Archiv für September 2014

4.12. Workers (Spielfilm)

Donnerstag, 4.12.2014, ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.30 Uhr Film (Spanisch mit deutschen Untertiteln)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Zwei Leben in Tijuana, Mexiko:

Rafael putzt seit 30 Jahren in einer Glühbirnenfabrik von Philips. Jetzt steht der zuverlässige Arbeiter kurz vor der Rente. Doch sein Chef teilt ihm mit, er habe keinen Rentenanspruch, weil er aus El Salvador stamme und illegal in Mexiko sei. Er könne aber gerne weiter arbeiten. Doch der zurückhaltende Mann rächt sich auf seine eigene, subtile Art.

Seine Ex-Frau Lidia kümmert sich als Hausangestellte um eine ältere, sehr kranke Dame, deren Haus und Hündin. Als die Chefin stirbt, erbt die Hündin „Prinzessin“ alles. Lidias Aufgabe bleibt die gleiche: sich muss sich jeden Tag von Morgens bis Abends um „Prinzessin“ kümmern. Wenn aber auch der Hund stirbt, dann ginge das Vermögen an die Angestellten…

Leise Komödie mit sozialkritischer Wucht aus Mexiko.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Café Bunte Bilder

12.11.: Mittelamerikas Kinder auf dem Weg in die USA

Wie eine Fluchtbewegung genutzt wird, um Migration zu kontrollieren

Mittwoch, 12.11.2014, ab 19 Uhr Kneipe und VoKü, ab 19.30 Uhr Vortrag von Kathrin Zeiske, anschließend Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Barack Obama bezeichnete die Flucht von zehntausenden Kindern und Jugendlichen aus Guatemala, El Salvador und Honduras binnen der letzten Monate zutreffend als „humanitäre Katastrophe“. Doch diese soll den USA fern bleiben: Massenabschiebungen und eine Verschärfung der regionalen Migrationspolitik folgten als Antwort auf die steigenden Zahlen von aufgegriffenen Minderjährigen an der US-Grenze.

Kinder und Jugendliche haben in Mittelamerika jedoch oftmals keine (Über-)Lebensperspektive mehr. Ihr Alltag ist geprägt von der Präsenz von Jugendbanden, die sie (zwangs-)rekrutieren und (sexualisierte) Gewalt gegen sie ausüben. Polizei, Militär und rechte Todesschwadrone machen ebenso Jagd auf die Jugendliche aus den armen Vierteln, die sie pauschal der Bandenzugehörigkeit verdächtigen, misshandeln und ermorden. Hinzu kommt die hoffnungslose ökonomische Lage in der Region, die auch durch die Freihandelsabkommen mit den USA und der EU wirtschaftlich ausgeblutet wird. Insbesondere aus Honduras fliehen viele Jugendliche, wo sich die Situation seit dem von den USA unterstützten Putsch vor fünf Jahren dramatisch verschlechtert hat.

Kathrin Zeiske arbeitet als Freie Journalistin und Aktivistin in Mittelamerika und Mexiko. In ihrem Vortrag wird sie die Gründe für die Migration ebenso darstellen, wie die Reiserouten und die Strategien der jugendlichen Migrant_innen auf ihrem gefährlichen Weg durch die USA. Sie analysiert die systematischen Angriffe auf das Recht auf Bewegungsfreiheit und Asyl durch die USA und den mexikanischen Staat ebenso wie die Legitimierung dieser Angriffe durch gezielte Medienkampagne in den USA.

Anschließend berichtet die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative Stay! über die Situation minderjähriger Geflüchteter in Düsseldorf und es ist Zeit für Diskussion.

Weitere Infos zum Thema:
Kathrin Zeiske, „Exodus von Minderjährigen aus Zentralamerika“
Kathrin Zeiske, „Hinter den Vorhängen“
Blog von Kathrin Zeiske
Tomasz Konicz, „Flucht vor den Maras“

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Stay! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative und des Referats Politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf

3.11.: Krieg und Frieden in Kolumbien – die Perspektive der Basisbewegungen

2 kolumbianische Aktivistinnen berichten über ihre Kämpfe und die aktuelle Situation

Montag, 3.11.2014, ab 19 Uhr Kneipe, ab 19.30 Uhr Vorträge von Yolima Bedoya und Luzmila Ruano Gavira, anschließend Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Während die kolumbianische Regierung und die FARC-Guerilla einen Waffenstillstand verhandeln, geht der Krieg um Bodenschätze und Kokain auf dem Land weiter. Die Städte leiden unter sozialer Ausgrenzung, Armut und Flüchtlingsproblematik. Viele Basisaktivist_innen, Menschenrechtler_innen und Gewerkschaftler_innen werden von Paramilitärs – hinter denen Staat und Konzerne stehen – bedroht, entführt und ermordet. Um sich vor dieser Bedrohung zu schützen und eine gemeinsame Politik zu entwickeln, gründeten 2008 verschiedene Basisorganisationen den Congreso de los Pueblos („Versammlung der Bevölkerung“). Hier arbeiten Bäuer_innen-, Minenarbeiter_innen- und Landarbeiter_innen-Vereinigungen ebenso wie indigene Organisationen, studentische Gruppen und Stadtteil-Initiativen zusammen. Sie fordern von den Friedensverhandlungen wirkliche gesellschaftliche Veränderungen.

Die Referentinnen Yolima Bedoya und Luzmila Ruano Gavira sind Sprecherinnen und Aktivistinnen des Congreso de los Pueblos und selbst betroffen von Bedrohungen. Yolima ist in Medellin aktiv in einer Gruppe, die für das Recht auf Stadt für alle kämpft. Luzmila aus den südlichen Bundesland Nariño ist aktiv gegen Bergbauprojekte sowie in der Bäuer_innen-Organisation CNA. Beide berichten über ihre Kämpfe und ihre Perspektiven auf die Situation in Kolumbien.

Im Anschluss diskutieren wir mit den beiden und auch darüber, wie internationaler Solidarität aussehen kann. Dazu wird die Arbeit des Red de hermandad y solidaridad con Colombia vorstellen, einem internationalistischen Netzwerk, dass Menschenrechtsarbeit in Kolumbien organisiert und Verbrechen dokumentiert.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und i furiosi