Archiv für August 2013

Veranstaltungsreihe: 40 Jahre Putsch in Chile, 40 Jahre gewaltsame Durchsetzung des Neoliberalismus

Vor 40 Jahren, am 11. September 1973, stürzte das Militär in Chile die demokratisch gewählte sozialistische Regierung von Salvador Allende. Unterstützt wurde sie dabei von der Unternehmerschaft, der USA und auch der BRD. Diese wollten den Versuch Allendes zerstören, gemeinsam mit der Bevölkerung und den sozialen Bewegungen eine auf Gleichheit und Gerechtigkeit aufbauende Gesellschaft zu errichten. Es folgten 17 Jahre Diktatur.

Gleichzeitig wurde Chile zum weltweit ersten Experimentierfeld für eine neoliberale Politik, die gesellschaftliche Solidarität durch Marktmechanismen ersetzte, wenige Menschen reicher werden und große Teile der Bevölkerung verarmen ließ. Bis heute wird diese Politik fortgesetzt und bis heute kämpfen soziale Bewegungen dagegen. In unserer Veranstaltungsreihe wollen wir uns den historischen Ereignissen und den sozialen Kämpfen von damals und heute widmen sowie ihrer Bedeutung für uns und die aktuelle politische Situation diskutieren.

Hier könnt ihr den Flyer zur Reihe runterladen. Unten findet ihr Infos zu den einzelnen Veranstaltungen. Wir freuen uns auf euch und spannende Diskussionen!

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3. September * Der Militärputsch / El golpe de estadoFilm und DiskussionDer Film schildert die turbulente Zeit des Klassenkampfes kurz vor und nach dem brutalen Militärputsch in Chile, der die demokratisch gewählte sozialistische Regierung unter Salvador Allende mit Hilfe u.a. der Regierung der USA und der BRD stürzte. Anschließend Diskussion und Infos zur Demo am 11.9. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 19.30 Uhr Film und Diskussion)

11. September * 11. September 1973 – 40 Jahre Putsch in ChileDemo - Zeigen wir unsere Solidarität mit den Aktivist_innen, die während der Diktatur Opfer der brutalen Repression wurden, sowie mit heutigen Aktivist_innen in Chile, die gegen die Folgen der neoliberalen Diktatur und für eine Aufklärung der Verbrechen kämpfen! (HBF/Bertha-von-Suttner-Platz, Düsseldorf – ab 18.30 Uhr)

19. September * Machuca, mein FreundFilm - Der Film erzählt die Freundschaft zweier Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten vor und nach dem Putsch. Eindrücklich zeigt er, welche Auswirkungen die gewaltsame Durchsetzung des Neoliberalismus auf das gesellschaftliche Leben, das Bildungssystem und die Freundschaft der beiden Jungen hat. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.30 Uhr Film)

24. September * Neoliberalismus – Was ist das eigentlich?Vortrag und Diskussion - Was steckt hinter dem Wörtchen „neoliberal“ und wie ist der Bezug zum Putsch in Chile vor 40 Jahren? (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19 Uhr Kneipe, ab 19.30 Uhr Vortrag und Diskussion)

10. Oktober * Die weltweite Durchsetzung des Neoliberalismus und die Kämpfe dagegen – die Beispiele Chile und GriechenlandPodiumsdiskussionChile war das weltweit erste Experimentierfeld des Neoliberalismus. Anschließend wurde dieses Gesellschaftsmodell in fast allen Gesellschaften von Oben und mit Hilfe von Gewalt durchgesetzt – immer begleitet von sozialen Kämpfen dagegen. Jüngstes Beispiel ist etwa Griechenland. Mit verschiedenen Referent_innen diskutieren wir daher über die Durchsetzung des Neoliberalismus und die gesellschaftliche Organisierung dagegen. (zakk, Fichtenstraße 40, Düsseldorf – ab 19 Uhr Kneipe, ab 19.30 Uhr Diskussion)

17. Oktober * Víctor Jara – El Derecho de Vivir en PazFilm - Die eindrucksvolle Doku zieht eine Parallele zwischen dem Leben des Kommunisten und populären chilenischen Sängers Víctor Jara und den gesellschaftlichen Umbrüchen in Chile: Landflucht, kultureller und politischer Aufbruch, schließlich der Militärputsch von 1973 und Staatsterrorismus, dem Víctor Jara zum Opfer fiel: Eine Tag nach dem Militärputsch wurde er verhaftet, tagelang gefoltert und brutal ermordet. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.30 Uhr Film)

7. November * Wenn das Land zur Ware wirdFilm und DiskussionDer Film thematisiert am Beispiel Chiapas/Mexiko, wie überall im Globalen Süden die Natur zur kapitalistischen Ware gemacht und anschließend ausgeplündert wird. Er zeigt auch, wie sich die betroffenen Menschen dagegen wehren und Alternativen leben. Anschließend Diskussion mit den Regisseur_innen. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.15 Uhr Film und Diskussion)

22. November * El Golpe – der PutschTheaterperformance und Diskussion - Das Stück setzt sich durch unterschiedliche Ausdrucksformen mit den traumatisierenden Erfahrungen von Putsch und Diktatur (nicht nur) in Chile und Lateinamerika auseinander. Anschließend diskutieren wir mit den Künstler_innen. (Linkes Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf – ab 19 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 19.30 Uhr Performance und Diskussion)

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit Café Bunte Bilder, dem Referat politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf, der Rosa Luxemburg Stiftung NRW und dem zakk.

22.11. – El Golpe – der Putsch (Theaterperformance und Diskussion)

Freitag, 22.11.2013, ab 19 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 19.30 Uhr Performance und Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Die Performance der Theatergruppe „El Mitote am Rhein“ feiert heute Premiere. Das Stück setzt sich durch unterschiedliche Ausdrucksformen mit den traumatisierenden Erfahrungen von Putsch und Diktatur (nicht nur) in Chile und Lateinamerika auseinander. Anschließend diskutieren wir mit den Künstler_innen über das Stück und über Künstler_innen in Lateinamerika, die trotz starker Repression politische Themen aufgreifen.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

7.11. – Wenn das Land zur Ware wird (Film)

Donnerstag, 7.11.2013, ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.15 Uhr Film und Diskussion mit den beiden Regisseur_innen
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Überall in Lateinamerika und der ganzen Welt wird die Natur und das Land zu einer kapitalistischen Ware gemacht, die sich anschließend große Konzerne aneignen und für ihre Zwecke nutzen. Dieser Raubzug richtet sich insbesondere gegen viele Menschen im Globalen Südens, deren Umwelt zum Nutzen Anderer geplündert und verschmutzt wird. Damit einher geht die oft gezielte Zerstörung ihrer Lebensweisen, die auf Selbstversorgung, Selbstorganisation und dem Versuch basiert, in Einklang mit der Natur zu leben. Die Menschen aber wehren sich.

Der brandneue Dokumentarfilm von Zwischenzeit e.V. („Der Aufstand der Würde“) thematisiert diesen Konflikt anhand des südmexikanischen Bundesstaates Chiapas. Er lässt betroffene Personen, widerständige Organisationen und auch Vertreter_innen aus Politik und Wirtschaft zu Wort kommen. Anhand von Ölpalmenplantagen, Autobahnen, Tourismusprojekte und der erzwungenen Umsiedlung kleiner Dörfern in neu gebaute Kleinstädte zeigt er, wie im Namen sogenannter „Entwicklungsprojekte“, die Lebensgrundlage und die Umwelt vieler Menschen geraubt, ausgebeutet und zerstört werden. Neben dem Widerstand der Bevölkerung zeigt der Film auch die Zusammenhänge in den Globalen Norden auf, denn die Nachfrage nach Palmfett, Biosprit und exotischem Tourismus wächst weiter.

Anschließend diskutieren wir mit den beiden Regisseur_innen. Sie berichten uns auch über ihre Teilnahme an der „Kleinen Zapatistischen Schule“ im August, zu der die Zapatistische Bewegung im August 1.500 Aktivist_innen aus Mexiko und der ganzen Welt in ihre Gemeinden eingeladen hat, um die Praxis ihres Kampfes kennenzulernen.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Café Bunte Bilder und dem Referat Politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf

17.10. – El Cantor (Film)

Donnerstag, 17.10.2013, ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.30 Uhr Film (im deutschen Original)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Victor Jara war kom­mu­nis­ti­scher Ak­ti­vist und einer der bekanntesten Sän­ger Chi­les. Seine Po­pu­la­ri­tät er­reich­te er durch Auf­trit­te in Berg­wer­ken und Fabriken, wo er po­li­ti­sche Lie­der über die ge­sellschaft­li­chen Un­ge­rech­tig­kei­ten und die so­zia­len Kämp­fe sang. Er unterstützte die Re­gie­rung Sal­va­dor Allendes und der Unidad Popular und komponiert mit dem Song „Venceremos“ die Hymne der Bewegung. Eine Tag nach dem Mi­li­tär­putsch wurde er verhaftet, ge­fol­tert und bru­tal ermor­det.

Der Film „El Cantor“ wurde 1977 von der DEFA in der DDR produziert und zeigt die letzten Wochen im Leben des Sängers, in denen sich sein politisches Engagement und die tödliche Repression gegen ihn verdichten – Jara steht damit symbolisch für eine ganze Generation von Aktivist_innen, die für ihren Einsatz für eine gerechtere, freiere Gesellschaft einen hohen Preis zahlten.

Vor und nach dem Film werden Gedichte von politischen Aktivisten aus Lateinamerika ausgestellt.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Café Bunte Bilder

10.10. – Die weltweite Durchsetzung des Neoliberalismus und die Kämpfe dagegen – die Beispiele Chile und Griechenland (Podiumsdiskussion)

Mittwoch, 10.10.2013, ab 19 Uhr Kneipe, ab 19:30 Uhr Diskussion mit Mattes Grzegorczyk (Militanter und Betriebsrat), Claudia Maldonado (promoviert über soziale Bewegungen in Chile), Alina Rodenkirchen (Koordinatorin Deutsches Mapuche Netzwerk) und David Rojas-Kienzle (freier Journalist, u.a. amerika21 und Lateinamerika Nachrichten)
zakk, Fichtenstraße 40, Düsseldorf

Chile war nach dem brutalen Militärputsch 1973 das weltweit erste Experimentierfeld des Neoliberalismus: Die Militärdiktatur zerschlug solidarische gesellschaftliche Strukturen und ersetzte diese durch die Gesetze des Marktes – und die nachfolgenden zivilen Regierungen führten diese Politik fort. Viele gesellschaftliche Bereiche wie Gesundheit und Bildung sowie natürliche Ressourcen wurden privatisiert und zu Waren gemacht. Das Resultat waren eine Verstärkung der sozialen und ökonomischen Ungleichheiten, die bis heute fortbestehen. Aber ebenso dauern die Kämpfe sozialer Bewegungen gegen die Politik und ihre Konsequenzen an.

Gleichzeitig wurden weltweit in den letzten 40 Jahren Elemente dieses Gesellschaftsmodells fast überall von Oben mit Hilfe von Gewalt und Repression durchgesetzt – immer begleitet von sozialen Kämpfen dagegen. Jüngste Beispiele sind die südlichen EU-Länder, insbesondere Griechenland.

In der Podiumsdiskussion wollen wir daher am Beispiel Chiles und Griechenlands über die Durchsetzung des Neoliberalismus als politische Stategie und die gesellschaftliche Organisierung dagegen aus verschiedenen Perspektiven diskutieren.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und dem zakk

24.9. – Neoliberalismus – Was ist das eigentlich? (Vortrag und Diskussion)

Dienstag, den 24.9.2013, ab 19 Uhr Kneipe, ab 19.30 Vortrag und Diskussion mit Andreas Gick
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Viele dürften das Wörtchen „neoliberal“ schon mal gehört haben. Was aber steckt genau dahinter und wie ist der Bezug zum Putsch in Chile vor 40 Jahren? Darum soll es in dem Vortrag aus einer theoretischen Perspektive gehen. Insbesondere wird auf die hinterlistigen Argumentationsmuster der neoliberalen Denkweise eingegangen, die den Neoliberalismus zu einer der universalsten Ideologien überhaupt hat werden lassen.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und des Referats Politische Bildung des AStA der FH Düsseldorf

19.9. – Machuca, mein Freund (Film)

Donnerstag, 19.9.2013, ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende, ab 20.30 Uhr Film
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Der bewegende Film handelt von der Freundschaft zweier Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten kurz vor und während der Militärdiktatur in Chile. Eindrücklich zeigt er, welche Auswirkungen die gewaltsame Durchsetzung des Neoliberalismus nach dem Putsch auf das gesellschaftliche Leben, das Bildungssystem und die Freundschaft der beiden Jungen hat.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Café Bunte Bilder

11.9. – 11. September 1973 – 40 Jahre Putsch in Chile (Demo)

Mittwoch, 11.9.2013, 18.30 Uhr Kundgebung HBF/Bertha-von-Suttner-Platz, 19 Uhr Demonstration
ab 21h Abendprogramm im Linken Zentrum, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Weitere Infos und der komplette Aufruf unter: http://chile1973.blogsport.de

Vor 40 Jahren, am 11. September 1973 putschte in Chile das Militär unter Führung des Generals Augusto Pinochet gegen die gewählte Regierung des Sozialisten Salvador Allende. Der Putsch wurde von der CIA vorbereitet und von den NATO-Staaten unterstützt und begrüßt, die Militärdiktatur konnte erst 1990 überwunden werden. Doch noch heute ist eine erstaunlich große Kontinuität zu den Jahren unter Pinochet auszumachen – unter anderem dagegen richten sich die aktuellen Kämpfe in Chile.

Mit der Demonstration vom 11. September 2013 gedenken wir der Opfer des Putsches und der Diktatur in Chile. Wir zeigen unsere Solidarität mit den damaligen AktivistInnen, die Opfer der brutalen Repression wurden, und mit den heutigen AktivistInnen in Chile, die gegen die Folgen der neoliberalen Diktatur, für eine Aufklärung der Verbrechen und die Veränderung der chilenischen Gesellschaft kämpfen.

Wir fordern von der deutschen Regierung eine historische Aufarbeitung der deutschen Beteiligung an den Verbrechen. Wir fordern die sofortige Auslieferung Hartmut Hopps an Chile! Hopp ist ein in Chile verurteilter Verbrecher der Diktatur, der trotz chilenischem Auslieferungsantrag in Krefeld lebt, weil die deutsche Regierung seine Auslieferung verweigert.

Die Abwälzung der Folgen der kapitalistischen Krise auf die Mehrheit der Bevölkerung – hierfür war das Chile der Diktatur ein Forschungslabor – findet weltweit statt, mittlerweile auch in europäischen Ländern, u.a. in Griechenland und Portugal. Unsere Solidarität gehört auch den Menschen dort und überall auf der Welt, die sich gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg auflehnen, die für eine solidarische Welt kämpfen. In diesem Sinne erneuern wir die alte chilenische Parole:

El pueblo unido, jamás será vencido ! / Gemeinsam wird die Bevölkerung niemals besiegt werden!

Organisiert von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, AKAB – Antikapitalistische Aktion Bonn, DIE LINKE/Düsseldorf, DKP – Deutsche Kommunistische Partei/Düsseldorf, Duisburger Netzwerk gegen Rechts, Gruppe Hilarius/Düsseldorf, Informationsbüro Nicaragua/Wuppertal, isl – internationale sozialistische linke/Düsseldorf, Linksjugend [’solid] NRW, Rote Aktion/Köln, see red! Interventionistische Linke Düsseldorf, Sozialistische Jugend Deutschlands / SJD – Die Falken KV Düsseldorf, VVN-BdA – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der AntifaschistInnen / Düsseldorf