Archiv für September 2015

7.10. – ¡Yo Soy Mujer! – Kampf um Frauenrechte in El Salvador (Vortrag und Diskussion)

Vortrag und Diskussion mit den feministischen Aktivistinnen Morena Herrera (Feministisches Kollektiv) und Azucena Ortíz (Las Mélidas Frauenverband) aus El Salvador
Zeit: Mittwoch, 7.10.2015, ab 19.30 Uhr
Ort: Leben findet Stadt, Uedesheimer Str. 2, Düsseldorf

Wie sehen die Lebenssituationen von Frauen in El Salvador aus? Wie weit ist die Emanzipation der Frauen in der salvadorianischen Gesellschaft gediehen – nach zwölf Jahren Bürgerkrieg, 20 Jahren ultrarechter ARENA-Regierung und sechs Jahren Links-Regierung der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí (FMLN)?

Wir wollen nachfragen, was Frau-Sein in El Salvador heißt. Wie beschreiben Frauen ihre soziale, gesellschaftliche und ökonomische, aber auch rechtliche Situation? Können Selbstbewusstsein und politische Partizipation von Frauen dem allgegenwärtigen Machismo und der Gewalt Paroli bieten? Wie gehen die Eliten in El Salvador mit „Frau“ im Parlament, im Justizsystem oder auch bei Straßenmobilisierungen um? Welchen Schwierigkeiten begegnen Kampagnen für reproduktive Selbstbestimmungsrechte? Wer verhindert die Aufhebung des absoluten Abtreibungsverbotes? Was bedeuten feministische Kämpfe in der heutigen salvadorianischen Gesellschaft?

Im Rahmen der El Salvador-Rundreise sind dieses Jahr zwei Frauen eingeladen, die über die aktuelle Situation der Frauenrechte mit historischer Perspektive sprechen und diskutieren.

Morena Herrera hat 1990 die Ver­einigung „Frauen für die Würde und das Leben“ (Las Dignas) mitbegründet. Heute enga­giert sie sich im Feministischen Kollektiv für lokale Entwicklung. Darüber hinaus ist sie eine der Sprecher_innen der Bürger_innenvereinigung, die sich für die Straffreiheit der Abtreibung aus medizinischer oder ethischer Indikation einsetzt. Diese hatte zuletzt die Kampagne Freiheit für die 17 zur Begnadigung von Frauen ins Leben gerufen, welche nach Fehlgeburten zu jahrzehntelangen Haftstrafen wegen Mordes verurteilt wurden.

Azucena Ortíz ist seit 2014 Geschäfts­führerin des Frauen­verbandes Mélida Anaya Montes. In den vergangenen 23 Jahren haben die Mélidas Hausangestellte, Arbeiterinnen in Billiglohn-Weltmarktfabriken (Maquilas) und Landfrauen unterstützt und mit ihnen für ihre Rechte gekämpft. Heute haben mehrere Mitglieder der Mélidas Ämter in Regierung und Parlament. Azucena Ortíz hat jahrelang für die Mélidas Frauenkooperativen und Kleinstunternehmer_innen beraten. Zuvor war sie in der planerischen Basisarbeit für ländliche und städtische Gesundheitszentren tätig.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und kom!ma – Verein für Frauenkommunikation

26.9. – Lebend wurden sie entführt, lebend wollen wir sie wieder! (Kundgebung)

Solidarität mit den 43 verschleppten Studenten aus Ayotzinapa/Mexiko, ihren Angehörigen und Mitstudenten!
Zeit: Samstag, 26.9.2015, 14 Uhr Kundgebung
Ort: Rheinuferpromenade (Höhe KIT), Düsseldorf

versión en Español/spanische Version

Vor einem Jahr, am 26.9.2014, wurden in Mexiko 43 Studenten der pädagogischen Fachschule von Ayotzinapa auf dem Rückweg von einer politischen Aktion von Polizei und Mitgliedern eines Drogenkartells verschleppt. 6 weitere Menschen wurden dabei getötet, dutzende verletzt. Die Angehörigen und Mitstudenten der Verschleppten fordern seither die lebende Rückkehr der 43 und die Aufklärung dieses Staatsverbrechens. Dabei wurden sie von Millionen Menschen in Mexiko und weltweit unterstützt. In Mexiko kam es zu monatelangen Massenprotesten gegen die Arroganz der Regierung sowie die Gewalt von Staat und Drogenmafia gegen die Bevölkerung. Seit 2006 wurden durch Polizei, Militär und Drogenkartelle, die wie im Fall von Ayotzinapa oft gemeinsam agieren, 130.000 Menschen ermordet und 26.000 verschleppt – darunter viele Aktivist_innen. Fast keiner dieser Straftaten wurde aufgeklärt.

Dass die mexikanische Regierung kein Interesse an einer Aufklärung des Verbrechens von Ayotzinapa oder einem Ende der massenhaften Gewalt gegen die eigene Bevölkerung hat, zeigt sich auch an ihren Ermittlungen zu Ayotzinapa: Eine internationale Expert_innen-Kommission der Interamerikanischen Menschenrechtskommission hat nach monatelanger Recherche die Ergebnisse der staatlichen Ermittlungen als unhaltbar zurückgewiesen und unter anderem festgehalten, dass die Generalstaatsanwaltschaft absichtlich Beweise zurückgehalten hat.

Wir rufen dazu auf mit uns zusammen, am Samstag den 26.9. um 14 Uhr an der Rheinuferpromenade (Höhe KIT) in Düsseldorf, eure Solidarität mit den 43 verschleppten Studenten aus Ayotzinapa und allen Opfern der staatlichen Gewalt in Mexiko zu zeigen.

Hier in Deutschland heißt diese Solidarität auch Protest gegen die Politik der deutschen Bundesregierung, die die Lügen und die Repression der mexikanischen Regierung unterstützt, Waffenlieferungen zuließ und ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit der mexikanischen Polizei unterzeichnen will.

In Mexiko, in Deutschland und der ganzen Welt, wird es in diesen Tagen ebenfalls Kundgebungen und Demonstrationen geben.

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Hier findet ihr das Video unserer Protestkundgebung mit der Delegation aus Ayotzinapa in Münster (15.5.2015 – mit deutschen Untertiteln) und unser Solidaritätsvideo vom Dezember 2014.