Besuch einer Delegation aus Ayotzinapa (Mexiko) – Info- und Aktionstag

Freitag, 15.5.2015, 15-21 Uhr – Vorträge, Diskussion und Aktion
im Rahmen des BUKO-Kongresses in Münster

en Español / in Spanisch

Im Rahmen ihrer Europa-Rundreise kommt eine Delegation der Eltern und Studenten aus Ayotzinapa (Guerrero/Mexiko) am 15.5.2015 nach Münster um am dort stattfindenden BUKO-Kongress teilzunehmen.
Die beiden Veranstaltungen der Delegation auf dem Kongress sind öffentlich und können auch von Menschen besucht werden, die nicht am Kongress teilnehmen – dieser ist allerdings sehr spannend und es wird an 3 Tagen Veranstaltungen mit verschiedenen Aktivist_innen aus Lateinamerika, Deutschland und der ganzen Welt geben. Eine Teilnahme am gesamten Kongress lohnt sich also sehr!

Folgende 3 Veranstaltung/Aktionen wird es mit der Delegation geben:

Lebend wurde sie entführt, lebend wollen wir sie wieder! – Eine Delegation der Eltern und Studenten aus Ayotzinapa (Mexiko) berichtet

Vortrag & Diskussion (Spanisch mit deutscher Übersetzung)
15.5.2015, 15.00-17.00 Uhr – Aula am Aasee (Aula des Instituts für Politikwissenschaft), Scharnhorststr. 102, Münster

Die Verschleppung von 43 Studenten aus Ayotzinapa ist weltweit zu einem Symbol des korrupten mexikanischen Systems geworden. Die Studenten aus armen kleinbäuerlichen Familien, die für ihren Kampf gegen Korruption und die neoliberale Regierungspolitik bekannt sind, wurden Opfer der engen Verstrickung von Staat und Drogenkartellen, die Mexiko seit Jahren mit Gewalt und Terror überzieht. Doch angeführt von den Eltern der verschleppten Studenten ist eine breite Massenbewegung entstanden, die neben der Rückkehr der 43 auch ein Ende der Gewalt und des korrupten Systems fordert.

Die Delegation der Eltern und Studenten aus Ayotzinapa wird über ihren Kampf und ihre Forderungen berichten. Nicht zu Letzt wollen sie politische Basisorganisationen in Europa kennenlernen und mit ihnen die Möglichkeit gemeinsamer solidarischer Kämpfe diskutieren.

Was hat Ayotzinapa mit uns zu tun? – Verstrickungen zwischen Deutschland und Mexiko

Vortrag & Diskussion (Deutsch mit der Möglichkeit für Übersetzung ins Spanische)
15.5.2015, 17.15-18.30 Uhr – Aula am Aasee (Aula des Instituts für Politikwissenschaft), Scharnhorststr. 102, Münster

Mexiko befindet sich in einer schweren Menschenrechtskrise. Spätestens seit dem Verschwindenlassen der 43 Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa wird deutlich, dass in Mexiko zwischen rhetorischer Anerkennung und tatsächlicher Umsetzung der Menschenrechte eine tiefe Kluft liegt. Der grausame Vorfall zeigt die Verflechtungen von staatlichen und mafiösen Strukturen. Er macht auch deutlich, dass der mexikanische Staat internationale Verpflichtungen sowie selbst erlassene Gesetze verletzt.

In Deutschland sind Menschen erschüttert. Aber was geht uns Ayotzinapa an?

Bereits 2011 wurden zwei Studenten der Lehramtsschule von Ayotzinapa bei Protesten von Polizisten mit G36-Gewehren der deutschen Firma Heckler&Koch erschossen. Seit 2011 planen die deutsche und mexikanische Regierung ein Sicherheitsabkommen mit dem vorgeblichen Ziel, die polizeiliche Zusammenarbeit angesichts der „Transnationalisierung der Kriminalität“ zu verbessern. Aber inwieweit macht sich Deutschland damit zum Komplizen von korrupten staatlichen Strukturen und gravierenden Menschenrechtsverletzungen wie im Fall von Ayotzinapa? Und was können Zivilgesellschaft und solidarische Strukturen in Deutschland dagegen tun?

Stoppt die deutsche Unterstützung für den Staatsterror in Mexiko! Solidarität mit den Eltern und Studierenden aus Ayotzinapa (Mexiko)!

Protestaktion – 15.5.2015, 20.00-21.00 Uhr – Stadthaus I. Ecke Klemensstraße/Stubengasse. Münster-Innenstadt (wir treffen uns um 19.15 Uhr bei der VoKü des Buko und gehen gemeinsam hin)

Nicht erst die Verschleppung von 43 Studenten hat gezeigt: In Mexiko sind Politik, Sicherheitskräfte und Drogenkartelle eng verflochten und sie haben das Land in ein Massengrab verwandelt. 130.000 Menschen wurden ermordet, 26.000 verschleppt – darunter viele Aktivist_innen. Doch viele Menschen protestieren seit Monaten gegen die Gewalt und das korrupte System.

Für uns heißt Solidarität mit den Opfern und den Protesten vor allem Protest gegen die eigene Regierung. Diese pflegen enge Beziehungen zur mexikanischen. Die mexikanische Polizei wird seit Jahren von Deutschland ausgebildet. Sie setzte gegen die Studenten deutsche Gewehre ein, die mit offizieller Genehmigung geliefert wurden. Auch stehen beide Regierungen kurz davor, ein Abkommen zur Polizeikooperation zu unterzeichnen. Die deutsche Regierung macht sich zum Komplizen von Gewalt und Unterdrückung in Mexiko!

Unter Beteiligung einer Delegation der Eltern und Studenten aus Ayotzinapa fordern wir daher: Keine weitere Zusammenarbeit mit dem Gewaltregime in Mexiko! Keine Waffenlieferungen! Kein „Sicherheitsabkommen“! Bedingungslose Unterstützung der Opfer sowie der mexikanischen Bevölkerung, die sich gegen die Gewalt wehrt!

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Dieser Tag wird veranstaltet von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), Gruppe B.A.S.T.A., Informationsbüro Nicaragua e. V, México vía Berlín e. V. , Mexiko-Initiative Köln/Bonn, Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V., pax christi – Solidarität Eine Welt, Ya Basta Netz