerdo de libre comercio entre México y la Unión Europea!

¡Por un mundo distinto, desde abajo y a la izquierda!

Un abrazo solidario
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Nuestras acciones de los últimos tres años, un pequeña aportación a las acciones y luchas a lo largo y ancho del mundo:
- Protesta conjunta en Colonia, 1 y 2 de Noviembre 2014 con Video
- Llamado a donaciones, enero 2015 (solo en Aleman)
- Manifestación a los 6 meses de la desaparición de los 43, Düsseldorf, 28.3.2015
- Visita de una delegación de Ayotzinapa, Münster, 15.5.2015 con manifestación y conferencia
- Protesta contra el cumbre entre la Unión Europea y México, Düsseldorf, 11.6.2015
- Manifestación a un año de la desaparición de los 43, 26.9.2015
- Comunicado europeo con video, 26.9.2015
- Exposición de retratos de los 43, 13.11.2015 (en Aleman)
- Visita de Omar Garcia, estudiante de Ayotzinapa, Düsseldorf, 15.1.2016 (en Aleman)
- Comunicado de apoyo al Grupo Interdisciplinario de Expertos Independientes (GIEI), 21.3.2016
- Concierto, Düsseldorf, 8.7.2016
- Video a dos años de la desaparición de los 43, 26.9.2016
- Presentación de la película „Mirrar Morir“ y acción a dos años de la desaparición de los 43, 1.10.2017

¿Dónde está Santiago Maldonado?

deutsche Version/versión en Aleman

Düsseldorf/Alemania, 31.8.2017

A la familia de Santiago Maldonado
A la comunidad mapuche Pu Lof en Resistencia
A nuestro compas en todo el mundo

Desde el primero de agosto de 2017 Santiago Maldonado está en calidad de desparecido. La última vez que fue visto fue durante un ataque de la gendarmería a la comunidad mapuche Pu Lof, en la provincia Chubut de Argentina. Santiago apoyaba a esta comunidad en su lucha justa por su territorio y sus derechos, mismos que le fueron robados por la empresa Benetton con ayuda de los distintos gobiernos argentinos. Existen muchos testimonios que indican que Santiago fue raptado por la policía con el fin de generar miedo dentro de la comunidad y así romper su resistencia y su dignidad. El gobierno de Macri, – el mismo que ha tratado de minimizar los crímenes de la dictadura, ha negado los genocidios a los pueblos indígenas en Argentina y a la fecha sigue atacando los derechos humanos de los que defienden y luchan por sus derechos en distintas regiones del país – es responsable de este crimen.

Nos unimos a los cientos de miles de personas en Argentina y en el mundo y exigimos con ellas:
- aparición con vida de Santiago Maldonado y el castigo a sus raptores
- la renuncia de los y las responsables polític@s, en especial de la ministra de seguridad Patricia Bullrich
- el fin de los ataques a las comunidades mapuches y el reconocimiento de sus derechos
- la devolución de los territorios robados por medio de guerras exterminadoras y genocidios a las comunidades mapuches

!Aparición con vida de Santiago Maldonado!
¡Solidaridad con Pu Lof en Resistencia!
¡Fuera Benetton de los territorios mapuches!

¡Un abrazo solidario!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Más informaciones:
www.santiagomaldonado.com

Wo ist Santiago Maldonado?

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Düsseldorf, 31.8.2017

An die Familie von Santiago Maldonado:
An die Mapuche-Gemeinde Pu Lof im Widerstand:
An unsere Compas überall auf der Welt:

Seit dem 1.8.2017 ist Santiago Maldonado verschwunden. Das letzte Mal wurde er bei einem Angriff der Polizei auf die Mapuche-Gemeinde Pu Lof, Provinz Chubut, Argentinien, gesehen. Diese Gemeinde unterstützte er in ihrem gerechten Kampf für ihr Land und ihre Rechte, die von dem multinationalen Unternehmen Benetton mit Hilfe des argentinischen Staates geraubt wurden. Viele Beweise deuten darauf hin, dass Santiago von der Polizei verschleppt wurde. Dies soll Angst unter den Menschen der Gemeinde verbreiten und ihren Widerstand und ihre Würde brechen. Die Regierung Macri, die die Verbrechen der Militärdiktatur klein redet, den Genozid an den indigenen Gemeinden in Argentinien leugnet und die heute die Rechte der Menschen überall in Argentinien angreift, ist für dieses Verbrechen verantwortlich.

Zusammen mit hunderttausenden Menschen in Argentinien und weltweit fordern wir:
- die Freilassung von Santiago Maldonado und die Bestrafung der Entführer_innen
- den Rücktritt der politisch Verantwortlichen, insbesondere von Sicherheitsministerin Patricia Bullrich
- ein Ende der Angriffe auf die Mapuche-Gemeinden und die Anerkennung ihrer Rechte
- Rückgabe des durch Vernichtungskriege und Genozid geraubte Landes an die indigenen Gemeinden

Santiago muss lebend wieder auftauchen!
Solidarität mit Pu Lof im Widerstand!
Raus mit Benetton aus dem Land der Mapuche!

Eine solidarische Umarmung!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Weitere Informationen:
www.amerika21.de/2017/08/183035/verschwundener-argentinien
www.taz.de/Opposition-in-Argentinien/!5437153/
www.santiagomaldonado.com

Ein Jahr nach dem Mord an Berta Cáceres: ¡Berta vive, COPINH sigue!

Ein Jahr nach dem Mord an unserer Compañera Berta Cáceres haben wir ihrer Organisation COPINH eine solidarische Botschaft im Rahmen des internationalen Aktionstages geschickt.

Auch COPINH hat anlässlich des Jahrestages ein schönes Video und eine kämpferische Erklärung (spanisches Originaldeutsche Übersetzung) veröffentlicht.

Wir sind bei dir, Lea!

versión en Español/spanische Version

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Düsseldorf, 27.11.2016

An unsere compañera Lea Machado:
An alle Opfer der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien und ihre Familien:
An unsere compañer@s in der ganzen Welt:

Am 30.11.2016 wird unsere langjährige Mitstreiterin Lea Machado in einem Prozess gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Konzentrationslager „Club Atletico“, “El Banco” und “El Olimpo” in Buenos Aires aussagen. Lea wurde wie Zehntausende Menschen während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83) vom argentinischen Staat gewaltsam verschleppt, in geheimen Lagern eingesperrt und gefoltert. Lea überlebte, viele andere wurden ermordet. Sie alle wurden vom argentinischen Staat angegriffen, weil sie sich für Solidarität, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und eine bessere Welt einsetzten. Lea kämpft bis heute an unserer Seite für diese Welt.

Wie viele andere Opfer der Diktatur kämpft sie auch für eine Bestrafung der Täter_innen, für Gerechtigkeit und die Erinnerung – nun geht sie mit ihrer Aussage einen weiteren mutigen Schritt. Sie tut dies in einer Zeit, in der die aktuelle reaktionäre, neoliberale Regierung unter Mauricio Macri alles daran setzt, die Aufarbeitung der Diktatur und die Bestrafung der Täter_innen aufzuhalten sowie die Erinnerung an ihre Opfer zu erschweren: Sie streicht Gelder für Erinnerungszentren, versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren, rehabilitiert Täter_innen und verharmlost den massiven Staatsterror und Massenmord.


Liebe Lea, wir bewundern deinen Lebensmut und deine Stärke. Wir wissen, was für einen schwierigen und mutigen Schritt du am 30.11. gehst – dafür senden wir dir Kraft und Liebe. Auch wenn wir weit entfernt sind, sei dir gewiss: Wir sind bei dir!

Außerdem fordern wir:
- Die umfassende Aufarbeitung der Verbrechen der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien!
- Die Bestrafung aller Täter_innen!
- Die bedingungslose Unterstützung der Opfer und die Erfüllung ihrer Forderungen!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

¡Estamos contigo, Lea!

deutsche Version/versión en Aleman

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Düsseldorf, Alemania 27 de noviembre 2016

A nuestra compañera Lea Machado:
A todas las víctimas de la dictadura civil-militar en Argentina y a sus familiares:
A tod@s nuestr@s compañer@s en todo el mundo:

Lea Machado, nuestra compañera de lucha desde hace años, va a declarar el 30 de noviembre de 2016 en un proceso contra responsables y colaboradores de los campos de concentración en Buenos Aires “Club Atlético”, “El Banco” y “El Olimpo”. Durante la dictadura civil-militar en Argentina (1976-83) Lea, al igual que otra decena de miles de personas, fue desaparecida, fue encerrada en un centro clandestino y fue torturada. El ataque a todas esas miles de personas por parte del estado argentino fue a razón de su activismo en lucha por un mundo mejor, solidario, humano y justo. Lea ha seguido luchando a nuestro lado por un mundo así.

Como otras muchas víctimas de la dictadura, Lea lucha para que se haga justicia, se castigue a los culpables y se preserve la memoria. Con su declaración dará valientemente un paso más hacia ese objetivo. Esto en una época en la que el actual gobierno reaccionario y neoliberal de Mauricio Macri hace todo lo posible para detener el esclarecimiento de la dictadura, evitar el castigo de los culpables y dificultar el recuerdo a las víctimas: El gobierno está acortando presupuestos para sitios de memoria, ha tratado de sabotear juicios y de rehabilitar a culpables a la vez que ha intentado minimizar la dimensión del terror de estado y de las masacres cometidas.


Querida Lea, valiente y fuerte Lea. Admiramos tu valentía y fortaleza. Sabemos que este 30 de noviembre vas a dar un paso difícil que requiere mucho valor. Por eso te enviamos fuerza y todo nuestro cariño. Aun a la distancia ten por seguro: ¡estamos contigo!

Además exigimos:
- Esclarecimiento total de los crímenes de la dictadura civil-militar en Argentina!
- Castigo a todos los culpable!
- Apoyo incondicional a las víctimas y cumplimiento de sus exigencias!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Ein wichtiger Teil der Aufarbeitung und Erinnerung

Der „ABO III“-Prozess und der Kampf um die Verurteilung der Täter_innen des staatlichen Terrors während der Diktatur in Argentinien


(Fotos von einigen der verschleppten und bis heute vermissten Aktivist_innen, deren Aufenthalt in den Konzentrationslagern “Club Atlético”, “El Banco” und “El Olimpo” belegt ist)

Seit dem 20. September 2016 läuft in Buenos Aires ein weiterer umfassender Prozess gegen Täter (es sind nur Männer angeklagt) des Staatsterrors und des Massenmordes während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83). Auch Lea Machado von ¡Alerta! wird in diesem Prozess als Zeugin aussagen. Wir haben in diesem Artikel einige Informationen zum Prozess und seinen Hintergründen zusammengestellt.

Die ABO-Prozesse
Der Prozess wird kurz „ABO III“ genannt, da es um eine Tätergruppe geht, die in den drei Konzentrationslager “Club Atlético”, “El Banco” und “El Olimpo” der argentinischen Hauptstadt aktiv waren. „ABO“ steht also für die Anfangsbuchstaben dieser Lager. Die „III“ erklärt sich daraus, dass es bereits der dritte Prozess gegen Täter aus diesen Lagern ist. In den vorherigen beiden Prozessen wurden zwischen 2009 und 2012 bereits 18 Täter verurteilt – die meisten von ihnen zu lebenslanger Haft. Im aktuell laufenden Strafprozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden neuen Täter (die meisten ehemalige Mitarbeiter der argentinischen Bundespolizei) wegen Entführung und Folter von 352 Menschen sowie wegen Mordes an 19 von ihnen angeklagt. Erwartet wird, dass der Prozess rund 18 Monate dauert und in seinem Verlauf mehr als 300 Zeug_innen gehört werden.

Deren Aussage sind das zentrale Mittel der Beweisführung auf die sich die Anklage und das spätere Urteil stützen wird. Ebenso wie in früheren Prozessen ist die Ermittlung und die Beweisführung nicht einfach, und Anklagen und Urteile basieren meist nur auf den Teil der begangenen Verbrechen, der heute nachweisbar ist.

Die geheimen Konzentrationslager und der staatliche Massenmord
Die geheimen Konzentrationslager (oder, wie sie auch genannt werden: Geheime Internierungs-, Folter- und Hinrichtungszentren) waren ein wichtiger Teil des staatlichen Repressions- und Mordsystems. Sie erhielten von den Behörden Decknamen wie “Club Atlético” („Sportklub“), “El Banco” („Die Bank“) oder “El Olimpo” („Der Oymp“). Die drei Lager, um die es in den ABO-Prozessen geht, waren zwischen 1976 und 1979 nacheinander in Funktion. Die Täter und ein Teil der Internierten zog jeweils in das neue Lager, sobald das alte aufgegeben wurde. Da also die Täter vielfach nacheinander in allen drei Lagern aktiv waren, werden in den Prozesse gegen sie auch Verbrechen aus diesen drei Lagern gemeinsam verhandelt.

Insgesamt gab es Dutzende dieser geheimen Konzentrationslager in Buenos Aires und mehr als 500 in ganz Argentinien. Zehntausende Menschen wurden von Armee, Polizei und Spionageeinheiten hierhin verschleppt und ohne Gerichtsprozess eingesperrt. Die Behörden informierten niemanden über den Verbleib ihrer Opfer, sodass Freund_innen und Familie in ständiger Sorge und Ungewissheit leben mussten. So wurden große Teile der argentinischen Gesellschaft systematisch terrorisiert – vor allem ihre politisch-emanzipatorisch engagierten Teile. Denn die Internierten – die große Mehrheit junge Menschen – waren Gewerkschaftsaktivist_innen, politisch aktive Oberschüler_innen und Student_innen, Mitglieder politisch-religiöser Gruppen, Menschen, die sich in ihren Dörfern und Stadtteilen engagierten, Mitglieder linker Organisationen und Parteien, Befreiungstheolog_innen und alle, die in irgendeiner Form gegen die Diktatur aktiv waren.

In den Lagern wurden die Menschen systematisch und wiederholt gefoltert. Ein Großteil von ihnen wurde wahrscheinlich ermordet – „wahrscheinlich“, denn bis heute gelten noch rund 30.000 Menschen in Argentinien als „Verschwunden“, da bisher weder ihr Schicksal ausreichend aufgeklärt ist, noch ihre Leiche gefunden wurde.

Allein im Konzentrationslager “Club Atlético”, das 1976 und 1977 gemeinsam von Militär, Bundespolizei und Geheimdienst im Keller eines Gebäudes der Bundespolizei betrieben wurde, wurden 1.500 bis 1.800 Menschen gefangen gehalten und gefoltert – auch Lea. Die meisten von ihnen wurden ermordet oder gelten bis heute als „vermisst“.

Aufarbeitung und die reaktionäre Politik der Regierung Macri
In den letzten Jahren kam es wegen der Mobilisierung von Überlebenden, Angehörigen der Opfer und von Menschenrechtsgruppen zu immer mehr Gerichtsprozessen gegen Direkt- und Schreibtischtäter. Durch ihren Druck gelang es, zwischen 2003 und 2005 die beiden Amnestiegesetze zu Fall zu bringen, die einen Großteil der Täter und Verantwortlichen vor Strafverfolgung geschützt hatten. Doch heute ist die Aufarbeitung des staatlichen Terrors der Diktaturzeit erneut in Gefahr. Die aktuelle reaktionäre und neoliberale Regierung unter Mauricio Macri setzt alles daran, diese Aufarbeitung aufzuhalten und die Bestrafung der Täter_innen zu beenden. Sie versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren und rehabilitiert Täter_innen. Außerdem verharmlosen Regierungsmitglieder den massiven Staatsterror und Massenmord.

Um so wichtiger ist es, heute die Prozesse gegen die Täter_innen fortzuführen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Auch aus diesem Grund haben wir unserer Compañera Lea Machado diese Botschaft der Solidarität und Unterstützung geschickt.

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Weitere Infos und Quellen (alle auf Spanisch):

  • Artikel über den aktuellen Prozess
  • Weiterer Artikel über den aktuellen Prozess
  • Artikel und Video über das heutige Erinnerungszentrum am Ort des ehemaligen Konzentrationslager “Club Atlético”
  • Website des heutigen Erinnerungszentrum des “Club Atlético”
  • Virtueller Rundgang durch das ehemalige Konzentrationslager “Club Atlético” und Video-Interviews mit Inhaftierten
  • Neuer Vorschlag der Zapatistas und des CNI sorgt für Aufsehen

    Die Zapatistas (EZLN) und der Congreso Nacional Indigena (CNI), das mexikoweite Netzwerk widerständiger indigener Gemeinden und Organisationen, die Selbstverwaltung praktizieren, hat in Mexiko und weltweit mit einem neuen Vorschlag für Aufsehen gesorgt: Sie diskutieren und entscheiden gerade intern, ob sie 2018 gemeinsam eine indigene Frau als unabhängige Kandidatin zur Präsidentschaftswahl in Mexiko aufstellen wollen. Der komplette Vorschlag sieht vor, dass jede der im CNI organisierten Organisationen und Gemeinschaften eine Frau und einen Mann als Deligierte für einen sogenannten Indigenen Regierungsrat bestimmt, dieser soll dauerhaft arbeiten und aus seiner Mitte eine Sprecherin wählen. Diese wird neben ihrer Rolle als Sprecherin auch als Präsidentschaftskandidatin aufgestellt.

    Der Vorschlag wird gerade intern in allen zapatistischen Gemeinden sowie allen im CNI organisierten Gemeinden und Organisationen in Vollversammlungen diskutiert und abgestimmt. Ende Dezember/Anfang Januar sollen die Ergebnisse dieses basisdemokratischen Entscheidungsprozesses dann von Delegierten auf dem nächsten Kongress des CNI zusammengetragen werden. Erst dann ist klar, ob und wie genau, dieser Vorschlag umgesetzt wird.

    Hier findet ihr das Comunicado der EZLN und des CNI zu ihrem Vorschlag auf Spanisch und Deutsch. Darin erklären sie einerseits, dieser Vorschlag sei aus der Situation geboren, dass die Gemeinden immer stärkeren Angriffen, Zerstörung und Raub ausgesetzt seien. Andererseits sagen sie unmissverständlich, „dass unser Kampf kein Kampf um die Macht ist, diese suchen wir nicht; sondern wir werden die ursprüngliche Bevölkerung und die Zivilgesellschaft aufrufen, sich zu organisieren, um diese Zerstörung zu stoppen, uns gegenseitig zu stärken in unseren Widerständen und Rebellionen, das heißt, in Verteidigung des Lebens jeder Person, jeder Familie, jeden Kollektivs, jeder Gemeinde oder jeden Stadtteils. Frieden und Gerechtigkeit aufzubauen, indem wir wieder ein Gewebe spinnen – von unten her – woher wir sind, was wir sind.“

    Dieser Vorschlag hat in Mexiko und in anderen Ländern eine Menge rassistischer, eurozentristischer und besserwisserischer Kommentare von linken wie bürgerlichen Medien, Parteien, Organisationen sowie Einzelpersonen hervorgerufen – auf diese haben die Zapatistas nun mit einem Comunicado, adressiert „an die Rassist_innen“, reagiert (auf Spanisch und Deutsch).

    Weitere gute Artikel zum Thema findet ihr unter anderem hier:
    - El EZLN, el CNI y las elecciones / EZLN, CNI und die Wahlen (deutsche Übersetzung)
    - Zapatistas and Indigenous Congress Seek to Revolutionize Mexico’s 2018 Election
    - Die Kunst der anderen Politik
    - Zapatisten und Indigener Kongress wollen an Präsidentschaftswahl in Mexiko teilnehmen
    - La candidatura presidencial del zapatismo

    Sammel-Aktion: Smartphones und Kameras für unsere Compas von COPINH/Honduras

    Wir rufen dazu auf, funktionierende Smartphones oder andere Handys und digitale Kameras, die die Möglichkeit haben, Fotos und Videos zu machen, sowie Zubehör (Speicherkarten, Ladegeräte, USB-Anschlüsse) für unsere Compas von COPINH/Honduras zu spenden. Die Smartphones und Kameras sollen in den Gemeinden, die in COPINH organisiert sind, dazu dienen, dass lokale Medienteams Berichte über die Anliegen der Gemeinde zu erstellen sowie Angriffe gegen die Gemeinde oder Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren.

    Die Smartphones und Kameras können zu unserer Veranstaltung am 7.12. mitgebracht werden bzw. vorher bei ¡Alerta! abgegeben werden (meldet euch dazu bei alerta@posteo.de).

    Über COPINH und die Idee hinter den Medienteams sprachen wir mit Momo, Medienaktivistin, die 2016 die Arbeit von COPINH begleitete und 2017 erneut in Honduras mit COPINH zusammenarbeiten wird.

    Was ist COPINH?
    COPINH ist der „Zivile Rat der indigenen und Basisorganisationen Honduras“, in dem 200 Gemeinden der indigenen Lenca organisiert sind. Seit 23 Jahren kämpfen sie gegen die neoliberale Ausbeutung ihres Landes beispielsweise durch Bergbau- und Wasserkraftprojekte und verteidigen ihre Gemeingüter wie Wälder und Flüsse. Sie setzen sich für ihre Rechte und insbesondere die Rechte der Frauen ein und bauen Alternativen auf, um ihre Autonomie zu stärken, wobei die Rückbesinnung und das Wiederbeleben der eigenen indigenen Weltanschauung eine wichtige Rolle spielen. Über COPINH gibt es auch eine Doku, die ihr auf Youtube sehen könnt.

    Und nun sammelt ihr Smartphones für die Gemeinden, warum?
    Um die Kämpfe der Gemeinden breiter bekannt zu machen und somit die Widerstände zu stärken, sind eigene Medien wichtig. COPINH hat bereits 5 „radios comunitarios“ aufgebaut und weitere sind in Planung. Diese Gemeinschaftsradios sind komplett selbst organisiert und finanziert. Sie spielen eine wichtige Rolle, um die Menschen zu informieren und zu mobilisieren. Die Smartphones haben den Vorteil, dass sie vielseitig eingesetzt werden können, beispielsweise im Radio zum Einspielen von Musik und Beiträgen aber auch bei der Foto- und Videodokumentation.
    COPINH hat selbst über die Jahre gemeinsam mit solidarischen Organisationen immer wieder Weiterbildungen im Bereich freie Kommunikationsmedien realisiert. Bisher lag der Fokus auf den Radios, da durch sie viele Menschen erreicht werden. Ich werde 2017 wieder in Honduras sein und in den Gemeinden praktische Workshops zur Foto- und Videodokumentation geben. Die Idee ist, dass es in möglichst vielen Gemeinden ein Medienteam gibt, die das Equipment und die Kenntnisse haben, um aus ihrer Sicht heraus zu dokumentieren. Und genau dafür brauchen wir die Spenden.

    Was werden die Leute denn voraussichtlich mit den Handys und Kameras dokumentieren?
    Honduras ist das gefährlichste Land auf der Welt für Menschenrechtsverteidiger_innen. Es ist geprägt von hoher Korruption, Straflosigkeit, einer rasant ansteigenden Militarisierung und einem Ausverkauf des Landes. Die Regierung setzt die Interessen von nationalen und transnationalen Firmen entgegen den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung durch – und zwar mit Gewalt. Es geht also um die Dokumentation der Verletzung der Rechte der Menschen, aber auch die Dokumentation der Übergriffe durch Polizei, Militär und gewalttätige Befürworter_innen der Projekte. Das ist nicht nur wichtig, um der verfälschten Darstellung in den Medien etwas entgegen zusetzen, sondern kann auch bei juristischen Prozessen hilfreich sein.

    Was bedeutet der Ausverkauf des Landes konkret?
    Von der aktuellen Regierung wurden in nur einer Nacht mehr als 300 Wasserkraftprojekte, 150 Bergbaukonzessionen und mehr als 40 Windkraftprojekte genehmigt. Somit steht 35% der Fläche von Honduras unter Konzessionen und 50% davon befinden sich auf Territorium der indigenen Lenca. Die Konzerne und die Regierung ignorieren das Recht der lokalen Bevölkerung auf eine vorherige, freie und informative Befragung, arbeiten gezielt mit Lügen und versuchen Behörden und Bewohner_innen zu bestechen. Und wenn sich die Gemeinden gegen diesen sogenannten “Fortschritt” aussprechen, werden die Gemeindemitglieder bedroht, verhaftet, kriminalisiert oder ermordet, wobei die Regierung zur Umsetzung ihrer Interessen Polizei und Militär einsetzt.

    So etwa bei dem Mord an unserer Compañera Berta Cáceres im März 2016.

    Ja. Berta war Mitbegründerin und Generalkoordinatorin von COPINH. Durch ihren energischen Kampf stand sie den Interessen von Regierung und Firmen im Weg. Für ihren Einsatz bei der Verteidigung des Flusses Gualcarque gegen ein von der Firma DESA gebautes Wasserkraftprojekt wurde sie weltweit bekannt und geehrt. Mit Berta sind es bereits 5 Menschen, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben. Bei ihrem Mord wurde die Verstrickung der Firma DESA, des Militärs und der Regierung in den Auftragsmord bekannt, weil es zufällig einen Zeugen gab, der den Anschlag überlebt hatte.
    Die Gemeinden von COPINH kämpfen weiter für ihre Rechte und die Dokumentation von Unrecht ist dabei ein wichtiges hilfreiches Mittel. Deswegen die Sammelaktion. Danke für eure Unterstützung!

    Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand – Auswertung

    15 Monate lang hat die Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand insgesamt 17 widerständige Gemeinden zwischen Südmexiko und Costa Rica besucht, sich mit ihnen ausgetauscht, gelernt, dokumentiert, vernetzt, Techniken weitergegeben. ¡Alerta! hat die Karawane bei ihren Vorbereitungen unterstützt (etwa beim Kauf des Buses, der zu einem „Mobilen Laboratorium“ umgebaut wurde) und sie auf ihrem Weg begleitet. Wir freuen uns, dass die Karawane so erfolgreich war und dass eine der mitreisenden Aktivist_innen uns im Dezember aus erster Hand berichten wird.

    Die teilnehmenden Kollektive in Aktion haben auch eine Auswertung/Zusammenfassung und Ausblick zur Karawane geschrieben. Den Text findet ihr hier auf Spanisch und auf Deutsch.

    Außerdem findet ihr hier einige der tollen Kurzvideos über die verschiedenen Gemeinden, die die Karawane besucht hat. Weitere Infos, Texte, Radiosendungen, Videos und vieles mehr zur Karawane findet ihr auf deren Website sowohl auf Deutsch wie auf Spanisch.

    La Puya, Guatemala

    Monte Olivo, Guatemala

    Santa Rita, El Salvador

    Ayotzinapa Vive!

    Nach dem Kino am letzten Samstag haben wir zusammen mit einigen Kino-Besucher ein Bild für die Leute in Ayotzinapa gemacht.

    Berta lebt! – ¡Berta vive! 2

    Video für Berta! von Paola Reyes (Ocote Films) – von unserer Veranstaltung in Düsseldorf am 1.9.2016

    Außerdem eine Foto-Collage aller Aktionen für Berta in Deutschland.