Archiv für Mai 2014

Subcomandante Marcos gibt sein Verschwinden bekannt

In den frühen Morgenstunden des 25. Mai 2014 gab Subcomandante Marcos bekannt, dass er von nun an nicht weiter existieren wird. Marcos, der bekannte Sprecher der rebellischen, indigenen Bewegung der Zapatistas und militärischer Leiter der zapatistischen Guerilla, erklärte dies gegenüber Vertreter_innen alternativer Medien bei einer Pressekonferenz, die während der Gedenkfeier für den Zapatista Galeano abgehalten wurde. José Luis Solís López, genannt Galeano, wurde am 2. Mai bei einem paramilitärischen Überfall auf den zapatistischen Verwaltungssitz La Realidad ermordet. Marcos sagte: „Wenn Sie mir erlauben, die Figur Marcos zu definieren, dann sage ich Ihnen ohne Umschweife, dass es ein Karnevals-Kostüm war.“

Nach mehr als 20 Jahren als Sprecher und militärischer Chef der Guerilla EZLN, die sich am 1.1.1994 mit einem „¡Ya Basta!“ / „Es reicht!“ bewaffnet gegen Regierung, neoliberalen Kapitalismus, Rassismus sowie neo-koloniale Machtstrukturen erhob und deren Basis seitdem in über 1.000 Gemeinden eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende gesellschaftliche Alternative lebt, erklärte Marcos in Anwesenheit von sechs Kommandanten und Kommandantinnen der Generalkommandantur der EZLN nun seinen Abtritt. Nach der „Kleinen Zapatistischen Schule“, zu der die zivile Basis der Bewegung seit dem Sommer 2013 in mehreren Durchgängen mehrere tausend Aktivist_innen aus der ganzen Welt in ihre Gemeinden einlud, damit sie von der dort gelebten politischen Praxis lernen, „haben wir gemerkt,“ so erklärte Marcos, „dass es bereits eine neue Generation gibt, die uns ins Gesicht schauen kann, die uns zuhören und mit uns sprechen kann ohne Anleitung oder Anführer zu erwarten noch Unterwürfigkeit oder Gefolgschaft zu geben.“ Daher, so sagte er, „war die Figur Marcos nicht mehr notwendig. Die neue Phase des zapatistischen Kampfes konnte beginnen.“

„Es ist unsere Überzeugung und unsere Praxis, dass man für Rebellion und Kampf keine charismatischen Anführer oder Chefs braucht, keinen Messias und keinen Erlöser; um zu kämpfen braucht man nur ein bisschen Anstand, etwas Würde und viel Organisation – und sonst: Entweder man trägt zum Kollektiv bei oder man taugt nichts,“ sagte Marcos.

Mit einer Augenklappe mit einem Piraten-Totenkopf über seinem rechten Auge, erinnerte sich der bisherige Sprecher der Zapatistas an die Morgenstunden des 1.1.1994, als „eine Armee aus Riesen, dass heißt aus rebellischen Indigenen, in die Städte hinunter ging, um mit ihrem Schritt die Welt zu erschüttern. Wenige Tage später, als das Blut unserer Gefallenen in den Straßen noch frisch war, merkten wir, dass die Leute von außerhalb uns nicht wahrnahmen. Sie waren gewöhnt von oben herab auf die Indigenen zu schauen. Sie hoben ihren Blick nicht, um uns anzuschauen. Gewöhnt daran uns erniedrigt zu sehen, verstandt ihr Herz unsere würdevolle Rebellion nicht. Ihr Blick war fixiert auf den einzigen Mestizen [Nachfahren von Indigenen und Europäern; d. Übers.] mit Pasamontañas, mit schwarzer Skimaske, dass heißt, den Einzigen, den sie nicht sehen konnten. Unsere Kommandanten und Kommandantinnen sagten daher: ‚Sie sehen nur das, was so klein ist wie sie. Nehmen wir einen, der so klein ist wie sie, damit sie ihn sehen und durch ihn uns sehen‘.“

Das war die Geburt von Marcos, Ergebnis „eines komplexen Ablenkungsmanövers, ein furchtbarer und wunderbarer Zaubertrick, eines heimtückischen Spiels des indigenen Herzens, welches wir sind. Die indigene Weisheit forderte die Moderne in einer ihrer Hochburgen heraus: Den Massenmedien.“

Die Figur des Subcomandante Marcos präsentierte sich der Welt in den ersten Stunden des 1.1.1994. Das Bild eines mit roten Patronengurten und einer R-15 bewaffneten Mannes, gekleidet in einer braun-schwarzen Uniform und einem Wollmantel aus dem Hochland von Chiapas, dessen Gesicht von einer schwarzen Skimütze bedeckt ist und der Pfeife raucht, zierte die Titelseiten der einflussreichsten Zeitungen des Planeten. In den Tagen und Wochen erschienen seine Comunicados, seine Mitteilungen voller Ironie und Humor, respektlosen und provozierend – ein paar Blätter, geschrieben mit der Schreibmaschine, um die sich die mexikanische und internationale Presse wortwörtlich riss. 20 Jahre und vier Monate später erklärt Marcos das Ende dieser Phase.

„Kaum zu glauben, dass 20 Jahre später klar ist, dass jenes ‚Nichts für uns‘ keine Phrase war, kein schöner Satz für Plakate und Lieder sondern eine Realität, La Realidad,“ sagte Marcos und fügte an: „Wenn es Misserfolg bedeutet, gradlinig zu sein, dann ist also die Rückratlosigkeit der Weg zum Erfolg, der Weg Richtung Macht. Aber dort wollen wir nicht hin, sie interessiert uns nicht. Unter diesen Maßstäben ziehen wir es vor zu scheitern statt zu triumphieren.“

„Wir denken,“ sagte er, „dass es notwendig ist, dass einer von uns stirbt, damit Galeano lebt. Daher haben wir entschieden, dass Marcos heute sterben muss.“

Um 2:10 Uhr morgens stieg Subcomandante Marcos in La Realidad für immer von der Bühne, die Lichter gingen aus und man hörte immer wieder Applaus von den anwesenden Mitgliedern von La Sexta aufbranden, dem Netzwerk der mit den Zapatistas verbündeten Organisationen, gefolgt von einer noch lauteren Welle des Applauses der zivilen zapatistischen Basis sowie der Guerilleros und Guerilleras.

Seinem ironischen Schreibstil und seiner traditionellen PS-Nachworte treubleibend, schloss Marcos: „PS: 1. Game Over. 2. Schach Matt. 3. Touché. 4. Hm, so ist die Hölle? 5. Heißt das, dass ich ohne das Karnevalskostüm nun nackt herumlaufen kann? 6. Hört mal: Es ist sehr dunkel hier, ich brauche ein Lichtlein…“

Der komplette Text der Erklärung von Subcomandante Marcos in Spanisch (Übersetzungen in anderen Sprachen folgen sicher bald).

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Dieser Artikel ist im spanischen Original auf der Website des alternativen mexikanischen Medienprotals „Desinformemonos“ erschienen. Er wurde übersetzt und leicht überarbeitet von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Desde Düsseldorf/Alemania: ¡Alto a la guerra contra los y las zapatistas! – Carta a l@s Zapatistas

A nuestras y nuestros compas zapatistas:
A nuestras y nuestros compas, los y las adherentes de La Sexta:
A nuestras y nuestros compas en todo el mundo:
A los medios libres:

Düsseldorf, 18 de mayo de 2014

Compas:

Con dolor y rabia hemos recibido la triste noticia del cobarde ataque de grupos paramilitares, ocurrido el 2 de mayo de 2014, en contra de la comunidad zapatista de La Realidad, sede de la Junta del Buen Gobierno Hacia La Esperanza. Con dolor y rabia hemos recibido la triste noticia de que uno de nuestros compas, José Luis Solís López, fue cobardemente asesinado. Ya compas de todo el mundo han dicho muchas palabras buenas y ya había muchos análisis certeros sobre este último intento de acabar de una vez con la rebeldía zapatista, es decir de apagar toda luz de esperanza y de dignidad. Por supuesto que ya sabemos quiénes están detrás de todo esto: los malos gobiernos de Chiapas y de México, las grandes empresas con su guerra sucia y sus propósitos de convertir el mundo entero en su mercancía. Por supuesto que ya sabemos que ellos siguen con sus masacres. Pero también sabemos que – pase lo que pase – ustedes seguirán luchando por un mundo mejor.

Con esta carta y la foto adjunta, queremos expresar que nosotros y nosotras, quienes con alegría y esperanza hemos festejado el vigésimo aniversario del levantamiento zapatista en nuestro centro autónomo el pasado 1º de enero de 2014, estamos con ustedes en estos momentos tan difíciles y dolorosos. Además, queremos platicarles que nosotras y nosotros, al igual que ustedes, seguimos luchando aquí, justo en el corazón de la bestia del capitalismo y del imperialismo global. El 17 de mayo de 2014 participamos, junto con miles de personas, en un día de acciones en nuestra ciudad, Düsseldorf, Alemania. Protestamos en contra de la política capitalista, explotadora y autoritaria de nuestro mal gobierno, de la Unión Europea y de las grandes empresas. Nos manifestamos por una democracia de abajo, por los bienes comunes y por una solidaridad sin fronteras. Al mismo tiempo y con los mismos objetivos, hubo acciones y marchas en otras tres ciudades alemanas así como en diferentes ciudades en once países más en toda Europa.

El día de ayer en Düsseldorf hubo bloqueos contra grandes cadenas de tiendas de ropa que explotan a las trabajadoras de las maquiladoras en países con menos recursos monetarios así como a las dependientes de sus tiendas aquí en Alemania. También bloqueamos la entrada a un centro comercial de lujo, un megaproyecto que es parte del plan de nuestra alcaldía de transformar nuestra ciudad en un espacio únicamente para los ricos. Para terminar con nuestra serie de acciones de rebeldía nos fuimos a protestar al aeropuerto de Düsseldorf, donde la deportación de personas migrantes es una práctica constante.

Con nuestro colectivo ¡Alerta! en especial, organizamos una protesta frente a la oficina de la GIZ, una empresa que desde 2010 lleva a cabo la así llamada „política del desarrollo“ del mal gobierno de nuestro país. Esta política, que no significa otra cosa que el desarrollo del saqueo, va por el mundo defendiendo los intereses del poder y del dinero. Es neo-colonial y explotadora. La GIZ y el gobierno alemán también llevan a cabo un proyecto en Chiapas, Guatemala y Belice: un proyecto de biopiratería, por medio del cual nuestro gobierno y grandes empresas alemanas intentan robar en esta zona tanto los recursos naturales como los conocimientos ancestrales de sus pobladores con el fin de convertirlos en simple mercancía (véase aquí).

Y aquí el círculo se cierra: Proyectos y políticas como las de nuestro gobierno son una de las causas principales de la guerra sucia en contra de los Zapatistas y otras luchas dignas, como la del Ejido San Sebastián Bachajón. Por eso los asesinan a ustedes, por eso tratan de aterrorizarlos, atemorizarlos e intimidarlos.

Compas, los abrazamos con solidaridad y fuerza, sabiendo que como nosotras y nosotros ustedes no van a parar con su lucha.

¡Vivan nuestras luchas! ¡Viva la autonomía zapatista! ¡Viva José Luis Solís López!
¡Alto a la guerra contra los y las zapatistas!

¡Abrazos solidarios!

¡Alerta!, Düsseldorf/Alemania
www.alertaduesseldorf.blogsport.de

Rede auf der Protestaktion vor dem GIZ-Landesbüro in Düsseldorf, am 17.5.2014

Wir protestieren heute hier vor dem Landesbüro der GIZ, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH, weil die GIZ im Globalen Süden Neo-Kolonialismus und Biopiraterie betreibt. Sie unterstützt damit die Entwicklung deutscher Unternehmen auf Kosten der Ausplünderung von Menschen und Natur im Globalen Süden.

Seit 2010 ist die GIZ für die Planung und weltweite Umsetzung der deutschen Entwicklungspolitik zuständig. Sie ist ein privates, Gewinn-orientiertes Unternehmen im Besitz der Bundesregierung. Laut ihrer Selbstdarstellung bietet sie weltweit „Dienstleistungen“ mit dem Ziel „nachhaltiger Entwicklung“ an. Neben der Bundesregierung gehören auch Regierungen anderer Länder, die EU-Kommission, die Weltbank und private Auftraggeber zu den Kunden der GIZ, die eine der weltweit größten Anbieter dieser Art ist. Als privates Unternehmen ist ihre Praxis und Politik im hohen Maße intransparent und lässt sich von der kritischen Zivilgesellschaft kaum kontrollieren.

Was aber schnell deutlich wird: Die GIZ wird vor allem von den Interessen der deutschen Wirtschaft nach Absatzmärkten, nach Ausbeutung von Natur und Menschen und nach dem ungehinderten Zugang zu möglichst billigen Ressourcen im Globalen Süden
dominiert.

Drei der vier Vorstandsmitglieder der GIZ haben beste Verbindungen zur deutschen Wirtschaft: Dr. Christoph Beier ist einerseits stellvertretender Vorstandssprecher der GIZ, andererseits ist er Mitglied im Vorstand des Ostasiatischen Vereins, Mitglied im Vorstand des Lateinamerika Vereins und Mitglied im Vorstand des Nah- und Mittelost-Vereins. In diesen Vereinen sind jeweils deutsche Unternehmen mit wirtschaftlichen Interessen an und in den jeweiligen Regionen zusammengeschlossen. Tanja Gönner ist einerseits Vorstandssprecherin und damit Leiterin der GIZ, andererseits sitzt sie im Vorstand des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft. Dr. Hans-Joachim Preuss, ein drittes GIZ-Vorstandsmitglied, war bis vor kurzem ebenfalls im Vorstand dieses Vereins.

Außerdem gibt es eine intensive Kooperation der GIZ mit der deutschen Wirtschaft. Konkret wird dies u. a. in der sequa gGmbH. Laut ihrer Selbstdarstellung setzt die sequa als „Partner der deutschen Wirtschaft“ weltweit „Projekte zur Förderung sozialer Marktwirtschaft und beruflicher Qualifizierung“ um. Sequa gehört zu 49 % der GIZ und zu 51 % den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft – dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Bundesverband der Deutschen Industrie usw.

Wir fragen uns daher: Für wen und in wessen Interesse arbeitet die GIZ im Globalen Süden? Zu wessen „nachhaltiger Entwicklung“ trägt die GIZ bei?

Auch hier in der Wallstr. 30 in Düsseldorf ist diese Verknüpfung von „Entwicklungszusammenarbeit“ und den Interessen deutscher Unternehmen zu sehen. Hier hat das Landesbüro der GIZ in Nordrhein-Westfalen seinen Sitz. Die Selbstdarstellung des Landesbüros preist NRW als „das Wirtschaftszentrum Deutschlands“ Weiter heißt es: „Das Landesbüro der GIZ schlägt in NRW Brücken aus der Metropolregion in die gesamte Welt, um die Stärken Nordrhein-Westfalens weltweit zu nutzen.“ Dabei besteht eine enge Kooperation mit der Wirtschaft.

Sicher nicht rein zufällig hat hier, in der Wallstr. 30, auch die bundesweit agierende Carl Duisberg Gesellschaft ihren Sitz. Mitglieder der Carl Duisberg Gesellschaft sind Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Industrie- und Handelskammern usw. Die Arbeit der Gesellschaft besteht vor allem darin, die Interessen der deutschen Wirtschaft bei der Konzeption der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit zu vertreten. Eine Aufgabe, die anscheinend gut gelingt: Sie stellt 5 Mitglieder im Wirtschaftsbeirat und 3 Mitglieder im Kuratorium der GIZ. Auch hier in Düsseldorf gedeiht also eine enge „Entwicklungszusammenarbeit“ mit und für die deutsche Wirtschaft.

Das Interesse der deutschen Wirtschaft ist es aber nicht, die Lebensbedingungen der Menschen im Globalen Süden zu verbessern. Es ist auch nicht im Interesse der deutschen Wirtschaft, die Selbstbestimmung der Menschen dort zu stärken oder die dortige Umwelt zu erhalten. Deutsche Unternehmen haben stattdessen ein starkes Interessen nach neuen Absatzmärkten, nach der Ausbeutung von Natur und Menschen und nach dem ungehinderten Zugang zu möglichst billigen Ressourcen.

Dass diese Interessen auch die Politik der GIZ dominieren, zeigt sich an vielen Beispielen von Projekten der GIZ im Globalen Süden. Die Folgen dieser Politik sind für die dortigen Menschen und die Natur verheerend. Im süd-mexikanischen Bundesstaat Chiapas etwa führt die GIZ ein Projekt durch, das den Zugang und die Verwertung genetischer Ressourcen im riesigen Regenwaldgebiet von Südmexiko, Belize und Guatemala sichern soll. Konkret bedeutet das, dass Pflanzen und andere natürlichen Stoffe der Region mittels Patentierung zu Waren gemacht werden, die die Industrie anschließend gewinnbringend und exklusiv ausbeuten kann – sogenannte „Biopiraterie“. Dies ist der Raub der Natur und des Wissens der Bevölkerung über diese Natur, um damit Geschäfte zu machen.

Dabei geht es auch um die Kontrolle über die Ländereien der angestammten Bevölkerung und um ihr Recht auf Selbstbestimmung. Projekte wie das der GIZ führen in Chiapas zu Landraub und zur Vertreibung gegen die lokale Bevölkerung, die nicht gefragt wurde, ob sie mit solchen Projekt einverstanden ist. Ihre Lebensgrundlage und ihre Lebensweise werden zerstört. Gemeinden, die sich gegen solche Projekte wehren erleiden staatliche Repression bis hin zum Mord.

Das Projekt der GIZ ist damit Teil einer neo-kolonialen Politik: Um die Interessen des Globalen Nordens und konkret der deutschen Wirtschaft durchzusetzen, erfahren die Menschen in Chiapas Gewalt und Ausbeutung. Ihre Lebensweise wird unmöglich gemacht.
Eine Geschichte, die sich für sie in den 500 Jahren seit der Invasion der europäischen Armeen in ihre Gemeinden immer wieder wiederholt hat.

All das zeigt: Unter dem Label „Entwicklungszusammenarbeit“ unterstützt die GIZ vor allem die Entwicklung deutscher Unternehmen. Die Politik der GIZ steht im Interesse der globalen wirtschaftlichen Vormachtstellung Deutschlands. Sie hat für die betroffenen Bevölkerungen Vertreibung, Gewalt und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage zur Folge. Das ist Neo-Kolonialismus: Zum Schaden der lokalen Bevölkerung wird deutschen Unternehmen geholfen den Globalen Süden auszuplündern und damit die eigene Bilanz zu verbessern.

Die betroffene Bevölkerung wehren sich gegen diese Politik der GIZ. So schreibt das Netwerk COMPITSCCH aus Chiapas/Mexiko in einem offenen Brief: „An den deutschen Staat und seine lokalen Lakaien – Um es deutlich zu sagen: Wir werden nicht aufgeben. Das Land und die Ressourcen, für die der deutsche Staat sich interessiert, sind Gemeinschaftsland der indigenen Gemeinden und das gemeinsame Gut aller Mexikaner. […] Damen und Herren der deutschen Regierung, denkt daran, vergesst es nicht: Kämpfen gegen den Missbrauch und Betrug, gegen Ausbeutung und den Verkauf dessen, was für alle geschaffen ist, ist der Geist, der in jeder Frau und in jedem Mann steckt, die sich auf unserer Erde bewegen.“

In dieser Erklärung appellieren sie auch an die deutsche Bevölkerung, die deutsche Regierung und deutsche Unternehmen zu stoppen: „Auch bei euch liegt die politische Verantwortung, das Projekt aufzuhalten, weil es eure Regierung ist, die die Plünderung und Ausbeutung konzipierte und leitet.“

Mit unserer Protestaktion vor dem Landesbüro der GIZ in NRW wollen wir daher auch ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Chiapas und weltweit setzen, die gegen die brutale Politik der GIZ mutigen Widerstand leisten.

Die Politik der GIZ bedeutet Neo-Kolonialismus und Biopiraterie im Globalen Süden. Sie unterstützt damit die Entwicklung deutscher Unternehmen und schadet der Bevölkerung und der Natur vor Ort. Dagegen protestieren wir!

Protestaktion vor dem GIZ-Landesbüro


Als Teil der Protestaktionen im Rahmen des Blockupy-Aktionstages am 17.5. in Düsseldorf protestierten wir zusammen mit anderen Aktivist_innen vor dem Landesbüro der GIZ in NRW gegen die Politik der GIZ im Globalen Süden. Diese Politik ist neo-kolonial und an den Interessen der deutschen Wirtschaft ausgerichtet, nicht an den Interessen der Menschen dort (weitere Infos auch in unserem Artikel). Durch eine Rede und Flugblätter informierten wir zahlreiche interessierte Passant_innen.

In Chiapas/Mexiko etwa führt die GIZ im Auftrag der Bundesregierung ein Projekt durch, das auf die Patentierung der „genetischen Ressourcen“ der Regenwaldregion abzielt: Die Natur und das Wissen der Bevölkerung um diese Natur sollen durch (deutsche) Konzerne ausgebeutet und der lokalen Bevölkerung geraubt werden – sogenannte „Biopiraterie“. In Chiapas und in vielen anderen Regionen der Welt leisten Menschen gegen diese Politik der GIZ Widerstand – unsere Aktion war auch ein Zeichen der Solidarität mit ihren mutigen Kämpfen.

Eine Folge von Projekte wie dem Projekt der GIZ in Chiapas ist, dass die staatliche und paramilitärische Gewalt gegen die Zapatistas und andere widerständige Bewegungen zunimmt. So wurden etwa in der Gemeinde San Sebastián Bachajón in den letzten 12 Monaten zwei zentrale Aktivisten des lokalen Widerstands gegen aufgezwungene Großprojekte ermordet. Am 2. Mai griff außerdem eine paramilitärische Gruppe den zapatistischen Verwaltungssitz von La Realidad an. Sie ermordeten den zapatistischen Aktivist José Luis Solís López, verletzte 15 weitere Zapatistas teilweise schwer, zerstörte eine Schule, ein Krankenhaus und die Trinkwasserversorgung.

Auch gegen diese Gewalt, die mit der Politik der GIZ und der Bundesregierung in Chiapas in Verbindung steht, haben wir während der Demo protestiert. Dieses Bild haben wir zusammen mit einem Brief an die Zapatistas und unsere Compas sowie freie Medien in der ganzen Welt geschickt.

Mit Neokolonialismus und Biopiraterie leistet die GIZ Entwicklungshilfe für deutsche Unternehmen

Protestaktion vor dem Landesbüro NRW der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (kurz GIZ) entwirft als privatwirtschaftliches Unternehmen die deutsche Entwicklungspolitik und setzt diese weltweit um. Die GIZ und damit auch die deutsche Entwicklungspolitik werden dabei vor allem von den Interessen der deutschen Wirtschaft nach Absatzmärkten und dem ungehinderten Zugang zu möglichst billigen Ressourcen im Globalen Süden beherrscht. Aktuell gibt es unter anderem ein großes Interesse an der biologischen Vielfalt der Natur in Regenwaldregionen, die als „genetische Ressourcen“ zu patentierten Waren gemacht werden sollen für die dann alle – auch die lokale Bevölkerung – zahlen müssen. Die GIZ ist also an sogenannter Biopiraterie beteiligt, dem Raub der Natur und des lokalen Wissens über diese, um damit Geschäfte zu machen.

Neben dem Raub ihrer Natur, hat diese Politik der GIZ für die betroffenen Bevölkerungen im Globalen Süden Vertreibung, Gewalt und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage zur Folge. Im Interesse der deutschen Wirtschaft wird unter dem Label „Entwicklungszusammenarbeit“ durch die GIZ eine neo-koloniale Politik umgesetzt. Zum Schaden der lokalen Bevölkerung wird deutschen Unternehmen geholfen den Globalen Süden auszuplündern und damit die eigene Bilanz zu verbessern. Zu wessen Entwicklung trägt die Politik der GIZ und der Bundesregierung also bei?

Die betroffene Bevölkerung im Globalen Süden wehren sich gegen diese Politik und fordern uns auf, unsere Regierung und Unternehmen zu stoppen. Daher wollen wir am Blockupy-Aktionstag als Zeichen der Solidarität mit dem Widerstand der Menschen im Globalen Süden eine Protestaktion vor dem NRW-Landesbüro der GIZ in Düsseldorf (Wallstr. 30) machen.

Weitere Infos zur Politik der GIZ und zum Blockupy-Aktionstag.

Seid dabei!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Mit Neokolonialismus und Biopiraterie leistet die GIZ Entwicklungshilfe für deutsche Unternehmen

Protestaktion vor dem Landesbüro NRW der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des Blockupy-Aktionstags am 17.5.2014 in Düsseldorf.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (kurz GIZ) ist 2010 von der Bundesregierung als privatwirtschaftliches Unternehmen in Bundeshand gegründet worden. Die bereits bestehenden staatlichen Institutionen der „Entwicklungszusammenarbeit“ gingen dazu in die GIZ über. Seitdem entwirft die GIZ als gewinnorientiertes, privatwirtschaftliches Unternehmen im Auftrag der Bundesregierung große Teile der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und setzt diese im Ausland um – wie sie selbst sagt bietet sie „Dienstleistungen“ mit dem Ziel „nachhaltiger Entwicklung“ an. Neben der Bundesregierung gehören auch Regierungen anderer Länder, die EU-Kommission, die Weltbank und private Auftraggeber zu den Kunden der GIZ, die mittlerweile eine der weltweit größten Anbieter dieser Art ist.

Als privates Unternehmen ist ihre Praxis und Politik im hohen Maße intransparent und lässt sich von der kritischen Zivilgesellschaft kaum kontrollieren. Was aber schnell deutlich wird: Die GIZ wird vor allem von den Interessen der deutschen Wirtschaft nach Absatzmärkten und dem ungehinderten Zugang zu Ressourcen im Globalen Süden dominiert. Der Vorstand der GIZ ist gespickt mit Vertretern der deutschen Wirtschaft, u. a. ist der Lateinamerika Verein, in dem deutsche Unternehmen mit Interesse an und in Lateinamerika zusammengeschlossen sind, und der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (gegründet 1933) mit Vertretern repräsentiert. Außerdem gibt es eine intensive Kooperation der GIZ mit der deutschen Privatwirtschaft. Konkret wird dies u. a. in der sequa gGmbH, die als „Partner der deutschen Wirtschaft“ weltweit „Projekte zur Förderung sozialer Marktwirtschaft und beruflicher Qualifizierung“ umsetzt. Dieses Unternehmen gehört einerseits zu 49 % der GIZ und andererseits den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft (Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Bundesverband der Deutschen Industrie usw.).

Wir fragen uns daher: Für wen und in wessen Interesse leistet die GIZ also „nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit“?

Auch in Düsseldorf ist diese Symbiose aus „Entwicklungszusammenarbeit“ und den Interessen deutscher Unternehmen zu sehen. In der Wallstr. 30 hat das GIZ-Landesbüro Nordrhein-Westfalen seinen Sitz. Dessen Selbstdarstellung preist NRW als „das Wirtschaftszentrum Deutschlands“ – „das Landesbüro der GIZ schlägt in NRW Brücken aus der Metropolregion in die gesamte Welt, um die Stärken Nordrhein-Westfalens weltweit zu nutzen.“ Dabei besteht eine enge Kooperation mit der Wirtschaft. Sicher nicht rein zufällig sitzt das Landesbüro NRW in der Wallstr. 30 Tür an Tür mit der bundesweit agierenden Carl Duisberg Gesellschaft (kurz CDG), deren Mitglieder Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Industrie- und Handelskammern usw. sind und deren Arbeit vor allem darin besteht, die Interessen der deutschen Wirtschaft bei der Konzeption der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit zu vertreten. Eine Aufgabe, die anscheinend gut gelingt: Die CDG stellt 5 Mitglieder im Wirtschaftsbeirat und 3 Mitglieder im Kuratorium der GIZ.

Was die Politik der GIZ und ihre Verbandelung mit der deutschen Wirtschaft im Globalen Süden auslöst, lässt sich beispielhaft an einem Projekt der GIZ im süd-mexikanischen Bundesstaat Chiapas zeigen. Hier realisiert die GIZ ein Projekt um „den Zugang und die Verwertung genetischer Ressourcen“ im riesigen Regenwaldgebiet von Südmexiko, Belize und Guatemala zu sichern. Konkret bedeutet das, das Pflanzen und andere natürlichen Stoffe der Region mittels Patentierung zu Waren gemacht werden, die die (deutsche) Industrie anschließend gewinnbringend und exklusiv ausbeuten kann – sogenannte „Biopiraterie“.

Dabei geht es auch um die Kontrolle über die Ländereien der angestammten Bevölkerung und um ihr Recht auf Selbstbestimmung. Denn Projekte wie das der GIZ führte in Chiapas zu Landraub und zur Vertreibung gegen die lokale Bevölkerung, die nicht gefragt wurde, ob sie mit solchen Projekt einverstanden ist. Ihre Lebensgrundlage und ihre Lebensweise werden zerstört. Gemeinden, die sich gegen solche Projekte wehren erleiden staatliche Repression bis hin zum Mord. Das Projekt der GIZ ist damit Teil einer neo-kolonialen Politik: Um die Interessen des Globalen Nordens (und konkret der deutschen Wirtschaft) durchzusetzen, erfahren die Menschen in Chiapas Gewalt und Ausbeutung sowie die Verneinung und Zerstörung ihrer Lebensweise – eine Geschichte, die sich für sie in den 500 Jahren seit der Invasion der europäischen Armeen in ihre Gemeinden immer wieder wiederholt hat.

Doch viele von ihnen leisten weiter mutigen Widerstand: „An den deutschen Staat und seine lokalen Lakaien – Um es deutlich zu sagen: Wir werden nicht aufgeben. Das Land und die Ressourcen, für die der deutsche Staat sich interessiert, sind Gemeinschaftsland der indigenen Gemeinden und das gemeinsame Gut aller Mexikaner. […] Damen und Herren der deutschen Regierung, denkt daran, vergesst es nicht: Kämpfen gegen den Missbrauch und Betrug, gegen Ausbeutung und den Verkauf dessen, was für alle geschaffen ist, ist der Geist, der in jeder Frau und in jedem Mann steckt, die sich auf unserer Erde bewegen.“ So heißt es in einer kämpferischen Erklärung von COMPITSCCH an die deutsche Regierung und die deutsche Bevölkerung vom Herbst 2011. In dieser Erklärung wird auch an die deutsche Bevölkerung appelliert, sich solidarisch zu zeigen: „Auch bei euch liegt die politische Verantwortung, das Projekt aufzuhalten, weil es eure Regierung ist, die die Plünderung und Ausbeutung konzipierte und leitet.“

Dieser Verantwortung wollen wir am Samstag, 17.5.2014 beim Blockupy-Aktionstag in Düsseldorf nachkommen: Mit einer Protestaktion vor dem NRW-Landesbüro der GIZ in Düsseldorf (Wallstr. 30) wollen wir die neokoloniale Politik der GIZ im Interesse deutscher Unternehmen und gegen die Menschen im Globalen Süden öffentlich anprangern. Damit wollen wir auch ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Chiapas und weltweit setzen, die gegen diese brutale Politik mutigen Widerstand leisten.

Seid dabei!

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Schwerer paramilitärischer Angriff auf die Zapatistas

Am 2. Mai griff eine paramilitärische Gruppe den zapatistischen Verwaltungssitz von La Realidad an. Sie ermordeten den zapatistischen Aktivist José Luis Solís López (Bild rechts), verletzte 15 weitere Zapatistas teilweise schwer, zerstörte eine Schule, ein Krankenhaus und die Trinkwasserversorgung. Mittlerweile hat es hunderte von Solidaritätserklärungen und -aktionen aus der ganzen Welt gegeben.

Zu der zunehmenden Gewalt in Chiapas trägt auch die „Entwicklungspolitik“ der Bundesregierung und der GIZ bei, die diese Politik für die Bundesregierung plant und vor Ort umsetzt. In Chiapas/Mexiko ist die GIZ im Auftrag der Bundesregierung mit einem großen Projekt vertreten, das für deutsche Unternehmen den biologischen Reichtum des Bundesstaat raubt – sogenannte Biopiraterie. Projekte wie dieses sorgen dafür, dass die staatliche und paramilitärische Gewalt gegen die Zapatistas und andere widerständige Bewegungen zunimmt. Gegen die neo-koloniale Politik der GIZ wollen wir beim Blockupy-Aktionstag am 17.5. in Düsseldorf protestieren.

Weitere Infos zum Angriff auf die Zapatistas findet ihr unter anderem hier:

- Angriff auf Zapatistas – Artikel aus der jungen Welt
- Tödlicher Angriff auf Mitglieder der EZLN – Artikel von amerika21
- El Dolor y la Rabia / Der Schmerz und die Wut – 1. Comunicado von Subcomandante Marcos zu den Vorkommnissen und der Reaktion der EZLN (mit deutscher Übersetzung)
- Fragmentos de la Realidad – 2. Comunicado von Subcomandante Marcos zu den Vorkommnissen und der Reaktion der EZLN (deutsche Übersetzung folgt bald)
- Öffentliche Anklage des zapatistschen Rates der Guten Regierung von La Realidad zum Angriff (mit deutscher Übersetzung)
- Übersicht über Solidaritäts-Erklärungen und Aktionen findet ihr auf der Seite der Zapatistas und des Red contra la Represion y por la Solidaridad y contra la Represion

Veranstaltungsreihe: Copa pra Quem? – Soziale Kämpfe im Kontext der Fußball-WM der Männer in Brasilien

Im Sommer 2014 findet die Fußball-WM der Männer in Brasilien statt. Für die Bevölkerung Brasiliens hat dies wenig mit Spiel und Spaß zu tun. Umstrukturierungen im städtischen Raum im Kontext der WM treffen besonders ärmere Menschen, die aus ihren Häusern und Viertel verdrängt werden und sich mit steigender Repression konfrontiert sehen. Aber die Menschen wehren sich und leisten Widerstand gegen die Machenschaften von Staat, privaten Investoren und der FIFA. Welche Auswirkungen dies auf die Fußballszene hat und mit welchen kriminellen und korrupten Methoden das Milliardenunternehmen FIFA vorgeht, werden in dieser Veranstaltungsreihe ebenso diskutiert, wie der Widerstand und die Forderungen sozialer Bewegungen.

Hier findet ihr den Flyer zur Veranstaltungsreihe.

Weitere Infos zur WM in Brasilien und sozialen Protesten findet ihr auf der Seite von KoBra und bei amerika21.

Die Veranstaltungen im Einzelnen:

21.5. – Die WM in Brasilien: Zwangsräumungen, das Recht auf Stadt und Proteste in Rio de Janeiro (Vortrag und Diskussion) – Für die Ausrichtung der Fußball-WM der Männer 2014 wurden in Brasiliens Städten Vertreibungen und Repression verschärft. Aber gegen diese Politik und die schamlose Bereicherung von wirtschaftlichen Eliten und FIFA an diesem Groß-Event gibt es seit einem Jahr massive Proteste – über beides wird in der Veranstaltung berichtet. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19.30 Uhr Kneipe, ab 20 Uhr Vortrag und Diskussion)

29.5. – City of Favelas (Film) – Der Film zeigt die soziale Realität in Brasiliens Armenvierteln, den Favelas. Er zeigt auch, wie die dort lebenden Menschen vielfältige Alternativen zu ihrem sozialen Ausschluss leben und sich damit selbst ermächtigen. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19.30 Uhr Kneipe und Vokü, ab 20.30 Uhr Film)

11.6. – Fußball in Brasilien: Widerstand und Utopie (Buchvorstellung) – Mither­aus­ge­ber Chris­ti­an Rus­sau stellt den neuen Sam­mel­band „Fuß­ball in Bra­si­li­en: Wi­der­stand und Uto­pie.“ vor. Darin wird das Phänomen Fußball (nicht nur in Brasilien) unter der Perspektive von Wi­der­stand und Uto­pie betrachtet, was neue Blick­win­kel auf die WM 2014 er­öff­net. (zakk, Fich­ten­stra­ße 40, Düs­sel­dorf, Be­ginn: 19.​30 Uhr)

Weitere Veranstaltungen in Planung!

Eine Veranstaltungsreihe von ¡Aler­ta! – La­tein­ame­ri­ka Grup­pe Düs­sel­dorf, i fu­rio­si (interventionistische Linke), Kopf­ball Düs­sel­dorf und dem Re­fe­rat Po­li­ti­sche Bil­dung des AStA der FH Düs­sel­dorf.

¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Kontakt zu uns

- Wer wir sind und was wir machen -

Die Gruppe ¡Alerta! existiert seit Mai 2008. Seitdem thematisieren wir in Düsseldorf soziale Bewegungen in Lateinamerika und ihre Kämpfe. Dabei ist uns wichtig, Austausch und Solidarität zwischen Bewegungen und Aktivist_innen in Lateinamerika sowie Düsseldorf und Deutschland zu stärken. Wir wollen dazu anregen, – bei allen Unterschieden – das Gemeinsame wahrzunehmen und auszubauen, das den verschiedenen Bewegungen gegen ausbeuterische und unterdrückerische Gesellschaftsstrukturen und für eine solidarische, gleichberechtigte und lebenswerte Welt innewohnt. Wir verstehen uns in diesem Sinne als eine Brücke zwischen Bewegungen und als verbunden mit ihren jeweiligen Kämpfen.

Dazu regen wir in Düsseldorf eine Auseinandersetzung mit linken Basisorganisierungen in Lateinamerika an und thematisieren die vielfältigen Widerstände sowie alternativen Gesellschaftsentwürfe. Hierfür kooperieren wir mit anderen Düsseldorfer Gruppen, die zu den entsprechenden Themen aktiv sind. Außerdem nutzen wir eine Vielzahl von Zugängen: Filme, Vorträge, Lesungen, Theater, Ausstellungen, Partys, Aktionen,…. Dabei zeigen wir Verbindungen mit der Politik und den sozialen Realitäten in unserer Gesellschaft auf. Auch versuchen wir, mit den Erfahrungen und Erfolgen lateinamerikanischer Bewegungen lokalen Aktivist_innen hier neue Denkanstöße und neuen Mut für ihre Kämpfe zu geben. Gleichzeitig wollen wir neue Menschen dazu anregen, politisch aktiv zu werden und sich mit Anderen zu organisieren. Wir rufen zu konkreten Solidaritätsaktionen auf und setzen selbst eigene Aktionen um. Stärker als bisher wollen wir Informationen über Kämpfe aus Düsseldorf und Deutschland sozialen Bewegungen in Lateinamerika zukommen lassen und auch dort zu konkreter Solidarität aufrufen.

In den letzten Jahren haben wir uns einer Vielzahl von Themen gewidmet: Den Zapatistas in Chiapas, sozialen Kämpfen in Guatemala, Unterstützungsarbeit für die Betroffenen von staatlicher Repression in Mexiko, selbstverwaltete Basis-Projekte in Mittelamerika, den Kampf gegen Morde an Frauen, die Geschichte und die Aktualität des Putsches in Chile 1973 und vieles mehr. Dabei haben wir viele spannende Menschen kennengelernt.

Nicht zu Letzt ist es uns wichtig, emanzipatorische Veränderungen hier, in unseren sozialen Realitäten, zu erreichen – auch deshalb weil dies für uns die beste Solidarität mit Bewegungen in Lateinamerika ist und ein wirkungsvolles Mittel für gerechtere Verhältnisse weltweit. Daher beteiligen wir uns an Aktionen und Mobilisierungen emanzipatorischer Kämpfe in Düsseldorf und Umgebung.

Wir sind eine kulturell und gesellschaftlich vielfältige Gruppe, in der Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven gemeinsam an etwas arbeiten. Neben der gemeinsamen politischen Arbeit ist uns Spaß und Gemeinschaftlichkeit in der Gruppe wichtig. Wir sind eine offene Gruppe und wollen, dass sich jede_r bei uns einbringen kann, der/die unsere Ziele teilt.

Wir freuen uns über Interesse an unserer Arbeit, über Kooperationsvorschläge und über Lust, bei uns mitzumachen!


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¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf
c/o Linkes Zentrum „Hinterhof“
Corneliusstr. 108
40215 Düsseldorf

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