Archiv für Juni 2012

Anlässlich des Gipfels des Zentralamerikanisches Integrationssystems SICA

Anschließend an den Besuch von Bertha Cáceres hier bei uns in Düsseldorf erklären wir:

In Solidarität mit den Kämpfen in Mittelamerika, unterstützen wir, die wir auch in unseren Ländern und Städten gegen die kapitalistische Durchdringung aller Lebensbereiche kämpfen, folgenden Aufruf von Berta Cáceres vom Rat der Indigenen Völker von Honduras COPINH, diesjährige Preisträgerin des Eichstätter Shalom Preises, die im Juni an vielen Städten Europas Konferenzen zum Thema gegeben hat. Es ist eine Beleidigung für die honduranische Bevölkerung, gerade in Tegucigalpa zum 3. Jahrestag des Putsches die Assoziierung mit der Europäischen Union zum Abschluss bringen zu wollen.

Zum Gipfel des Zentralamerikanisches Integrationssystems SICA am 28./29. Juni in Tegucigalpa erklären wir: Nach der bitteren Erfahrung, die die honduranische Bevölkerung mit dem Freihandelsvertrag mit USA und Kanada erlitten hatte, schließt nun die Putschregierung unter Porfirio Lobo ein neues Freihandelsabkommen mit der EU ab, das den Namen Assoziierungsvereinbarung trägt, und verletzt damit erneut die Souveränität der honduranische Bevölkerung. Das besagte Abkommen bedeutet einen Anschlag auf die Naturgüter, Wasser, Strände, öffentliche Dienste und Energie zum Wohl der transnationalen Konzerne Europas. Demagogisch ist von „Fortschritt und Demokratie“ die Rede, in Wirklichkeit jedoch sind die honduranische sowie die zentralamerikanische Bevölkerung die Leidtragenden des Abkommens. Wir wollen keine Patente, Genmanipulation, REDD+ (kapitalistische Verwertung der Wälder), Modellstädte, Monokulturen für Agrartreibstoff, Hotelindustrie, Verwandlung der Natur in eine Ware, Invasion der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, Durchsetzung einer Agrarindustrie transnationaler Unternehmen, Monopole, Verlust ursprünglichen Saatguts, Weltmarktfabriken, Verletzung der Menschenrechte, Neoliberalismus und gewaltsame Ausplünderung!

Deshalb rufen wir auf, sich am 28. und 29. gegen die Internationale der Staatsstreiche, gegen das Assoziierungsvereinbarung Freihandelsabkommen zwischen Europa und Zentralamerika zu demonstrieren und sich diesem Aufruf anzuschließen.

Unterzeichnende Organisationen:
¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf
ACODEHU Costa Rica
Attac Düsseldorf
CADEHO Berlin
Guatemala Komitee Berlin
Honduras-Koordination Hamburg
Honduras-Delegation, Berlin
Informationsbüro Nicaragua e.V. Wuppertal
Queeres Bündnis Walter Tróchez, Berlin
Zapapres Mexiko-Nachrichten-Import, Hamburg

Mehr Infos zu Bertha und dem Kampf von COPINH unter anderem unter: amerika21

Bericht von Berthas Besuch im NRW-Landtag: Bericht

Mehr Infos zum „Assoziierungsabkommen“ zwischen der EU und Mittelamerika unter anderem unter: Kampagne gegen das Assoziierungsabkommen

19. Juli 2012 – „¡Para un mundo dónde quepan muchos mundos!“/ „Für eine Welt, in der viele Welten Platz haben!“

Der zapatistische Kampf gegen ihre rassistische Ausgrenzung und wirtschaftliche Ausbeutung

Donnerstag, 19.7.2012, 10-13 Uhr Vortrag, Filmausschnitte, Geschichten, Diskussionen und Pausen
Ausstellungszelt, No Border Camp, Poller Wiesen, Köln-Poll

1994 erhoben sich im Süden Mexikos tausende Indigene. Sie verlangten ein Ende ihrer Ausgrenzung und Ausbeutung und forderten Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit. Die „Zapatistas“ bauten in den folgenden Jahren eigene Schulen, ein Gesundheitssystem und basisdemokratische Strukturen auf – und kämpfen so gegen Kolonialismus und Paternalismus.

Die Referenten waren als Menschenrechtsbeobachter in zapatistischen Gemeinden. Anhand von Filmausschnitten, Zitaten und eigenen Erfahrungen berichten sie über den zapatistischen Kampf und fragen, was wir daraus für unsere Kämpfe lernen können.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Carea e. V.

6. Juli 2012 – Solarherde – Eine nachhaltige Wahl (Vortrag und Diskussion)

Freitag, 6.7.2012, ab 19.30 Uhr Kneipe und Vortrag
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Zum Kochen wird weltweit täglich die enorme Menge von ca. 3 Mio. Tonnen Holz verbrannt. Die damit einhergehende regionale Übernutzung des Baumbestandes führt in vielen Ländern des globalen Südens zu schwerwiegenden ökologischen Problemen und zu großen wirtschaftlichen und sozialen Belastungen.

Der Einsatz solar-betriebener Kochsysteme könnte dazu beitragen, der fortschreitenden Vernichtung der Wälder entgegenzuwirken sowie die Selbstversorgung und Unabhängigkeit der Menschen in ländlichen Gebieten zu stärken.

Das Projekt des Solarherds mit den technisch hoch entwickelten und leistungsstarken Modellen „Tolokatzin“ wird von Eduardo Rincón Mejía, Forscher an der UNAM in Mexiko, geleitet. Dieser wird uns seine Entwicklung vorstellen und mit uns über den Nutzen und die Nutzungsmöglichkeiten für Solarherde diskutieren.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf

Weitere Infos:
www.linkes-zentrum.de – http://alertaduesseldorf.blogsport.de

5. Juli 2012 – El Secreto de Sus Ojos – In Ihren Augen (Spielfilm)

Donnerstag, 5.7.2012, ab 19.30 Uhr Kneipe und Essen gegen Spende für ein Punk- und Umwelt-Kollektiv in Mexiko-Stadt, ab 20.30 Uhr Film (Spanisch mit deutschen Untertiteln)
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Dieser gefühlvolle und gleichzeitig packende argentinische Krimi dreht sich um die Geschichte eines brutalen Mordes – und ohne es je direkt anzusprechen um die (fehlende) Aufarbeitung der grausamen argentinischen Militärdiktatur.

Der pensionierte Ermittler Benjamin Espósito will 25 Jahre danach ein Buch über jenen Fall schreiben, der ihn sein Leben lang nicht losließ: Eine junge Frau wird 1974 vergewaltigt und erschlagen, das abscheuliche Verbrechen schleudert den jungen Gerichtsbeamten aus der beruflichen Routine. Gegen die Ignoranz seiner korrupten Vorgesetzten verfolgt er den Fall zusammen mit der jungen Richterin Irene Hastings. Es scheint, als könnten sie gemeinsam den wahren Täter ausfindig machen. Doch dann putscht sich das Militär an die Macht und alles kommt ganz anders.

Eine brillant und auf mehreren Zeitebenen erzählte Parabel auf die bis heute unverheilten Wunden der argentinischen Militärdiktatur.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Café Bunte Bilder