Düsseldorf: Solidarität mit den 43 verschleppten Studenten aus Ayotzinapa/Mexiko, ihren Angehörigen und Mitstudenten!

Rund 30 Menschen zeigten zusammen mit uns am 26.9.2015 in Düsseldorf ihre Solidarität mit den verschleppten Studenten aus Ayotzinapa/Mexiko, ihren Angehörigen und Mitstudenten. Mit einem Infostand und einer Fotoausstellung informierten wir anlässlich des 1. Jahrestages dieses Staatsverbrechens hunderte Passant_innen. Dabei protestierten wir auch gegen die Politik der deutschen Bundesregierung, die die Lügen und die Repression der mexikanischen Regierung unterstützt, Waffenlieferungen zuließ und ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit der mexikanischen Polizei unterzeichnen will.

Zusammen mit Gruppen und Kollektiven in ganz Europa haben wir zum Jahrestag des Staatsverbrechens von Ayotzinapa außerdem die Erklärung „Seit einem Jahr: Uns fehlen 43 Compañeros! Uns fehlt die Wahrheit! Uns fehlt Gerechtigkeit!“ verfasst und nach Mexiko geschickt. Zu dieser haben wir auch ein Video erstellt.

In Europa, Mexiko und weltweit fanden rund um den Jahrestag vielfältige Aktionen und Veranstaltungen statt. Hier findet ihr eine Liste der Aktionen und Veranstaltungen in Europa. Omar Garcia, einer der Überlebenden des Polizeiangriffs vor einem Jahr, hat dazu vor ein paar Tagen eine Video-Botschaft an die solidarischen Menschen und Gruppen in Europa geschickt.

Omar Garcia war auch Teil der Delegation aus Ayotzinapa, die im Mai unter anderem am BUKO-Kongress in Münster teilgenommen hat. Hier findet ihr das Video der Informationsveranstaltung mit der Delegation sowie das Video der Protestkundgebung und einen Bericht über den Aufenthalt.

Vor einem Jahr, am 26.9.2014, wurden in Mexiko 43 Studenten der pädagogischen Fachschule von Ayotzinapa auf dem Rückweg von einer politischen Aktion von der Polizei verschleppt und sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. 6 weitere Menschen wurden dabei getötet, dutzende verletzt. Die Angehörigen und Mitstudenten der Verschleppten fordern seither die lebende Rückkehr der 43 und die Aufklärung dieses Staatsverbrechens. Dabei wurden sie von Millionen Menschen in Mexiko und weltweit unterstützt. In Mexiko kam es zu monatelangen Massenprotesten gegen die Arroganz der Regierung sowie die Gewalt von Staat und Drogenmafia gegen die Bevölkerung. Seit 2006 wurden durch Polizei, Militär und Drogenkartelle, die wie im Fall von Ayotzinapa oft gemeinsam agieren, 130.000 Menschen ermordet und 26.000 verschleppt – darunter viele Aktivist_innen. Fast keiner dieser Straftaten wurde aufgeklärt.

Dass die mexikanische Regierung kein Interesse an einer Aufklärung des Verbrechens von Ayotzinapa oder einem Ende der massenhaften Gewalt gegen die eigene Bevölkerung hat, zeigt sich auch an ihren Ermittlungen zu Ayotzinapa: Eine internationale Expert_innen-Kommission der Interamerikanischen Menschenrechtskommission hat nach monatelanger Recherche die Ergebnisse der staatlichen Ermittlungen als unhaltbar zurückgewiesen und unter anderem festgehalten, dass die Generalstaatsanwaltschaft absichtlich Beweise zurückgehalten hat.