Archiv für November 2016

Wir sind bei dir, Lea!

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Düsseldorf, 27.11.2016

An unsere compañera Lea Machado:
An alle Opfer der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien und ihre Familien:
An unsere compañer@s in der ganzen Welt:

Am 30.11.2016 wird unsere langjährige Mitstreiterin Lea Machado in einem Prozess gegen Verantwortliche und Mitarbeiter der Konzentrationslager „Club Atletico“, “El Banco” und “El Olimpo” in Buenos Aires aussagen. Lea wurde wie Zehntausende Menschen während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83) vom argentinischen Staat gewaltsam verschleppt, in geheimen Lagern eingesperrt und gefoltert. Lea überlebte, viele andere wurden ermordet. Sie alle wurden vom argentinischen Staat angegriffen, weil sie sich für Solidarität, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und eine bessere Welt einsetzten. Lea kämpft bis heute an unserer Seite für diese Welt.

Wie viele andere Opfer der Diktatur kämpft sie auch für eine Bestrafung der Täter_innen, für Gerechtigkeit und die Erinnerung – nun geht sie mit ihrer Aussage einen weiteren mutigen Schritt. Sie tut dies in einer Zeit, in der die aktuelle reaktionäre, neoliberale Regierung unter Mauricio Macri alles daran setzt, die Aufarbeitung der Diktatur und die Bestrafung der Täter_innen aufzuhalten sowie die Erinnerung an ihre Opfer zu erschweren: Sie streicht Gelder für Erinnerungszentren, versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren, rehabilitiert Täter_innen und verharmlost den massiven Staatsterror und Massenmord.


Liebe Lea, wir bewundern deinen Lebensmut und deine Stärke. Wir wissen, was für einen schwierigen und mutigen Schritt du am 30.11. gehst – dafür senden wir dir Kraft und Liebe. Auch wenn wir weit entfernt sind, sei dir gewiss: Wir sind bei dir!

Außerdem fordern wir:
- Die umfassende Aufarbeitung der Verbrechen der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien!
- Die Bestrafung aller Täter_innen!
- Die bedingungslose Unterstützung der Opfer und die Erfüllung ihrer Forderungen!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

¡Estamos contigo, Lea!

deutsche Version/versión en Aleman

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Düsseldorf, Alemania 27 de noviembre 2016

A nuestra compañera Lea Machado:
A todas las víctimas de la dictadura civil-militar en Argentina y a sus familiares:
A tod@s nuestr@s compañer@s en todo el mundo:

Lea Machado, nuestra compañera de lucha desde hace años, va a declarar el 30 de noviembre de 2016 en un proceso contra responsables y colaboradores de los campos de concentración en Buenos Aires “Club Atlético”, “El Banco” y “El Olimpo”. Durante la dictadura civil-militar en Argentina (1976-83) Lea, al igual que otra decena de miles de personas, fue desaparecida, fue encerrada en un centro clandestino y fue torturada. El ataque a todas esas miles de personas por parte del estado argentino fue a razón de su activismo en lucha por un mundo mejor, solidario, humano y justo. Lea ha seguido luchando a nuestro lado por un mundo así.

Como otras muchas víctimas de la dictadura, Lea lucha para que se haga justicia, se castigue a los culpables y se preserve la memoria. Con su declaración dará valientemente un paso más hacia ese objetivo. Esto en una época en la que el actual gobierno reaccionario y neoliberal de Mauricio Macri hace todo lo posible para detener el esclarecimiento de la dictadura, evitar el castigo de los culpables y dificultar el recuerdo a las víctimas: El gobierno está acortando presupuestos para sitios de memoria, ha tratado de sabotear juicios y de rehabilitar a culpables a la vez que ha intentado minimizar la dimensión del terror de estado y de las masacres cometidas.


Querida Lea, valiente y fuerte Lea. Admiramos tu valentía y fortaleza. Sabemos que este 30 de noviembre vas a dar un paso difícil que requiere mucho valor. Por eso te enviamos fuerza y todo nuestro cariño. Aun a la distancia ten por seguro: ¡estamos contigo!

Además exigimos:
- Esclarecimiento total de los crímenes de la dictadura civil-militar en Argentina!
- Castigo a todos los culpable!
- Apoyo incondicional a las víctimas y cumplimiento de sus exigencias!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

In dieser Rubrik findet Ihr Artikel und Ähnliches zu verschiedenen Themen rund um Lateinamerika, mit denen wir uns beschäftigen oder beschäftigt haben.

Deutsche Entwicklungspolitik / GIZ

Mit Neokolonialismus und Biopiraterie leistet die GIZ Entwicklungshilfe für deutsche Unternehmen

Rede auf der Protestaktion vor dem GIZ-Landesbüro in Düsseldorf, am 17.5.2014

Chiapas / Zapatistas

Subcomandante Marcos gibt sein Verschwinden bekannt

„Viele Fotos wurden zu Ikonen des zapatistischen Kampfes“ – Interview zur Fo­to­aus­stel­lung „Za­pa­tis­tas“, in der vier me­xi­ka­ni­sche Fo­to­gra­fen ein­drucks­vol­le Bil­der des Kamp­fes für Würde und Frei­heit zeigen

Radiosendung zur Kleinen Zapatistischen Schule (Deutsch/Spanisch)

¡Festejamos! / Wir feiern! – De­cla­ra­ción del colec­tivo ¡Aler­ta! en el marco del 20 ani­ver­sa­rio del le­vanta­mi­en­to za­pa­tis­ta / Er­klä­rung der Grup­pe ¡Aler­ta! aus An­lass des 20. Jah­res­ta­ges des za­pa­tis­ti­schen Auf­stan­des

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„Mit unserem Schweigen meldeten wir uns. Nun verkünden wir mit unserem Wort folgendes:“ – die EZLN kündigt in ihrem Kommuniqué neuen Schritte an

Zehntausende Zapatistas besetzen zum Weltuntergang 5 Provinzhauptstädte

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Ein wichtiger Teil der Aufarbeitung und Erinnerung

Der „ABO III“-Prozess und der Kampf um die Verurteilung der Täter_innen des staatlichen Terrors während der Diktatur in Argentinien


(Fotos von einigen der verschleppten und bis heute vermissten Aktivist_innen, deren Aufenthalt in den Konzentrationslagern “Club Atlético”, “El Banco” und “El Olimpo” belegt ist)

Seit dem 20. September 2016 läuft in Buenos Aires ein weiterer umfassender Prozess gegen Täter (es sind nur Männer angeklagt) des Staatsterrors und des Massenmordes während der zivil-militärischen Diktatur in Argentinien (1976-83). Auch Lea Machado von ¡Alerta! wird in diesem Prozess als Zeugin aussagen. Wir haben in diesem Artikel einige Informationen zum Prozess und seinen Hintergründen zusammengestellt.

Die ABO-Prozesse
Der Prozess wird kurz „ABO III“ genannt, da es um eine Tätergruppe geht, die in den drei Konzentrationslager “Club Atlético”, “El Banco” und “El Olimpo” der argentinischen Hauptstadt aktiv waren. „ABO“ steht also für die Anfangsbuchstaben dieser Lager. Die „III“ erklärt sich daraus, dass es bereits der dritte Prozess gegen Täter aus diesen Lagern ist. In den vorherigen beiden Prozessen wurden zwischen 2009 und 2012 bereits 18 Täter verurteilt – die meisten von ihnen zu lebenslanger Haft. Im aktuell laufenden Strafprozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit werden neuen Täter (die meisten ehemalige Mitarbeiter der argentinischen Bundespolizei) wegen Entführung und Folter von 352 Menschen sowie wegen Mordes an 19 von ihnen angeklagt. Erwartet wird, dass der Prozess rund 18 Monate dauert und in seinem Verlauf mehr als 300 Zeug_innen gehört werden.

Deren Aussage sind das zentrale Mittel der Beweisführung auf die sich die Anklage und das spätere Urteil stützen wird. Ebenso wie in früheren Prozessen ist die Ermittlung und die Beweisführung nicht einfach, und Anklagen und Urteile basieren meist nur auf den Teil der begangenen Verbrechen, der heute nachweisbar ist.

Die geheimen Konzentrationslager und der staatliche Massenmord
Die geheimen Konzentrationslager (oder, wie sie auch genannt werden: Geheime Internierungs-, Folter- und Hinrichtungszentren) waren ein wichtiger Teil des staatlichen Repressions- und Mordsystems. Sie erhielten von den Behörden Decknamen wie “Club Atlético” („Sportklub“), “El Banco” („Die Bank“) oder “El Olimpo” („Der Oymp“). Die drei Lager, um die es in den ABO-Prozessen geht, waren zwischen 1976 und 1979 nacheinander in Funktion. Die Täter und ein Teil der Internierten zog jeweils in das neue Lager, sobald das alte aufgegeben wurde. Da also die Täter vielfach nacheinander in allen drei Lagern aktiv waren, werden in den Prozesse gegen sie auch Verbrechen aus diesen drei Lagern gemeinsam verhandelt.

Insgesamt gab es Dutzende dieser geheimen Konzentrationslager in Buenos Aires und mehr als 500 in ganz Argentinien. Zehntausende Menschen wurden von Armee, Polizei und Spionageeinheiten hierhin verschleppt und ohne Gerichtsprozess eingesperrt. Die Behörden informierten niemanden über den Verbleib ihrer Opfer, sodass Freund_innen und Familie in ständiger Sorge und Ungewissheit leben mussten. So wurden große Teile der argentinischen Gesellschaft systematisch terrorisiert – vor allem ihre politisch-emanzipatorisch engagierten Teile. Denn die Internierten – die große Mehrheit junge Menschen – waren Gewerkschaftsaktivist_innen, politisch aktive Oberschüler_innen und Student_innen, Mitglieder politisch-religiöser Gruppen, Menschen, die sich in ihren Dörfern und Stadtteilen engagierten, Mitglieder linker Organisationen und Parteien, Befreiungstheolog_innen und alle, die in irgendeiner Form gegen die Diktatur aktiv waren.

In den Lagern wurden die Menschen systematisch und wiederholt gefoltert. Ein Großteil von ihnen wurde wahrscheinlich ermordet – „wahrscheinlich“, denn bis heute gelten noch rund 30.000 Menschen in Argentinien als „Verschwunden“, da bisher weder ihr Schicksal ausreichend aufgeklärt ist, noch ihre Leiche gefunden wurde.

Allein im Konzentrationslager “Club Atlético”, das 1976 und 1977 gemeinsam von Militär, Bundespolizei und Geheimdienst im Keller eines Gebäudes der Bundespolizei betrieben wurde, wurden 1.500 bis 1.800 Menschen gefangen gehalten und gefoltert – auch Lea. Die meisten von ihnen wurden ermordet oder gelten bis heute als „vermisst“.

Aufarbeitung und die reaktionäre Politik der Regierung Macri
In den letzten Jahren kam es wegen der Mobilisierung von Überlebenden, Angehörigen der Opfer und von Menschenrechtsgruppen zu immer mehr Gerichtsprozessen gegen Direkt- und Schreibtischtäter. Durch ihren Druck gelang es, zwischen 2003 und 2005 die beiden Amnestiegesetze zu Fall zu bringen, die einen Großteil der Täter und Verantwortlichen vor Strafverfolgung geschützt hatten. Doch heute ist die Aufarbeitung des staatlichen Terrors der Diktaturzeit erneut in Gefahr. Die aktuelle reaktionäre und neoliberale Regierung unter Mauricio Macri setzt alles daran, diese Aufarbeitung aufzuhalten und die Bestrafung der Täter_innen zu beenden. Sie versucht, Gerichtsprozesse zu sabotieren und rehabilitiert Täter_innen. Außerdem verharmlosen Regierungsmitglieder den massiven Staatsterror und Massenmord.

Um so wichtiger ist es, heute die Prozesse gegen die Täter_innen fortzuführen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Auch aus diesem Grund haben wir unserer Compañera Lea Machado diese Botschaft der Solidarität und Unterstützung geschickt.

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

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Weitere Infos und Quellen (alle auf Spanisch):

  • Artikel über den aktuellen Prozess
  • Weiterer Artikel über den aktuellen Prozess
  • Artikel und Video über das heutige Erinnerungszentrum am Ort des ehemaligen Konzentrationslager “Club Atlético”
  • Website des heutigen Erinnerungszentrum des “Club Atlético”
  • Virtueller Rundgang durch das ehemalige Konzentrationslager “Club Atlético” und Video-Interviews mit Inhaftierten
  • Neuer Vorschlag der Zapatistas und des CNI sorgt für Aufsehen

    Die Zapatistas (EZLN) und der Congreso Nacional Indigena (CNI), das mexikoweite Netzwerk widerständiger indigener Gemeinden und Organisationen, die Selbstverwaltung praktizieren, hat in Mexiko und weltweit mit einem neuen Vorschlag für Aufsehen gesorgt: Sie diskutieren und entscheiden gerade intern, ob sie 2018 gemeinsam eine indigene Frau als unabhängige Kandidatin zur Präsidentschaftswahl in Mexiko aufstellen wollen. Der komplette Vorschlag sieht vor, dass jede der im CNI organisierten Organisationen und Gemeinschaften eine Frau und einen Mann als Deligierte für einen sogenannten Indigenen Regierungsrat bestimmt, dieser soll dauerhaft arbeiten und aus seiner Mitte eine Sprecherin wählen. Diese wird neben ihrer Rolle als Sprecherin auch als Präsidentschaftskandidatin aufgestellt.

    Der Vorschlag wird gerade intern in allen zapatistischen Gemeinden sowie allen im CNI organisierten Gemeinden und Organisationen in Vollversammlungen diskutiert und abgestimmt. Ende Dezember/Anfang Januar sollen die Ergebnisse dieses basisdemokratischen Entscheidungsprozesses dann von Delegierten auf dem nächsten Kongress des CNI zusammengetragen werden. Erst dann ist klar, ob und wie genau, dieser Vorschlag umgesetzt wird.

    Hier findet ihr das Comunicado der EZLN und des CNI zu ihrem Vorschlag auf Spanisch und Deutsch. Darin erklären sie einerseits, dieser Vorschlag sei aus der Situation geboren, dass die Gemeinden immer stärkeren Angriffen, Zerstörung und Raub ausgesetzt seien. Andererseits sagen sie unmissverständlich, „dass unser Kampf kein Kampf um die Macht ist, diese suchen wir nicht; sondern wir werden die ursprüngliche Bevölkerung und die Zivilgesellschaft aufrufen, sich zu organisieren, um diese Zerstörung zu stoppen, uns gegenseitig zu stärken in unseren Widerständen und Rebellionen, das heißt, in Verteidigung des Lebens jeder Person, jeder Familie, jeden Kollektivs, jeder Gemeinde oder jeden Stadtteils. Frieden und Gerechtigkeit aufzubauen, indem wir wieder ein Gewebe spinnen – von unten her – woher wir sind, was wir sind.“

    Dieser Vorschlag hat in Mexiko und in anderen Ländern eine Menge rassistischer, eurozentristischer und besserwisserischer Kommentare von linken wie bürgerlichen Medien, Parteien, Organisationen sowie Einzelpersonen hervorgerufen – auf diese haben die Zapatistas nun mit einem Comunicado, adressiert „an die Rassist_innen“, reagiert (auf Spanisch und Deutsch).

    Weitere gute Artikel zum Thema findet ihr unter anderem hier:
    - El EZLN, el CNI y las elecciones / EZLN, CNI und die Wahlen (deutsche Übersetzung)
    - Zapatistas and Indigenous Congress Seek to Revolutionize Mexico’s 2018 Election
    - Die Kunst der anderen Politik
    - Zapatisten und Indigener Kongress wollen an Präsidentschaftswahl in Mexiko teilnehmen
    - La candidatura presidencial del zapatismo

    7.12. – Stimmen des Widerstands – unterwegs in Mittelamerika (Videos, Input, Diskussion)

    Mittwoch, 7.12.2016, 19:00 Uhr Café, 19:30 Uhr Film, Bericht und Disskussion mit Momo, Teilnehmerin der Mittelamerikanischen Karawane für das Gute Leben der Menschen im Widerstand
    Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

    Die Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand ist ein solidarisches Projekt, das durch die Zusammenarbeit von Kollektiven weltweit realisiert wurde. Auch ¡Alerta! hat die Karawane unterstützt und auf ihrem Weg begleitet. Zwischen Mai 2015 und Juli 2016 reiste die Karawane von Mexiko bis Costa Rica und hat sich mit 17 Gemeinden ausgetauscht, die im Widerstand gegen Megaprojekte wie Minen, Windkraftparks, Gasleitungen, Monokultur- und Wasserkraftprojekte sind. Dabei hat sie Einblicke in die Strategien von Regierungen und transnationalen Firmen gewonnen und viel über Organisationsformen des Widerstandes gelernt.

    Bei der Veranstaltung wird Momo, Aktivistin der Karawane, von den Eindrücken erzählen und anhand der auf der Reise produzierten Videos die Menschen selbst über ihre Erfahrungen mit Regierungen und Konzernen sowie über ihre Widerstände berichten lassen. Der anschließende Austausch soll die Brücke hierher schlagen, um sich gemeinsam auf die Suche nach Handlungs- und gegenseitigen Unterstützungsmöglichkeiten zu begeben.

    Momo wird 2017 gemeinsam mit COPINH (Rat indigener und sozialer Organisationen Honduras) in widerständigen Gemeinden in Honduras Medienworkshops durchführen, so dass die Menschen dort selbst Angriffe gegen die Gemeinden und Menschenrechtsverletzungen dokumentieren können. Hierzu rufen wir dazu auf, nicht mehr benötigte Digitalkameras und Smartphones zu spenden (weitere Infos hier). Diese können einfach zur Veranstaltung mitgebracht werden bzw. vorher bei ¡Alerta! abgegeben werden (meldet euch dazu bei alerta@posteo.de).

    Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Informationsbüro Nicaragua, Nicaragua-Verein Düsseldorf und des Referats für Interkulturelles des AStA der Hochschule Düsseldorf

    Sammel-Aktion: Smartphones und Kameras für unsere Compas von COPINH/Honduras

    Wir rufen dazu auf, funktionierende Smartphones oder andere Handys und digitale Kameras, die die Möglichkeit haben, Fotos und Videos zu machen, sowie Zubehör (Speicherkarten, Ladegeräte, USB-Anschlüsse) für unsere Compas von COPINH/Honduras zu spenden. Die Smartphones und Kameras sollen in den Gemeinden, die in COPINH organisiert sind, dazu dienen, dass lokale Medienteams Berichte über die Anliegen der Gemeinde zu erstellen sowie Angriffe gegen die Gemeinde oder Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren.

    Die Smartphones und Kameras können zu unserer Veranstaltung am 7.12. mitgebracht werden bzw. vorher bei ¡Alerta! abgegeben werden (meldet euch dazu bei alerta@posteo.de).

    Über COPINH und die Idee hinter den Medienteams sprachen wir mit Momo, Medienaktivistin, die 2016 die Arbeit von COPINH begleitete und 2017 erneut in Honduras mit COPINH zusammenarbeiten wird.

    Was ist COPINH?
    COPINH ist der „Zivile Rat der indigenen und Basisorganisationen Honduras“, in dem 200 Gemeinden der indigenen Lenca organisiert sind. Seit 23 Jahren kämpfen sie gegen die neoliberale Ausbeutung ihres Landes beispielsweise durch Bergbau- und Wasserkraftprojekte und verteidigen ihre Gemeingüter wie Wälder und Flüsse. Sie setzen sich für ihre Rechte und insbesondere die Rechte der Frauen ein und bauen Alternativen auf, um ihre Autonomie zu stärken, wobei die Rückbesinnung und das Wiederbeleben der eigenen indigenen Weltanschauung eine wichtige Rolle spielen. Über COPINH gibt es auch eine Doku, die ihr auf Youtube sehen könnt.

    Und nun sammelt ihr Smartphones für die Gemeinden, warum?
    Um die Kämpfe der Gemeinden breiter bekannt zu machen und somit die Widerstände zu stärken, sind eigene Medien wichtig. COPINH hat bereits 5 „radios comunitarios“ aufgebaut und weitere sind in Planung. Diese Gemeinschaftsradios sind komplett selbst organisiert und finanziert. Sie spielen eine wichtige Rolle, um die Menschen zu informieren und zu mobilisieren. Die Smartphones haben den Vorteil, dass sie vielseitig eingesetzt werden können, beispielsweise im Radio zum Einspielen von Musik und Beiträgen aber auch bei der Foto- und Videodokumentation.
    COPINH hat selbst über die Jahre gemeinsam mit solidarischen Organisationen immer wieder Weiterbildungen im Bereich freie Kommunikationsmedien realisiert. Bisher lag der Fokus auf den Radios, da durch sie viele Menschen erreicht werden. Ich werde 2017 wieder in Honduras sein und in den Gemeinden praktische Workshops zur Foto- und Videodokumentation geben. Die Idee ist, dass es in möglichst vielen Gemeinden ein Medienteam gibt, die das Equipment und die Kenntnisse haben, um aus ihrer Sicht heraus zu dokumentieren. Und genau dafür brauchen wir die Spenden.

    Was werden die Leute denn voraussichtlich mit den Handys und Kameras dokumentieren?
    Honduras ist das gefährlichste Land auf der Welt für Menschenrechtsverteidiger_innen. Es ist geprägt von hoher Korruption, Straflosigkeit, einer rasant ansteigenden Militarisierung und einem Ausverkauf des Landes. Die Regierung setzt die Interessen von nationalen und transnationalen Firmen entgegen den Bedürfnissen der eigenen Bevölkerung durch – und zwar mit Gewalt. Es geht also um die Dokumentation der Verletzung der Rechte der Menschen, aber auch die Dokumentation der Übergriffe durch Polizei, Militär und gewalttätige Befürworter_innen der Projekte. Das ist nicht nur wichtig, um der verfälschten Darstellung in den Medien etwas entgegen zusetzen, sondern kann auch bei juristischen Prozessen hilfreich sein.

    Was bedeutet der Ausverkauf des Landes konkret?
    Von der aktuellen Regierung wurden in nur einer Nacht mehr als 300 Wasserkraftprojekte, 150 Bergbaukonzessionen und mehr als 40 Windkraftprojekte genehmigt. Somit steht 35% der Fläche von Honduras unter Konzessionen und 50% davon befinden sich auf Territorium der indigenen Lenca. Die Konzerne und die Regierung ignorieren das Recht der lokalen Bevölkerung auf eine vorherige, freie und informative Befragung, arbeiten gezielt mit Lügen und versuchen Behörden und Bewohner_innen zu bestechen. Und wenn sich die Gemeinden gegen diesen sogenannten “Fortschritt” aussprechen, werden die Gemeindemitglieder bedroht, verhaftet, kriminalisiert oder ermordet, wobei die Regierung zur Umsetzung ihrer Interessen Polizei und Militär einsetzt.

    So etwa bei dem Mord an unserer Compañera Berta Cáceres im März 2016.

    Ja. Berta war Mitbegründerin und Generalkoordinatorin von COPINH. Durch ihren energischen Kampf stand sie den Interessen von Regierung und Firmen im Weg. Für ihren Einsatz bei der Verteidigung des Flusses Gualcarque gegen ein von der Firma DESA gebautes Wasserkraftprojekt wurde sie weltweit bekannt und geehrt. Mit Berta sind es bereits 5 Menschen, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben. Bei ihrem Mord wurde die Verstrickung der Firma DESA, des Militärs und der Regierung in den Auftragsmord bekannt, weil es zufällig einen Zeugen gab, der den Anschlag überlebt hatte.
    Die Gemeinden von COPINH kämpfen weiter für ihre Rechte und die Dokumentation von Unrecht ist dabei ein wichtiges hilfreiches Mittel. Deswegen die Sammelaktion. Danke für eure Unterstützung!

    Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand – Auswertung

    15 Monate lang hat die Mittelamerikanische Karawane für ein Gutes Leben der Menschen im Widerstand insgesamt 17 widerständige Gemeinden zwischen Südmexiko und Costa Rica besucht, sich mit ihnen ausgetauscht, gelernt, dokumentiert, vernetzt, Techniken weitergegeben. ¡Alerta! hat die Karawane bei ihren Vorbereitungen unterstützt (etwa beim Kauf des Buses, der zu einem „Mobilen Laboratorium“ umgebaut wurde) und sie auf ihrem Weg begleitet. Wir freuen uns, dass die Karawane so erfolgreich war und dass eine der mitreisenden Aktivist_innen uns im Dezember aus erster Hand berichten wird.

    Die teilnehmenden Kollektive in Aktion haben auch eine Auswertung/Zusammenfassung und Ausblick zur Karawane geschrieben. Den Text findet ihr hier auf Spanisch und auf Deutsch.

    Außerdem findet ihr hier einige der tollen Kurzvideos über die verschiedenen Gemeinden, die die Karawane besucht hat. Weitere Infos, Texte, Radiosendungen, Videos und vieles mehr zur Karawane findet ihr auf deren Website sowohl auf Deutsch wie auf Spanisch.

    La Puya, Guatemala

    Monte Olivo, Guatemala

    Santa Rita, El Salvador