Umweltzerstörung, Enteignung und Gewalt – die Deutsche Bank finanziert und profitiert

1. Redebeitrag von ¡Alerta! zur Demo am 11. September 2013 in Düsseldorf aus Anlass des 40. Jahrestages des Militärputsches in Chile

Nicht nur während der Militärdiktatur in Chile, sondern auch in den letzten 23 Jahren wurde weiterhin ein krasser neoliberaler Kurs verfolgt. Ein Beispiel ist der Verkauf natürlicher Ressourcen an Privatunternehmen. Die chilenischen Wasserressourcen sind inzwischen zu über 80 Prozent in privaten, überwiegend transnationalen Händen. Große Naturreserven konnten Einzelpersonen einfach so kaufen.

Das chilenische Parlament verabschiedet Gesetze, die Großunternehmen deutliche Vorteile einräumen. So werden Naturressourcen in krasser Form ausgebeutet, Umweltverträglichkeits prüfungen ändern an der Situation nichts, sie werden kaum beachtet. Von Großprojekten profitieren PolitikerInnen meist selbst, weil sie Miteigentümer der Unternehmen sind.

2002 wurde in Chile – der zur damaligen Zeit – drittgrößte Staudamm gebaut, ca. 500km südlich von Santiago de Chile. Bauträger war das spanische Privatunternehmen ENDESA, das den gesamten BíoBío-Fluss vom chilenischen Staat erworben hat. Hinter den Dämmen liegende Stauseen überfluteten daraufhin große Teile des Mapuche-Gebiets und zerstören deren Fischgründe, ihren Zugang zu sauberem Trinkwasser; etwa 10.000 Menschen mussten ihr Land verlassen. Es gab viel Protest, ein Grund warum das Militär mit harter Repression vorging, viele Mapuche wurden verhaftet, ermordet. Das Projekt wurde von der Internationalen Finanzkorporation (IFC), einem selbstständigem Organ der Weltbank und von europäischen Banken, u.a. der Deutschen Bank, der WestLB und der Dresdener Bank durch Kredite mit finanziert.

Da Pinochet in den 80er Jahren die Parzellierung des früheren Gemeinschaftslandes vorantrieb war es für Endesa möglich, mit jeder Familie einzeln zu verhandeln und die Menschen gegeneinander auszuspielen. Viele Mapuche sprechen neben ihrer Muttersprache Mapudungun kein spanisch, viele waren zu der Zeit Analphabeten, die Verträge von Endesa waren alle schriftlich und auf Spanisch, einigen Mapuche war nicht klar, was auf ihrem Land passiert, was gebaut werden soll.

Aktuell wird erneut ein Staudammprojektunter dem Namen Hidro Aysén geplant. Die Staudämme werden ein Gebiet von fast 20 Hektar eines Nationalparks überschwemmen. Zudem sollen auf einer Länge von mehr als 2.000 km mehr als 5000 Strommäste gebaut werden, um die Energie nach Zentral- und Nordchile zu transportieren,. Die Energie ist also nicht für die Bevölkerung gedacht, sondern vor allem für transnationale Unternehmen, allen voran den Kohleminen. Hidro Aysén würde Nationalparks, Naturschutzgebiete, Feuchtgebiete und das Land vieler Indigener zerstören. Es müssten 23.000 Hektar Wald abgeholzt werden.

Berichte zu Umweltauswirkungen werden beschönigt. Umfragen zufolge lehnen mehr als 70 Prozent der ChilenInnen das Projekt ab. Es gibt große Demonstrationen und viel Widerstand gegen das Projekt, doch die Deutschen Bank möchte wieder kräftig mitfinanzieren. Wir müssen uns gut überlegen, wo wir unser Geld anlegen möchten. Projekte, gegen die die Mehrheit der ChilenInnen ist und die gravierende sozial-ökologische Folgen in Chile implizieren, können nicht richtig sein.