Archiv für Juli 2016

1.9. – ¡Berta Vive!/Berta lebt! – Gedenken an Berta Cáceres

Donnerstag, 1.9.2016, 19.30 Uhr, Film „La Voz del Gualcarque/Die Stimme von Gualcarque” (Spanisch mit deutschen Untertiteln), Diskussion mit der Regisseurin Paola Reyes, Gedenken und Protest
Buchhandlung BiBaBuZe, Aachener Str.1, Düsseldorf

Die indigene, anti-kapitalistischen Umweltaktivistin und Feministin Berta Cáceres aus Honduras wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 von Auftragskillern ermordet. Berta hat uns 2012 in Düsseldorf besucht und von ihrem Kampf berichtet. Daher wollen wir, die Veranstalter von damals, ein halbes Jahr nach diesem politischen Mord, an Berta erinnern, über ihre Anliegen informieren und ihre Organisation COPINH (Rat indigener und sozialer Organisationen Honduras) in ihrem Kampf unterstützen.

Im Beisein der Regiseurin Paola Reyes zeigen wir den Dokumentarfilm „La Voz de Gualcarque/Die Stimme von Gualcarque“. Er begleitete ein Jahr lang die in COPINH organisierten indigenen bäuerlichen Gemeinden der Region Rio Blanco in ihrem Kampf gegen den Bau des Staudamms Agua Zarca. Der autoritär und gewaltsam durchgesetzte Staudamm, an dessen Bau mit Siemens und VoithHydro auch zwei deutsche Unternehmen beteiligt sind, raubt den Gemeinden ihr Land und bedroht ihre Lebensgrundlage. Er soll billigen Strom für Bergbauprojekte erzeugen, die den Menschen weiteren Raub und weitere Zerstörung bringen würden. Der Film dokumentiert, wie die Gemeinden gemeinsam mit COPINH und Berta Cáceres mutig und einfallsreich ihr Land und ihre Rechte verteidigen, den Bau um mehr als ein Jahr aufhalten, und den Ausstieg der chinesischen Baufirma SINOHYDRO erreichen. Er thematisiert aber auch die fortgesetzte Repression gegen die Gemeinden und COPINH.

Diese Repression hat Berta, COPINH und den indigenen Gemeinden einen hohen Preis abverlangt: Immer wieder werden sie bedroht und angegriffen. In den letzten Jahren wurden neben Berta fünf weitere Aktivist_innen ermordet. Die Gemeindeaktivistin Lesbia Yaneth Urquía wurde am 6.7.2016 ermordet. Berta und ihre Familie erhielten immer wieder Drohungen. Sie wurde mit Anklagen und Ermittlungen überzogen, diffamiert und inhaftiert. Hinter ihrem Mord stehen neben DESA, der Betreiberfirma von Agua Zarca, und dem honduranischen Militär auch die Machteliten des Landes. Diese versuchen weiterhin, die vollständige Aufklärung des Mordes zu verhindern.

Nach dem Film folgt ein Gespräch mit der Regisseurin Paola Reyes. Außerdem wollen wir in geeigneter Weise an Berta erinnern und den Kampf von COPINH mit einer kleinen Aktion unterstützen.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Attac Düsseldorf, Buchhandlung BiBaBuze, Nicaragua-Verein Düsseldorf, Pax Christi Düsseldorf und der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen – mit freundlicher Unterstützung des Eine-Welt-Beirats der Landeshauptstadt Düsseldorf

5.8. – Widerstand und Repression: Die Verschleppungsproblematik in Ciudad Juárez und Chihuahua (Vortrag, Diskussion und Musik)

Freitag, 5.8.2016, 19 Uhr Café und Soli-Essen, ab 20 Uhr Vortrag mit Cesario Tarín (Menschenrechtszentrums „Paso del Norte“ in Ciudad Juárez), anschließend Bar und Musik – Eintritt frei
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Die Verschleppung ist ein soziales Phänomen, das in Mexiko während der letzten neun Jahre massiv zugenommen hat. Das RNPED (Nationales Register über verschwundene Personen) hat zwischen 2007 und Dezember 2015 27.659 Verschwundene registriert. Diesbezüglich äußert sich die UNO wie folgt: „die Verschleppung von Menschen weist auf eine generalisierte Problematik im Lande hin“.

Diese Problematik ist im Grenzbundesland Chihuahua, im Norden Mexikos, nicht weniger gravierend. Dort sind bereits 1698 verschwundene Personen registriert, 349 davon stammen aus der Gemeinde Cuauhtémoc. Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres sind 45 Personen verschwunden, darunter 11 Minderjährige, so die Daten der Bundesgeneralstaatsanwaltschaft.

Davon wird uns Cesario Tarín aus Ciudad Juárez, Mexiko berichten. Er wird uns Zusammenhänge erklären, sowie vom sozialen Engagement und verschiedenen Formen sozialer Kämpfe in seiner Heimatstadt, Ciudad Juárez, erzählen. Cesario Tarín ist dort Mitglied des Menschenrechtszentrums „Paso del Norte“, einer NGO die seit Beginn des sogenannten „Drogenkriegs“ Opfer staatlicher Gewalt und Repression unterstützt. Aktuell ist er als Künstler und Jurist in der Kampagne “Denuncia” gegen Folter und gewaltsames Verschwindenlassen aktiv.

Nach dem Vortrag gibt es Zeit für Fragen und Diskussion. Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch statt.

Anschließend tanzen wir gemeinsam für den Widerstand und gegen jegliche Formen der Repression zu Rhythmen von Latino-Ska, Cumbia und vielem mehr mit DJ „El Gallo luchador“.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und des Referats für Interkulturelles des AStA der Hochschule Düsseldorf