Archiv für März 2016

Kommuniqué zur Unterstützung der Interdisziplinären Gruppe unabhängiger Expert_innen (GIEI)

spanisches Original/texto original en Español

21. März 2016

Wir, die Gruppen in Europa, die sich mit der Bewegung von Ayotzinapa solidarisieren, erklären,
dass wir die GIEI für glaubwürdig halten,
dass die GIEI unser Vertrauen und unsere Unterstützung hat und
dass die GIEI bereits eine unschätzbare Arbeit in Mexiko geleistet hat.

Unsere Gruppen bestehen aus Mexikaner_innen und Personen aus verschiedenen Ländern. Wir vertrauen auf die Professionalität, Expertise und Integrität der Mitglieder der GIEI. Wir weisen nachdrücklich darauf hin, dass es sich bei Claudia Paz y Paz Baile, Ángela María Buitrago, Carlos Martin Beristaín, Alejandro Valencia Villa und Francisco Cox Vial um Menschenrechtsexpert_innen mit einer langen professionellen Laufbahn handelt. Sie sind aus genau diesem Grund von der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte (CIDH), dem mexikanischen Staat und mexikanischen, zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgewählt worden, um die Ereignissen in Iguala vom 26. und 27. September 2014 zu untersuchen.

Wir sind sicher, dass ihre Untersuchungen entscheidend gewesen sind, die Behauptungen in Frage zu stellen, mit denen der mexikanische Staat die grausamen Attentate gegen junge Studenten und die Zivilbevölkerung in Iguala zu erklären versucht hat. Dank der Arbeit der GIEI konnten wir feststellen, dass diese Behauptungen von Seiten des Staates – die sogenannte “historische Wahrheit” – unhaltbar sind. Deshalb ist es notwendig, dass die weitere Untersuchung des Falles gemäß den Vorschlägen der GIEI aus ihrem Bericht von 2015 erfolgt und dass die GIEI ihre Arbeit solange fortsetzt, bis die Wahrheit gefunden und Gerechtigkeit erreicht ist.

Angesichts jüngster Medienberichte, z.B. bei MVS oder Grupo Milenio, die die moralische Integrität einiger Mitglieder der GIEI angegriffen haben, bestätigen wir, die mit Ayotzinapa solidarischen Gruppen in Europa, unser Vertrauen in und unsere Unterstützung für die GIEI. Die Aufklärung der schrecklichen Ereignisse vom 26. und 27. September 2014 in Iguala, Guerrero, ist eine unaufschiebbare Verpflichtung der Regierung von Enrique Peña Nieto. Wir verlangen zu wissen, wo die Studenten der Normal Rural Raúl Isidro Burgos de Ayotzinapa geblieben sind. Für die Aufklärung des Falles ist die Arbeit der GIEI von entscheidender Wichtigkeit.

Manchester for Ayotzinapa, Großbritanien
Cambridge Mexico Solidarity, Großbritanien
Justice Mexico Now, Großbritanien
London Mexico Solidarity, Großbritanien
Conciencia Mexico Dinamarca, Dänemark
Catalunya Contra La Impunitat, Spanien
Metamorfosis Mexico, Spanien
Natalia Hernández, Euskal Herria, Spanien
¡Alerta! Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Deutschland
Afines por México, Niederlande
Cochehua-Colectivo Despertar, Schweiz
Bordamos por la Paz, Paris, Frankreich
EncuentrosYoSoy132Madrid, Spanien
Collectif Paris-Ayotzinapa, Frankreich
Polonia con México, Polen
Latir por México, Frankreich
Ya-Basta.Netz, Deutschland
SantanderX43, Spanien
Madrid43, Spanien
Solidarité pour le Mexique-Strasbourg, Frankreich

Erinnerung an Berta Cáceres auf der feministischen Demo in Köln / 12.3.2016

[Deutsch]
Bei der feministischen Demo anlässlich des Internationalen Weltfrauentages am 12.3. in Köln mit über 4.000 Teilnehmer_innen erinnerten wir mit einem Transparent an unsere Compañera Berta Cáceres, die am 2.3. wegen ihres Kampfes ermordet wurde.

[Español]
En la manifestación feminista en el marco del Día Internacional de la Lucha Feminista el 12.3. en Colonia, Alemania, con más que 4.000 participantes recordamos con una pancarta a nuestra compañera Berta Cáceres quien fue asesinado por su lucha el 2.3.

Unsere Compañera Berta Cáceres wurde ermordet – Werdet aktiv!

„Ihr Leben war das einer Kämpferin, das einer Kriegerin, die ohne Angst den unmoralischen Mächten dieses kapitalistischen, ausbeuterischen und unmenschlichen Systems entgegengetreten ist.“
(aus der Erklärung von COPINH)

Mit Wut und Schmerz trauern wir um unsere Compañera Berta Cáceres, indigene, anti-kapitalistischen Umweltaktivistin und Feministin aus Honduras. Sie wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. März, einen Tag vor ihrem 43. Geburtstag, in ihrem Haus ermordet. Berta hat uns 2012 in Düsseldorf besucht und von ihrem Kampf berichtet. In unseren Herzen und in unseren Kämpfen wird sie weiterleben. Wir haben ihr daher einen Brief geschrieben und nach Honduras geschickt. Hier findet ihr ihn auf Spanisch und Deutsch.

Als Teil von COPINH (Rat indigener und sozialer Organisationen Honduras) kämpfte Berta gegen den Raub und die Zerstörung des Landes. Transnationale Konzerne im Verbund mit honduranischen Eliten rauben der lokalen Bevölkerung durch Gewalt und Betrug das Land, um seine Reichtümer in ihre Waren und ihren Gewinn zu verwandeln. An diesem modernen Kolonialismus sind auch deutsche Unternehmen beteiligt: Unterstützt von der deutschen Bundesregierung sind Siemens und VoithHydro beteiligt am Bau des Staudamms Agua Zarca, gegen den COPINH und Berta unermüdlich kämpfen. Er würde die Gemeinden und die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zerstören, um billigen Strom für Bergbauprojekte zu erzeugen. Bergbauprojekte, die den Menschen weiteren Raub und weitere Zerstörung bringen würden.

Berta, COPINH und die indigenen Gemeinden haben für ihren mutigen Kampf teuer bezahlt: In den letzten Jahren sind bereits zwei Aktivisten ermordet worden. Berta erhielt immer wieder Drohungen, wurde mit Anklagen und Ermittlungen überzogen, diffamiert und inhaftiert. Nun wurde Berta für ihren Kampf ermordet. Hinter diesem Mord stehen die mächtigen Gegner, gegen die sie kämpfte, hinter dem Mord stehen auch Siemens, VoithHydro und die deutsche Regierung. Berta wurde, wie COPINH es in ihrer liebevollen und kämpferischen Erklärung ausdrücken, „von Ungerechtigkeit, Hass und Rassismus ermordet“.

Um noch mehr Zerstörung, Ungerechtigkeit und Tod zu verhindern, bitten wir euch, euch an der Protestbriefaktion der Honduras-Delegation zu beteiligen. Zentrale Forderungen sind die Einsetzung einer Internationalen Kommission zur Untersuchung des Mordfalls und der Rückzug der an dem umstrittenen Staudammprojekt beteiligten Firmen aus dem Bauvorhaben. Dies sind auch zentrale Anliegen von Cáceres‘ Familie und von COPINH.

Dies ist um so wichtiger, als die honduranischen Behörden nun versuchen, ein Mordmotiv aus persönlichen Gründen zu konstruieren und vor allem gegen COPINH und Bertas Familie ermitteln. Ebenso ist der mexikanische Aktivist Gustavo Castro, der zur Zeit des Mordes an Berta bei ihr war und ebenfalls durch die Mörder verletzt wurde, in akuter Gefahr. Er ist eine zentraler Zeuge des Mordes, muss nun aber in Honduras um sein Leben fürchten. Dennoch lassen ihn die honduranischen Behörden nicht ausreisen. Seine Organisation Otros Mundos Chiapas hat daher eine Eilaktion für ihn gestartet. Die ihr hier auf Englisch und Spanisch findet. Bitte unterstützt auch diese Aktion!

Wir trauern um Berta, aber wir werden weiter kämpfen und den Kampf von COPINH solidarisch unterstützen.

„Wachen wir auf! Wach auf, Menschheit! Wir haben keine Zeit mehr. Wir müssen unser befreien vom räuberischen Kapitalismus, von Rassismus und vom Patriarchat, die uns die sichere Selbstzerstörung bringen werden. […] Unsere Mutter Erde – militarisiert, eingezäunt, vergiftet, ein Ort an dem systematisch die menschlichen Grundrechte verletzt werden – verlangt von uns, dass wir aktiv werden. Lasst uns Gesellschaften schaffen, in denen es möglich ist, dass alle in Würde und Gerechtigkeit zusammenleben und das Leben zu schützen. Lasst uns organisieren und hoffnungsvoll bleiben.“
(Berta Cáceres, April 2015 )

Berta, ¡la lucha sigue! Der Kampf geht weiter!

********
Weitere Informationen:

Aktiv werden!
- Protestbriefaktion der Honduras-Delegation zur Aufklärung des Mordes und zum Ende des tödlichen Staudammprojekts Agua Zarca
- Eilaktion für Gustavo Castro, wichtiger Zeuge zum Mord an Berta – auf Englisch und Spanisch

Zum Mord an Berta
- „Von Ungerechtigkeit, Hass und Rassismus ermordet“ Erklärung von COPINH zur Ermordung von Berta Cáceres in Honduras
- aktuelle Meldungen zum Fall und COPINH bei amerika21
- Bestürzung über Mord an Aktivistin Berta Cáceres in Honduras
- Proteste nach Ermordung von Aktivistin Berta Cáceres in Honduras
- Manipulation und Gefährdung eines Zeugen im Fall Cáceres in Honduras
- Video – Nachrichtenbericht: Remembering Berta Cáceres, Assassinated Honduras Indigenous & Environmental Leader ( 4.3.) in Englisch
- R. I. P. Berta Cáceres – Sie wurde ermordet! Deutsche Beteiligung am Agua Zarca
- Berta Cáceres, Honduran human rights and environment activist, murdered
- Honduras: Indigenous Leader Murdered Despite Police Protection
- Erklärung verschiedener Organisationen weltweit zum Mord an Berta
- Dossier von Desinformemonos, Mexiko zum Mord an Berta (Spanisch)

Hintergründe: Berta, der Kampf von COPINH und die Role von Siemens und VoithHydro
- Website von COPINH (Spanisch)
- Video: Vorstellung Berta und COPINH anlässlich der Verleihung des Goldman Environmental Prize (Englisch/Spanisch)
- Video mit Rede von Berta (4 Min.) in Spanisch mit englischen Untertiteln
- Video-Interview mit Berta (1 Std.) in Spanisch
- Interview mit Berta Cáceres – „Der Nobelpreis für die EU – ein absurdes Theater“ (Tierra y Libertad, 2012/13, Seite 3)
- Interview mit Berta: „Ich lasse mich nicht unterkriegen!“ (2013)
- Video: Berta Cáceres Rede bei der Verleihung des Goldman Enviromental Prize, 2015
- Grüner Kolonialismus in Honduras
- Konflikt um Staudammprojekt in Honduras hält an (25.2.2016)
- Militärs in Honduras töten Staudammgegner (2013)
- Indigene wehren sich gegen Staudammprojekt (2013)
- Deutsche Firma an umstrittenem Kraftwerk beteiligt (2013)
- Aktivist in Honduras ermordet, neue Repressalien gegen bekannte Aktivistin (2015)
- Siemens geht Nachfragen zu Menschenrechten aus dem Weg (2015)
- Studie über das Wasserkraftwerk Agua Zarca und die Verteidigung des Lenca-Territoriums Río Blanco

Allgemein
- Website der Honduras Delegation
- Website der Menschenrechtskette Honduras CADEHO

Du bleibst bei uns…

versión en Español/spanische Version

An Berta,

Düsseldorf, Deutschland, 8.3.2016
Internationaler Tag des feministischen Kampfes

Voll Schmerz und Wut erhielten wir die Nachricht der schrecklichen Ereignissen vom 2. März in La Esperanza, Honduras. Im Morgengrauen haben sich die dunklen Mächte der Eliten und transnationalen Konzerne ihrer schmutzigen Machenschaften bedient, um diejenigen aus dem Weg zu räumen, die gegen ihre tödlichen Projekte Widerstand leisten. Dort, wo die neoliberale Eroberung wütet, ist das Leben zerbrechlich und schnell vergänglich – insbesondere für Leute wie dich, Berta, die sich für die Rechte der einfachen Bevölkerung und der Frauen einsetzen und das Fundament des neuen Kolonialismus angreifen. Jenes neuen Kolonialismus, der mit seinen vielfältigen Erscheinungsformen das Leben zerstört: der Ausbeutung, dem Rassismus, der Plünderung und dem Mord.

Ihre Absicht war, uns dein Leben zu rauben, dein so wertvolles Leben, Berta. Sie haben uns damit große Schmerzen zugefügt, aber statt lähmende Angst zu verbreiten, haben sie die Empörung und den Ruf nach Gerechtigkeit vergrößert.

Sie haben nicht gesiegt, Berta, du hast gesiegt! Mit deinem unermüdlichen Kampf für die Flüsse, für die Mutter Erde, für die Indigenen, für die Frauen – mit deiner Überzeugung für das Leben hast du die ganze Menschheit bereichert.

Kann man jemanden töten, der gelebt hat, um das Leben zu verteidigen?

Man kann den Körper töten aber nicht die Würde, die Wahrheit, die Freiheit und die Hoffnung, denn sie sind unsterblich, ebenso wie deine unzerbrechliche Kraft, die das Körperliche übersteigt.

Wir haben Dich nicht verloren. Du bleibst bei uns.

Du lebst weiter im Fluss Gualcarque und seinen Tälern, die du standhaft verteidigt hast. Du lebst weiter im fruchtbaren Boden des angestammten Gebietes der Lenca, wo du Tag für Tag auflebst in Natur, die du liebtest. Du lebst weiter im Lächeln der Kinder, die in den Flüssen spielen und sich erfrischen – jenen Flüssen, die überall und immer das Leben der Menschen sicherstellen. Du lebst in unseren Herzen weiter, in denen wir dich 2012 bei deinem Besuch bei uns in Düsseldorf aufgenommen haben. Du wirst weiterleben in den heutigen Kämpfen und in denen, die kommen werden. Du wirst weiterleben in den Schritten und Stimmen aller Menschen auf diesem Planeten, die sich dazu entschließen, Widerstand zu leisten und mutig den größten Feind der Natur, der Indigenen, der Menschenwürde und des Lebens anzugreifen: Den räuberischen Kapitalismus.

Danke für dein Vermächtnis, dein unnachgiebiges Engagement, deinen Mut, deine Aufrichtigkeit.

Tochter, Freundin, Genossin, Schwester Berta. Mutter aller Flüsse!

Auf bald, hasta siempre, Compañera!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Permaneces…

deutsche Version/versión en Aleman

A Berta,

Düsseldorf, Alemania, 8.3.2016
Día Internacional de la Lucha Feminista

Recibimos con dolor y rabia la noticia de los terribles acontecimientos en La Esperanza, Honduras. Aquella madrugada del 2 de Marzo donde las fuerzas oscuras, oligarcas y trasnacionales echan mano de sucias estrategias para eliminar del camino a quienes se oponen a sus proyectos de muerte. En territorios donde tratan de imponer políticas de expansión neoliberal, la vida es frágil y efímera especialmente para aquellos que como tú, Berta, han apostado por los derechos de los pueblos y de las mujeres así como por la destrucción de los cimientos en los que se asientan las nuevas formas de colonización y su modelo destructor de toda forma de vida con sus diversas fachadas como son la explotación, el racismo, el despojo y la muerte.

Quisieron arrebatarnos una vida, tu tan preciada vida, Berta. Con ello nos han causado un profundo dolor, pero muy lejos de globalizar el miedo que paraliza, se han extendido la indignación y el clamor por la Justicia.

No vencieron ellos Berta, ¡venciste tú!. Con tu lucha incansable a favor de los ríos, de la madre tierra, de los pueblos indígenas y de las mujeres y con tu doctrina de vida que beneficias a la humanidad entera.

¿Se puede matar a quien ha vivido para defender la vida?

Podrán matar la materia pero no la dignidad, la verdad, la libertad y la esperanza ya que son imperecederas, así como tu inquebrantable fuerza que trasciende más allá de la materia.

No te perdimos, ¡Permaneces!

Seguirás presente en el río Gualcarque y sus cuencas que con tenacidad defendiste, en la tierra fértil del territorio ancestral de Lenca, donde renacerás día a día en la naturaleza que tanto amaste.

Seguirás presente en las sonrisas de los niños que juguetean y refrescan sus cuerpos en el caudal de cada río que garantiza la vida de los pueblos en cualquier calendario y en cualquier geografía. Seguirás presente en nuestros corazones que te albergan desde aquel 2012 durante tu estancia con nosotros en Düsseldorf. Estarás presente en las luchas actuales y en las venideras, en los pasos y en las voces de todos aquellos y aquellas que en cualquier parte del planeta, decidan resistir y enfrentar valientemente al mayor enemigo de la naturaleza, de los pueblos originarios, de la dignidad humana y de la vida misma: el capitalismo depredador.

Gracias por tu legado de compromiso indoblegable, de valentía y entereza.

Hija, amiga, compañera, hermana Berta. ¡Madre de todos los ríos!

¡Hasta siempre compañera!

Alerta! – Grupo de solidaridad Düsseldorf – Latinoamérica

11.4. – Mit dem Herzen einer Frau kämpfen (Vortag + Diskussion)

20 Jahre Autonomie und Emanzipation in Chiapas

Montag, 11.4.2016, 19 Uhr Café, ab 19.30 Uhr Vortrag und Diskussion mit Laura Baas (Spanisch/Deutsch)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Mit dem Aufstand der Zapatistas in Chiapas/Mexiko 1994 bekam der Kampf der Frauen für ihre Rechte in diesem südlichsten Bundesstaat einen deutlichen Schub. Frauen aus zapatistischen und anderen widerständigen Gemeinden organisierten sich und schufen eigene Projekte, um sich von der sexistischen Unterdrückung zu befreien. Gleichzeitig wirkten sie entscheidend am Kampf für die Selbstbestimmung ihrer indigenen, kleinbäuerlichen Gemeinden mit.

Begleitet wurden sie dabei unter anderem von SIPAZ (Servicio Internacional para la Paz). Die Friedensorganisation wurde nach dem zapatistischen Aufstand gegründet, um in der Konfliktregion mittels internationaler Präsenz der Gewalt und Repression durch Staat und Paramilitärs gegen die aufständische, indigene Bevölkerung entgegenzuwirken. In all den Jahren hat SIPAZ viele Menschen begleitet, die sich organisieren und für ihre Rechte kämpfen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Emanzipation der Frau gelegt.

Aus 20 Jahren dieser Arbeit gibt es viel zu berichten. Wie war die Situation der Frauen in der Vergangenheit? Was haben sie inzwischen erreicht? Was können wir von den Frauen in Chiapas lernen und wie können wir sie solidarisch unterstützen? Laura Baas, seit sechs Jahren bei SIPAZ, wird uns inspirierende Einblicke in diese „Kämpfe mit dem Herzen einer Frau“ geben.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, kom!ma – Verein für Frauenkommunikation und des Referats für Interkulturelles des AStA der FH Düsseldorf

6.4. – Argentinien: 40 Jahre Putsch – und heute? (Vortrag + Diskussion)

Wie kommt es 40 Jahre nach dem rechten Militärputsch zu einer demokratisch gewählten Rechtsregierung?

Mittwoch, 6.4.2016, 19 Uhr Café, ab 19.30 Uhr Vortrag und Diskussion mit Lea Machado (Spanisch/Deutsch)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Am 24. März 2016 jährt sich zum 40 Mal der Jahrestag des Militärputsches in Argentinien. Die darauf folgende Diktatur (1976-1983) setzte gewaltsam eine konservative, neoliberale und repressive Politik durch. Diese Politik forderte unzählige Opfer: 30.000 oppositionelle und linke Aktivist_innen wurden gewaltsam verschleppt und wahrscheinlich ermordet; zehntausende mehr wurden verhaftet und gefoltert; mindestens 50.000 Menschen mussten fliehen.

Seit Dezember 2015 hat Argentinien unter Mauricio Macri erneut eine rechte Regierung. Diese bezeichnen soziale Bewegungen als „wirtschaftlich neoliberal, politisch konservativ und gesellschaftlich repressiv“. Diesmal ist sie jedoch „demokratisch“ gewählt. In ihren ersten Monaten hat sie die Strukturen der neoliberale Ausbeutung vertieft. Gleichzeitig ist sie mit großer Härte gegen jeden Protest vorgegangen. Auch versucht sie, die juristische und historische Aufarbeitung der Verbrechen der Diktatur zu behindern. (weitere Infos bei amerika21 und in diesem Radio-Beitrag)

Wie kam es dazu, dass eine solche Regierung in Argentinien demokratisch gewählt wurde? Gab es doch seit 2001 eine starke Basisorganisierung der Bevölkerung und seit 2003 mit Nestor und Christina Kirchner eine angeblich „linke“ Regierung an der Macht. Was ist die aktuelle Politik der Regierung Macri? Und welchen Widerstand gibt es?

Lea Machado, politische Aktivistin aus Buenos Aires und Düsseldorf, wird uns berichten und Zusammenhänge erklären. Anschließend ist Zeit für Fragen und Diskussion.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und des Referats für Interkulturelles des AStA der FH Düsseldorf