Archiv für November 2013

6.2. – Alberto Patishtán – Leben oder Sterben für Wahrheit und Gerechtigkeit / Vivir o morir por la verdad y la justicia (Doku)

Donnerstag, 6.2.2014, ab 19 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.15 Uhr Einführung und Film (Spanisch mit deutschen Untertiteln)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Der Lehrer Alberto Patishtán aus einem kleinen Dorf in Mexikos südlichstem Bundesstaat Chiapas war bis Oktober 2013 der bekannteste politische Gefangene in Mexiko. Er war es, weil er von Menschen und Bewegungen aus Mexiko und der ganzen Welt solidarische Unterstützung erhielt. Er war es, weil im Oktober 2013 schließlich seine Freilassung erkämpft wurde. 13 Jahre lang war er inhaftiert, da er beschuldigt wurde, an der Tötung von sieben Polizisten beteiligt gewesen zu sein. Obwohl es klare Beweise für seine Unschuld gab und es offensichtlich war, dass es er wegen seines politischen Engagement bestraft werden sollte, wurde seine Freilassung von der mexikanischen Justiz immer wieder abgelehnt. Während seiner Haft brachte er anderen Häftlingen Lesen und Schreiben bei und gründete eine politische Gefangenenorganisation.

Diese spannende Doku (Spanisch mit deutschen UT) des chiapanekischen alternativen Medienkollektivs „Koman Ilel“ erzählt die Geschichte dieser Ungerechtigkeit aus Sicht von Alberto und dem „Movimiento del Pueblo de El Bosque“, der politischen Organisierung seines Dorfes. In Interviews berichten sie, wie sie es geschafft haben, über all die Jahre nie nachzugeben und ihren Kampf für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit weiterzuführen.

Nach einer kleine Einführung schauen wir den Film und ein paar aktuelle Kurzvideos von der Zeit nach Albertos Freilassung. Anschließend diskutieren wir über Albertos Fall und Möglichkeiten der Solidarität mit politischen Gefangen in Deutschland, Mexiko und überall.

Eine Ver­an­stal­tung von ¡Aler­ta! – La­tein­ame­ri­ka Grup­pe Düs­sel­dorf, Café Bunte Bil­der und Rote Hilfe Düsseldorf-Neuss

12.1. – ¡Otro Mundo es posible! / Eine andere Welt ist möglich! – 20 Jahre erfolgreicher Kampf der Zapatistas und wir (Workshop)

Sonntag, 12.1.2014, 13-19 Uhr Workshop mit Inputs, Filmausschnitte, Geschichten, Texten, Diskussionen, Pausen und Vokü
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Mit ihrer Großmobilisierung Ende Dezember 2012 läuteten die Zapatistas ihr dreifaches Jubiläumsjahr ein: 30 Jahre Gründung der Guerilla, 20 Jahre Aufstand und 10 Jahre Aufbau der überregionalen Selbstverwaltung.

Seit ihrem Aufstand am 1.1.1994 haben sie es geschafft, eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende Gesellschaftsform aufzubauen, zu verteidigen und weltweit zu vernetzen. Dies gelang ihnen durch gemeinschaftliche Organisation und ihr mutiges und kreatives Handeln: Bewaffneter Aufstand und Rückeroberung von Ländereien, eigene Schul-, Gesundheits- und Verwaltungsstrukturen, poetische und witzige Sprache, Beharrlichkeit,undogmatisches Denken, spektakuläre Aktionen, „Intergalaktische Treffen“ oder jüngst die „Kleine Zapatistische Schule“ – all das sind Facetten einer lebendigen und erfolgreichen Alternative, mit der die Zapatistas deutlich machen, dass „eine andere Welt möglich ist“.

Gründe genug, sich die Zapatistas und ihre Geschichte(n) der letzten 20 Jahre einmal gemeinsam genauer anzuschauen. Mit Hilfe von Texten, Audios und Filmausschnitten, in denen sie selbst zu Wort kommen, wollen wir ihr Denken und ihre Praxis besser kennenlernen. Dabei diskutieren wir auch, was wir daraus für unsere eigenen Kämpfe lernen können.

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Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und des Referats Politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf

Bitte: Für die bessere Planung (auch der Vokü) wäre es gut, wenn du uns vorher kurz Bescheid gibst, dass du kommst: alerta@linkes-zentrum.de

11.1. – Toda Música es política / Jede Musik ist Politik – Zapatismus und Musik (Vortrag)

Samstag, 11.1.2014, ab 21 Uhr Vortrag und Diskussion mit Gabriela Gorjon (Medienwissenschaftlerin aus aus Guadalajara / Mexiko), anschließend zapatistisch inspirierte Musik
Multi Kulti, Hochstr. 53c, Wuppertal

Am 1. Januar 2014 ist es genau 20 Jahre her, dass sich im Südosten Mexikos die zapatistische Befreiungsarmee EZLN erhob. Zeitgleich mit Inkrafttreten des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA erinnerte die EZLN die Menschen in Chiapas, Mexiko und auf der ganzen Welt daran, dass für die indigene Bevölkerung Mexikos selbst die grundlegendsten Rechte noch immer nicht erfüllt sind: Arbeit, Land, Nahrung, Gesundheit, Bildung, Unabhängigkeit, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Frieden, so ihre Forderungen, die so einfach wirken und doch so schwer umzusetzen sind.

Unerhört – eine Guerilla, die dem 20. Jahrhundert am Schluss noch ihren Stempel aufdrückt und dazu aus einem Winkel der Erde kommt, wo die Zeit still zu stehen scheint. Aber so geschah es. Und in der Folge mischten die Zapatistas mit ihrer innovativen Medienpolitik und popkulturellen Ideen linke und Kulturszene gleichermaßen auf, und zwar weltweit.

In den Vortrag untersucht die Medienwissenschaftlerin und Linguistin Gabriela Gorjon aus Guadalajara (Mexiko), wie der Zapatismus in den letzten 20 Jahren die Texte von Musikschaffenden unterschiedlichster Länder beeinflusst hat und welche Auswirkungen er auf Lebens- und Arbeitsformen von (Musik-)Kollektiven weltweit hatte.

Anschließend Kneipe mit zapatistisch inspirierter Musik.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Informationsbüro Nicaragua

31.12. – Happy Birthday, Zapatistischer Aufstand! / ¡Feliz Cumpleaños, Rebelión Zapatista! (Silvesterparty)

Dienstag, 31.12.2013, ab 22 Uhr
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Heute gibt es gleich zwei Gründe zu feiern und daher lassen wir es richtig krachen: Zunächst steht wie jedes Jahr das neue Jahr bevor und das alte will verabschiedet werden.

Außerdem erhoben sich vor genau 20 Jahren – im Morgengrauen des 1.1.1994 – in Chiapas/Mexiko die indigenen Zapatistas mit einem „¡Ya Basta!“ / „Es reicht!“ gegen die Regierung, den neoliberalen Kapitalismus, gegen Rassismus und Ausbeutung. Seitdem leben sie in ihren Gemeinden erfolgreich eine auf Gleich­be­rech­ti­gung, Ba­sis­de­mo­kra­tie und So­li­da­ri­tät ba­sie­ren­de eman­zi­pa­to­ri­sche Al­ter­na­ti­ve. Mit ihrem Kampf haben sie uns inspiriert und neuen Mut gegeben. Daher wollen wir ihnen an diesem Abend mit einer kleinen Aktion auch von Düsseldorf aus gratulieren.

Seid dabei und feiert mit uns, den Zapatistas sowie tollen DJs:

M. (Punk, Pop, Rotz, Latino)
Subcomandante Marci feat. Oberbilkerspeckrolle (Electro-DnB-Punk)
ElectroPaz (Elektronische Tanzmusik)

Wie immer wollen wir, dass sich alle wohlfühlen können und ohne Stress bei uns feiern. Wir haben daher keine Lust auf sexistisches, rassistisches oder nationalistisches Verhalten. Wer sich nicht daran hält muss gehen.

Mehr Infos zu den Zapatistas auch in unserer aktuellen Veranstaltungsreihe.

26.12. – Zapatistas – Chronik einer Rebellion / Crónica de una Rebelión

Donnerstag, 26.12.2013, ab 19.30 Uhr Kneipe, ab 20.30 Uhr Film (Spanisch mit deutschen Untertiteln)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Am 1. Januar 2014 jährt sich zum 20. Mal der bewaffnete Aufstand der Zapatistas in Chiapas/Mexiko. Die indigenen Guerilla EZLN besetzte im Morgengrauen des Neujahrstages 1994 völlig überraschend mehrere Provinzhauptstädte. Nach kurzen Kampfhandlungen, konzentrierten sich die Zapatistas anschließend darauf, mit politischen Aktionen „von links und unten“ und mit dem Aufbau eigener gesellschaftlicher Strukturen eine andere Welt für sich und Mexiko möglich zu machen. Mit ihren kreativen politischen Aktionen haben sie seitdem sehr viele Menschen erreicht und Mexiko verändert. Seit 20 Jahren leben sie – trotz beständigen Angriffen seitens des mexikanischen Staates und transnationaler Unternehmen – in ihren über 1.000 Gemeinden eine auf Gleichberechtigung, Basisdemokratie und Solidarität basierende emanzipatorische Alternative. Nicht zu letzt hat diese erfolgreiche und anhaltende Revolution bis heute emanzipatorische Kämpfe weltweit inspiriert.

Der Film schildert mit beindruckenden Originalbildern die Entwicklungen der Bewegung zwischen 1994 und 2003. Er zeigt den Aufstand im Morgengrauen des 1. Januar, die Repression des mexikanischen Militärs und die vielfältigen Aktionen, mit denen die Zapatistas versuchten, gesellschaftliche Veränderungen in ganz Mexiko anzustoßen.

Anschließend besteht die Möglichkeit zu Fragen und Diskussion mit Menschen, die die zapatistische Bewegung in Chiapas kennengelernt haben.

Weitere Infos zu den Zapatistas findet ihr auch hier und hier.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und dem Kneipenabend

¡Firma la resolución contra el proyecto neo-colonial del Foro Humboldt en Berlin, Alemania!

Una amplia alianza de organizaciones de la sociedad civil de Alemania y todo el mundo, exige la suspención de la construción del Foro Humboldt en el palacio de Berlin, Alemania. „El concepto actual es un atentado contra la dignidad y los derechos de propiedad de personas en todas partes del mundo, es eurocéntrico y reaccionario,“ dice la resolución.

En el Foro Humboldt se planea unir las “colecciones no europeas” de los diferentes museos de Berlin. Dichos objetos y obras de arte han sido robados durante la época colonial. En base a ello, demanda la resolucion, que: „ sobre La permanencia futura de las obras de arte saqueadas y el botín colonial, se debe buscar el diálogo con los descendientes del creador(a) y los legítimos propietarios(as) de las piezas de exposición.“

¡Por favor firma y difunde esta resolución!

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Aquí se encuentra la resolución completa en Español

ONGs, colectivos, grupos, instituciones y redes pueden firmarla aquí
(„NGO/Initiative/Institution“ = nombre de su ONG, colectivo, grupo, institución o red; „City/Country“ = su ciudad y pais; „Ihre E-Mail-Adresse“ = su correo electrónico; „Website“ = página web; „Comments“ = comentarios)

En forma Individual, firmarla aquí
(es automatica la traducción al Español de la resolucíon, entonces no se entiende – por la resolución correcta: http://www.no-humboldt21.de/espanol)

Contacto: :info@no-humboldt21.de

Eilaktion: Aggressionen gegen Bevölkerung im Widerstand in Honduras

Wir bitten euch, euch an der Eilaktion bzgl. drohender bewaffneter Aggressionen gegen die Bevölkerung der Region Río Blanco in Honduras zu beteiligen, zu der verschiedene Organisationen aufrufen.

Hier findet ihr den Aufruf zur Eilaktion in Deutsch.
Hier findet ihr ein kurzes Video mit deutschen Untertiteln, in dem die betroffenen Menschen über die Ereignissen berichten.

In der Region soll ein Staudamm gebaut werden. Dieses Bauprojekt geht mit gravierenden Menschenrechtsverletzungen einher, die Bevölkerung wurde zum Bau vorher nicht befragt und für sie ist ein Nutzen aus dem Bau des Staudamms nicht zu erkennen, dafür wird der Fluss, der ihnen Leben spendet privatisiert. Die Bevölkerung wehrt sich deshalb gegen den Bau und kämpft für ihre Rechte. Regierung und Bauunternehmen gehen gegen die Bevölkerung und ihre Organisierung mit brutalen Mitteln vor – übrigens ist auch das deutsche Unternehmen Voith Hydro an dem Bau beteiligt.

Berta Caceres, die Sprecherin der Vereinigung der indigenen Bevölkerung der Region und selbst Ziel anhaltender Repression, besuchte uns im Juni 2012 in Düsseldorf und berichtete uns über den Kampf der Bevölkerung von Río Blanco. Seitdem verfolgen wir diesen Kampf und versuchen, ihn zu unterstützen.

Weitere Infos zum Fall auch bei der Honduras-Delgation und amerika21.

¡Bienvenid@s! – Willkommen!


Alberto Patishtán ist frei! // Proteste gegen Olaf Scholz in Düsseldorf

Dank seiner Hartnäckigkeit und der Unterstützung, die er aus Mexiko und weltweit erhalten hat konnte der politische Gefangene Alberto Patishtán am Freitag das Gefängnis verlassen, in das er 13 Jahre aus politischen Gründen eingesperrt war. Der indigene Aktivist aus Chiapas/Mexiko war verurteilt worden, im Jahr 2000 an der Tötung von sieben Polizisten beteiligt gewesen zu sein. Auch wenn es klare Beweise für seine Unschuld gab und offensichtlich war, dass es er wegen seines politischen Engagement in seinem Heimatdorf bestraft werden sollte, wurde seine Freilassung von der mexikanischen Justiz immer wieder abgelehnt.

Während seiner Haft gründete er zusammen mit Häftlingen des Hochsicherheitsgefängnis “El Amate” in Chiapas, die Organisation “La Voz del Amate” (Die Stimme von Amate). Damit wollten sie, ihren Status als politisch Gefangene geltend machen sowie gegen die schlechten Haftbedingungen und Misshandlungen der Inhaftierten protestieren. Seit Jahren gab es in Mexiko und an vielen Orten der Welt Proteste für seine Freilassung.

Nun gab der mexikanische Präsident dem Druck nach und begnadigte Patishtán – aber, wie sein Sohn nach der Freilassung feststellte: „Mein Vater wurde nicht durch eine Begnadigung befreit, die Bevölkerung hat ihn befreit.“ Allen, die ihn in diesen Jahren unterstützt haben sprach Patishtán seinen Dank und seine Solidarität aus. „Sie wollten meinen Kampf beenden, aber er mulitplizierte sich. Sie wollten ihn verdecken und er strahlte.“ Er versprach weiter für die Rechte seines Dorfes und die Freilassung anderer politischer Gefangener zu kämpfen – während seiner Haft habe er bemerkt, dass viele Gefangene arme Indigene seien, die das rassistische und unterdrückerische mexikanische System unschuldig einsperre.

Weitere Infos:
Bericht auf Amerika21
Blog der Kampagne für seine Freilassung
Video von seiner Pressekonferenz am Freitag
Hintergrundinfo zu Alberto Patishtán

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Andere Politiker sind noch nicht so weit und brauchen wohl noch ein bisschen Nachhilfe:

Obwohl heute erneut 15.000 Menschen in Hamburg für ein Bleiberecht für die Flüchtlinge demonstrierten, die unter dem Namen „Lampedusa in Hamburg“ seit Monaten für ihre Rechte kämpfen, lehnt die Regierung Hamburgs unter Olaf Scholz weiterhin jede gerechte Lösung ab. Stattdessen wird versucht, die Flüchtlinge mit Repression und Drohungen einzuschüchtern. Einerseits lässt Deutschland und die EU jedes Jahr tausenden Menschen vor ihren Grenzen sterben, andererseits wird den wenigen, die es bis hierher geschafft haben, ein Leben in Würde und eine dauerhafte, sichere Bleibe verwehrt.

Olaf Scholz, der wie Andere für diese rassistische Politik verantwortlich ist, wird am Montag Abend (4.11.) in Düsseldorf sein: Zeigen wir ihm, was wir von seiner Politik halten und dass er auch in Düsseldorf nicht willkommen ist! Mehr Infos zu den Protesten hier.

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Außerdem rufen wir zur großen antirassistischen Demonstration am 9. November in Duisburg aus: Am 75. Jah­res­tag der „Reichspogromnacht“, wäh­rend der in Deutsch­land 1938 weit mehr als 1.​300 jüdische Menschen er­mor­det und Syn­ago­gen an­ge­zün­det wur­den, will die extrem rech­te Splitterpartei PRO NRW gleich zwei Kund­ge­bun­gen in Du­is­burg ab­hal­ten. Seid Monaten schürt sie dort den Hass gegen Flüchtlinge und Roma. Stellt euch mit uns diesen Rassist_innen in den Weg – hier der Aufruf und weitere Infos:

Antirassistische Demonstration in Duisburg

In Düsseldorf treffen wir uns am 9.11. um 10.50 Uhr am HBF (vor dem UFA-Kino) um gemeinsam nach Duisburg zu fahren.

Für das Recht auf Asyl und Be­we­gungs­frei­heit! So­zia­le und de­mo­kra­ti­sche Rech­te für alle!
Er­in­nern heißt Han­deln!