Archiv für Februar 2015

Spenden aus 2014 an Zapatistas übergeben

Im letzten Jahr haben wir auf vielfältige Weise 20 Jahre zapatistischen Aufstand gefeiert und die gelebte zapatistische Selbstverwaltung thematisiert. Dabei sind durch unsere Veranstaltungsreihe (300 €), aus Spenden durch unsere Poster-Aktion zur WM (450 €), sowie durch Workshops, die wir im vergangenen Jahr in ganz Deutschland zu den Zapatistas gegeben haben (1000 €) insgesamt 1750 € oder 30.000 mexikanische Peso zusammengekommen. Diese haben wir nun im Januar zusammen mit einem Brief und ein paar Exemplaren unseres WM-Posters an die zapatistischen Selbstverwaltungsstrukturen in den 5 Caracoles (Verwaltungssitzen) übergeben. Poster, Brief und Geld wurden mit Freude entgegengenommen. Wir sollen euch allen, die ihr dazu beigetragen habt, ein großes Dankeschön der Zapatistas und viel Kraft übermitteln, damit ihr euch an euren Orten weiter organisiert und weiter für eine andere Welt kämpft.

Aktuell (und nur noch wenige Tage) rufen wir übrigens zu Spenden für die Angehörigen der 43 verschleppten Studierenden aus Ayotzinapa/Mexiko auf. Diese werden wir bereits im März übergeben.

Zum Weiterkämpfen und zur Selbst-Organisierung hier bei uns gibt es bald bereits wieder verschiedene Möglichkeiten. So werden die Rassist_innen von „Dügida“ am kommenden Montag (2.3.) erneut an 2 Moscheen vorbei rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof ihre gewalttätige Hetze verbreiten. Aktuelle Infos zu den Gegenaktivitäten wie immer auf der Website von „Düsseldorf stellt sich quer“.

Außerdem rufen wir zu den Protesten und Blockaden gegen die Eröffnungsfeier der Europäischen Zentralbank (EZB) am 18.3. in Frankfurt auf. Am 28.3. organisieren wir in Düsseldorf eine Soli-Kundgebung für die 43 verschleppten Studierenden aus Ayotzinapa, ihren Angehörigen und den Massenprotesten in Mexiko. Weitere Infos dazu folgen.

Solidarität mit dem Congreso de los Pueblos (Kolumbien) und San Sebastián Bajachon (Chiapas/Mexiko)


(Carlos Alberto Pedraza lebt! Der Kampf von Bachajón geht weiter! Wenn sie eine_n angehen, gehen sie uns alle an! – Solidarität aus Düsseldorf/Deutschland)

Diese Woche haben wir eine kleine, gemeinsame Solidaritätsaktion für zwei Kämpfe in Lateinamerika gemacht, denen wir seit einiger Zeit verbunden sind.

Am 21.1.2015 wurde die Leiche des kolumbianischen Aktivisten Carlos Alberto Pedraza Salcedo aufgefunden. Seine Mitstreiter_innen gehen davon aus, dass er aus politischen Motiven ermordet wurde. Carlos war unter anderem beim Congreso de los Pueblos („Versammlung der Bevölkerung“) aktiv, eine Dachorganisation, in der sich seit 2008 verschiedene Basisorganisationen aus sehr unterschiedlichen Gesellschaftsteilen Kolumbiens zusammen organisieren und breite landesweite Mobilisierungen und politische Vernetzungsprozesse von Unten auf die Beine stellen. Erst im November waren zwei Aktivistinnen des Congreso bei uns in Düsseldorf und berichteten von dessen beieindruckender Arbeit.

Der Mord an Carlos und die Bedrohungen, denen unsere Compañeros und Compañeras vom Congreso de los Pueblos ausgesetzt sind, berührt uns und machen uns wütend. Oder, um es mit den Worten einer Erklärung des Congreso zu sagen: „Wut vermischt sich mit Schmerz und Unsicherheit: Warum tränkt die Oligarchie mit ihren Todesschwadronen das Land mit Blut und Trauer? … Carlos Pedraza hinterlässt uns sein Vorbild für Menschlichkeit und Einfachheit, vor allem aber für Beharrlichkeit und Engagement für die Gemeinschaft und soziale Aufgaben. … Seine Augen strahlten Freude aus, vermittelten Hoffnung und ferne Ziele rückten in erreichbare Nähe.“ (die komplette Erklärung auf Deutsch; weitere Links zu Infos unten)

Seit bereits mehr als einem Monat erfahren die widerständigen Bewohner_innen der Gemeinde San Sebastián Bachajón in Chiapas/Mexiko erneut massive Repression durch die Regierung und gekaufte Nachbargemeinden. Die Gemeinde, die ihr Land und ihr Zusammenleben als Ejido organisiert, also im Kollektiv und als Kollektiv-Besitz, kämpft seit Jahren gegen die Absichten der mexikanischen Regierung und großer Konzerne, die die Gemeinde vertreiben wollen, um die Region für Luxus-Tourismus nutzbar zu machen. Wir haben in den letzten Jahren wiederholt versucht, sie in ihrem Kampf zu unterstützen und darüber zu informieren.

Am 21.12. gewannen etwa 400 Bewohner_innen des Ejidos friedlich kommunales Land zurück, das 2011 illegal von der Regierung besetzt wurde. Sie gehören zu dem Teil des Ejidos, der sich im Netzwerkes „La Sexta“ organisiert, dem Organisationen und Gemeinden angehören, die den Zapatistas nahe stehen.

In den Tagen nach der Wiederbesetzung kam es zu Drohungen und Aggressionen durch Sicherheitskräfte und Regierungsvertreter sowie von paramilitärisch organisierten Gruppierungen. Am 9. Januar wurde das wiedergewonnene Land schließlich durch 900 Polizisten angegriffen und geräumt.


Video über die Ereignisse am 11. Januar (mit deutschen Untertiteln)

Als Reaktion vertrieben die widerständigen Menschen aus Bachajón am 11. Januar die Polizeieinheiten an einer wichtigen Landstraßenkreuzung in der Region und errichteten eine Straßenblockade. Diese wurde zwar mehrfach von der Polizei mit Schußwaffen angegriffen und mehrere Personen wurden verletzt – bis heute konnte die Blockade aber gehalten werden. Außerdem gaben die Anhänger_innen von „La Sexta“ aus Bachajón vor einigen Tagen die Errichtung und Eröffnung eines neuen Regionalen Zentrums des Ejidos in der Nähe der besetzten Kreuzung bekannt – ihre entsprechende Erklärung zur Eröffnungsfeier am 29.1. war mit dem Motto überschrieben „Während die von Oben zerstören, bauen wir von Unten wieder auf!“. Die Situation bleibt aber weiterhin sehr angespannt. Es gibt eine große Polizeipräsenz in der Region.


Video von der Eröffnung und dem Bau des neuen Regionalen Zentrums (ohne Untertitel, aber aussagekräftige Bilder – englische Übersetzung der verlesenen Erklärung)

Wir haben uns dazu entschlossen, den Bewohner_innen von San Sebastián Bachajón und den Aktivist_innen des Congreso de los Pueblos in diesen schweren Momenten ihrer beiden Kämpfe eine gemeinsame Solidaritätserklärung zu senden. Nicht so sehr deswegen, weil sie fast zur selben Zeit Repression erfahren mussten, sondern weil wir beide Kämpfe auch als Teil eines einzigen Kampfes sehen und weil wir sehen, dass beide ähnliche Erfahrungen machen. Wir hoffen, so auch dass wissen beider umeinander stärken zu können.

Weitere Infos zum Mord an Carlos Alberto Pedraza Salcedo (Congreso de los Pueblos, Kolumbien):
Website des Congreso de los Pueblos
Erklärung des Congreso zum Mord an Carlos (deutsche Übersetzung)
Artikel „Lage für Oppositionelle in Kolumbien spitzt sich weiter zu“ (amerika21)
Video über den Congreso de los Pueblos (mit deutschen Untertiteln)

Weitere Infos zum Konflikt um San Sebastián Bachajón (Chiapas/Mexiko):
Artikel „Auseinandersetzung um Tourismusprojekt in Chiapas“ (amerika21)
Blog der Gemeinde San Sebastián Bachajón (in Spanisch) – Teil des Blogs mit Infos in Deutsch
Video (in Spanisch) über die Widergewinnung des Landes Ende Dezember
Video „Land and resistance in San Sebastian Bachajon“ (Englisch) über die Hintergründe des Kampfes von Bachajón
Video „Bachajón. Despojo de muerte. Vida en resistencia.“ (Spanisch) über die Situation vor der Wiedergewinnung

28.3. – Lebend wurde sie entführt, lebend wollen wir sie wieder!

Solidarität mit den 43 verschleppten Studierenden aus Ayotzinapa und den Massenprotesten in Mexiko

Samstag, 28.3.2015, 13 Uhr Kundgebung
Schadowplatz, Düsseldorf

en Español

Vor einem halben Jahr, am 26.9.2014, wurden in Mexiko 43 Studierende der pädagogischen Fachschule von Ayotzinapa von Polizei und Mitgliedern eines Drogenkartells verschleppt. 6 weitere Menschen wurden dabei getötet, dutzende verletzt. Seitdem demonstrieren in Mexiko sehr viele Menschen gegen die Arroganz der Regierung sowie die Gewalt von Staat und Drogenmafia gegen die Bevölkerung. Seit 2006 wurden durch Polizei, Militär und Drogenkartelle, die wie im Fall von Ayotzinapa oft gemeinsam agieren, 130.000 Menschen ermordet und 26.000 verschleppt. Neben Massendemos und Blockaden wurden in verschiedenen Städten und Landkreisen Mexikos Rathäuser und Radiostationen besetzt. Überall auf der Welt gab es Solidaritätsaktionen. (weitere Infos in unserer Veranstaltung am 26.3.)

Wir rufen euch dazu auf, am Samstag den 28.3. um 13 Uhr auf dem Schadowplatz, Düsseldorf, mit uns eure Solidarität für die Angehörigen der 43 verschleppten Studierenden aus Ayotzinapa und die aktuellen Proteste in Mexiko zu zeigen.

Hier in Deutschland heißt Solidarität mit den Menschen in Mexiko auch Protest gegen die Politik der deutschen Bundesregierung, die die Lügen und die Repression der mexikanischen Regierung unterstützt, Waffenlieferungen zuließ und ein Abkommen zur Zusammenarbeit mit der mexikanischen Polizei unterzeichnen will.

In Mexiko, in Deutschland und der ganzen Welt, wird es in diesen Tagen ebenfalls Kundgebungen und Demonstrationen geben.

Seid dabei und bringt für eine symbolische Aktion Stühle mit!

28.3. – ¡Vivos se los llevaron, vivos los queremos!

Solidaridad con los 43 estudiantes desaparecidos de Ayotzinapa y con las protestas masivas en México

Sábado 28/03/2015 a las 13 Hrs en Schadowplatz, Düsseldorf.

in Deutsch

Hace medio año, el 26.9.14, 43 estudiantes de la Escuela Normal de Ayotzinapa fueron secuestrados por la policía y los miembros de un cartel de droga en México. 6 personas murieron y decenas resultaron heridas. Desde entonces muchas personas han protestado en México en contra de la arrogancia del gobierno y de la violencia de la mafia estatal y de la mafia del narcotráfico contra la población.

Desde el 2006, han muerto 130.000 personas y 26.000 han sido desaparecidas por la policía, los militares y los cárteles de droga, que a menudo actúan en conjunto, como en el caso de Ayotzinapa. Además de las manifestaciones masivas y bloqueos en la Ciudad de México y en diferentes estados, han sido ocupados ayuntamientos y estaciones de radio. En todo el mundo ha habido acciones de solidaridad con Ayotzinapa. (Más información al respecto en nuestro evento en 26.3.)

Hacemos un llamado para que el sábado 28.3. alas 13 hrs. vengan a la Schadowplatz, Dusseldorf, para que juntos mostremos nuestra solidaridad con las familias de los 43 estudiantes de Ayotzinapa secuestrados y con las actuales protestas en México.

Aquí en Alemania solidaridad con el pueblo de México también significa la protesta contra la política del gobierno alemán que apoya las mentiras y la represión del gobierno mexicano , permitiendo la venta de armas y pretendiendo firmar un acuerdo de cooperación con la policía mexicana.

En México, en Alemania y en todo el mundo, habrá estos días también mítines y manifestaciones.

Únete! Y si te es posible trae una silla pleglable para una acción simbólica que se realizará.

26.3. – Drogenkrieg, Staatsverbrechen und Massenproteste (Vortrag + Diskussion)

Mexiko ein halbes Jahr nach der Verschleppung von 43 Studierenden aus Ayotzinapa/Guerrero

Donnerstag, 26.3.2015, ab 19.30 Uhr Input und Video-Clips, anschließend Diskussion
Butze Kneipenkollektiv, Weißenburgstr. 18, Düsseldorf

Vor einem halben Jahr, am 26. September 2014, wurden 43 Studierende der pädagogischen Fachschule von Ayotzinapa im mexikanischen Bundesstaat Guerrero nach einer Protestaktion in der Stadt Iguala gemeinsam von Drogenkartellen und Polizei verschleppt (mehr Infos). Dieses Staatsverbrechen steht stellvertretend für die enge Verbundenheit von Drogenkartellen und politischen Eliten in Mexiko und für deren systematische Gewalt gegen die Bevölkerung. Diese Gewalt hat seit 2006 mehr als 130.000 Tote und 26.000 Verschwundene gefordert, während fast keine Täter verurteilt wurden.

Die Ereignisse des 26.9. und die arrogante Reaktion der mexikanischen Regierung waren allerdings für viele Mexikaner_innen der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Seit Monaten gibt es überall in Mexiko immer wieder sehr große Demonstrationen. In einigen Gegenden wurden Rathäuser besetzt und alternative Verwaltungsstrukturen eingerichtet. Während die mexikanische Regierung versucht, zur Tagesordnung aus Korruption, Repression und neoliberalem Ausverkauf zurückzukehren, arbeitet ein breiter werdendes Bündnis sozialer Bewegungen an einer grundlegenden Neugestaltung des Landes.

Mit Video-Clips und Inputs wollen wir die bisherigen Entwicklungen darstellen, die aktuelle Situation schildern und auch deutlich machen, was das staatliche Verbrechen vom 26.9. mit deutscher Politik zu tun hat.

Für den 28.3., 13 Uhr, rufen wir zu einer Solidaritäts-Kundgebung auf dem Schadowplatz auf – Seid dabei!

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf