Archiv für September 2011

15. Dezember 2011 – La Isla – Archive einer Tragödie (Doku und Diskussion)

Donnerstag, 15.12.2011, ab 19 Uhr Kneipe und VoKü, ab 20 Uhr Film (Spanisch mit deutschen Untertiteln), im Anschluss Diskussion mit dem Regisseur Uli Stelzner
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Armee und Polizei verschleppten und ermordeten in Guatemala Ende des 20. Jahrhunderts hunderttausende Menschen. Doch dieser Völkermord bleibt bisher ungesühnt. Ein System von Terror und Straflosigkeit setzt bis heute auf Schweigen und Mangel an Beweisen. Doch 2005 wurde durch Zufall das Geheime Archiv der Nationalpolizei gefunden: 80 Millionen Dokumente, die endlich Licht in das Dunkel der Staatsverbrechen bringen.

Die preisgekrönte Doku, deren Premiere in Guatemala von Bombendrohungen und Anschlägen auf die Stromversorgung begleitet war, zeichnet die tragische Geschichte des kleinen Landes ebenso nach wie die Suche der Angehörigen nach Beweisen für die begangenen Verbrechen. Gleichzeitig porträtiert sie die jungen Mitarbeiter_innen des Archivs in ihren Bemühungen ihre Gesellschaft und ihre Generation aus dem Würgegriff der unaufgearbeiteten Geschichte zu befreien.

Nach dem Film wir Uli Stelzner, Regisseur dieser und anderer Dokus über die soziale Realität Guatemalas und ein langjähriger Kenner des Landes, für Fragen und Diskussion zur Verfügung stehen.

Weitere Infos: www.iskacine.com/f_laisla_1.php
Interview mit dem Regisseur Uli Stelzner: www.neues-deutschland.de/artikel/169893.die-visualisierung-des-grauens.html?sstr=knut|henkel

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Café Bunte Bilder und Rosa-Luxemburg-Club Düsseldorf

23. November 2011 – FrauenStimmen gegen Gewalt – Aktivistinnen aus El Salvador und Honduras berichten

Zwei Aktivistinnen aus Mittelamerika berichten über die dortige Situation für Frauen sowie ihren Einsatz für Frauenrechte und gegen Gewalt.
Mittwoch, 23. November 2011, 19:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Düsseldorf, Friedrich-Ebert-Str. 34-38 (Nähe Hbf)

Jährlich sterben Tausende Frauen in Mittelamerika durch die Gewalt von Männern. Doch nicht nur die Anzahl der Frauenmorde steigt, sondern auch die Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen nimmt zu. Grund genug, die Frauenorganisationen vor Ort in ihrem Kampf gegen die Gewalt noch stärker zu unterstützen. Dazu haben wir zwei Aktivistinnen eingeladen:

Marina Rios kommt aus El Salvador, dem Land, mit der weltweit höchsten Mordrate an Frauen. Sies ist Leiterin des Bereichs Arbeitsrechte bei der Frauenorganisation Movimiento de Mujeres Mélida Anaya Montes (Las Mélidas).

Adalinda Gutierrez kommt aus Honduras. Hier hat der Militärputsch vom Juni 2009 die Präsenz von Gewalt noch verschärft. Adalinda Gutierrez arbeitet im Sekretariat für indigene Landfrauen von der Landarbeiterunion im Bezirk La Paz .

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, DGB – Region Düsseldorf, kom!ma – Verein für Frauenkommunikation e. V., Nicaragua-Verein Düsseldorf e. V., verdi – Bezirks Frauen Rat Düsseldorf

Veranstaltungsreihe „Guatemala – Eine Geschichte von Unterdrückung, Mut und Widerstand“ im Herbst und Winter 2011


Guatemala 2011: 15 Jahre nach Ende des 36-jährigen Bürgerkrieges ist der aussichtsreichste Kandidat auf das Präsidentenamt ein ehemaliger Polizeigeneral. Dieser war beteiligt am bis heute ungesühnten Völkermord, in dem hunderttausende Menschen von Armee und Polizei ermordet wurden. Diese unaufgearbeitete Tragödie und ihre Ursachen lassen das kleine zentralamerikanische Land nicht los: Extreme soziale und ökonomische Ungleichheit, eine kleine, weiße Elite an der Macht, transnationale Konzerne stehlen den Reichtum – während der Großteil der Bevölkerung unter Hunger, Armut und Rechtlosigkeit leidet.

Aber nicht allein diese Seite wollen wir zeigen, sondern vor allem den Mut und den Kampf vieler Menschen, die sich trotz der erdrückenden Lage nicht unterkriegen lassen und den ungleichen Kampf aufnehmen. Ehemalige Gueriller@s, Kaffeebäuer_innen einer Kooperative im solidarischen Handel, politische Aktivist_innen und Künstler_innen, junge Menschen, die für die Aufarbeitung und Bestrafung der Verbrechen kämpfen. Ihnen, ihrem Kampf und ihren Hoffnungen wollen wir mit dieser Veranstaltungsreihe Gehör verschaffen.

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

Die Termine:

8.10.2011 – Fiesta Latinoamericana – Party
20.10.2011 – Voice of a Mountain – Doku
25.10.2011- 1 Schritt vor, 2 Schritte zurück – Landkonflikte in Guatemala – Vortrag und Diskussion
3.11.2011 – Auf halben Weg zum Himmel – Doku
8.11.2011 – Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit – Aktivist_innen und ihre internationalen Unterstützer_innen in Guatemala – Vortrag und Diskussion
19.11.2011 – NIM Alae (Guatemala /Berlin) und Johnny Mauser & DJ Profile (Antifa-HipHop, Hamburg) – Konzert und Diskussion
15.12.2011 – La Isla – Achive einer Tragödie – Doku und Diskussion

Video und Song von Nim Alae – 19.11. Linkes Zentrum Düsseldorf

La Isla.mp3 Nim Alae – La Isla

19. November 2011 – HipHop-Konzert und Diskussion mit Nim Alae (politischer HipHop, Guatemala / Berlin) und Johnny Mauser & DJ Profile (Antifa-HipHop, Hamburg)

Samstag, 19.11.2011, ab 18 Uhr, Kneipe, Berichte, Konzert und Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Die Stücke des jungen guatemaltekischen Rappers und politischen Aktivisten NIM Alae handeln von seiner bewegten Geschichte. Sein Vater wurde im Bürgerkrieg von der Polizei ermordet. Seither kämpfte NIM Alae mit seiner Musik und als Aktivist für die Aufarbeitung der Vergangenheit und gegen die dunklen Machenschaften von Militär und politischer Elite. Später arbeitete er bei der Aufarbeitung der Akten des Geheimen Archivs der Nationalpolizei mit. Ein Lied über seine Erfahrungen dort wurde zum Titelsong der Doku „La Isla“ (Filmvorführung am 15.12. am gleichen Ort). Als NIM Alae bedroht und angegriffen wurde und sein Leben in Gefahr sah, floh er nach Deutschland.

Ab 18 Uhr wird Lucio über seine Kunst und seine Erfahrungen auf diesen Stationen berichten und mit uns diskutieren. Außerdem gibt es VoKü gegen Spende für das politische HipHop-Projekt IJATZ aus Guatemala. Ab 19.30 Uhr beginnt dann das Konzert (pünktlich, wegen Nachbarn) Mit von der Partie/-y ist Johnny Mauser & DJ Profile, Antifa-HipHop aus Hamburg – anschließend werden verschiedenen HipHop DJs auflegen.

www.myspace.com/558332476
www.youtube.com/watch?v=b7cFzPAuTa8
Interview mit Lucio: www.ila-web.de/artikel/ila342/musik_lucio_yaxon_ guarax.htm

www.johnnymauser.com

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Erwin Youth und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW
Mit freundlicher Unterstützung des Referats Politische Bildung der FH Düsseldorf

8. November 2011 – Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit – Aktivist_innen und ihre internationalen Unterstützer_innen in Guatemala (Vortrag und Diskussion)

Dienstag, 8.11.2011, ab 19.30 Uhr Vortrag und Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Das internationale Bild Guatemalas ist geprägt durch eskalierende Gewaltkriminalität. Gleichzeitig gibt es fast absolute Straflosigkeit. Das gesellschaftliche Klima ist vergiftet durch extrem ungleiche Besitz- und Machtverhältnisse, die fehlende Aufarbeitung staatlicher Verbrechen während des Bürgerkrieges sowie die kompromisslose Durchsetzung von Megaprojekten auf Kosten der großen Mehrheit der Bevölkerung. Auf den ersten Blick bietet Guatemala ein Bild der Hoffnungslosigkeit.

Dennoch treten soziale Bewegungen zunehmend selbstbewusster für Gerechtigkeit, echte Demokratisierung und eine alternative wirtschaftliche Entwicklung ein. Die Aktivist_innen werden allerdings ebenso wie die Zeug_innen der Genozid-Prozesse immer wieder Opfer von staatlicher Repression oder Gewaltverbrechen. Um ihre Kämpfe zu unterstützen, wurde daher das internationale Begleitprojekt ACOGUATE gegründet.

Valentin Franck war von August 2010 bis Januar 2011 als Begleiter von ACOGUATE in Guatemala und ist in Deutschland bei CAREA e. V. aktiv. Aus eigener Erfahrung und anhand von Beispielen berichtet er, welche Konflikte und Kämpfe es in Guatemala aktuell gibt und wie die Begleitung von Aktivistinnen_innen und Zeug_innen funktioniert. Anschließend gibt es ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

3. November 2011 – Auf halben Weg zum Himmel (Doku und Diskussion)

Donnerstag, 3.11.2011, ab 19 Uhr Kneipe und VoKü, ab 20 Uhr Film, im Anschluss Diskussion mit einem der Regisseur_innen
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Der Film berichtet über die Geschichte des Dorfes „La Aurora 8 de Octubre“. Kurz vor Ende des Bürgerkrieges waren seine Bewohner_innen aus dem jahrelangen Exil in Mexiko zurückgekehrt. Dorthin waren sie vor Vertreibungen, politischen Morden und Massakern durch Polizei und Militär geflohen. Jetzt wollen sie erneut für ihr Land und eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder kämpfen. Doch nur ein Jahr nach ihrer Rückkehr kommt es erneut zu einem Massaker.

Diesmal jedoch fliehen sie nicht, sondern entscheiden sich, gegen den Staat vor Gericht zu ziehen. Dieser Fall ist das erste von über 650 Massakern des Bürgerkrieges, dem gerichtlich nachgegangen wird. Aber bald schon müssen die Menschen feststellen, dass auch in der „Demokratie“ der Kampf gegen die Reichen und Mächtigen ein ungleicher Kampf bleibt. Ihre Entschlossenheit und ihr mutiger Trotz beeindrucken – oder, wie es einer von ihnen ausdrückt: „Wenn ich die Idee und den Sinn meines Kampfes verliere, war der Kampf umsonst.“

Eine_r der Regisseur_innen, die die Gemeinde 12 Jahre lang begleitet haben, ist angefragt, anschließend über den Film und die aktuelle Situation in Guatemala zu berichten.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=sORsCXZmVRA

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Café Bunte Bilder und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

1. November 2011 – „Auf meinen Highheels“ – Diversität im Widerstand

LGBT-Aktivist_innen aus Honduras berichten über die Vielfalt des Widerstand gegen den Militärputsch (Doku und Diskussion)
Dienstag 1.11.2011, ab 19 Uhr Kneipe, ab 19.30 Film, Vortrag und Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Die Dokumentation „Auf meinen Highheels“ von Fernado Reyes (O mit deutschen UT, 30 Min.) zeigt in eindringlicher Weise die Situation von Transsexuellen in Honduras, ihren Alltag zwischen Diskriminierung und eigener Identitätsfindung, Sexarbeit als Überlebensstrategie – und schließlich die zunehmenden Morde der Trans-Community seit dem rechts-neoliberalen Militärputsch 2009. Seitdem sind 40 Morde an Transpersonen gemeldet worden. Sie sind Hassobjekt der machistisch gedrillten Militärs und Polizisten, die ihre Macht seit dem Putsch ausspielen und eine „soziale Säuberung“ gegen alle vornehmen, die nicht ins konservativ-christliche Weltbild passen.

Trotz allem hat sich die LGBT-Bewegung (Lesben, Gay, Bi- und Transsexuelle) heute zu einer zentralen Akteurin des Widerstandes gegen die rechts-konservativen und neoliberalen Machthaber_innen entwickelt.

Darüber werden der Regisseur und LGBT-Aktivist Fernando Reyes und ein_e weitere_r Aktivist_in (angefragt) berichten und mit uns diskutieren.

Weitere infos zur Situation der LGBT-Bewegung nach dem Putsch: http://jungle-world.com/artikel/2011/09/42722.html

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Gruppe F

Komplette Doku:

Mit freundlicher Unterstützung des Schwulenreferats des AStAs der FH Düsseldorf und des Frauenreferats des AStAs der Uni Düsseldorf

25. Oktober 2011 – 1 Schritt vor, 2 Schritte zurück – Landkonflikte in Guatemala (Vortrag und Diskussion)

Dienstag, 25.10.2011, ab 19.30 Uhr Vortrag und Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

36 Jahre lang herrschte in Guatemala Bürgerkrieg. 15 Jahre nach dem Friedensschluss brechen die weiterhin ungelösten sozialen Konflikte wieder auf. Soziale und ökonomische Ungleichheit findet ihren Ausdruck in Armut und Hunger unter den Land- und Besitzlosen. 80 % des fruchtbaren Landes ist in Besitz von nur 2% der Bevölkerung – Diese extreme Landkonzentration nähren die antidemokratische Tradition, die sich auf die Macht der Großgrundbesitzer_innen stützt. Mittellosigkeit, Hunger und Rechtlosigkeit der Landbevölkerung entladen sich in Konflikten. Häufig sehen die Campesin@s ihre einzige Chance darin, sich durch Landbesetzungen Gehör zu verschaffen, um ihre Rechte einzufordern. Häufig reagiert die Staatsmacht mit brutaler Gewalt.

Auch die Landkooperativen, die sich auf Grundlage des Friedensabkommens gebildet hatten, befinden sich in einer schwierigen Lage. Ihr Land hatten sie nur gegen Schuldtitel bekommen, doch ihre Betriebsform wird vom herrschenden Wirtschaftssystem ausgegrenzt. Mit dem Anbau von Bio-Kaffee und solidarischen Handel suchen sie nach Alternativen.

Kristofer Lengert (Informationsbüro Nicaragua, Wuppertal) berichtet über Landbesetzungen, Konflikte um Landverteilung und Landnutzung in Guatemala.
Gerrit Höllmann (Berater aus dem solidarischen Handel für mittelamerikanische Kaffeekooperativen) stellt die jüngste Geschichte Guatemalas und die Entwicklung einiger Kooperativen dar. Anschließend ist ausreichen Zeit für Fragen und Diskussion.

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf und Rosa-Luxemburg-Club Düsseldorf

20. Oktober 2011 – Voice of a Mountain (Doku)

Donnerstag, 20.10.2011, ab 19 Uhr Kneipe und VoKü, ab 20 Uhr Film (auf Englisch), im Anschluss Diskussion
Linkes Zentrum „Hinterhof“, Corneliusstr. 108, Düsseldorf

Der Film dokumentiert das Leben und den Kampf guatemaltekischer Kaffeebäuer_innen der Kooperative „Finca Santa Anita“, die sich während des 36-jährigen Bürgerkrieges bewaffnet zur Rebellion erhoben hatten. Er zeigt anhand der Geschichte dieser Menschen die Tragödie Guatemalas: Extrem ungleich verteilter Reichtum, jahrzehntelange Militärdiktaturen, brutale Repression gegen jede Form des Widerstandes, Massaker, Völkermord – und deren Schatten bis heute in scheinbarem „Frieden“ und „Demokratie“.

Vor allem aber stellt die Doku das Leben der Menschen von Santa Anita in den Vordergrund: Er thematisiert ihre Gründe in den bewaffneten Widerstand zu gehen und das Unrecht das ihnen angetan wurde. Ebenso zeigt er ihren Mut und ihre Hoffnung – die sie bis heute nicht aufgegeben haben.

Anschließend ist Zeit für Fragen und Diskussion mit Menschen, die die „Finca Santa Anita“ bereits besucht haben.

Mehr Infos: www.voiceofamountain.com
Trailer: http://vimeo.com/22413625

Eine Veranstaltung von ¡Alerta! – Lateinamerika Gruppe Düsseldorf, Café Bunte Bilder und Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW