7.10. – ¡Yo Soy Mujer! – Kampf um Frauenrechte in El Salvador (Vortrag und Diskussion)

Vortrag und Diskussion mit den feministischen Aktivistinnen Morena Herrera (Feministisches Kollektiv) und Azucena Ortíz (Las Mélidas Frauenverband) aus El Salvador
Zeit: Mittwoch, 7.10.2015, ab 19.30 Uhr
Ort: Leben findet Stadt, Uedesheimer Str. 2, Düsseldorf

Wie sehen die Lebenssituationen von Frauen in El Salvador aus? Wie weit ist die Emanzipation der Frauen in der salvadorianischen Gesellschaft gediehen – nach zwölf Jahren Bürgerkrieg, 20 Jahren ultrarechter ARENA-Regierung und sechs Jahren Links-Regierung der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN)?

Wir wollen nachfragen, was Frau-Sein in El Salvador heißt. Wie beschreiben Frauen ihre soziale, gesellschaftliche und ökonomische, aber auch rechtliche Situation? Können Selbstbewusstsein und politische Partizipation von Frauen dem allgegenwärtigen Machismo und der Gewalt Paroli bieten? Wie gehen die Eliten in El Salvador mit „Frau“ im Parlament, im Justizsystem oder auch bei Straßenmobilisierungen um? Welchen Schwierigkeiten begegnen Kampagnen für reproduktive Selbstbestimmungsrechte? Wer verhindert die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbotes? Was bedeuten feministische Kämpfe in der heutigen salvadorianischen Gesellschaft?

Im Rahmen der El Salvador-Rundreise sind dieses Jahr zwei Frauen eingeladen, die über die aktuelle Situation der Frauenrechte mit historischer Perspektive sprechen und diskutieren.

Morena Herrera hat 1990 die Ver­einigung „Frauen für die Würde und das Leben“ (Las Dignas) mitbegründet. Heute enga­giert sie sich im Feministischen Kollektiv für lokale Entwicklung. Darüber hinaus ist sie eine der Sprecher_innen der Bürger_innenvereinigung, die sich für die Straffreiheit der Abtreibung aus medizinischer oder ethischer Indikation einsetzt. Diese hatte zuletzt die Kampagne Freiheit für die 17 zur Begnadigung von Frauen ins Leben gerufen, welche nach Fehlgeburten zu jahrzehntelangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt wurden.

Azucena Ortíz ist seit 2014 Geschäfts­führerin des Frauen­verbandes Mélida Anaya Montes. In den vergangenen 23 Jahren haben die Mélidas Hausangestellte, Arbeiterinnen in Billiglohn-Weltmarktfabriken (Maquilas) und Landfrauen unterstützt und mit ihnen für ihre Rechte gekämpft. Heute haben mehrere Mitglieder der Mélidas Ämter in Regierung und Parlament. Azucena Ortíz hat jahrelang für die Mélidas Frauenkooperativen und Kleinstunternehmer_innen beraten. Zuvor war sie in der planerischen Basisarbeit für ländliche und städtische Gesundheitszentren tätig.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und kom!ma – Verein für Frauenkommunikation