Archiv für Oktober 2013

Solidarität mit Aktivist_innen, die aktuell von Repression betroffen sind

Im Rahmen unserer Reihe zu 40 Jahren Putsch in Chile zeigen wir auch einen Film über das Leben und den Tod Víctor Jaras, kom­mu­nis­ti­scher Ak­ti­vist und einer der be­kann­tes­ten Sän­ger Chi­les. Er wurde von der Militärdiktatur wie viele andere Aktivist_innen ermordet. Auch heute sind Aktivist_innen in Lateinamerika wegen ihres Einsatzes für ihre Rechte und für eine bessere, gerechtere Gesellschaft bedroht oder im Gefängnis. So geht es momentan zwei Compas von uns, mit denen wir in Kontakt stehen:

Un­se­re Compañera, die in­di­ge­ne Ak­ti­vis­tin und Fe­mi­nis­tin Berta Ca­ce­res aus Hon­du­ras, wurde in einem inszenierten Prozess wegen angeblicher Anstiftung zu Straftaten verurteilt (weitere Infos hier). Amnesty International hat ebenso wie Avaaz eine neue Urgent Action gestartet, um die honduranischen Autoritäten aufzufordern, die Kriminalisierung von Berta und ihrer Organisationen zu stoppen und ihre Forderungen zu erfüllen. Bitte beteiligt euch daran!
Die Turbinen des illegalen Staudamm-Projektes, das gewaltsam von Militär und paramilitärischen Sicherheitsdiensten der Bauunternehmen und gegen den Willen und den Protest der von Berta vertretenen lokalen Bevölkerung durchgesetzt wird, liefert übrigens das deutsche Unternehmen Voith Hydro GmbH.

Mittlerweile seit 12 Jahren ist der politische Gefangene Alberto Patishtán unter fingierten Vorwürfen und mit falschen „Beweisen“ in Chiapas/Mexiko in Haft – zu seinem Geburtstag dieses Jahr gab es eine weltweite Briefaktion, in deren Rahmen auch wir Alberto einen Brief ins Gefängnis schickten. Alberto war vor seiner Inhaftierung Lehrer und politischer Aktivist in seiner Gemeinde.

Während seiner Haft organisierte er die anderen Gefangenen und sie gründeten die politische Gefangenenorganisation „La Voz del Amate“ – durch ihren beharrlichen Kampf und die weltweite Solidarität erreichte mittlerweile ein großer Teil von ihnen ihre Freiheit zurück. Alberto aber bleibt in Haft. Mittlerweile hat er alle rechtlichen Mittel in Mexiko ausgeschöpft. Trotzdem geht der Kampf für seine Freiheit weiter – bitte beteiligt euch an der Online-Aktion des Menschenrechtszentrums FrayBa.

Weitere Infos zu Alberto und seinem Fall auf dem Blog seiner Unterstützer_innen-Gruppe und bei amerika21.

Von Aktivist_innen in Lateinamerika bekommen wir die Rückmeldung, dass diese Online-Aktionen ihnen oft helfen. Auch wenn sie nicht immer direkt ihre Forderungen erreichen, setzen sie die staatlichen Autoritäten unter Druck und nehmen ihnen den Spielraum für noch mehr Willkür – und sie stärken den Mut und den Einsatz der Aktivist_innen und ihrer Organisationen.

¡No estan solos! / Ihr seid nicht alleine!

Solidarität zeigen und Lernen

Vorbereitungsseminare für Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas & Internationale Begleitung in Guatemala

Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas/Mexiko und die Internationale Begleitung in Guatemala sind tolle Möglichkeiten der Solidarität mit widerständigen Gemeinden, Organisationen und Aktivist_innen vor Ort, bei denen man vor allem selbst eine Menge lernt.

Für diejenigen, die Lust haben, sich weiter zu informieren und auf diese Tätigkeiten vorzubereiten, bieten unserer Freund_innen von CAREA im November und Dezember in der Nähe von Kassel tolle Vorbereitungsseminare an. Weitere Infos hier:

Vorbereitungsseminar von CAREA e.V.:
Menschenrechtsbeobachtung in Chiapas/Mexiko
& Internationale Begleitung in Guatemala

CAREA e.V. führt mehrmals jährlich Vorbereitungsseminare für den Einsatz als MenschenrechtsbeobachterIn in Chiapas/Mexiko sowie zur Begleitung von ZeugInnen und AktivistInnen in Guatemala durch. Das nächste Seminar findet vom 14. November bis zum 17. November 2013 und vom 5. Dezember bis 8. Dezember 2013 in der Nähe von Kassel statt. Beide Seminarblöcke beginnen um ca. 17 Uhr und enden um ca. 17 Uhr.

In Chiapas versuchen MenschenrechtsbeobachterInnen in indigenen Gemeinden, durch Präsenz und Öffentlichkeitsarbeit Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. In Guatemala werden Überlebende der während des Bürgerkrieges begangenen Massaker, die sich bereit erklärt haben in Prozessen gegen hochrangige Militärs auszusagen, sowie MenschenrechtsverteidigerInnen die aufgrund ihrer Arbeit bedroht werden, begleitet.

Das inhaltliche Programm der Vorbereitungsseminare ist länderspezifisch aufgeteilt, d.h. Interessierte für das Guatemala-Projekt und für das Chiapas-Projekt werden in getrennten Gruppen vorbereitet. Gemeinsame Pausen und Abendaktivitäten geben jedoch auch die Möglichkeit, sich gemeinsam auszutauschen.

In Vorträgen, Arbeitsgruppen und Rollenspielen werden grundlegende Kenntnisse und spezifische Themen vermittelt wie Geschichte und Politik Guatemalas und Mexikos, Menschenrechte, aktuelle Situation in Chiapas und Guatemala, Aufgaben von BeobachterInnen und BegleiterInnen, Verhalten in Konfliktsituationen.

Voraussetzungen für die Begleitarbeit in Guatemala sind neben Teamfähigkeit, physischer und psychischer Belastbarkeit, die Teilnahme am Vorbereitungsseminar, fließende Spanischkenntnisse, ein gewünschtes Mindestalter von 23 Jahren, Vorerfahrung in Guatemala oder Lateinamerika, Eigenfinanzierung des Aufenthaltes. Wir empfehlen eine langfristige Planung des Projekteinsatzes und einen Einsatzzeitraum von sechs Monaten.

Voraussetzungen für den Einsatz in Chiapas sind neben der Teilnahme am zweiteiligen Vorbereitungsseminar u.a. gute Spanischkenntnisse, Teamfähigkeit, physische und psychische Belastbarkeit, ein Mindestalter von 21 Jahren sowie die Eigenfinanzierung des Aufenthaltes.

Am Seminar können auch Menschen teilnehmen, die sich noch nicht sicher sind, ob sie als BegleiterIn nach Guatemala oder als BeobachterIn nach Chiapas gehen wollen.

Seminarkosten: 140 € (inklusive Unterkunft und Verpflegung) zzgl. Fahrtkosten zum Seminarort und für den Chiapas bzw. Guatemala-Reader (bestellbar im CAREA-Büro).
Weitere Informationen gibt es auf unserer Internetseite (www.carea-menschenrechte.de) oder direkt in unserem Büro (CAREA e.V. Haus der Demokratie und Menschenrechte Greifswalder Straße 4 in 10405 Berlin; Tel/Fax: 030/ 42805666; Mail: info@carea-menschenrechte.de)