Aktuelles

¿Dónde está Santiago Maldonado?

deutsche Version/versión en Aleman

Düsseldorf/Alemania, 31.8.2017

A la familia de Santiago Maldonado
A la comunidad mapuche Pu Lof en Resistencia
A nuestro compas en todo el mundo

Desde el primero de agosto de 2017 Santiago Maldonado está en calidad de desparecido. La última vez que fue visto fue durante un ataque de la gendarmería a la comunidad mapuche Pu Lof, en la provincia Chubut de Argentina. Santiago apoyaba a esta comunidad en su lucha justa por su territorio y sus derechos, mismos que le fueron robados por la empresa Benetton con ayuda de los distintos gobiernos argentinos. Existen muchos testimonios que indican que Santiago fue raptado por la policía con el fin de generar miedo dentro de la comunidad y así romper su resistencia y su dignidad. El gobierno de Macri, – el mismo que ha tratado de minimizar los crímenes de la dictadura, ha negado los genocidios a los pueblos indígenas en Argentina y a la fecha sigue atacando los derechos humanos de los que defienden y luchan por sus derechos en distintas regiones del país – es responsable de este crimen.

Nos unimos a los cientos de miles de personas en Argentina y en el mundo y exigimos con ellas:
- aparición con vida de Santiago Maldonado y el castigo a sus raptores
- la renuncia de los y las responsables polític@s, en especial de la ministra de seguridad Patricia Bullrich
- el fin de los ataques a las comunidades mapuches y el reconocimiento de sus derechos
- la devolución de los territorios robados por medio de guerras exterminadoras y genocidios a las comunidades mapuches

!Aparición con vida de Santiago Maldonado!
¡Solidaridad con Pu Lof en Resistencia!
¡Fuera Benetton de los territorios mapuches!

¡Un abrazo solidario!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Más informaciones:
www.santiagomaldonado.com

Wo ist Santiago Maldonado?

versión en Español/spanische Version

Düsseldorf, 31.8.2017

An die Familie von Santiago Maldonado:
An die Mapuche-Gemeinde Pu Lof im Widerstand:
An unsere Compas überall auf der Welt:

Seit dem 1.8.2017 ist Santiago Maldonado verschwunden. Das letzte Mal wurde er bei einem Angriff der Polizei auf die Mapuche-Gemeinde Pu Lof, Provinz Chubut, Argentinien, gesehen. Diese Gemeinde unterstützte er in ihrem gerechten Kampf für ihr Land und ihre Rechte, die von dem multinationalen Unternehmen Benetton mit Hilfe des argentinischen Staates geraubt wurden. Viele Beweise deuten darauf hin, dass Santiago von der Polizei verschleppt wurde. Dies soll Angst unter den Menschen der Gemeinde verbreiten und ihren Widerstand und ihre Würde brechen. Die Regierung Macri, die die Verbrechen der Militärdiktatur klein redet, den Genozid an den indigenen Gemeinden in Argentinien leugnet und die heute die Rechte der Menschen überall in Argentinien angreift, ist für dieses Verbrechen verantwortlich.

Zusammen mit hunderttausenden Menschen in Argentinien und weltweit fordern wir:
- die Freilassung von Santiago Maldonado und die Bestrafung der Entführer_innen
- den Rücktritt der politisch Verantwortlichen, insbesondere von Sicherheitsministerin Patricia Bullrich
- ein Ende der Angriffe auf die Mapuche-Gemeinden und die Anerkennung ihrer Rechte
- Rückgabe des durch Vernichtungskriege und Genozid geraubte Landes an die indigenen Gemeinden

Santiago muss lebend wieder auftauchen!
Solidarität mit Pu Lof im Widerstand!
Raus mit Benetton aus dem Land der Mapuche!

Eine solidarische Umarmung!
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Weitere Informationen:
www.amerika21.de/2017/08/183035/verschwundener-argentinien
www.taz.de/Opposition-in-Argentinien/!5437153/
www.santiagomaldonado.com

31.8. – Argentinien: Kampf gegen die Neue Rechte an der Macht

Donnerstag, 31.8.2017, 19:30 Uhr Vortrag und Diskussion mit Lea Machado (Spanisch/Deutsch)
zakk, Studio, Fichtenstr. 40, Düsseldorf

„Argentiniens Regierung ist im Begriff, den schwersten Anschlag auf den Pluralismus, die soziale Gerechtigkeit, die Unabhängigkeit der Justiz, die freie Meinungsäußerung und die soziale Integration seit dem Ende der Militärdiktatur zu verüben. Wie überall dort, wo die neue Rechte die Macht übernommen hat […], hat auch in Argentinien eine konkrete und systematische Repression eingesetzt […], deren Angriffsziel das demokratische Zusammenleben überhaupt ist. Denn für den Raubbaukapitalismus, in dessen Dienst die neue Rechte steht, sind Bürgerrechte und Demokratie nichts als ein Hindernis bei der Profitmaximierung.“ So beschreibt eine Stellungnahme von Wissenschaftler_innen die Politik der Regierung von Mauricio Macri. Der Agenda neu-rechter und neoliberalen Regierungen weltweit folgend, greift diese seit ihrem Amtsantritt im Dezember 2015 auf ganzer Breite grundlegende Arbeits- und Menschenrechte an. Von Angela Merkel wurde sie dafür im Juni bei ihrem Besuch in Buenos Aires ausdrücklich gelobt.

Für sehr viele Menschen bedeutet diese Politik explodierende Kosten für die Grundversorgung. Hunderttausende Menschen rutschen in Armut. Die Obdachlosigkeit steigt. Es kommt immer wieder zu Massenentlassungen. Gleichzeitig werden die Profitmöglichkeiten von Großunternehmen systematisch erweitert.

Doch diese Politik trifft auf starken gesellschaftlichen Widerstand. Seit dem Amtsantritt der Regierung Macri kam es immer wieder zu große Mobilisierungen und Streiks, woraufhin die Regierung einige ihrer Vorhaben wieder zurückziehen musste.

Lea Machado, Aktivistin aus Buenos Aires und Düsseldorf, wird nicht nur von diesen Entwicklungen berichten sondern ebenso die Auseinandersetzungen um die Aufarbeitung der argentinischen Militärdiktatur (1976-83) thematisieren: Während die Regierung Macri die Verbrechen der Militärdiktatur klein redet, Täter_innen schützt und die Aufarbeitung behindert, kämpfen Basisinitiativen für gesellschaftliche und juristische Gerechtigkeit. Lea, die von der Militärdiktatur verschleppt und gefoltert wurde, hat im November in einem Gerichtsprozess gegen Täter ausgesagt.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Referat für Interkulturelles des AStA der Hochschule Düsseldorf und dem zakk

Ein Jahr nach dem Mord an Berta Cáceres: ¡Berta vive, COPINH sigue!

Ein Jahr nach dem Mord an unserer Compañera Berta Cáceres haben wir ihrer Organisation COPINH eine solidarische Botschaft im Rahmen des internationalen Aktionstages geschickt.

Auch COPINH hat anlässlich des Jahrestages ein schönes Video und eine kämpferische Erklärung (spanisches Originaldeutsche Übersetzung) veröffentlicht.

Wir sind bei dir, Lea!

versión en Español/spanische Version

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Düsseldorf, 27.11.2016

An unsere compañera Lea Machado:
An alle Opfer der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien und ihre Familien:
An unsere compañer@s in der ganzen Welt:

Am 30.11.2016 wird unsere langjährige Mitstreiterin Lea Machado in einem Prozess gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Konzentrationslager „Club Atletico“, “El Banco” und “El Olimpo” in Buenos Aires aussagen. Lea wurde wie Zehntausende Menschen während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83) vom argentinischen Staat gewaltsam verschleppt, in geheimen Lagern eingesperrt und gefoltert. Lea überlebte, viele andere wurden ermordet. Sie alle wurden vom argentinischen Staat angegriffen, weil sie sich für Solidarität, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und eine bessere Welt einsetzten. Lea kämpft bis heute an unserer Seite für diese Welt.

Wie viele andere Opfer der Diktatur kämpft sie auch für eine Bestrafung der Täter_innen, für Gerechtigkeit und die Erinnerung – nun geht sie mit ihrer Aussage einen weiteren mutigen Schritt. Sie tut dies in einer Zeit, in der die aktuelle reaktionäre, neoliberale Regierung unter Mauricio Macri alles daran setzt, die Aufarbeitung der Diktatur und die Bestrafung der Täter_innen aufzuhalten sowie die Erinnerung an ihre Opfer zu erschweren: Sie streicht Gelder für Erinnerungszentren, versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren, rehabilitiert Täter_innen und verharmlost den massiven Staatsterror und Massenmord.


Liebe Lea, wir bewundern deinen Lebensmut und deine Stärke. Wir wissen, was für einen schwierigen und mutigen Schritt du am 30.11. gehst – dafür senden wir dir Kraft und Liebe. Auch wenn wir weit entfernt sind, sei dir gewiss: Wir sind bei dir!

Außerdem fordern wir:
- Die umfassende Aufarbeitung der Verbrechen der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien!
- Die Bestrafung aller Täter_innen!
- Die bedingungslose Unterstützung der Opfer und die Erfüllung ihrer Forderungen!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

¡Estamos contigo, Lea!

deutsche Version/versión en Aleman

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Düsseldorf, Alemania 27 de noviembre 2016

A nuestra compañera Lea Machado:
A todas las víctimas de la dictadura civil-militar en Argentina y a sus familiares:
A tod@s nuestr@s compañer@s en todo el mundo:

Lea Machado, nuestra compañera de lucha desde hace años, va a declarar el 30 de noviembre de 2016 en un proceso contra responsables y colaboradores de los campos de concentración en Buenos Aires “Club Atlético”, “El Banco” y “El Olimpo”. Durante la dictadura civil-militar en Argentina (1976-83) Lea, al igual que otra decena de miles de personas, fue desaparecida, fue encerrada en un centro clandestino y fue torturada. El ataque a todas esas miles de personas por parte del estado argentino fue a razón de su activismo en lucha por un mundo mejor, solidario, humano y justo. Lea ha seguido luchando a nuestro lado por un mundo así.

Como otras muchas víctimas de la dictadura, Lea lucha para que se haga justicia, se castigue a los culpables y se preserve la memoria. Con su declaración dará valientemente un paso más hacia ese objetivo. Esto en una época en la que el actual gobierno reaccionario y neoliberal de Mauricio Macri hace todo lo posible para detener el esclarecimiento de la dictadura, evitar el castigo de los culpables y dificultar el recuerdo a las víctimas: El gobierno está acortando presupuestos para sitios de memoria, ha tratado de sabotear juicios y de rehabilitar a culpables a la vez que ha intentado minimizar la dimensión del terror de estado y de las masacres cometidas.


Querida Lea, valiente y fuerte Lea. Admiramos tu valentía y fortaleza. Sabemos que este 30 de noviembre vas a dar un paso difícil que requiere mucho valor. Por eso te enviamos fuerza y todo nuestro cariño. Aun a la distancia ten por seguro: ¡estamos contigo!

Además exigimos:
- Esclarecimiento total de los crímenes de la dictadura civil-militar en Argentina!
- Castigo a todos los culpable!
- Apoyo incondicional a las víctimas y cumplimiento de sus exigencias!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Ein wichtiger Teil der Aufarbeitung und Erinnerung

Der „ABO III“-Prozess und der Kampf um die Verurteilung der Täter_innen des staatlichen Terrors während der Diktatur in Argentinien


(Fotos von einigen der verschleppten und bis heute vermissten Aktivist_innen, deren Aufenthalt in den Konzentrationslagern “Club Atlético”, “El Banco” und “El Olimpo” belegt ist)

Seit dem 20. September 2016 läuft in Buenos Aires ein weiterer umfassender Prozess gegen Täter (es sind nur Männer angeklagt) des Staatsterrors und des Massenmordes während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83). Auch Lea Machado von ¡Alerta! wird in diesem Prozess als Zeugin aussagen. Wir haben in diesem Artikel einige Informationen zum Prozess und seinen Hintergründen zusammengestellt.

Die ABO-Prozesse
Der Prozess wird kurz „ABO III“ genannt, da es um eine Tätergruppe geht, die in den drei Konzentrationslager “Club Atlético”, “El Banco” und “El Olimpo” der argentinischen Hauptstadt aktiv waren. „ABO“ steht also für die Anfangsbuchstaben dieser Lager. Die „III“ erklärt sich daraus, dass es bereits der dritte Prozess gegen Täter aus diesen Lagern ist. In den vorherigen beiden Prozessen wurden zwischen 2009 und 2012 bereits 18 Täter verurteilt – die meisten von ihnen zu lebenslanger Haft. Im aktuell laufenden Strafprozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden neuen Täter (die meisten ehemalige Mitarbeiter der argentinischen Bundespolizei) wegen Entführung und Folter von 352 Menschen sowie wegen Mordes an 19 von ihnen angeklagt. Erwartet wird, dass der Prozess rund 18 Monate dauert und in seinem Verlauf mehr als 300 Zeug_innen gehört werden.

Deren Aussage sind das zentrale Mittel der Beweisführung auf die sich die Anklage und das spätere Urteil stützen wird. Ebenso wie in früheren Prozessen ist die Ermittlung und die Beweisführung nicht einfach, und Anklagen und Urteile basieren meist nur auf den Teil der begangenen Verbrechen, der heute nachweisbar ist.

Die geheimen Konzentrationslager und der staatliche Massenmord
Die geheimen Konzentrationslager (oder, wie sie auch genannt werden: Geheime Internierungs-, Folter- und Hinrichtungszentren) waren ein wichtiger Teil des staatlichen Repressions- und Mordsystems. Sie erhielten von den Behörden Decknamen wie “Club Atlético” („Sportklub“), “El Banco” („Die Bank“) oder “El Olimpo” („Der Oymp“). Die drei Lager, um die es in den ABO-Prozessen geht, waren zwischen 1976 und 1979 nacheinander in Funktion. Die Täter und ein Teil der Internierten zog jeweils in das neue Lager, sobald das alte aufgegeben wurde. Da also die Täter vielfach nacheinander in allen drei Lagern aktiv waren, werden in den Prozesse gegen sie auch Verbrechen aus diesen drei Lagern gemeinsam verhandelt.

Insgesamt gab es Dutzende dieser geheimen Konzentrationslager in Buenos Aires und mehr als 500 in ganz Argentinien. Zehntausende Menschen wurden von Armee, Polizei und Spionageeinheiten hierhin verschleppt und ohne Gerichtsprozess eingesperrt. Die Behörden informierten niemanden über den Verbleib ihrer Opfer, sodass Freund_innen und Familie in ständiger Sorge und Ungewissheit leben mussten. So wurden große Teile der argentinischen Gesellschaft systematisch terrorisiert – vor allem ihre politisch-emanzipatorisch engagierten Teile. Denn die Internierten – die große Mehrheit junge Menschen – waren Gewerkschaftsaktivist_innen, politisch aktive Oberschüler_innen und Student_innen, Mitglieder politisch-religiöser Gruppen, Menschen, die sich in ihren Dörfern und Stadtteilen engagierten, Mitglieder linker Organisationen und Parteien, Befreiungstheolog_innen und alle, die in irgendeiner Form gegen die Diktatur aktiv waren.

In den Lagern wurden die Menschen systematisch und wiederholt gefoltert. Ein Großteil von ihnen wurde wahrscheinlich ermordet – „wahrscheinlich“, denn bis heute gelten noch rund 30.000 Menschen in Argentinien als „Verschwunden“, da bisher weder ihr Schicksal ausreichend aufgeklärt ist, noch ihre Leiche gefunden wurde.

Allein im Konzentrationslager “Club Atlético”, das 1976 und 1977 gemeinsam von Militär, Bundespolizei und Geheimdienst im Keller eines Gebäudes der Bundespolizei betrieben wurde, wurden 1.500 bis 1.800 Menschen gefangen gehalten und gefoltert – auch Lea. Die meisten von ihnen wurden ermordet oder gelten bis heute als „vermisst“.

Aufarbeitung und die reaktionäre Politik der Regierung Macri
In den letzten Jahren kam es wegen der Mobilisierung von Überlebenden, Angehörigen der Opfer und von Menschenrechtsgruppen zu immer mehr Gerichtsprozessen gegen Direkt- und Schreibtischtäter. Durch ihren Druck gelang es, zwischen 2003 und 2005 die beiden Amnestiegesetze zu Fall zu bringen, die einen Großteil der Täter und Verantwortlichen vor Strafverfolgung geschützt hatten. Doch heute ist die Aufarbeitung des staatlichen Terrors der Diktaturzeit erneut in Gefahr. Die aktuelle reaktionäre und neoliberale Regierung unter Mauricio Macri setzt alles daran, diese Aufarbeitung aufzuhalten und die Bestrafung der Täter_innen zu beenden. Sie versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren und rehabilitiert Täter_innen. Außerdem verharmlosen Regierungsmitglieder den massiven Staatsterror und Massenmord.

Um so wichtiger ist es, heute die Prozesse gegen die Täter_innen fortzuführen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Auch aus diesem Grund haben wir unserer Compañera Lea Machado diese Botschaft der Solidarität und Unterstützung geschickt.

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Weitere Infos und Quellen (alle auf Spanisch):

  • Artikel über den aktuellen Prozess
  • Weiterer Artikel über den aktuellen Prozess
  • Artikel und Video über das heutige Erinnerungszentrum am Ort des ehemaligen Konzentrationslager “Club Atlético”
  • Website des heutigen Erinnerungszentrum des “Club Atlético”
  • Virtueller Rundgang durch das ehemalige Konzentrationslager “Club Atlético” und Video-Interviews mit Inhaftierten
  • Neuer Vorschlag der Zapatistas und des CNI sorgt für Aufsehen

    Die Zapatistas (EZLN) und der Congreso Nacional Indigena (CNI), das mexikoweite Netzwerk widerständiger indigener Gemeinden und Organisationen, die Selbstverwaltung praktizieren, hat in Mexiko und weltweit mit einem neuen Vorschlag für Aufsehen gesorgt: Sie diskutieren und entscheiden gerade intern, ob sie 2018 gemeinsam eine indigene Frau als unabhängige Kandidatin zur Präsidentschaftswahl in Mexiko aufstellen wollen. Der komplette Vorschlag sieht vor, dass jede der im CNI organisierten Organisationen und Gemeinschaften eine Frau und einen Mann als Deligierte für einen sogenannten Indigenen Regierungsrat bestimmt, dieser soll dauerhaft arbeiten und aus seiner Mitte eine Sprecherin wählen. Diese wird neben ihrer Rolle als Sprecherin auch als Präsidentschaftskandidatin aufgestellt.

    Der Vorschlag wird gerade intern in allen zapatistischen Gemeinden sowie allen im CNI organisierten Gemeinden und Organisationen in Vollversammlungen diskutiert und abgestimmt. Ende Dezember/Anfang Januar sollen die Ergebnisse dieses basisdemokratischen Entscheidungsprozesses dann von Delegierten auf dem nächsten Kongress des CNI zusammengetragen werden. Erst dann ist klar, ob und wie genau, dieser Vorschlag umgesetzt wird.

    Hier findet ihr das Comunicado der EZLN und des CNI zu ihrem Vorschlag auf Spanisch und Deutsch. Darin erklären sie einerseits, dieser Vorschlag sei aus der Situation geboren, dass die Gemeinden immer stärkeren Angriffen, Zerstörung und Raub ausgesetzt seien. Andererseits sagen sie unmissverständlich, „dass unser Kampf kein Kampf um die Macht ist, diese suchen wir nicht; sondern wir werden die ursprüngliche Bevölkerung und die Zivilgesellschaft aufrufen, sich zu organisieren, um diese Zerstörung zu stoppen, uns gegenseitig zu stärken in unseren Widerständen und Rebellionen, das heißt, in Verteidigung des Lebens jeder Person, jeder Familie, jeden Kollektivs, jeder Gemeinde oder jeden Stadtteils. Frieden und Gerechtigkeit aufzubauen, indem wir wieder ein Gewebe spinnen – von unten her – woher wir sind, was wir sind.“

    Dieser Vorschlag hat in Mexiko und in anderen Ländern eine Menge rassistischer, eurozentristischer und besserwisserischer Kommentare von linken wie bürgerlichen Medien, Parteien, Organisationen sowie Einzelpersonen hervorgerufen – auf diese haben die Zapatistas nun mit einem Comunicado, adressiert „an die Rassist_innen“, reagiert (auf Spanisch und Deutsch).

    Weitere gute Artikel zum Thema findet ihr unter anderem hier:
    - El EZLN, el CNI y las elecciones / EZLN, CNI und die Wahlen (deutsche Übersetzung)
    - Zapatistas and Indigenous Congress Seek to Revolutionize Mexico’s 2018 Election
    - Die Kunst der anderen Politik
    - Zapatisten und Indigener Kongress wollen an Präsidentschaftswahl in Mexiko teilnehmen
    - La candidatura presidencial del zapatismo

    Sammel-Aktion: Smartphones und Kameras für unsere Compas von COPINH/Honduras

    Wir rufen dazu auf, funktionierende Smartphones oder andere Handys und digitale Kameras, die die Möglichkeit haben, Fotos und Videos zu machen, sowie Zubehör (Speicherkarten, Ladegeräte, USB-Anschlüsse) für unsere Compas von COPINH/Honduras zu spenden. Die Smartphones und Kameras sollen in den Gemeinden, die in COPINH organisiert sind, dazu dienen, dass lokale Medienteams Berichte über die Anliegen der Gemeinde zu erstellen sowie Angriffe gegen die Gemeinde oder Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren.

    Die Smartphones und Kameras können zu unserer Veranstaltung am 7.12. mitgebracht werden bzw. vorher bei ¡Alerta! abgegeben werden (meldet euch dazu bei alerta@posteo.de).

    Über COPINH und die Idee hinter den Medienteams sprachen wir mit Momo, Medienaktivistin, die 2016 die Arbeit von COPINH begleitete und 2017 erneut in Honduras mit COPINH zusammenarbeiten wird.

    Was ist COPINH?
    COPINH ist der „Zivile Rat der indigenen und Basisorganisationen Honduras“, in dem 200 Gemeinden der indigenen Lenca organisiert sind. Seit 23 Jahren kämpfen sie gegen die neoliberale Ausbeutung ihres Landes beispielsweise durch Bergbau- und Wasserkraftprojekte und verteidigen ihre Gemeingüter wie Wälder und Flüsse. Sie setzen sich für ihre Rechte und insbesondere die Rechte der Frauen ein und bauen Alternativen auf, um ihre Autonomie zu stärken, wobei die Rückbesinnung und das Wiederbeleben der eigenen indigenen Weltanschauung eine wichtige Rolle spielen. Über COPINH gibt es auch eine Doku, die ihr auf Youtube sehen könnt.

    Und nun sammelt ihr Smartphones für die Gemeinden, warum?
    Um die Kämpfe der Gemeinden breiter bekannt zu machen und somit die Widerstände zu stärken, sind eigene Medien wichtig. COPINH hat bereits 5 „radios comunitarios“ aufgebaut und weitere sind in Planung. Diese Gemeinschaftsradios sind komplett selbst organisiert und finanziert. Sie spielen eine wichtige Rolle, um die Menschen zu informieren und zu mobilisieren. Die Smartphones haben den Vorteil, dass sie vielseitig eingesetzt werden können, beispielsweise im Radio zum Einspielen von Musik und Beiträgen aber auch bei der Foto- und Videodokumentation.
    COPINH hat selbst über die Jahre gemeinsam mit solidarischen Organisationen immer wieder Weiterbildungen im Bereich freie Kommunikationsmedien realisiert. Bisher lag der Fokus auf den Radios, da durch sie viele Menschen erreicht werden. Ich werde 2017 wieder in Honduras sein und in den Gemeinden praktische Workshops zur Foto- und Videodokumentation geben. Die Idee ist, dass es in möglichst vielen Gemeinden ein Medienteam gibt, die das Equipment und die Kenntnisse haben, um aus ihrer Sicht heraus zu dokumentieren. Und genau dafür brauchen wir die Spenden.

    Was werden die Leute denn voraussichtlich mit den Handys und Kameras dokumentieren?
    Honduras ist das gefährlichste Land auf der Welt für Menschenrechtsverteidiger_innen. Es ist geprägt von hoher Korruption, Straflosigkeit, einer rasant ansteigenden Militarisierung und einem Ausverkauf des Landes. Die Regierung setzt die Interessen von nationalen und transnationalen Firmen entgegen den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung durch – und zwar mit Gewalt. Es geht also um die Dokumentation der Verletzung der Rechte der Menschen, aber auch die Dokumentation der Übergriffe durch Polizei, Militär und gewalttätige Befürworter_innen der Projekte. Das ist nicht nur wichtig, um der verfälschten Darstellung in den Medien etwas entgegen zusetzen, sondern kann auch bei juristischen Prozessen hilfreich sein.

    Was bedeutet der Ausverkauf des Landes konkret?
    Von der aktuellen Regierung wurden in nur einer Nacht mehr als 300 Wasserkraftprojekte, 150 Bergbaukonzessionen und mehr als 40 Windkraftprojekte genehmigt. Somit steht 35% der Fläche von Honduras unter Konzessionen und 50% davon befinden sich auf Territorium der indigenen Lenca. Die Konzerne und die Regierung ignorieren das Recht der lokalen Bevölkerung auf eine vorherige, freie und informative Befragung, arbeiten gezielt mit Lügen und versuchen Behörden und Bewohner_innen zu bestechen. Und wenn sich die Gemeinden gegen diesen sogenannten “Fortschritt” aussprechen, werden die Gemeindemitglieder bedroht, verhaftet, kriminalisiert oder ermordet, wobei die Regierung zur Umsetzung ihrer Interessen Polizei und Militär einsetzt.

    So etwa bei dem Mord an unserer Compañera Berta Cáceres im März 2016.

    Ja. Berta war Mitbegründerin und Generalkoordinatorin von COPINH. Durch ihren energischen Kampf stand sie den Interessen von Regierung und Firmen im Weg. Für ihren Einsatz bei der Verteidigung des Flusses Gualcarque gegen ein von der Firma DESA gebautes Wasserkraftprojekt wurde sie weltweit bekannt und geehrt. Mit Berta sind es bereits 5 Menschen, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben. Bei ihrem Mord wurde die Verstrickung der Firma DESA, des Militärs und der Regierung in den Auftragsmord bekannt, weil es zufällig einen Zeugen gab, der den Anschlag überlebt hatte.
    Die Gemeinden von COPINH kämpfen weiter für ihre Rechte und die Dokumentation von Unrecht ist dabei ein wichtiges hilfreiches Mittel. Deswegen die Sammelaktion. Danke für eure Unterstützung!

    Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand – Auswertung

    15 Monate lang hat die Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand insgesamt 17 widerständige Gemeinden zwischen Südmexiko und Costa Rica besucht, sich mit ihnen ausgetauscht, gelernt, dokumentiert, vernetzt, Techniken weitergegeben. ¡Alerta! hat die Karawane bei ihren Vorbereitungen unterstützt (etwa beim Kauf des Buses, der zu einem „Mobilen Laboratorium“ umgebaut wurde) und sie auf ihrem Weg begleitet. Wir freuen uns, dass die Karawane so erfolgreich war und dass eine der mitreisenden Aktivist_innen uns im Dezember aus erster Hand berichten wird.

    Die teilnehmenden Kollektive in Aktion haben auch eine Auswertung/Zusammenfassung und Ausblick zur Karawane geschrieben. Den Text findet ihr hier auf Spanisch und auf Deutsch.

    Außerdem findet ihr hier einige der tollen Kurzvideos über die verschiedenen Gemeinden, die die Karawane besucht hat. Weitere Infos, Texte, Radiosendungen, Videos und vieles mehr zur Karawane findet ihr auf deren Website sowohl auf Deutsch wie auf Spanisch.

    La Puya, Guatemala

    Monte Olivo, Guatemala

    Santa Rita, El Salvador

    Ayotzinapa Vive!

    Nach dem Kino am letzten Samstag haben wir zusammen mit einigen Kino-Besucher ein Bild für die Leute in Ayotzinapa gemacht.

    Berta lebt! – ¡Berta vive! 2

    Video für Berta! von Paola Reyes (Ocote Films) – von unserer Veranstaltung in Düsseldorf am 1.9.2016

    Außerdem eine Foto-Collage aller Aktionen für Berta in Deutschland.

    Berta lebt! – ¡Berta vive!


    Vor einem halben Jahr wurde unsere Compañera Berta Cáceres von COPINH (Honduras) ermordet. Gemeinsam mit allen Organisator_innen der Veranstaltung mit Berta 2012 in Düsseldorf haben wir am 1.9. eine Veranstaltung durchgeführt. Dabei ist dieses Foto entstanden. Außerdem haben wir zusammen mit den anderen Organisator_innen die untenstehende Erklärung veröffentlicht.

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    versión en Español/spanische Version

    An die Familie von Berta Cáceres:
    An unsere Compañeras und Compañeros von COPINH, Honduras:
    An unsere Compañeros und Compañeras auf der ganzen Welt:

    Düsseldorf, 1.9.2016

    Compañeras und Compañeros:

    Heute, 6 Monate nach dem Mord an unsere Compañera Berta Cáceres, haben wir uns in Gedenken an Berta in Düsseldorf versammelt. Berta war 2012 auf ihrer Rundreise durch Europa auch bei uns in Düsseldorf. Daher haben wir, die Organisator_innen der damaligen Veranstaltung heute einen Veranstaltung an dem Ort organisiert, an dem Berta uns 2012 über die Kämpfe von COPINH berichtete. Seit ihrem Besuch bei uns haben wir diese mutigen und kraftvollen Kämpfe gegen die kapitalistische Ausbeutung und Zerstörung und für die Rechte der indigenen Kleinbäuer_innen, der Frauen und der Natur ebenso verfolgt, wie wir die staatliche Verfolgung und Unterdrückung dieser Kämpfe angeklagt haben. Berta war und ist für uns ein wundervolles Beispiel an Mut und Solidarität. In uns und unseren Herzen lebt sie weiter!

    Ebenso leben alle anderen ermordeten Aktivist_innen von COPINH und anderen Organisationen des honduranischen Widerstandes für uns weiter.

    Gemeinsam mit COPINH und hunderten Gruppen weltweit fordern wir von der honduranischen Regierung:
    - ein Ende der Repression und der systematischen Straflosigkeit
    - ein sofortiges und definitives Ende des Wasserkraft-Projektes Agua Zarca
    - die sofortige Einsetzung einer internationalen, unabhängigen Untersuchungskommission zur Aufklärung des Mordes an Berta und der anderen Aktivist_innen.

    Von der deutschen Regierung fordern wir außerdem ein Ende der Unterstützung der Politik der honduranischen Regierung und stattdessen die vorbehaltlose Unterstützung der Forderungen von COPINH – insbesondere der Forderung nach Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission. Ebenso fordern wir von VoithHydro und Siemens einen definitiven Ausstieg aus dem Wasserkraft-Projekt Agua Zarca.

    Es lebe Berta!
    Es lebe COPINH!

    Solidarische Grüße,
    ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf
    Attac Düsseldorf
    Nicaragua-Verein Düsseldorf
    Pax Christi Düsseldorf

    Desde Düsseldorf, Alemania: ¡Berta Vive!

    deutsche Version/versión en Aleman

    A la familia de Berta Cáceres:
    A las compañeras y compañeros del COPINH, Honduras:
    A nuestras compañeras y nuestros compañeros del mundo entero:

    Düsseldorf, Alemania, 1º de septiembre de 2016

    Compañeras und Compañeros:

    Hoy, tras seis meses del asesinato de nuestra compañera Berta Cáceres, nos hemos reunido en Düsseldorf para recordarla. Durante su gira por Europa en 2012 Berta estuvo visitándonos aquí en Düsseldorf, Alemania. Por eso, las y los organizadores del evento de aquella vez, hemos organizado hoy un evento en el mismo lugar en el que Berta nos informara aquella vez acerca de las luchas del COPINH. Desde su visita hemos continuado observando estas valientes y vigorosas luchas contra la explotación y destrucción capitalista y por los derechos de los y las campesinas indígenas, de las mujeres y de la naturaleza. Además de haber denunciado la persecusión y represión de estas luchas por parte del Estado. Berta fue y sigue siendo para nosotros y nosotras un ejemplo maravilloso de valor y solidaridad. ¡Berta aún continúa viviendo en nosotras y nosotros así como en nuestros corazones!

    Del mismo modo continúan viviendo para nosotros, nosotras, todas y todos aquellos activistas pertenecientes al COPINH y a otras organizaciones de la rebelión hondureña que también han sido asesinados.

    Junto con el COPINH y cientos de grupos de todo el mundo exigimos al gobierno hondureño:
    - Un alto a la represión y la impunidad sistemática
    - el paro inmediato y definitivo del proyecto hidroeléctrico Agua Zarca
    - la constitución de una comisión de investigación internacional e independiente que esclarezca el asesinato de Berta y el de los otros y las otras activistas

    Además, exigimos al gobierno alemán que deje de apoyar al gobierno hondureño y sus políticas y en lugar de ello que apoye incondicionalmente las demandas del COPINH – especialmente la solicitud de formar una comisión investigadora independiente. Del mismo modo exigimos por parte de VoithHydro y Siemens el abandono definitivo del proyecto hidroeléctrico Agua Zarca.

    ¡Viva Berta!
    ¡Viva el COPINH!

    Saludos solidarios,
    ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf
    Attac Düsseldorf
    Nicaragua-Verein Düsseldorf
    Pax Christi Düsseldorf

    Provinz Tucumán, Argentinien: Verurteilung der Einschüchterungen gegen Dr. Laura Figueroa und andere Kämpfer_innen für die Menschenrechte

    In Argentinien nehmen die Angriffe auf die juristische, politische und historische Aufarbeitung des staatlichen Massenmordes vor und während der Militärdiktatur zu. Diese Angriffe werden durch die aktuelle rechts-neoliberale Regierung unter Mauricio Macri gestützt und befördert und zeigen sich neben der Streichung von Geldern und der Schließung von Institutionen, die diesen Massenmord aufklären und die Opfer betreuen, auch in direkten Attacken auf die Menschen, die diese Aufarbeitung vorantreiben.

    Angesichts dessen übersetzen und veröffentlichen wir die Erklärung eines breiten Bündnisses aus Organisationen aus der Provinz Tucumán. Diese Erklärung wurde herausgegeben nachdem mehrere Menschenrechtverteidiger_innen in der Provinz angegriffen wurden – darunter auch die bekannte Anwältin Laura Figueroa.

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    Als unterzeichnende Organisationen verurteilen wir den Angriff, dessen Opfer Dr. Laura Figueroa wurde, langjährige Anwältin für die Menschenrechte, Klägerin in Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen des staatlichen Massenmordes in Tucumán1.

    Am Nachmittag des 13. des laufenden Monats brach eine Gruppe von sechs Männern die Tür ihres Hauses auf und verwüsteten das gesamte Haus ohne etwas zu stehlen. Dies ereignete sich, während Laura Figueroa aus Belén (Provinz Catamarca) zurückkehrte, nachdem sie dort an einer Gedenkfeier an den verschleppten Aktivisten Juan Carreras teilgenommen hatte, dessen Leiche im Massengrab Pozo de Vargas2 identifiziert wurde und dessen Familie von Laura Figueroa vor Gericht als Klägerin vertreten wird. Auf der Rückreise, wurde sie von zwei Fahrzeugen verfolgt.

    Auch die Menschenrechtsaktivist_innen Teresa Sosa, Manuel Yapura und Juan Roldán wurden auf ihrem Rückweg von einer anderen Gedenkfeier in Capilla del Rosario (Catamarca) eingeschüchtert als ein Transporter mehrmals versuchte, sie von der Straße zu drängen.

    Die Verbindung zwischen diesen Taten wird durch die gleiche Vorgehensweise deutlich, die auch im Haus von Gladys Lois angewendet wurde, die als Opfer Zeugin im Prozess gegen die Verantwortlichen des staatlichen Massenmordes in der Provinz Santiago del Estero ist.

    Wir klagen an, dass diese Angriffe durch eine Rechte verübt werden, die durch die Erklärung von Macri3 ermutigt wird – Erklärungen, die den Staatsterror rechtfertigen, die Vorstellung eines “Schmutzigen Krieges”4 wiederbeleben, die die historische Wahrheit unserer 30.000 Verschleppten leugnen und zusammen mit der Provinzregierung deckten, dass bei den Feierlichkeiten zur 200jährigen Unabhängigkeit5 Massenmörder des Kommandos Independencia ungestört an der Parade teilnehmen konnten.

    Daher fordern wir von der Provinz- und Staatsregierung die sofortige Aufklärung der Angriffe, und wir machen sie für die Sicherheit und die körperliche Unversehrtheit der Anwältin Laura Figueroa sowie der Menschenrechtsaktivist_innen und der Zeug_innen in Fällen von Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich.

    Wir laden alle Organisationen und die gesamte Bevölkerung zur Teilnahme an der Demonstration am 18.8. um 18 Uhr vom Bundesgerichtsgebäude zum Plaza Independencia und eine Unterstützungskampagne auf Provinz- und nationaler Ebene durchzuführen.

    Gegen die Straflosigkeit!
    Lebenslange und tatsächliche Haft für alle staatlichen Massenmörder_innen und ihre Kompliz_innen!

    Es unterzeichnen:

    Asociación Madres de Plaza de Mayo filial Tucumán
    Asociación Madres de Plaza de Mayo línea fundadora Tucumán
    Fundación Memorias e Identidades del Tucumán
    FADETUC
    CeProDH
    APDH
    HIJOS
    Liga Argentina por los Derechos del Hombre
    Familiares de Detenidos Desaparecidos de El Empalme, Ranchillos
    ANDHES
    HIJOS del Interior de Tucumán
    Agrupación de Ex Presos Políticos de Tucumán Héroes de Trelew
    Asociación de Ex Presos Políticos de Tucumán
    Liberpueblo
    CTA Autónoma Tucumán
    Secretaria de Derechos Humanos CTA Autónoma Tucumán
    CTA de los Trabajadores – Tucumán
    Secretaría de Derechos Humanos de la CTA de los Trabajadores – Tucumán
    ADIUNT
    Jubilados de la Plaza
    La CTEP
    Sitraju – Regional 11
    Secretaria de Derechos Humanos Centro Estudiantes Fac. Medicina UNT
    Mabel Carrizo Diputada nacional
    Marcelo Santillán Diputado nacional
    Vilma Ripoll mc Diputada Ciudad de Bs. As.
    Alejandro Bodar  mc Diputado Ciudad de Bs. As.
    PTS Partido de los Trabajadores Socialistas en el Frente de Izquierda
    Partido Comunista Movimiento Territorial Liberación
    Partido Obrero en el Frente de Izquierda
    La Martín Fierro Tucumán
    MST Movimiento Socialista de los Trabajadores
    Juventud Socialista
    Juntas y a la Izquierda
    Partido Comunista Revolucionario
    Juventud Comunista Revolucionaria
    CCC
    PC Corriente política de izquierda
    Pueblo Unido
    Frente Popular Darío Santillán Corriente Nacional
    Asociación Mártir o Libre Bernardo de Monteagudo
    Agrupación Peronismo Auténtico
    JP Evita
    Resistiendo con Aguante
    Resistiendo con Aguante – Yerba Buena
    FAG Fundación Amable Díaz con la Gente
    La Rodolfo
    Comité por la Libertad de Milagros Salas – Tucumán
    Agrupación “La 49”
    UniversiKa
    Nuevo Encuentro
    Tendedero literario
    Comisión por la memoria de Rio Seco
    Comisión de Derechos Humanos Tafí Viejo
    La Cámpora
    Asamblea de la Plaza por el agua y la vida
    APA!
    En Rebeldía
    LIGIAAT
    Familiares de desaparecidos
    Mirta Alejandra Ferreyra, Emperatriz Márquez, Elvio Herrera
    Lucía Aguilar

    Aus der Provinz Catamarca:
    Oscar Pfeiffer – diputado provincial
    Verónica Mercado Jaimes – diputada nacional
    Raúl Brizuela y Omar Miranda del “Movimiento Octubres”
    Gustavo Fernández y Jorge Juárez
    Organización Tupac Amaru, regional Catamarca.
    Organización de DDHH “Casa de la Memoria Catamarca”
    Norma Toledo, Carlos María Bazán, militantes de ddhh
    La Obra, Asociación de ex pp, familiares de DD y amigos – Catamarca
    Adriana Díaz de Asociación Civil “Tramas – Catamarca”

    Aus der Provinz Jujuy:
    Madres y familiares de detenidos desaparecidos de Jujuy

    Aus der Provinz Santiago del Estero:
    Trabajadores despedidos de la Secretaria de Agricultura

    *****

    1. Die Verfolgung und Ermordung linker politischer Aktivist_innen und Organisationen in der Provinz Tucumán begann im Jahr 1975 als die argentinische Präsidentin Isabel Perón das Militär in der Provinz einsetze – vorgeblich um gegen die Guerilla Ejército Revolucionario del Pueblo, ERP, (auf Deutsch: Revolutionäre Armee der Bevölkerung) vorzugehen. Mehr als 1.000 Aktivist_innen wurden in dieser Zeit verschleppt, ermordet und in Massengräbern verscharrt. Mit dem Militärputsch 1976 und der anschließenden Diktatur verschlimmerte sich dieser staatliche Massenmord in der Provinz weiter. Hauptverantwortlicher dafür war der von Perón zu diesem Zweck nach Tucumán geschickte General Antonio Domingo Bussi, der nach dem Putsch Provinz-Gouverneur wurde. (Anmerkung der Übersetzung) [zurück]
    2. Im Pozo de Vargas, einem Wasserspeicher in der Provinz Tucumán, wurden während des Massenmordes seit 1975 durch den argentinischen Staat Leichen von verschleppten und gefolterten Aktivist_innen geworfen und mit Beton übergossen. Bisher konnten 72 Leichen identifiziert werden, es werden dort bis zu 200 Leichen vermutet. (Anmerkung der Übersetzung) [zurück]
    3. Der rechts-neoliberale Mauricio Macri ist seit Dezember 2015 argentinischer Präsident. In mehreren Aussagen hat er in den letzten Monaten den Staatsterror und Massenmord vor und während der argentinischen Militärdiktatur relativiert und geleugnet. (Anmerkung der Übersetzung) [zurück]
    4. Die argentinische Rechte und die Täter sprechen in der Zeit der Militärdiktatur von einem „schmutzigen Krieg“, der zwischen der argentinischen Armee und linker Guerilla-Armeen ausgetragen wurde – damit wollen sie den durch den argentinischen Staat verübten Massenmord relativeren und entschuldigen. Allerdings handelt es sich nicht um einen Krieg zweier Armeen, sondern um die brutale und planmäßige staatliche Unterdrückung und Verfolgung gewerkschaftlicher, studentischer, intellektueller Bewegungen, während der der argentinische Staat zehntausende Aktivist_innen verschleppte, in geheime Konzentrationslager sperrte, folterte und ermordete. (Anmerkung der Übersetzung) [zurück]
    5. In der Parade zur 200jährigen Unabhängigkeit Argentiniens im Jahr 2016 nahmen auch Täter des Massenmordes teil. (Anmerkung der Übersetzung) [zurück]

    Original: http://asambleadelaplaza.blogspot.de/2016/08/repudio-la-intimidacion-y-el.html
    Übersetzung: ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf